Mobile Kultur

What a great idea: a mobile theater with professional actors for rural areas. A unique cultural project of the region Lower Bavaria. Yesterday in the fire station of Freyung in the Bavarian Forest.

Anspruchsvolles Theater im Feuerwehrhaus
Kultur auf dem Lande?

Darunter versteht man wohl Aquarellausstellungen in der Arztpraxis, alles, was sich mit „Heimat“ reimt und „Stammtischkultur“ im Wirtshaus. Oh je, dachte ich, als wir vor 3 Jahren in die Gegend zogen. Der „ländliche Raum“, das ist ja schön und gut. Natur und Ruhe und so. Heimattheater kann auch lustig sein, Natur liebe ich sowieso. Für Kunst und Kultur müssen wir dann eben nach München fahren.

Die Profi-Schauspieler im Stück „Unkraut“
Das KULTURmobil Niederbayern

Eben nicht! Immer mehr entdecke ich tolle Kunst- und Kulturprojekte in unserer Gegend. Diesmal bin ich aber richtig überwältigt: Ich habe das KULTURmobil entdeckt! Zum 22. Mal tourt das „rollende Theater“ kreuz und quer durch Niederbayern, um das Publikum im Sommer unter freiem Himmel auf Märkten und Plätzen oder bei Regen in Feuerwehrhäusern oder Bauhöfen zu unterhalten. Das Konzept „Mobiles Theater“ ist nicht neu, meistens geht es da jedoch um Zauberstücke für Kinder, Puppentheater, Ferienprogramme, Workshops oder Schulprojekte. Das Projekt KULTURmobil des Bezirks Niederbayern scheint in Anspruch, Modernität und Professionalität in ganz Deutschland einmalig zu sein.

Zugegeben, diesmal mussten wir ganz schön weit fahren. Nämlich bis nach Freyung im Bayerischen Wald.  Aber dies auch nur, weil wir zwei Termine verpasst haben. Selber schuld, denn die Presse berichtete immer wieder davon. Das Kulturmobil war in den letzten Wochen auch ganz in unserer Nähe gewesen, aber die Termine hatte ich mir dummerweise nicht notiert. Nun geht die Saison zu Ende, da wollte ich doch mal vorbeischauen.

So sind wir frühzeitig losgefahren und haben unseren „Theaterbesuch“ noch mit einem Ausflug in der Gegend (das wunderschöne Dorf Kreuzberg) verknüpft.

Moderne, kritische Theaterstücke

Da es regnete, fand die Veranstaltung bei der Feuerwehr Freyung statt. Mitten in der Pampa, sozusagen. Na, ob da überhaupt noch jemand kommt, ging es mir kurz durch den Kopf. Ja! Als die Profi-Schauspieler auf die Bühne kamen, wurden sie von ca. 250 Besuchern beklatscht. Es wurde ein modernes Stück des fränkischen Schriftstellers und Satirikers Fitzgerald Kusz inszeniert. Regie führte Sebastian Goller.


Es ging um Menschen in einer Reihenhaussiedlung und deren Kampf gegen Unkraut in ihren Gärten und in der Nachbarschaft. Ein Kampf gegen alles, was frei wächst und denkt. Dabei kam mir so mancher Spruch bekannt vor: ich höre sie auch hin und wieder in der Nachbarschaft…Der Unterschied zum realen Leben: Diesmal durfte man herzhaft darüber lachen.

Der Unterschied zu einer „normalen“ Theaterveranstaltung: In der Pause war der Regen zu hören. Denn die Türen des Feuerwehrhauses blieben während der Veranstaltung geöffnet. Der Hund eines Besuchers schlief unter einem Stuhl. Der Vollmond schien später herein. Es duftete nach Gras.

Auf die Saison 2020 bin ich schon sehr gespannt, Diesmal notiere ich mir die Termine, sobald diese veröffentlicht werden. Dass das Ganze für Besucher auch noch kostenlos ist, ist wohl auch erwähnenswert.

Da es nicht erwünscht war, während des Stücks Fotos zu machen, sind nur die Außenbilder von mir und die Bilder der Schauspieler diejenigen der Presseseite, die ich mit der Genehmigung des Bezirks Niederbayern zeigen darf.

