Art Nouveau und Finanzinvestoren

Es wird viel renoviert.

Art nouveau and financial investors (more in English below)

Jugendstil und Finanzinvestoren

Dass ich inzwischen ein Landei geworden bin, wird mir während des Prag-Besuchs ziemlich bewusst. So viele Eindrücke!

Zweiter Tag in Prag. Ich habe versucht, Kontraste, Widersprüche, Schönheit und Atmosphäre mit dem Fotoapparat einzufangen. Dazu musste ich immer wieder gegen den Strom schwimmen, um den Massen zu entkommen und dann wieder in sie einzutauchen. Wie das geht, in einer Touristenstadt gegen den Strom zu schwimmen? Einfach schauen, wohin die Leute gehen und sich immer wieder für die entgegengesetzte Richtung entscheiden.

Ziemlich viel los vor der astronomischen Uhr…

Man muss sich mal vorstellen, dass Prag ca. 1,3 Millionen Einwohner hat und mehr als 5 Millionen ausländische Gäste im Jahr beherbergt. Da entstehen Exzesse und das Phänomen, das „Overtourism“ genannt und auch in Paris, London und Venedig beklagt wird.

Ein gut gelaunter Jugendstil-Frosch

Es entsteht insgesamt der Eindruck einer sehr dynamischen Stadt, in der sich Touristenmassen durch Straßen und Plätze der Altstadt wälzen, während internationale Investoren in 1000 Baustellen die letzten Fassaden renovieren, Altbauten entkernen und die Einheimischen aus der Altstadt verdrängen (Bild der  leeren Klingelschilder).

Trotz des Gewusels und viel zu vieler Menschen auf den Plätzen, herrscht eine erstaunlich entspannte und heitere Atmosphäre.

Wer Interesse an mehr Info über den Overtourism in Prag hat, kann hier mehr erfahren: https://www.dw.com/de/prag-zieht-massen-an-das-ist-sein-problem/a-41680303

Kitsch gehört zum Massentourismus einfach dazu…

Art nouveau and financial investors

I tried to capture the contrasts, contradictions, beauty and atmosphere of the city. Prague has 1.3 million inhabitants and more than 5 millions foreign visitors a year. So, it is natural that the consequences of overtourism are palpable.

Prague gives the impression of a dynamic city in which tourist masses overrun the historical places and streets while financial investors renovate the facades in 1000 construction sites and displace the locals. In spite of this, the atmosphere appears mostly relaxed and cheerful.

Einheimische werden aus der Altstadt verdrängt
Prag kann auch wunderschön romantisch sein

Neue Landschaften

Freie Sicht: der Fichtenwald ist abgeholzt

Bavarian landscape (more in English below)

Dass die Landschaft sich aufgrund der massiven Fichten-Abholzungen verändert, ist klar. Trotzdem ist es für mich seltsam, plötzlich neue Sichten zu malen. Hier die Sicht von Oberbirnbach auf unsere Kirche am Horizont. Bis vor kurzem stand ein Fichtenwäldchen da oben, die Kirche war kaum zu sehen.

Part of our forest consists of spruce monoculture. Because of a bark beetle infestation, forest owners have now to cut down their trees. So, the landscape is changing and new views are possible. The church on the horizon was not visible until recently.

Letztes Jahr standen oben an der Straße noch große Fichten

#aquarelle

Die Zukunft unseres Waldes

A hike through our forest organized by the nature conservation union. The main subject: the conifer populations afflicted by bark beetles. The main question: What the forest of the future might look like.

Kahlflächen aufgrund der massiven Abholzung von Fichtenwäldern sieht man nicht nur im Inntal immer öfter.

Am Sonntag fand die alljährliche Waldwanderung auf dem Schellenberg statt. Über das diesjährige Thema „Borkenkäfer – Katastrophe oder Geburtshelfer?“ fanden schon gleich am Treffpunkt angeregte Diskussionen zwischen den zahlreichen Teilnehmern, unter denen sich auch mehrere Waldbesitzer befanden, und dem Förster statt. Damit befanden sich alle Anwesenden schon mitten im Thema. 

Die Veranstaltung ist wie üblich in Zusammenarbeit mit der BUND Naturschutz-Ortsgruppe organisiert worden.

Im Rahmen des von der Stadt Simbach organisierten Sommerprogramms fand die alljährlich von Förster Reichenwallner geleitete Waldwanderung auf dem Schellenberg statt
Die Fichte hält dem Klimawandel nicht Stand

Nun ging es die Marienhöhe hinauf, einen ursprünglich als Park konzipierten Laubwald am Südhang des Schellenberges. Mehrere größere Kahlschläge weiter oben im Fichtenwald und hohe Holzstapel am Wegesrand zeigten, wie stark der Borkenkäfer auch im Inntal den Wald verwandelt. „Die Fichte hat bei uns ausgedient“, so Reichenwallner. Denn was inzwischen für alle offenkundig sei, könne auch die Wandergruppe auf ihrem Weg immer wieder eindeutig feststellen.

Diese Hundedame war auch dabei und schaute zuversichtlich in die Zukunft…

Dass der Störenfried jedoch so winzig ist, darüber wunderten sich die Mitwanderer, als der Förster einen Borkenkäfer in einer Rinde zeigte: das Insekt erreicht eine Körperlänge von ca. 5 mm. Die Fichte sei in höheren und kühleren Lagen heimisch und vor über 250 Jahren bei uns eingeführt worden; dieser Nadelbaum komme offenkundig mit dem schnellen Klimawandel nicht zurecht und könne sich aufgrund der Trockenheit nicht mehr durch Harzbildung gegen das zerstörerische Insekt wehren.

