Silberreiher im Sommer an der Rott und Falter

Ein großer, weißer Reiher steht in hohem Gras und Pflanzen, umgeben von grüner Vegetation.
Silberreiher mit Schmuckfedern – Silberreiher (Ardea alba, Syn.: Casmerodius albus, Egretta alba)

Heute Mittag an der Rott:

Wir haben zwei Silberreiher gesehen, die zusammen an der Rott landeten. Normalerweise sieht man sie eher im Winter, da sie bei uns anscheinend nicht brüten. Ihre großen Nester bauen sie meist im dichten Röhricht oder Schilf und sind dann sehr störungsempfindlich. Am Neusiedler See in Österreich soll es Brutkolonien geben, bei uns in Niederbayern aber nicht. Was mich diesmal stutzig macht, ist dass dieses Paar Schmuckfedern trug, die sie in der Brutzeit tragen. Es ist nicht immer einfach, so etwas zu deuten…

Dann konnten wir Schmetterlinge mit dem schönen Namen „Großes Ochsenauge“ bei der Paarung beobachten und einige Schmetterlinge sehen – allerdings deutlich weniger als in den Vorjahren.

Und jungen Rauchschwalben konnten wir bei Flugübungen zuschauen.

Wilde Freunde – Wildtiere in Bad Birnbach

Ein aufrecht stehender Hase in einem grünen Feld mit Pflanzen im Hintergrund.
Neugieriger Feldhase

Über die Freude, wilde Freunde zu haben


Während der Hitzewelle (im Juni 2026) habe ich mir angewöhnt, frühmorgens immer denselben Feldweg direkt in meiner Nähe zu gehen.


Seit nunmehr 10 Jahren gehe ich fast täglich rund um Bad Birnbach „auf die Pirsch“. Üblicherweise bin ich gerne an der Rott, im Lugenzwald oder anderswo in der Gegend mit meinem Mann Berndt oder alleine unterwegs. Die Kamera habe ich immer dabei.


Auf dem Feldweg kenne ich inzwischen viele Tiere, denen ich Namen gegeben habe. Zum Beispiel heißt die Goldammer, die mich immer am Anfang des Weges mit ihrem Lied begrüßt, Aurora. Dann ist da ein junger Rehbock mit einem dunklen Gesicht und zwei dünnen Stangen als Geweih, den ich Leopold genannt hat, weil das so edel klingt. Denn der kleine Prinz wird vielleicht ja in Zukunft der Herrscher in seinem Revier. Da die meisten Tiere standorttreu sind, erkenne ich sie nicht nur an ihrem Aussehen, sondern auch an de Stelle, an der sie sich befinden.

Ein Fasan steht auf einem Kiesweg, umgeben von grünem Gras und Blüten.
Fasan mit kurzem Schwanz

Oft begegne ich auf meinen Touren mehreren Fasanen, die ich anhand der Schwanzlänge erkennen kann. Die Schwanzfedern des einen sind aufgrund der Mauser gerade verkürzt, während sein Konkurrent, dem er immer wieder droht, noch seine ganze Eleganz zeigen kann. Besonders schön ist es auch, Feldhasen zu begegnen, die miteinander spielen, oder aus Übermut Luftsprünge machen.


Es ist auch so unglaublich beglückend, den Vögeln zuzuhören. So beginnt der Tag schön und man vergisst das „Böse“ in der Welt, man glaubt wieder an die Freude.


Dadurch, dass man die Tiere praktisch „persönlich“ kennenlernt, werden sie auch tatsächlich zu Freunden. Manchmal frage ich mich, ob sie mich ebenfalls erkennen. Wenn ja, entsteht da eine echte Beziehung – und das wäre schön. Immer wieder male ich auch „Porträts“ meiner tierischen Bekannten.
Meine soziale Umwelt reduziert sich nicht auf Menschen, sondern schließt unsere wilden Mitgeschöpfe, die auch das Wilde in uns reaktivieren und berühren können, ein. Und das ist einfach schön!


Und noch etwas: Meine Kamera hat einen starken Zoom und ich achte darauf, die Tiere nicht zu erschrecken.

Ein Reh schaut neugierig aus einem hohen Feld heraus.
Junger Rehbock Leopold

Wie ich dazu kam:

Schon als Kind haben mich Wildtiere fasziniert. in den Schulferien war ich bei der Oma im Sauerland unermüdlich im Wald auf Entdeckungstour. Jeder Vogel, jedes Tier faszinierte mich. Mein Vater, der Biologe war, erklärte mir wissenschaftliche Zusammenhänge und ich holte mir in der Stadtbibliothek alle Bücker über Tierverhalten, die ich finden konnte, Konrad Lorenz und Eibl-Eibesfeldt natürlich inbegriffen.

