Toro

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Maremma bull: An old Italian breed of cattle (watercolour)

Toro Maremmano / Maremmana-Stier

Eine wunderschöne alte Rinderrasse der Südtoskana. Die Stiere sehen dem Auerochsen ähnlich und zaubern Wildheit in die Landschaft. Auch Nutztierrassen sind inzwischen vom Aussterben bedroht. Mit jeder verlorenen geht auch Kulturgut verloren. Im 19. Jahrhundert gab es allein in Bayern ca. 35 Rinderrassen. Heute sind davon nur noch fünf Rassen vorhanden…

 

Winter

 

Winterimpressionen

In diesem Jahr sieht man ungewöhnlich viele Erlenzeisige. Sie sind bei uns Wintergäste; das Männchen erkennt man am leuchtenden gelbgrünen Gefieder. Ich finde sie sehr schön…

Winter impressions

We have a lot of beautiful siskins (Spinus spinus) this year. I love their yellow colour.

Nous avons beaucoup de tarins des aulnes dans le jardin cet hiver. J´aime leur couleur jaune.

Amazone

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Amazon and parrot – Illustration of a dream – Watercolour and ink

Amazone und Papagei – Illustration eines Traumes

Letztens hatte ich einen Traum, der mich inspiriert hat. Nach dem Aufwachen habe ich ihn aufgeschrieben:

Weit am Horizont wird die Unendlichkeit abgefangen, sanft eingebettet in von Urwäldern überwucherten, smaragdgrünen Bergketten. Ganz still ist es, kein Wind weht; in der flirrenden Hitze verharren magere, durch Helligkeit angezündete goldgelbe Gräser und silbern gesprenkeltes dorniges Gebüsch in absoluter Regungslosigkeit.

In der Ferne reiht sich eine lange Front von Pferden, die Köpfe schüttelnd, mit den Hufen scharrend und roten Staub aufwirbelnd. Auf den tänzelnden Leibern sitzen breitbeinig, braun gebrannt und stolz aufgerichtet, die Amazonen. Mit unbeweglichen Gesichtern blicken sie nach vorne, in der rechten Hand ihre Bögen haltend. Die von ungeduldigen Hufen aufgewühlten Sandwolken wirbeln hinauf bis ganz urplötzlich, wie einem stummen Signal folgend, alle Pferde donnernd losstürmen.

Die Reiterinnen heben langsam die Bögen und spannen die Pfeile, während sie losgaloppieren. Über jeden ihrer Köpfe schwebt lautlos, mit leicht angewinkelten Flügeln, ein karminroter Ara-Papagei. Die Flügelspitzen der großen Vögel berühren sich über den Köpfen der Amazonen.

Traditions

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Altes Brauchtum: Auf der Birnbacher Themenwanderung „Die letzte Rauhnacht“ sprangen uns in Holzham plötzlich die Perchten entgegen. Perchten treten in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr auf. https://www.bayerbacher-perchten.de/

 

Pre-Christian Alpine traditions: During our walk we met fur covered beasts, the so called „Perchten“ – half animal, half human – Traditionally, the masks were displayed in processions (Perchtenlauf) during the last week of December and first week of January, and particularly on January 6. The costume consists of a brown wooden mask and brown or white sheep’s skin.

 

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Bayerbacher Perchten

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Silvester im Heimatmuseum

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„Mit kostbarem Blut verteidigte Heimat“

Noch vor wenigen Jahren hätte ich mir nicht träumen lassen, Silvester in einem Heimatmuseum zu feiern. Ehrlich gesagt, hätte ich dort auch keinen anderen Tag meines Lebens verbringen wollen. Heimatmuseum, das ist etwas Spießiges, für Alte, Landromantik. Etwas lächerlich, oder?