Hier mehr: https://www.kulturmobil.de/index.html

Fotos Schauspieler: Peter Litvai, Landshut mit der Genehmigung vom Bezirk Niederbayern

Wild

A lynx was recently seen in our region. So I had to paint him.

Ich habe mich so über die Nachricht gefreut, dass letztens in unserem Landkreis ein Luchs gesehen wurde, dass ich ihn malen musste.

Un lynx a été vu récemment dans notre région en Basse-Bavière. Comme j´adore ces animaux élégants, mon aquarelle en est inspirée.

#aquarelle #rottalinn

Rottaler Landschaft

Rottaler Landschaft – Aquarell

Landscape in Lower Bavaria – Watercolour

Die Inspiration für diese Landschaft kam mir während des Aufenthalts im Künstlerhof. Gerade in der Gegend von Asenham erscheinen die Hügel besonders wellig.

Kubin, unser Nachbar

Today we visited the house of an Austrian artist and illustrator, an important representative of Symbolism and Expressionism who lived in our surroundings: Alfred Kubin (1877 –1959)
Ein Portrait des Künstlers Alfred Kubin

Immer wieder bin ich erstaunt, in der Umgebung so viele verschiedene interessante Orte entdecken zu dürfen. Heute waren wir im Kubin-Haus Zwickledt bei Wernstein am Inn. Kubin? Ja, ein international bekannter Künstler, von dem ich schon in den 70er Jahren in Frankreich hörte. Damals lernte ich, er sei der Bewegung der Symbolisten zugehörig. Inzwischen wird er wohl eher den Surrealisten zugeordnet. Vor kurzem erzielte eine Kubin-Zeichnung in London erstmals mehr als eine Million Euro.

Die Hungrigen und die Satten – Alfred Kubin

Jedenfalls, was ich gar nicht wusste, war dies: Alfred Kubin hat „hier“ gewohnt. Nein, so ein rechter „Rottaler“ war er nicht, geboren ist er 1877 in Böhmen. Aber gelebt hat er 35 Km von Bad Birnbach beim österreichischen Wernstein am Inn. Und das von 1906 bis zu seinem Todestag in 1959. Mehr als 50 Jahre war er also unser „Nachbar“.

Wir hatten das ganz große Glück, einem jungen Künstler zu begegnen, der uns durch das Wohnhaus führte und uns einfühlsam von dem großen Zeichner erzählte. Seine Großeltern hatten ihn persönlich gekannt. Deren Erzählungen weckte in ihm die Liebe zur Kunst.

Der Tod bei der Arbeit – Alfred Kubin
Der Garten von Alfred Kubin

Zuerst gingen wir durch den schönen Garten des schon im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnten Hauses, das Kubin sein „Schloss“ nannte, obwohl dieses eher einem landwirtschaftlichen Anwesen glich. Unser Führer zeigte uns eine Holzhütte, in der der Künstler damals im Sommer beinahe seine ganze Zeit verbrachte. Er beschrieb ihn uns als hochsensibel und einen Menschen, der den Großstädten, die er kannte (München, Wien, Paris) entkommen und mit seiner Frau als Selbstversorger leben wollte. Wie modern! dachte ich. Auch die Zeichnung: „Die Hungrigen und die Satten“, fand ich richtig modern…

Die Haustür des Künstlers – Spontaner Besuch war nicht erwünscht.
Meditation und Sensibilität

Wir erfuhren vieles im Garten, bevor wir uns im Haus umsehen konnten. Zum Beispiel von den Depressionen, die Kubin heimsuchten. Sie waren wahrscheinlich auch bedingt durch den frühen Tod der Mutter und demjenigen seiner ersten großen Liebe. Und von seinem Interesse am Buddhismus: unter einer 400-jährigen Eiche meditierte er an seinem kleinen Teich. Von seiner Liebe zu Tieren. Selbst „sein“ Holzwurm hatten einen Namen: Hansi. Und seiner Liebe zur Natur: jeden Tag ging er in der Umgebung wandern. Dabei schenkte er Kindern und Nachbarn immer wieder Zeichnungen, die diese im Ofen verbrannten, weil diese so „hässlich“ seien. Inzwischen tut es den Erben natürlich leid. Sie fragen sich: wäre diese Zeichnung wohl auch für 1 Million zu verkaufen gewesen?