Später begann ich ein Biologiestudium in Straßburg, das ich zwar abbrach, das mir aber naturwissenschaftliche Grundlagen gab. Ich legte sogar ein Examen in Verhaltensbiologie ab. Als ich meinen Professor fragte, wie ich selbst Ethologin (Verhaltensforscherin) werden könne, sagte er: „Da müssen Sie auf meinen Tod warten – ich habe die einzige Stelle in der Region.“

Also studierte ich später meine anderen Leidenschaften: Kunst und Philosophie.

Anstatt zu warten, beobachte ich bei jedem Spaziergang die Natur um mich herum und das macht mich sehr glücklich. Egal wo ich bin. So wird die Natur zur Heimat.

Radtour und Vogelbeobachtung – Schwarzstorch und Baumfalke

Ein Greifvogel fliegt hoch am Himmel, mit ausgebreiteten Flügeln vor einem hellen Hintergrund.
Schwarzstorch (Ciconia nigra)

Heute hatten wir bei der Radltour viel Glück!! Zunächst haben wir bei unserem schönen Storchenpaar auf dem alten Brauereikamin vorbeigeschaut. Es ist immer eine Freude, sie zu sehen. Aber jetzt – Anfang Juni – müssen wir wohl einsehen, dass sie heuer keinen Nachwuchs haben. So haben sie einen chilligen Sommer…

Zwei Störche stehen auf einem Nest auf einem Schornstein, vor einem klaren blauen Himmel.
Bad Birnbacher Störche: KEIN Nachwuchs 2026!

Und weiter ging´s. Jetzt sahen wir einen seltenen Schwarzstorch im Himmel segeln. Dann einen Baumfalken, die bei uns ja auch selten sind. Dann noch mehrere Mäusebussarde, ein Reh und ganz viel Schönheit in der Natur

Nur leider kaum Schmetterlinge bisher…

Ein Falke fliegt hoch am Himmel mit ausgebreiteten Flügeln vor einem hellblauen Hintergrund.
Ein Baumfalke (Falco subbuteo) über uns!

Das war mal wieder eine spannende Tour mit vielen Naturwundern!

Unsere Natur im Juni

Ein Schwarzreiher sitzt auf einem Baumstamm über einem Gewässer, umgeben von grünen Pflanzen und Sträuchern.
Adulter Nachtreiher an der Rott Juni 2025 – Ein sehr seltener Brutvogel

Mein Naturbeobachtungs-Beitrag im Bad Birnbacher Kulturspatz 2026:

Der Juni ist ein Monat voller Bewegung. Über den Wiesen summt und flattert es, während aus den Bäumen der Kuckuck ruft und der Pirol an der Rott flötet. 

Ein besonderer Gast begleitet uns seit einigen Jahren: der Nachtreiher. Den kleinen, gedrungenen Reiher mit dem schwarz‑grauen Gefieder sahen wir 2018 erstmals als Jungvogel an der Rott; inzwischen ist er im Juni öfter an der Rott zu sehen. Er trägt seine lange „Hochzeitsfeder“ und ist – obwohl eigentlich nachtaktiv – jetzt auch tagsüber im Gebüsch am Wasser zu beobachten, weil er im Brutgebiet seine Jungen versorgt. In Bayern gilt er als extrem selten. Umso größer ist das Glück, ihn hier beobachten zu dürfen. 

Auch die Rauchschwalben sind fleißig: Ihre Nester aus kleinen Schlammkügelchen sind voller Küken, und die jungen Schwalben taumeln bereits durch die Luft. Der Grauschnäpper jagt akrobatisch nach Insekten, während Bachstelzen am Feldrand zwitschern. 

Ein junger Reiher steht auf einem Ast über Wasser und blickt aufmerksam in die Umgebung.
Junger Nachtreiher an der Rott – Juni 2018

An der Rott zeigt sich im Juni eine beeindruckende Vielfalt an Faltern: Kleines Wiesenvögelchen, Kohlweißlinge, Bläulinge, Dickkopffalter und immer wieder der Distelfalter. Ein besonderer Fund ist der Große Feuerfalter – erst seit wenigen Jahren in Niederbayern heimisch, selten und gefährdet, aber offenbar auf dem Vormarsch. Die Männchen leuchten kräftig orangerot und gehören zu den schönsten Erscheinungen unserer Wiesen. 

