Ein uralter Hof

Der Leithenbauernhof in Bad Birnbach

Seit ca. einem Jahr engagieren Berndt und ich uns im Heimatkundekreis von Bad Birnbach und dürfen die historische Ausstellung „1200 Jahre Bad Birnbach“ gelegentlich betreuen. Das ist spannend, weil man dabei so viel über die Gegend erfährt!

Außerdem haben wir nun die Ehre, über den Leithenbauernhof für das nächste Heimatheft zu berichten. Was der Leithenbauernhof ist? Nun, ein ehemalig sehr großer Hof, den es vermutlich schon seit dem 12. Jahrhundert gibt. Viel haben wir in Archiven recherchiert, aber auch Interviews geführt. Was dabei herausgekommen ist? Nun… dass einiges im Dunkeln liegt, aber dass dort eben immer noch das wunderschöne Wohnhaus eines ehemaligen Vierseithofes steht.

Wir recherchieren und schreiben. Im Heimatheft 29 werdet Ihr alles erfahren, was wir ermittelt haben. Denn es geht nicht nur um Ritter und Bauern, sondern auch um Elefanten und dressierte Schweine. Bleibt gespannt!

Hier mehr über das Heimatmuseum: https://nadiapittura.com/2018/12/31/silvester-im-heimatmuseum/

Leithenbauernhof in Bad Birnbach
Der Leithenbauernhof in Bad Birnbach

Das wilde Eck

Der Kreislweiher oder das „Wilde Eck“. Ein kleines Wunder der Natur.
Anfänglich bin ich achtlos an dem kleinen Wäldchen vorbei gegangen. Direkt am Kurpark in Bad Birnbach. Unten an der Rott. Bis ich anfing, auf den betörenden Vogelgesang zu achten, der im Frühling und Sommer aus dem Eckchen schallt. Da habe ich aufgehorcht.
Im „Wilden Eck“ in Bad Birnbach – Foto: Eva Hörhammer

Dann plötzlich, letztes Jahr, die flötende Stimme des Pirols! Dann im Juli abends ein Meer von Glühwürmchen!

Was ist denn das? Einfach ein kleines Wunder am Wegesrand. Durch ein Wunder blieb bisher das „Wilde Eck“ wie von magischer Hand von der Ordnung der Gärtner und Planer verschont. Es liegt viel Totholz herum. Das zieht die Spechte an. Ein kleiner Urwald.

Als im Winter leider dort Veränderungen vorgenommen wurden, fing ich an, mich zu informieren und erfuhr, dass vor Jahrzehnten Sand- und Kieshaufen dort deponiert worden waren. Darauf wachsen inzwischen viele Pflanzen. „Kreislweiher“ nennen es die Einheimischen. In den 70ern und 80ern zelteten und grillten dort die Jugendlichen aus dem Kurort. Alle haben schöne Erinnerungen an diese „wilde Zeit“ in der Natur. „Ja, da waren damals schon Glühwürmchen!“, sagt man mir.

Das „Wilde Eck“ im Rottaler Gsichter Magazin
Das Wilde Eck in Bad Birnbach
Rankender wilder Hopfen im „Wilden Eck“

Ich hoffe, dass das Eck auch in Zukunft so wild bleiben darf, wie es ist. Nicht nur Tiere brauchen Wildheit, sondern auch wir Menschen. Die Natur besteht eben nicht aus Stiefmütterchen, und freie Gedanken brauchen auch einmal etwas Chaos.

Weil ich es so liebe, dieses „Wilde Eck“, habe ich Eva Hörhammer verraten, es sei mein Lieblingsplatz. Ich danke ihr von Herzen, dass es auch einen Platz im Rottaler Gsichter-Magazin gefunden hat. Hier könnt Ihr den Beitrag sehen.

Die Portraitfotos hat auch Eva geschossen, danke!

Mithilfe eines Biologen konnte ich auch beinahe alle Pflanzen bestimmen und zähle sie hier unten auf.

Eins ist klar: Das „Wilde Eck“ ist schützenswert! Gehen wir behutsam damit um!

Baum- und Straucharten: Weide, Erle, Pappel, Birke, Ulme, Holunder, Weißdorn, Schneeball, Hartriegel, Feldahorn, Pfaffenhütchen

Pflanzen: Brennnessel, Brombeere, Himbeere, wilder Hopfen, Königskerze, Farn, Schilf und Rohrglanzgras

Tiere: eine große Vielfalt an Vögeln, darunter auch Pirol, Specht, Mönchsgrasmücke, Goldammer, Kleiber, Stieglitz, Girlitz und weitere. Glühwürmchen im Sommer.

Und hier noch Info über das Rottaler Gsichter Magazin: https://rottalergsichter.de/das-magazin/das-rottaler-gsichter-magazin/

Und die „Sorge ums Wilde Eck“ in der Presse: https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/3294003_Sorgen-ums-wilde-Eck.html

Birnbacher Storchennest

Das Storchennest in Bad Birnbach

The baby stork in our town is growing.

Notre bébé-cigogne devient adolescente.

Neues von den Birnbacher Störchen

Die Storcheneltern bei der Begrüßung

Es ist nur noch ein Jungvogel da. Der Kälteeinbruch im Mai mit Regen ist wohl eine tödliche Kombination für Storchenbabys. Dafür kümmern sich die Eltern nun umso liebevoller um das Einzelkind.