Dabei sei schon im 19. Jahrhundert von Wissenschaftlern vor Fichtenmonokulturen gewarnt worden. Vor dem flächendeckenden Einsatz der Fichte wuchsen in unseren Wäldern vornehmlich Eiche und Buche, begleitet von anderen Baumarten wie beispielsweise Kirsche, Ahorn und Tanne.

So winzig ist er, der Borkenkäfer!
Neophyten auf den Brachflächen

Die derzeitigen massiven Abholzungen veränderten mit großen Kahlflächen das Gesicht des Waldes. Auch diese Flächen werden rasch wieder besiedelt. Als erstes zeigte Michael Reichenwallner auf das rosa blühende Indische Springkraut. Diese ursprünglich aus dem Himalaya stammende Pflanze sei als Bienenfutter- und Zierpflanze nach Europa importiert worden und verdränge durch ihr rasches Wachstum teilweise die heimische Vegetation.

Dann machte Reichenwallner auf besonders große Exemplare der Schwarzen Tollkirsche, auch „Belladonna“ (italienisch für „schöne Frau“) genannt, aufmerksam. Wolliger Schneeball und Brombeere gehörten auch zur Kahlflächen-Flora. So schaffe der sich explosiv ausbreitende Käfer auch neue Lebensräume für heimische Pflanzen und solche, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren (Neophyten).

Die Teilnehmer der Waldwanderung in Simbach

Da das „Käferholz“ keine technischen Mängel vorweise und es zurzeit in großen Mengen verfügbar sei, sei es sinnvoll, es vermehrt als Bauholz einzusetzen. Nun kam die Gruppe an einer Lichtung vorbei, in der Eberesche, Birken hochschießen, in deren Schatten schon erste junge Buchen sprießen: „Der Wald verjüngt sich von alleine, wenn man Zeit und Geduld mitbringt“, so der Förster. Die Anforderungen der Forstwirtschaft lassen jedoch leider keine Muße zu.

Mit Zeit und Geduld verjüngt sich der Wald selbst. Zuerst besiedeln oft Brombeeren, Sträucher und erste „Pionierbäume“ wie die Birke die Kahlflächen. In deren Schatten wachsen dann Buche, Eiche und Tanne heran.
Man ist im Blindflug

Jetzt ging es an teilweise eingezäunten Neupflanzungen vorbei. Es werde nun mit einheimischen und Fremdbaumarten experimentiert. Wie der Wald der Zukunft aussehen werde, könne derzeit trotz aller Studien und Untersuchungen und aufgrund der Schnelligkeit des Klimawandels niemand sagen. „Man ist im Blindflug“, so der Förster. Dies zeigte er auch am Beispiel einer Strobe oder Weymouth-Kiefer, die vor einigen Jahrhunderten aus Nordamerika eingeführt worden und inzwischen in unseren Graden zum Opfer einer Pilz-Krankheit geworden sei.

Nebenher wurden am Wegesrand auch Pilze wie Hexenröhrling, Birkenporling und Maronen sowie allerlei Sträucher bestimmt.

„Es gibt selten Schaden ohne Nutzen“ schloss Brigitte Schwarzbauer und freute sich, dass die Wanderung so viele interessante Gespräche ausgelöst habe: „Das war eine richtige Expertenrunde“. Jeder habe etwas mitgenommen, egal ob er den Wald selber nutze oder nur am Thema interessiert sei.  Auf die Veranstaltung im nächsten Jahr freue sie sich jetzt schon.

Beitrag über Waldwanderung zum Thema Borkenkäfer, 2019, von Nadia Baumgart
Beitrag in der PNP

Waldlicht

Impressions of the Bavarian Forest

Waldimpressionen

Die Eindrücke vom letzten Samstag im Bayerischen Wald lassen mich nicht mehr los. Die Kontraste zwischen dem grellen, fast gelbem Grün und dem dunklen Wasser finde ich besonders faszinierend. Nun habe ich versucht, diese Eindrücke malerisch wieder zu geben.

#Aquarelle

Magic light

Magic light in the Bavarian Forest

Magisches Licht. Unglaublich schön war es heute im Bayerischen Wald. Schwarzes Wasser. Leuchtendes Grün. Satter Sommerduft. Ein Trauermantel  (Nymphalis antiopa) ließ sich auf Berndts Hand nieder und wollte nimmer fort.

Trauermantel

Auch die Vielfalt der Moose hat mich bezaubert. Manche sind sternförmig, andere hängen wie grünes Fell von Steinen, manche blühen gar.

Und doch gingen mir einige Schlagwörter durch den Kopf: Borkenkäfer, Klimawandel, sterbende Regenwälder…Trotz aller Sorge überwiegt dann das Tröstende, die Schönheit und die Hoffnung, dass alles wieder gut wird. Im Wald. Auf unserer Welt.

Auf Pirsch im Rottal

Gleich einen Fasan entdeckt…
Erste spannende Versuche mit einer neuen Kamera.
First attemps with a new camera.
Pheasant in the evening light – Un faisan dans la lumière du soir proche d´un lac en Bavière

Am Rottauensee im Rottal. Ich hatte das Glück, gleich einen Fasan vor die Linse zu bekommen. Das Abendlicht hat viel Romantik in die Szenen gezaubert. Grünspecht und Bläuling machten den Spaziergang zum Erlebnis.

At a lake in Lower Bavaria. I was lucky to discover a beautiful pheasant, a green woodpecker and a blue butterfly. What a nice evening!

Grünspecht – Green Woodpecker – Un pic vert avec son regard halluciné
Ein Bläuling – gut getarnt…
Abendstimmung am See