Rehe bringen Glück!

Ein Rehbock steht auf einer blühenden Wiese und hält ein Blatt im Maul.
Ein kräftiger Rehbock

Welch ein Glück, so viel wilde Schönheit vor der Haustür erleben zu dürfen! Ich liebe sie, unsere eleganten Antilopen des Nordens. Heute Morgen konnte ich sie bei der Paarungs-Vorbereitung beobachten, denn es ist „Blattzeit“ (Brunftzeit bei Rehen).

Ich wundere mich, wie sie bei diesen Temperaturen so fit sein können und freue mich immer zutiefst, wenn ich sie sehe.

Zwei Rehe stehen in einer blühenden Wiese mit lila Blumen.
Paarungszeit bei Rehen ist im Juli-August
Ein Reh steht auf einem Hügel im Gegenlicht, umgeben von einem weiten, leeren Hintergrund.
Welch eine Schönheit! Ich liebe Rehe!

Silberreiher im Sommer an der Rott und Falter

Ein großer, weißer Reiher steht in hohem Gras und Pflanzen, umgeben von grüner Vegetation.
Silberreiher mit Schmuckfedern – Silberreiher (Ardea alba, Syn.: Casmerodius albus, Egretta alba)

Heute Mittag an der Rott:

Wir haben zwei Silberreiher gesehen, die zusammen an der Rott landeten. Normalerweise sieht man sie eher im Winter, da sie bei uns anscheinend nicht brüten. Ihre großen Nester bauen sie meist im dichten Röhricht oder Schilf und sind dann sehr störungsempfindlich. Am Neusiedler See in Österreich soll es Brutkolonien geben, bei uns in Niederbayern aber nicht. Was mich diesmal stutzig macht, ist dass dieses Paar Schmuckfedern trug, die sie in der Brutzeit tragen. Es ist nicht immer einfach, so etwas zu deuten…

Dann konnten wir Schmetterlinge mit dem schönen Namen „Großes Ochsenauge“ bei der Paarung beobachten und einige Schmetterlinge sehen – allerdings deutlich weniger als in den Vorjahren.

Und jungen Rauchschwalben konnten wir bei Flugübungen zuschauen.

Morgenspaziergang mit Vögeln und Hasen

Morgenspaziergang –
Heute sind mir ein Rotkehlchen mit seinen Jungvögeln begegnet, Fasane, Feldhasen, ein Grünspecht und ein Graureiher. Rehbock Leopold ließ sich kurz blicken, wollte aber nicht fotografiert werden 🙂

Und die Rinder vom Arterhof im Morgenlicht

Drei Kühe stehen auf einer Wiese und fressen Gras, umgeben von einem Zaun und Bäumen im Hintergrund.

Wilde Freunde – Wildtiere in Bad Birnbach

Ein aufrecht stehender Hase in einem grünen Feld mit Pflanzen im Hintergrund.
Neugieriger Feldhase

Über die Freude, wilde Freunde zu haben


Während der Hitzewelle (im Juni 2026) habe ich mir angewöhnt, frühmorgens immer denselben Feldweg direkt in meiner Nähe zu gehen.


Seit nunmehr 10 Jahren gehe ich fast täglich rund um Bad Birnbach „auf die Pirsch“. Üblicherweise bin ich gerne an der Rott, im Lugenzwald oder anderswo in der Gegend mit meinem Mann Berndt oder alleine unterwegs. Die Kamera habe ich immer dabei.


Auf dem Feldweg kenne ich inzwischen viele Tiere, denen ich Namen gegeben habe. Zum Beispiel heißt die Goldammer, die mich immer am Anfang des Weges mit ihrem Lied begrüßt, Aurora. Dann ist da ein junger Rehbock mit einem dunklen Gesicht und zwei dünnen Stangen als Geweih, den ich Leopold genannt hat, weil das so edel klingt. Denn der kleine Prinz wird vielleicht ja in Zukunft der Herrscher in seinem Revier. Da die meisten Tiere standorttreu sind, erkenne ich sie nicht nur an ihrem Aussehen, sondern auch an de Stelle, an der sie sich befinden.