Störche in Bad Birnbach
Flügelschlagen üben

Das Begrüßungsritual der Weißstörche, das immer stattfindet, wenn die Brutablösung kommt, ist immer ein Schauspiel.

Update Juli 2019: Der Jungstorch fliegt: https://nadiapittura.com/2019/07/07/er-fliegt/

Baby Storks

The baby storks are there!

Die Storchenbabys sind da! Als wir heute nach den Birnbacher Störchen schauten, sahen wir kleine Störchen-Köpfe den Eltern-Schnäbeln zustreben.

Der kleine Baby-Storch auf dem Brauereikamin in Bad Birnbach

Der Wald

Frühlings-Waldführung mit der Försterin in Bad Birnbach

Sehenden Auges durch den Wald gehen – Viele Wildpflanzen auch essbar

Heute fand die zweite Waldführung mit einer Försterin entlang des Wald- und Klimapfades in der Lugenz statt. Organisiert werden die vier Jahreszeiten-Führungen von dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen sowie der Kurverwaltung Bad Birnbach.

Die 28 Interessenten wurden von Försterin Veronika Kopfinger begrüßt und durften sich vorstellen. Unter ihnen waren Waldbesitzer, Jäger, Naturliebhaber aus der Region sowie Urlauber aus ganz Deutschland.

Zunächst erklärte die Führerin, noch sei der Wald im Landkreis hauptsächlich von Fichten geprägt. Das ändere sich inzwischen, da Fichten negativ auf den Klimawandel reagierten. Noch stellen sie mehr als die Hälfte der Baumarten dar. Dazu kommen  20% Kiefern  und 4% Tanne. Weniger als ¼ der Arten seien Laubbäume.

Waldführung im Lugenzwald in Bad Birnbach

Alles sprießt…

 „Alles sprießt und wächst, die Felder sind bestellt und auch der Wald verändert sich im Frühjahr“, so die Försterin. Diese Veränderung sei auch dem Borkenkäfer geschuldet. Dieser habe sich so stark vermehrt, dass Fichten-Kahlschläge notwendig geworden seien und der ansonsten dunkle Wald nun lichter erscheine.

Schon unterhalb des Lugenz-Waldes an der Streuobstwiese begann Kopfinger mit informativen Erläuterungen zur Pflanzenwelt. Wiesen sollten später gemäht werden. Dies sei nicht nur für Tiere von Vorteil, sondern auch für den Menschen, denn Wiesen bergen viele essbare Wildpflanzen. Schon pflückte die Försterin Löwenzahn, Spitzwegerich und Gänseblümchen. Der schwarze Holunder am Weg fängt an zu blühen. „Auch die Blüten sind essbar, aus ihnen kann man die berühmten Küchlein machen“.

Gleich am Anfang des Klimapfades im Stiftungswald der Diözese Passau, deutete die Försterin auf sieben verschiedene Baumarten, die alle auf einen Blick zu sehen seien: Bergahorn, Fichte, Roteiche, Stieleiche, Esche, Rotbuche und Hainbuche.

Dann half sie den interessierten Teilnehmern, Baumarten anhand der typischen Struktur der Rinde und Form der Blätter zu erkennen. Auch Keimlinge von Buche, Tanne und Bergahorn wurden besprochen.

Auch auf die Herausforderung Klimawandel ging die Försterin ein: Die Tanne sei aufgrund ihres tieferen Wurzelsystems zusammen mit Douglasie, Kiefer und Lärche als Zukunftsbaum geeignet. Es sei aber unbedingt notwendig, auf Mischwald zu setzen, auch weil keiner weiß, wie der Wald in 100 Jahren aussehen wird.

Ein „Waldsalat“ schmeckt immer…

Zuletzt durften alle Teilnehmer einen köstlichen Salat aus den gepflückten Wildpflanzen und Trieben kosten. Auch Inhaltsstoffe und medizinische Eigenschaften wurden kurz erläutert. Hier einige der Zutaten: junge Tannentriebe, Kirsch-und Ulmenblätter, Rotklee, Giersch, Brennnessel, Knoblauchrauke, Löwenzahn und Spitzwegerich.

Der sogenannte „Spiegelgang“ drehte plötzlich den Wald auf den Kopf und zeigte den beeindruckten Teilnehmern ganz neue Perspektiven: Während des Laufens hielten sie Spiegel an die Nase und schauten somit direkt in die Baumkronen. Plötzlich nahmen sie die Umgebung ganz anders wahr. „Es ist, als ginge man durch einen Regenwald“, so eine Mitwanderin.

Bei der Holzkapelle zeigte sich dann eine Haubenmeise. Dieses Erlebnis griff Veronika Kopfinger auf, um auch auf die Vogelwelt einzugehen und die Teilnehmer registrierte Vogelstimmen erraten zu lassen.

Zuletzt dankte die Referentin den Teilnehmern für ihr Interesse und die angeregten Diskussionen, die während der Themenwanderung stattgefunden hatten. „Wir haben viel mitgenommen und Neues erfahren“, bekundeten auch die zufriedenen Teilnehmer.