Schön wie eine Gazelle: Das Reh stand friedlich abends auf der Wiese
Die Wildtiere haben gestern Abend geradezu darum gebeten, abgelichtet zu werden. Ich danke ihnen! Schönheit wird die Welt retten, soll Dostojewski gesagt haben. Hoffen wir es!
Einem Reh und einem Feldhasen konnte ich direkt in die Augen schauen. Sie waren recht nah und hatten mich nicht gesehen. Ich konnte sie atmen sehen, das berührt mich immer. Insbesondere beim Hasen, der goldene Augen hatte, hab ich mich gefragt, was er wohl denkt. Das frage ich mich oft bei Wildtieren. Dann bekomme ich immer wieder den Eindruck, dass unsere Gedanken sich ähneln könnten…
Porträt eines Hasen mit goldenen Augen – Was er wohl denkt?Auch ein Bluthänfling zeigte sich
Fast genau vor zehn Jahren sind wir nach Bad Birnbach in Niederbayern gezogen!
Am 1. Juni 2016, im strömenden Starkregen, kamen wir hier an – mehr dazu weiter unten. Hier einige Fotos, die ich 2016 gemacht habe
Von Anfang an waren wir fasziniert von der Schönheit der Landschaft. In die großen Vierseithöfe habe ich mich sofort verliebt. Mit Hohn und Kagerer machten wir viele Touren und erkundeten schon im ersten Jahr nicht nur die Lugenz, sondern auch die Gegenden um Aldersbach, Asenham, Grongörgen und viele weitere Orte. Auch das Europareservat Unterer Inn und der Nationalpark Bayerischer Wald gehörten damals schon zu unseren Zielen. Ich begann sofort, die Rottaler Landschaften (und nicht nur) zu fotografieren und zu malen. Auch die Feste und die Rottaler Kultur hatten es uns angetan.
Bereits 2017 zeigte ich meine Bilder in einer ersten Ausstellung im Artrium unter dem Titel „Ein Jahr Bad Birnbach“. Im November dieses Jahres werde ich unser zehnjähriges Jubiläum erneut mit einer Vernissage im Artrium feiern – und ich freue mich schon sehr darauf!
Nach dem UmzugWandergruppeBad Birnbachwunderschöne Höfe
Zum 1. Juni: Ohne jemals zuvor in der Gegend gewesen zu sein, fanden wir über Immoscout eine passende Wohnung und zogen von Wiesbaden hierher. In den ersten Tagen renovierten wir die Wohnung und hatten noch kein Internet – deshalb wussten wir nichts von der Hochwasserkatastrophe, die gerade in Simbach stattfand. Ich wunderte mich nur über den heftigen Regen, wie ich ihn zuvor noch nie erlebt hatte.
Starkregen im Rottal 2016
Hier der damalige Artikel über die Ausstellung 2017 „Ein Jahr Bad Birnbach“:
In dieser Ausstellung habe ich die Bilder gezeigt, die ich alle im Rottal gemalt hatte, meine ersten Eindrücke…
EN: Almost exactly ten years ago, we moved to Bad Birnbach in Bavaria.
From the very beginning, I was fascinated by the beauty of the landscape. I instantly fell in love with the traditional four‑sided farmsteads, and ever since then I’ve been painting our landscapes.
This November, I’ll be celebrating our ten‑year anniversary with another exhibition at the Artrium — and I’m already looking forward to it!
Heute (30.04.26) ging unser Storch vor dem Ort spazieren – Fast zu schön, um wahr zu sein.
Ach, ich liebe dieses Frühlingslicht – und zu beobachten, wie jeder Tag ein Stück schöner und blühender wird. Flussseeschwalben und Bachstelzen habe ich an der Rott gesehen. Kuckuck und Pirol waren zu hören.
Der Feldhase hat mich nicht gesehen, weil ich still stand
Jetzt beginnt die richtig schöne Zeit!
Beim Morgenspaziergang hoppelte ein Feldhase ganz gedankenverloren auf mich zu und setzte sich beinahe vor meine Füße.
Und „Aurora“ ist wieder da: Eine bestimmte Goldammer sitzt nicht nur zum Balzen auf einem nackten Ast am Weg, sondern wirklich jeden Morgen – bis in den Herbst hinein. Deshalb hatte ich sie damals Aurora genannt, und ich freue mich sehr darauf, ihr auch dieses Jahr wieder oft zu begegnen.
Sehr schön waren heute auch die balzenden Mönchsgrasmücken, Girlitze und Hausrotschwänze. Und die Galloway-Kälber vom Arterhof genießen den Frühling ebenfalls.