Tja, so verändert sich die Blickweise mit der Zeit. Nun verbringe ich den letzten Tag des Jahres, der natürlich auch in die Zukunft weist, als „Multi-Kulti-Geschöpf“ in einem niederbayerischen Heimatmuseum…Da heute verständlicherweise nur wenige Besucher vorbeikamen, hatten Berndt und ich Zeit zum Lesen und Erkunden. Seit kurzem erst sind wir Mitglieder im Heimatkundekreis Bad Birnbach.

Inzwischen verschlinge ich in jeder freien Minute die Zeitungsausgaben von 1927 bis 1950. Zeitungen geben tatsächlich einen Zeitgeist wieder. Und man kann sie im Nachhinein nicht zensieren oder verändern. Sie sind da. Mit ihrem Vokabular und ihren Themen.

Mich interessieren inzwischen die Details der Geschichte. Da ist ein lokales Heimatsmuseum gut, es spiegelt ja die große Geschichte. „Was ist Heimat“? Das ist gerade für mich seit geraumer Zeit eine hartnäckige Frage. Ist das etwas, was man gegen „rücksichtslose Feinde“ „mit kostbarem Blut verteidigt“? So wird dieser Begriff von lokalen Zeitungen in der Nazizeit aufgefasst.

Interessant ist auch, dass an den Vertreibungen und am Elend der deutschen Bevölkerung immer die „Anderen“ Schuld zu haben scheinen.

Was mich berührt, sind so kleine Nachrichten, die mir zu verstehen geben, dass in einem Krieg und auch danach kein Lebensbereich unberührt bleibt. Die Wälder werden gerodet, weil es keine Kohle mehr gibt. Eine „schlesische Flüchtlingsfrau“, die in Passau gesehen wurde, soll ihr 1944 geborenes Kind wenige Monate nach der Geburt getötet haben. Ich denke an diese Frau. Hat sie wirklich ihr Kind getötet oder ist es an Kälte und Hunger während der Flucht gestorben? Wer hat Schuld an dem Tod dieses Säuglings? Und warum wird sie per Zeitungsanzeige gesucht, während doch so viele Menschen in diesem Krieg Opfer oder Täter waren?

Inzwischen ist ja bekannt geworden, dass Frauen meiner Generation von ihren Müttern, die in der Nazizeit aufgewachsen sind, kaum berührt wurden. Das alles geht mir bei der Lektüre dieser Zeitungen durch den Kopf und bewegt mich. Dann höre ich Interviews mit Vertriebenen, Zeitzeugen der Gegend…

Heimat? Was ist das? Für mich bedeutet das natürlich auch Frieden und ein Leben im Einklang mit der Natur. Deswegen berührt mich auch ein kurzer Artikel aus dem Amtsblatt 1945 mit dem Titel „der Naturschutzbund besteht weiter“. In Wikipedia lese ich, dass der Bund Naturschutz in Bayern e. V. schon 1913 gegründet wurde. Befremdlich klingt, dass die Aufgabe des Verbandes in der Nazizeit darin bestand „die Natur sauber und schmuck zu erhalten“. Aber es rührt mich, dass die Naturschützer schon so bald nach dem Krieg den zerstörten Lebensraum wieder schützen möchten.

Natürlich denke ich am 31. Dezember 2018 an die nahezu 70 Millionen Flüchtlinge in der heutigen Welt. An ihre Not und ihre Diktaturen. Und gerade im Heimatmuseum fühle ich mich ihnen nahe. Und wünsche mir für 2019 hauptsächlich eins: mehr Frieden in der Welt!

(Die historische Ausstellung zum Thema „1200 Jahre Bad Birnbach“ befindet sich im ehemaligen Kloster, Kirchplatz 2 in Bad Birnbach. Geöffnet sonntags 14 bis 17 Uhr und montags 15 bis 17 Uhr)

https://www.badbirnbach.de/media/veranstaltungen/1200-jahre-bad-birnbach3

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Hier noch ein Beitrag zum Heimatkundekreis Bad Birnbach:

https://nadiapittura.com/2018/09/30/emotional-und-digital/