Das Maifest der Natur!

Ein Vogel steht im hohen Gras neben einem Gehweg.
Seltene Sichtung eines Wiedehopfs (Upupa epops) an der Rott bei Bad Birnbach / Hoopoe / Huppe fasciée

Dass ich so viel Natur direkt vor der Haustür erleben darf, dafür bin ich sehr dankbar.
Das Erste zuerst: Ich habe sogar einen Wiedehopf an der Rott gesehen!!! Dieser Vogel ist in unserer Gegend eine absolute Seltenheit und als Brutvogel so gut wie ausgestorben. Hier eine Meldung der PNP von 2024 zum Wiedehopf:


„Vor über 40 Jahren hat man im Landkreis Rottal Inn den letzten Brutversuch des selten gewordenen Wiedehopfs registriert. Jetzt startet die Untere Naturschutzbehörde ein Projekt, um das Nistplatzangebot für den Vogel zu erhöhen und ihn in Rottal Inn wieder heimisch zu machen.“


Dann ging es weiter mit den kleinen Wundern: Ein Kuckuck flog direkt vor mir in einen blühenden Kirschbaum und rief seine Geliebte herbei.
Das Flussseeschwalben-Weibchen hat den Fisch, den ihr das Männchen anbot, verschmäht – sie war satt. „Ach so“, dachte sich das Männchen wohl und schluckte den Fisch einfach selbst hinunter.


Auch ein Flussuferläufer (Actitis hypoleucos)  wippte geschäftig auf einem Stamm mit dem Schwanz, während im Hintergrund die Pirole laut flöteten. Der 1. Mai ist einfach ein Fest der Natur! Habt einen schönen Maifeiertag!

EN: I’m truly grateful to have so much nature right outside my door. First things first: I even spotted a hoopoe by the Rott — an absolute rarity here and almost extinct as a breeding bird.

And the small wonders continued: a cuckoo flew right in front of me into a blooming cherry tree and called for his beloved. A common tern female refused the fish offered by the male — she was full. “All right then,” he seemed to think, and swallowed it himself. A common sandpiper bobbed busily on a log while golden orioles fluted loudly in the background.

The 1st of May is simply a celebration of nature. Wishing you a beautiful May Day!

Frühling in Bad Birnbach

Eine Wiese mit einem Storch im Vordergrund und einem schönen, ländlichen Dorf im Hintergrund, das von Bäumen und Häusern mit Solaranlagen umgeben ist. Im Hintergrund ist ein Kirchturm sichtbar.
Heute (30.04.26) ging unser Storch vor dem Ort spazieren – Fast zu schön, um wahr zu sein.

Ach, ich liebe dieses Frühlingslicht – und zu beobachten, wie jeder Tag ein Stück schöner und blühender wird. Flussseeschwalben und Bachstelzen habe ich an der Rott gesehen. Kuckuck und Pirol waren zu hören.

Ein Fischreiher sitzt auf einem Baumstamm, der aus einem stillen Gewässer ragt, mit glitzerndem Wasser im Hintergrund.
Flussseeschwalbe – Common Tern

Hier alles in Aktion:

Flussseeschwalben in Bad Birnbach an der Rott

Eine dargestellte Möwe steht auf einem Felsen im Wasser und hält einen Fisch im Schnabel, während ihr Spiegelbild im ruhigen Wasser zu sehen ist.
Liebe geht bei Flussseeschwalben definitiv durch den Magen! Das Männchen übergibt dem Weibchen Fische als Brautgeschenke

Juchhuu! Pünktlich wie die Maurer sind die Flussseeschwalben (Sterna hirundo) wieder in Bad Birnbach angetroffen! Diesmal scheinen es sogar zwei Paare zu sein! In diesem Video von heute ist zu sehen, wie das Männchen dem Weibchen ein „Brautgeschenk“ übergibt.


Seit Jahren ist immer nur ein Paar an der Rott bei Bad Birnbach zu sehen. Das ist für uns jetzt ein großes Glück, denn es handelt sich um einen gefährdeten und sehr seltenen Brutvogel, der in Deutschland kaum mehr natürlichen Raum zum Brüten – nämlich Kiesbänke an Gewässern – findet. Die meisten Brutplätze liegen zurzeit auf künstlichen Anlagen (Brutflöße, geschüttete Inseln).

Ein Vogel landet auf einem Baumstamm, der auf der ruhigen Wasseroberfläche reflektiert wird, umgeben von grünen Pflanzen und Bäumen.
Die Eleganz und Wendigkeit der Flussseeschwalben ist bezaubernd – Sterne pierregarin – Common Tern

EN: Right on schedule, the Common Terns (Sterna hirundo) have returned to Bad Birnbach — and this time there seem to be two pairs! In today’s video you can see the male offering a ‘bridal gift’ to the calling female. Until now, only one pair was ever seen along the Rott here. Perhaps their numbers are growing, which would be wonderful news: this endangered and very rare breeding bird has almost no natural nesting habitat left in Germany. Most breeding sites today are artificial, such as floating platforms or man‑made gravel islands.

Im Video ist zu sehen, wie das Brautgeschenk übergeben wird:

Unsere Natur im April

Blühende Bäume im Vordergrund mit einer Kirchturmspitze im Hintergrund, sonniger Tag.
Blütenrausch

Meine „Naturbeobachtungen“ im Bad Birnbacher Kulturspatz:

Wenn Aurorafalter umherschwirren, der Kirchturm von weitem in einem Blütenmeer versinkt, die Goldammer gen Himmel blickt und der Hausrotschwanz sein Lied singt, während der Turmfalke über einem in der Luft steht, dann weiß man, dass Frühling ist. Alles leuchtet im Licht. Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke jubeln einander zu, und im Hintergrund erinnert das melancholische Lied des Schwarzspechts daran, dass selbst der Frühling die Trauer nicht bannen kann.