Die Wiesen stehen jetzt in voller Blüte. Margeriten, Witwenblumen und Königskerzen bewegen sich im Wind, und an den Ufern der Rott gleiten majestätische Höckerschwäne vorbei. Im Wald blüht der Wald‑Wachtelweizen, eine Pflanze mit einem Namen, der fast schon eine kleine Geschichte erzählt. Nicht nur wir Menschen haben eine Geschichte – auch die Natur, insbesondere von uns geprägte Kulturlandschaften, unterliegen einem stetigen Wandel. Die Lugenz verändert sich fortlaufend, oft schneller, als wir es erwarten. Dem Wanderer eröffnet sie abwechslungsreiche Wege, dem Künstler dient sie mit ihren großen, moosbewachsenen Felsblöcken – umgeben von Fichten, Eschen und Holunder – als Inspirationsquelle. Und unzähligen Tieren und Pflanzen gewährt sie eine Heimat. 

Ein Artikel über die Naturbeobachtungen im Juni, der verschiedene Vogelarten und die Schönheit der Natur beschreibt.
Bad Birnbacher Kulturspatz Juni 2026

Bad Birnbacher Kulturspatz – Natur im Mai 2026

Kulturspatz Mai

Die Mai-Ausgabe des Bad Birnbacher Kulturspatz ist natürlich auch wieder da! Und mit ihr auch meine Rubrik „Naturbeobachtung“. Wie immer zeige ich hier zusätzlich viele Naturfotos, die in den letzten Mai-Monaten in Bad Birnbach, in der Lugenz und an der Rott bei unseren Streifzügen entstanden sind.

Naturbeobachtung · Mai 2026

Der Mai ist da – und mit ihm dieses besondere Licht, das unsere Landschaft jedes Jahr aufs Neue verwandelt und in intensive Farben taucht.  

Zwischen frischem Grün blitzen die ersten Lichtnelken, die zarten Blau‑Violett‑Töne der Glockenblumen und der sonnengelbe Wiesenbocksbart hervor. Auch der kriechende Günsel breitet seine kleinen, tiefblauen Blüten aus und zieht Bienen und Schmetterlinge an. Fliederfarben blüht nun die Witwenblume. Jetzt lohnt es sich besonders, die Wiesen genauer anzusehen. Hahnenfuß, Löwenzahn, Klee – und dazwischen viele Wildblumen, die man leicht übersieht, wenn man nur schnell vorbeigeht. Eine Blühwiese ist ein kleines Universum: Wer stehen bleibt, entdeckt Käfer, Falter und summende Wildbienen.

Der Mai ist ein Monat der Fülle. Amsel, Drossel, Rotkehlchen singen aus voller Kehle, und wer Glück hat, hört an der Rott auch den flötenden Gesang des Pirols, der gerade aus Afrika zurückkehrt. Wenn der Ruf des Kuckucks und das Trommeln des Buntspechts den Takt geben, ist das Vogelkonzert perfekt.

Wer an der Rott entlanggeht, hört vielleicht einen Sänger, den man eher selten zu Gesicht bekommt: den Sumpfrohrsänger. Unspektakulär im Gefieder, aber mit einer Stimme, die jeden Vogelfreund staunen lässt. Seine Hauptbrutzeit beginnt jetzt im Mai. Zwischen Brennnesseln und Getreidehalmen baut er seinen kunstvoll geflochtenen Nestnapf – ein kleines Wunderwerk aus Gräsern und Schilf.

An den Rottauenwegen tanzen inzwischen die ersten Plattbauchlibellen. Ihr schneller, geradliniger Flug gehört für mich zu den schönsten Zeichen dafür, dass der Frühsommer naht. Auch die Birnbacher Störche feiern den Mai auf ihre Weise. Und wie jedes Jahr beginnt das große Rätselraten: Wie viele Jungstörche werden wohl diesmal über den Nestrand schauen? 2018 waren es erstmals drei – ein unvergesslicher Moment für viele Einheimische und Gäste.

Auch im Wald verändert sich vieles. Auf ehemaligen Fichtenflächen wachsen nun mehr Laubbäume, und das Licht fällt stellenweise breiter zwischen die Stämme. Dadurch sprießen Birken, Vogelbeere und Sträucher.

Achten wir gemeinsam darauf, Wildtiere in dieser Zeit nicht zu stören. Achtsamkeit und Respekt vor der Natur gehören einfach dazu. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken, Staunen und Draußensein im ländlichen Bad.

EN: May transforms the Bavarian landscape into a vibrant world of blossoms and birdsong, with wildflowers, songbirds, and the first dragonflies announcing early summer. Along the river Rott and in the woods, a lively yet delicate natural realm unfolds—one that calls for mindfulness and respect.