Gesehen habe ich außerdem Turmfalken und Bachstelzen.
On my morning walk, a brown hare hopped toward me, lost in thought, and almost sat at my feet.
“Aurora” is back too: the same yellowhammer that perches on a bare branch by the path every single morning until autumn. That’s why I once named her Aurora, and I’m happy to meet her again this year.
I also watched courting blackcaps, serins, and redstarts. The Galloway calves are enjoying spring as well. And today I spotted kestrels and wagtails.
Meine „Naturbeobachtungen“ im Bad Birnbacher Kulturspatz:
Wenn Aurorafalter umherschwirren, der Kirchturm von weitem in einem Blütenmeer versinkt, die Goldammer gen Himmel blickt und der Hausrotschwanz sein Lied singt, während der Turmfalke über einem in der Luft steht, dann weiß man, dass Frühling ist. Alles leuchtet im Licht. Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke jubeln einander zu, und im Hintergrund erinnert das melancholische Lied des Schwarzspechts daran, dass selbst der Frühling die Trauer nicht bannen kann.
Das saftige, satte Grün in unzähligen Nuancen – von Maigrün über Zinnobergrün bis hin zu Veroneser Grün – hebt sich ab vom dunklen Schwarz der Fichten und Tannen. Die Sumpfdotterblume lächelt ein wenig hochmütig, als wolle sie sagen: Ich kleide mich ausschließlich in Gold. Die Falter taumeln von Löwenzahnblüte zu Knoblauchrauke.
Der April ist einer jener Monate, in denen man kaum weiß, wohin man zuerst schauen soll. Alles erwacht, alles bewegt sich, alles wird bunt. Die Streuobstwiesen rund um Bad Birnbach stehen jetzt in voller Blüte; Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume schmücken die Wege mit zarten weißen und rosa Wolken. Dazwischen leuchten die ersten Frühlingsboten am Boden, und selbst Pflanzen mit unscheinbaren Namen wie der „Kriechende Günsel“ zeigen sich plötzlich majestätisch, mit seidig glänzenden violett-blauen Blüten. Auch die Rote Lichtnelke setzt ihre kräftigen Farbtupfer und markiert den Übergang vom frühen zum vollen Frühling.
Der Volksmund sagt: „April, April, macht was er will.“ Ob das heute – in Zeiten immer früherer Vegetationsphasen – noch gilt, wird sich zeigen. Sicher ist: Der Frühling malt jetzt unaufhaltsam die Landschaft bunt.
Mit den ersten warmen Tagen erwacht auch die Welt der Tagfalter. Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge sind unterwegs, und besonders der Aurorafalter, dessen Männchen leuchtend orange Flügelspitzen trägt, zieht die Blicke auf sich. Auf den Rottauenwegen, vor allem bei Gries, lässt er sich von April bis Juni wunderbar beobachten.
Auch die Vogelwelt kehrt zurück. Viele Zugvögel treffen jetzt ein, und bald kann man wieder ausrufen: „Die Schwaiberl sind da.“ An der Rott zeigt sich seit einigen Jahren ein Paar Flussseeschwalben, das mit seinen Flugmanövern beeindruckt. In das vielstimmige Konzert von Amsel, Hausrotschwanz, Zilpzalp und Rotkehlchen mischt sich das tiefe Quaken der Frösche. Ein besonderer Moment ist es, wenn der Kuckuck zum ersten Mal ruft; meist geschieht das in der zweiten Aprilhälfte, manchmal aber auch früher.
Schon Ende Februar landete wieder ein Weißstorch auf dem alten Brauereikamin. Bis Redaktionsschluss hatte sich noch kein Partner dazugesellt. Wir hoffen dennoch, dass im Storchenhorst bald wieder Hochzeit gefeiert wird. Update. Am 28. März 26 war es dann soweit!
Fotos:
Grünspecht sucht Ameisen
Flussseeschwalben an der Rott – Ein Paar Flussseeschwalben brütet jedes Jahr an der Rott. Sie sind sehr gefährdet, weil sie ihre Eier auf den Boden legen und extrem störungsempfindlich sind. Oftmals werden sie mit Lachmöwen verwechselt, sind aber schlanker, ihr Flug ist schneller, wendiger. In unserem Landkreis brüten sie auf einem Flussseeschwalben-Floß des LBV auf dem Rottauensee.
Landkärtchen – oder Landkärtchenfalter, auch Netzfalter oder Gitterfalter genannt