Ein Blick auf das Wohnhaus von Kubin
Das Wohnhaus des Künstlers

Es war einfach wunderschön, auf den Spuren von Kubin zu wandeln, seinen Zeichentisch zu sehen, seine Bibliothek, aber auch seinen alten schwarzen Mantel, der noch im Flur hängt.

Über seine Werke und Verbindungen zu Kandinsky, Jawlensky, Kafka und vielen anderen Künstlern mehr Info hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Kubin

Und hier Info über die Öffnungszeiten:

http://www.landesmuseum.at/de/besucherinfo/kubin-haus-zwickledt.html

Musik und Sommerfeeling

Our open-air pub with music and dance floor in Bad Birnbach in Lower bavaria.
Wodans Biergarten im Gries in Bad Birnbach

Wieder einen spannenden Ort entdeckt: Wodans Biergarten im Gries in Bad Birnbach.

In der Nähe des Birnbacher Badesees liegt ein alter Hof, der vor einigen Jahren zu neuem Leben erweckt wurde. 2016 gründeten hier 9 Freunde aus dem Allgäu eine Mehrgenerationen-WG. 2017 wurde ein großer Biergarten mit Bühne für Musik und Tanz geschaffen.

Ein eingewachsener Hof in der Nähe des Badesees

Ein soziales Projekt

„Wir sind ein soziales Projekt“, sagt Udo und zeigt mir den Gemeinschaftsraum, der im ehemaligen Stall entstanden ist. Die lehmverputzten Decken und Wände sorgen für ein angenehmes Raumklima. Eichenstämme gliedern den Raum und zaubern eine gemütliche Atmosphäre. Im oberen Stock soll ein Balken aus dem ehemaligen Birnbacher Schloss eingebaut worden sein.

Der Gemeinschaftsraum der WG

In familiärer und entspannter Atmosphäre lauschen die Gäste im Biergarten der Live Musik. Kinder spielen, Freunde kommen und gehen. Man sitzt an langen Tischen, bestellt sich ein Bier oder eine Currywurst. Vom Badesee aus gesehen, erscheint der Hof in die Natur eingewachsen.

Der Biergarten ist von Mai bis Oktober von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Jeden 2. und jeden 4. Sonntag des Monats wird auf der großen Tanzfläche Salsa getanzt.

Und es gibt immer wieder Festival-Wochenenden. Im September gibt es zum Beispiel Klassikrock.

Open Air Bühne mit Tanzfläche

Alles außer Blasmusik

Junge Musiker, die sich auf der Bühne erproben möchten, sind herzlich eingeladen, sich zu melden.

Mehr Information gibt es auf der Facebookseite: https://www.facebook.com/Wodans/

Bauernmarkt und schönes Wetter

Short bicycle tour to an old farmers‘ market in our surroundings in Lower Bavaria.

Der Bauernmarkt in Kösslarn. Ein besonderer Ort, an dem sich donnerstags die Leute treffen und der „Live-Musik“ lauschen.
Kleine Radtour nach Kößlarn und Asenham

Highlights waren: die tolle Sicht auf Asenham; der Vierseithof in Thanham, der 2 „Rentner-Kühen“ das Gnadenbrot gewährt; der Kößlarner Bauernmarkt und das beeindruckende Gebäude der ehemaligen Brauerei Franz Zue (erbaut 1912).

Sicht auf das Rottal

Der Bauernmarkt ist schon etwas sehr Besonderes; er ist jeden Donnerstag geöffnet und nicht nur ein Markt für Regionalprodukte, sondern auch ein Treffpunkt für die Menschen, die in der kleinen Stube zwischen den Ständen sitzen, trinken und der Musik lauschen. Denn es wird da auch musiziert! Der Käsestand ist mein Favorit: einen wahrhaft göttlichen Schafskäse, den die Schäferin Isolde Moser in ihrer kleinen Hofkäserei bei Asbach in Rucking produziert. Über diesen Hof hatte ich bereits berichtet:

https://nadiapittura.com/2018/05/29/a-la-campagne-landleben/

In der kleinen Markthalle wird auch musiziert
Ehemalige Brauerei Franz Zue in Kößlarn. Ein beeindruckendes Gebäude…
Das Brauerei-Gebäude in Kößlarn
Eine alte Kuh, die auf ihrer Weide „chillt“. Das darf sie, denn sie ist in Rente und bekommt ihr Gnadenbrot
Rottaler Landschaft
Einfach schön: die Rottaler Landschaft