Die Ricke hat eben ihre schon großen Kitze gesäugt
Heute Morgen konnte ich eine Ricke beim Säugen beobachten. Ich bin so unendlich dankbar für solche Augenblick! Dass so viel Schönheit, Wildheit und Freiheit in unserer Welt noch möglich sind! Ich freue mich auch, immer wieder über das Verhalten der Rehe etwas dazuzulernen. Was mir inzwischen klar geworden ist, ist dass Rehe eigentlich gar nicht in den Wald wollen; viel lieber ziehen sie durch Felder und Hecken, solange sie die Möglichkeit haben, sich darin zu verstecken. Der junge Rehbock Leopold lief mir auch über den Weg.
Welch ein Glück, so viel wilde Schönheit vor der Haustür erleben zu dürfen! Ich liebe sie, unsere eleganten Antilopen des Nordens. Heute Morgen konnte ich sie bei der Paarungs-Vorbereitung beobachten, denn es ist „Blattzeit“ (Brunftzeit bei Rehen).
Ich wundere mich, wie sie bei diesen Temperaturen so fit sein können und freue mich immer zutiefst, wenn ich sie sehe.
Paarungszeit bei Rehen ist im Juli-AugustWelch eine Schönheit! Ich liebe Rehe!
Heute Morgen ist mir die junge Freundin von Rehbock Leopold über den Weg gelaufen. Und im aufsteigenden Sonnenlicht sahen die Hasen besonders schön aus. Hoffentlich regnet es bald, es ist ja leider inzwischen überall sehr trocken.
Heute Morgen war‘s so schön zwischen Feldern und Wald, dass mir Bilder nicht mehr reichen. Diesmal habe ich meine Eindrücke unterwegs ins Handy getippt:
26.06.2026, 5 Uhr morgens, kurz vor Sonnenaufgang
Kaum geht der Weg ein paar Meter hinunter, steigt an diesem heißen Sommertag die Kühle auf wie ein kalter Strom. Die Luft ist erfüllt vom Morgengesang der Vögel, nur unterbrochen von zwei Krähen, die auf der Leitung sitzen und kurz rufen. Am Waldrand flöten die Amseln von hohen Bäumen, dazu das rhythmische Stakkato der Goldammern und das Schimpfen der Feldsperlinge aus dem reifen Rapsfeld. Im großen Birnbaum gurren sanft Ringeltauben.
Schön und streng: der Fasan
Der Himmel – noch ohne Sonne – wirkt wie ein Aquarell: unten warm und gelblich schimmernd, nach oben hin in ein blasses Blau übergehend. Plötzlich singt eine Mönchsgrasmücke so frech und jubilierend, als gehöre alles ihr.
Taufeuchtes Gras streicht über meine Füße in den Sandalen. Dann steht ein junger Rehbock neben mir. Mit erstaunter Miene horcht er am Wegesrand und nimmt mich nicht richtig wahr. Dann zieht er weiter, beißt spielerisch in ein Maisblatt, das sich über den kleinen, mit Spießen gekrönten Prinzen neigt. Der verblühte Raps streckt mir seine olivgrünen Stängel entgegen. Aus den Hecken kommt ein kühler Duft, der von Haselnüssen und unreifen Beeren erzählt – wie ein junger Wein, der gut altern wird. Am Horizont scheint jemand eine Pipette mit Rosa in den Himmel zu gießen, während ein Fasan heiser schreit. Kurz darauf läuft er vor mir, steif und ernst wie ein strenger Geistlicher.
Der kleine Teich wird langsam grün, ein Frosch quakt. Ich denke an ein Wasserloch in Afrika. In der Ferne donnern die LKWs auf der Bundesstraße.
Ein Girlitz sitzt auf einem hohen Ast und schreit sein wahnwitziges Geschwätz in die Welt. Da! Ein brünftiger Rehbock springt mir – vor Energie strotzend – über den Weg und taucht ins Weizenfeld ein. Wie ein Crawl Schwimmer hebt er immer wieder den Kopf, um gleich wieder zu verschwinden. Die Sonne steigt schließlich auf wie ein Feuerball; die Maisblätter verwandeln sich augenblicklich in grünes Glas. Danke, denke ich.
Schön wie eine Gazelle: Das Reh stand friedlich abends auf der Wiese
Die Wildtiere haben gestern Abend geradezu darum gebeten, abgelichtet zu werden. Ich danke ihnen! Schönheit wird die Welt retten, soll Dostojewski gesagt haben. Hoffen wir es!
Einem Reh und einem Feldhasen konnte ich direkt in die Augen schauen. Sie waren recht nah und hatten mich nicht gesehen. Ich konnte sie atmen sehen, das berührt mich immer. Insbesondere beim Hasen, der goldene Augen hatte, hab ich mich gefragt, was er wohl denkt. Das frage ich mich oft bei Wildtieren. Dann bekomme ich immer wieder den Eindruck, dass unsere Gedanken sich ähneln könnten…
Porträt eines Hasen mit goldenen Augen – Was er wohl denkt?Auch ein Bluthänfling zeigte sich