Das saftige, satte Grün in unzähligen Nuancen – von Maigrün über Zinnobergrün bis hin zu Veroneser Grün – hebt sich ab vom dunklen Schwarz der Fichten und Tannen. Die Sumpfdotterblume lächelt ein wenig hochmütig, als wolle sie sagen: Ich kleide mich ausschließlich in Gold. Die Falter taumeln von Löwenzahnblüte zu Knoblauchrauke.

Der April ist einer jener Monate, in denen man kaum weiß, wohin man zuerst schauen soll. Alles erwacht, alles bewegt sich, alles wird bunt. Die Streuobstwiesen rund um Bad Birnbach stehen jetzt in voller Blüte; Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume schmücken die Wege mit zarten weißen und rosa Wolken. Dazwischen leuchten die ersten Frühlingsboten am Boden, und selbst Pflanzen mit unscheinbaren Namen wie der „Kriechende Günsel“ zeigen sich plötzlich majestätisch, mit seidig glänzenden violett-blauen Blüten. Auch die Rote Lichtnelke setzt ihre kräftigen Farbtupfer und markiert den Übergang vom frühen zum vollen Frühling.

Der Volksmund sagt: „April, April, macht was er will.“ Ob das heute – in Zeiten immer früherer Vegetationsphasen – noch gilt, wird sich zeigen. Sicher ist: Der Frühling malt jetzt unaufhaltsam die Landschaft bunt.

Mit den ersten warmen Tagen erwacht auch die Welt der Tagfalter. Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge sind unterwegs, und besonders der Aurorafalter, dessen Männchen leuchtend orange Flügelspitzen trägt, zieht die Blicke auf sich. Auf den Rottauenwegen, vor allem bei Gries, lässt er sich von April bis Juni wunderbar beobachten.

Auch die Vogelwelt kehrt zurück. Viele Zugvögel treffen jetzt ein, und bald kann man wieder ausrufen: „Die Schwaiberl sind da.“ An der Rott zeigt sich seit einigen Jahren ein Paar Flussseeschwalben, das mit seinen Flugmanövern beeindruckt. In das vielstimmige Konzert von Amsel, Hausrotschwanz, Zilpzalp und Rotkehlchen mischt sich das tiefe Quaken der Frösche. Ein besonderer Moment ist es, wenn der Kuckuck zum ersten Mal ruft; meist geschieht das in der zweiten Aprilhälfte, manchmal aber auch früher.

Schon Ende Februar landete wieder ein Weißstorch auf dem alten Brauereikamin. Bis Redaktionsschluss hatte sich noch kein Partner dazugesellt. Wir hoffen dennoch, dass im Storchenhorst bald wieder Hochzeit gefeiert wird. Update. Am 28. März 26 war es dann soweit!

Fotos:

Grünspecht sucht Ameisen

Flussseeschwalben an der Rott – Ein Paar Flussseeschwalben brütet jedes Jahr an der Rott. Sie sind sehr gefährdet, weil sie ihre Eier auf den Boden legen und extrem störungsempfindlich sind. Oftmals werden sie mit Lachmöwen verwechselt, sind aber schlanker, ihr Flug ist schneller, wendiger. In unserem Landkreis brüten sie auf einem Flussseeschwalben-Floß des LBV auf dem Rottauensee.

Landkärtchen – oder Landkärtchenfalter, auch Netzfalter oder Gitterfalter genannt

Star vor seinem Brutkasten

Spannende Naturbeobachtungen vor der Haustür

Ein Vogel, der einen Nistkasten in einem Baum beschäftigt, während er Material im Schnabel trägt.
Ein Kleiber (Sitta europaea) bringt feuchte Erde ins Nest

Feldhasen, Storch, Reiher, Buntspecht und Kleiber. Ich bin so froh, dass es in unserer Umgebung und selbst im Kurpark so viel „echte“ Natur zu sehen gibt und hoffe, das bleibt in Zukunft auch noch so.

Die Feldhasen sind gerade in der Rammelzeit sehr aktiv, ich habe sie in der Ruhephase erwischt. Die Verfolgungsjagden und „Boxkämpfe“, die zum Paarungsverhalten gehören, sind für die Tiere sehr anstrengend.

Besonders interessant war für mich die Beobachtung eines Kleiber-Paares (Sitta europaea). Ich hatte gelesen, dass dieser hübsch blau-orangene Vogel den Eingang seiner Bruthöhle exakt an seine Körpergröße anpasst, indem er Lehm um das Loch schmiert. Das konnte ich heute sehen!

Die Kamera wollte ich mit dem Schirm vor dem Regen schützen. Der Wind hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wind und Regen konnten mich jedoch nicht davon abhalten, unsere Wildtiere und deren spannendes Verhalten zu bewundern.

Ein Specht sitzt auf einem senkrechten Baumstamm, teilweise verdeckt von einem Brett, mit auffälligem rot-weißem Gefieder.
 Buntspecht (Dendrocopos major)

Hasen und Weißstorch

Eine Frau in einem braunen Mantel hält einen umgedrehten Regenschirm in der Hand und winkt lächelnd. Im Hintergrund ist ein grünes Feld und ein grauer Himmel zu sehen.
Der Regenschirm hat es im Wind nicht mehr geschafft…