Bad Birnbacher Kulturspatz – Natur im Mai 2026

Kulturspatz Mai

Die Mai-Ausgabe des Bad Birnbacher Kulturspatz ist natürlich auch wieder da! Und mit ihr auch meine Rubrik „Naturbeobachtung“. Wie immer zeige ich hier zusätzlich viele Naturfotos, die in den letzten Mai-Monaten in Bad Birnbach, in der Lugenz und an der Rott bei unseren Streifzügen entstanden sind.

Naturbeobachtung · Mai 2026

Der Mai ist da – und mit ihm dieses besondere Licht, das unsere Landschaft jedes Jahr aufs Neue verwandelt und in intensive Farben taucht.  

Zwischen frischem Grün blitzen die ersten Lichtnelken, die zarten Blau‑Violett‑Töne der Glockenblumen und der sonnengelbe Wiesenbocksbart hervor. Auch der kriechende Günsel breitet seine kleinen, tiefblauen Blüten aus und zieht Bienen und Schmetterlinge an. Fliederfarben blüht nun die Witwenblume. Jetzt lohnt es sich besonders, die Wiesen genauer anzusehen. Hahnenfuß, Löwenzahn, Klee – und dazwischen viele Wildblumen, die man leicht übersieht, wenn man nur schnell vorbeigeht. Eine Blühwiese ist ein kleines Universum: Wer stehen bleibt, entdeckt Käfer, Falter und summende Wildbienen.

Der Mai ist ein Monat der Fülle. Amsel, Drossel, Rotkehlchen singen aus voller Kehle, und wer Glück hat, hört an der Rott auch den flötenden Gesang des Pirols, der gerade aus Afrika zurückkehrt. Wenn der Ruf des Kuckucks und das Trommeln des Buntspechts den Takt geben, ist das Vogelkonzert perfekt.

Wer an der Rott entlanggeht, hört vielleicht einen Sänger, den man eher selten zu Gesicht bekommt: den Sumpfrohrsänger. Unspektakulär im Gefieder, aber mit einer Stimme, die jeden Vogelfreund staunen lässt. Seine Hauptbrutzeit beginnt jetzt im Mai. Zwischen Brennnesseln und Getreidehalmen baut er seinen kunstvoll geflochtenen Nestnapf – ein kleines Wunderwerk aus Gräsern und Schilf.

An den Rottauenwegen tanzen inzwischen die ersten Plattbauchlibellen. Ihr schneller, geradliniger Flug gehört für mich zu den schönsten Zeichen dafür, dass der Frühsommer naht. Auch die Birnbacher Störche feiern den Mai auf ihre Weise. Und wie jedes Jahr beginnt das große Rätselraten: Wie viele Jungstörche werden wohl diesmal über den Nestrand schauen? 2018 waren es erstmals drei – ein unvergesslicher Moment für viele Einheimische und Gäste.

Auch im Wald verändert sich vieles. Auf ehemaligen Fichtenflächen wachsen nun mehr Laubbäume, und das Licht fällt stellenweise breiter zwischen die Stämme. Dadurch sprießen Birken, Vogelbeere und Sträucher.

Achten wir gemeinsam darauf, Wildtiere in dieser Zeit nicht zu stören. Achtsamkeit und Respekt vor der Natur gehören einfach dazu. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken, Staunen und Draußensein im ländlichen Bad.

EN: May transforms the Bavarian landscape into a vibrant world of blossoms and birdsong, with wildflowers, songbirds, and the first dragonflies announcing early summer. Along the river Rott and in the woods, a lively yet delicate natural realm unfolds—one that calls for mindfulness and respect.

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