Adler und Goldschakale – Hortobágy Wildpark

Seeadler – White-tailed eagle

Im Hortobágy Wild Animal Park sind viele Tiere zu sehen, die in der ungarischen Steppe heimisch sind. Wölfe und Gänsegeier, die inzwischen in der Puszta ausgestorben sind, sind auch zu beobachten.

Natürlich haben diese Wildtiere – wie so oft in Tiergehegen – viel zu wenig Platz. Insbesonders die Volieren sollten vergrößert werden. Und doch war ich dankbar, einige aus der Nähe betrachten zu können, insbesondere den hübschen Goldschakal und die Adler.

Goldschakal  (Canis aureus) 
Gänsegeier (Gyps fulvus) In der Puszta sind sie ausgestorben
Auch der Wolf (hier im Hortobagy-Wildpark) ist in der ungarischen Steppe ausgestorben

Hier der Text einer Infotafel über das Verschwinden der Geier in der Steppe:

In dieser Region waren hauptsächlich der Gänsegeier (Gyps fulvus) und der
Mönchsgeier (Aegypius monachus) verbreitet.

Mit der Zeit wurden die wilden Herden durch Haustiere ersetzt. Für die Geier machte dies jedoch keinen Unterschied. Ihre Ausrottung wurde verursacht durch Wilderei und ein regelrechtes Jagdfieber zu Beginn des 20. Jahrhunderts und durch für Wölfe ausgelegte Giftköder.

Als sie noch am Rand der Karpaten genistet haben, waren sie regelmäßige Besucher der Hortobágy-Steppe. Ihr letztes invasionsartiges Vorkommen war gegen Ende des 2. Weltkriegs, als unzählige Leichen und Kadaver nicht beerdigt werden konnten. Die Vögel, die mit ihrer Ernährungsweise eine so wichtige Rolle im Ökosystem übernahmen, wurden von Trophäenjägern und Hobbyjägern gnadenlos bejagt. Der letzte Geier in Hortobágy wurde 1947 in der Nähe von Máta erschossen.


In Europa ist die Situation für Geier recht widersprüchlich. Während die Populationen in
Frankreich und Spanien Dank gezielter Schutzprogramme wieder wachsen, kämpfen in der
Balkanregion die letzten Geier ums Überleben.

Die Puszta der Steinzeit – Zoologische Ausstellung im Wildpark Hortobagy in Ungarn

Die zoologische Ausstellung im Hauptgebäude des Wildparks im Hortobagy-Nationalpark

Auerochsen, Wildpferde, Esel, Adler, Geier, Wölfe und sogar Löwen in der europäischen Steppe

In einer kleinen Ausstellung im Wildpark sind sehr viele interessante Fakten zu erfahren. Es werden die imposanten Schädel, Hörner und Skelette verschiedener Rinderrassen, Ur-Eseln und Ur-Pferden gezeigt und miteinander verglichen.

In Europa wurden nämlich weite Flächen, Täler und Ebenen von Herden großer Säugetiere offengehalten. Heute weiß man, dass diese Herden auch im Deutschland der Steinzeit für lichte Wälder sorgten und dass die Puszta nicht von Menschen gerodet wurde, sondern schon seit Jahrtausenden offene Steppe ist. Man fragt sich, wie diese wilden Pferde und Rinder, die durch Europa – wie heute durch die afrikanische Savanne streiften – und die Landschaft veränderten, ausgesehen haben mögen. Und es wird versucht, sie nachzuzüchten.

Die Schädel und Hörner von Steppenrindern und Auerochsen

Informationstafeln in der Ausstellung geben Auskunft.

Hier einige dieser Fakten:

  • die Relikte der Wildesel, die in der Puszta gefunden wurden zeigen, dass dieser nicht dem – bereits ausgestorbenen – europäischen Wildesel zuzuordnen ist, sondern der asiatischen Art, dem Onager-Kulan (Equus hemionus sp. ), der noch in Asien lebt.
  • Wildesel und Wildpferde verschwanden aus der Steppe , als die Menschen dort eintrafen; diejenigen, die Grabhügel („Kurgans“) bauten, also etwa im 5. Jahrtausend vor Christus.
  • der Auerochse ist im 17. Jahrhundert ausgestorben und wurde nachgezüchtet. Das war mir bekannt. Neu für mich war die Tatsache, dass es verschiedene Nachzüchtungen gab. Diejenige der Gebrüder Heck und diejenige der niederländischen Organisation „Stichting Taurus“.
  • Die wilden Rinder waren eher etwas kleiner als die heutigen Hausrinder.
  • Vor fünftausend Jahren jagten Löwen (Pantera leo) in der Puszta und Löwen lebten noch wild im antiken Griechenland bis zum 1. Jahrhundert nach Christus.
  • Die Lössrasen mit ihrer artenreichen Vegetation sind leider fast vollständig durch die Landwirtschaft vernichtet worden.
Vogelnester aus der Puszta – Ganz links sind diejenigen der Beutelmeise gut zu erkennen

Da die Informationstafeln in der Ausstellung beinahe alle in ungarischer Sprache verfasst sind, habe ich sie mit der Hilfe eines Übersetzungsprogramms ins Deutsche übersetzt. Wer Interesse u.a. an den Urformen unserer Haustierrassen und der Entwicklung von Flora und Fauna (nicht nur) in der europäischen Steppe hat, mag die Info hier lesen:

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Wildpferde und Auerochsen in der Puszta

Auerochsen in der Puszta / Aurochs in the puszta / Aurochs dans la puszta

EN// Wild aurochs and Przewalski-horses in the Hortobagy Nationalpark in Hungary

Weite. Reetgedeckte Höfe am Horizont. Gelbes Steppengras. Grüne Streifen darin. In der flimmernden Ferne: Wildpferde und Auerochsen!

Mit dem Bus sind wir heute in die Puszta zur Wildpferden-Herde (Przewalski-Pferde) gefahren.

Seit 1997 werden 2470 ha der Kernzone des Nationalparks als Halbreservat ohne menschliche Eingriffe bewirtschaftet. Zur Landschaftspflege werden in diesem Gebiet Przewalski-Pferde und nachgezüchtete Auerochsen gehalten. Die ersten Rinder kamen 1999 an. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Heckrinder und Heckrind-Ungarisches Graurind-Hybriden.

Przewalski-horses
Auerochs/ Aurochs

Über die Rekonstruktion des Auerochsen

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In der kleinen Ausstellung im Wildpark kann man interessante Fakten erfahren. Zum Beispiel, dass der Auerochse im 17. Jahrhundert ausgestorben ist und nachgezüchtet wurde. Das war mir bekannt. Neu für mich war die Tatsache, dass es mehrere Nachzüchtungen gab. Diejenige der Gebrüder Heck und diejenige der niederländischen Organisation „Stichting Taurus“.

Hier die Auswahl der Rinderrassen, mit denen die Brüder Heck ihre Auerochsen-Nachzucht rekonstruierten:

Hochlandrinder, Chillingham-Rinder, Ungarisches Graurind, Korsisches Rind, Camargue-Rind, Spanische Kampfstiere und Chianina.

Und hier die Auswahl der Rinderrassen vom Taurus-Programm:

Sayaguesa-Rinder, Maremmana, Pajuna-Rinder, Limia-Rinder, Maronesa, Podolica und Hochlandrinder.

Die Zucht in Hortobágy basiert eher auf den Heck-Rindern.

Kraniche (Grus grus) sammeln sich hier im September / Grues cendrées / Cranes

Außerdem hatten wir das Glück, etwa 500 Kraniche vor unseren Augen landen zu sehen.

Kraniche nisten nicht mehr im Nationalpark

Obwohl der Kranich als einer der charakteristischsten Vögel in Hortobágy gilt, lebt er nicht mehr dauernd Ungarn. Die letzten Brutpaare wurden 1892 registriert. Das ungarische Volk liebt die Kraniche, sie werden häufig in Volksmärchen, Sagen und Liedern erwähnt und sind beliebte Wappentiere.

So lange man noch Eier in Kranichnestern fand, traf man auf Bauernhöfen und in Gutshäusern der Region häufig auf zahme, handaufgezogene Kraniche. Dass sie heute in der Region nicht mehr nisten, sondern lediglich auf ihrem Zug in den Süden hier rasten, liegt wahrscheinlich sowohl an der Regulierung der Wasserläufe, als auch an der Jagd auf die Tiere aufgrund ihrer Schmuckfedern.

(Quelle: Infotafel in der zoologischen Ausstellung Wildpark Hortobagy)

Ein Glückstag!

Wir zwei – am liebsten in der Natur unterwegs!

Heute haben wir einen RALLENREIHER (Ardeola ralloides) gesehen! Der brütet zwar auch in Marokko und Russland, aber in Europa fast nur in Ungarn! Und einen haben WIR erwischt. Juchhuu!

RALLENREIHER (Ardeola ralloides
Rallenreiher – Crabier chevelu – Squacco Heron 
Er verteidigt sein Revier
Der Rallenreiher auf der Infotafel im Nationalpark – NIE hätte ich gedacht, dass wir ihn sehen!

Kutschfahrt in die Puszta!

Ungarisches Steppenrind – Hungarian grey longhorn – Bœufs gris de Hongrie

Kutschfahrt in die Puszta – Nonius Pferdezucht, Ungarische Steppenrinder und Zackelschafe

Gestern gönnten wir uns mal ein Touristen-Programm: Es ging zum Nonius-Gestüt Mata und dann mit der Kutsche zu den berühmten Graurindern – mitten im Hortobagy Nationalpark. Eine Pferdeshow war auch dabei.

EN// Carriage to the Puszta – horses, Hungarian grey cattle and racka sheep

Es geht in die Puszta!
Horseshow in der Steppe
Eine uralte Nutztierrasse: Das Zackelschaf

Und hier mehr im Video:

Puszta – Hortobagy Nationalpark