Ein Fasan steht auf einem Kiesweg, umgeben von grünem Gras und Blüten.
Fasan mit kurzem Schwanz

Oft begegne ich auf meinen Touren mehreren Fasanen, die ich anhand der Schwanzlänge erkennen kann. Die Schwanzfedern des einen sind aufgrund der Mauser gerade verkürzt, während sein Konkurrent, dem er immer wieder droht, noch seine ganze Eleganz zeigen kann. Besonders schön ist es auch, Feldhasen zu begegnen, die miteinander spielen, oder aus Übermut Luftsprünge machen.


Es ist auch so unglaublich beglückend, den Vögeln zuzuhören. So beginnt der Tag schön und man vergisst das „Böse“ in der Welt, man glaubt wieder an die Freude.


Dadurch, dass man die Tiere praktisch „persönlich“ kennenlernt, werden sie auch tatsächlich zu Freunden. Manchmal frage ich mich, ob sie mich ebenfalls erkennen. Wenn ja, entsteht da eine echte Beziehung – und das wäre schön. Immer wieder male ich auch „Porträts“ meiner tierischen Bekannten.
Meine soziale Umwelt reduziert sich nicht auf Menschen, sondern schließt unsere wilden Mitgeschöpfe, die auch das Wilde in uns reaktivieren und berühren können, ein. Und das ist einfach schön!


Und noch etwas: Meine Kamera hat einen starken Zoom und ich achte darauf, die Tiere nicht zu erschrecken.

Ein Reh schaut neugierig aus einem hohen Feld heraus.
Junger Rehbock Leopold

Wie ich dazu kam:

Schon als Kind haben mich Wildtiere fasziniert. in den Schulferien war ich bei der Oma im Sauerland unermüdlich im Wald auf Entdeckungstour. Jeder Vogel, jedes Tier faszinierte mich. Mein Vater, der Biologe war, erklärte mir wissenschaftliche Zusammenhänge und ich holte mir in der Stadtbibliothek alle Bücker über Tierverhalten, die ich finden konnte, Konrad Lorenz und Eibl-Eibesfeldt natürlich inbegriffen.

Später begann ich ein Biologiestudium in Straßburg, das ich zwar abbrach, das mir aber naturwissenschaftliche Grundlagen gab. Ich legte sogar ein Examen in Verhaltensbiologie ab. Als ich meinen Professor fragte, wie ich selbst Ethologin (Verhaltensforscherin) werden könne, sagte er: „Da müssen Sie auf meinen Tod warten – ich habe die einzige Stelle in der Region.“

Also studierte ich später meine anderen Leidenschaften: Kunst und Philosophie.

Anstatt zu warten, beobachte ich bei jedem Spaziergang die Natur um mich herum und das macht mich sehr glücklich. Egal wo ich bin. So wird die Natur zur Heimat.

Morgens um 5 – ist die Welt wunderschön!

Ein Reh steht zwischen hohem Gras und grünen Pflanzen in einem Feld.
Junger Rehbock – Brocard – Roe deer

Heute Morgen war‘s so schön zwischen Feldern und Wald, dass mir Bilder nicht mehr reichen. Diesmal habe ich meine Eindrücke unterwegs ins Handy getippt:


26.06.2026, 5 Uhr morgens, kurz vor Sonnenaufgang


Kaum geht der Weg ein paar Meter hinunter, steigt an diesem heißen Sommertag die Kühle auf wie ein kalter Strom. Die Luft ist erfüllt vom Morgengesang der Vögel, nur unterbrochen von zwei Krähen, die auf der Leitung sitzen und kurz rufen. Am Waldrand flöten die Amseln von hohen Bäumen, dazu das rhythmische Stakkato der Goldammern und das Schimpfen der Feldsperlinge aus dem reifen Rapsfeld. Im großen Birnbaum gurren sanft Ringeltauben.

Ein Fasan steht auf einem schotterigen Weg, umgeben von grünem Gras und Pflanzen.
Schön und streng: der Fasan


Der Himmel – noch ohne Sonne – wirkt wie ein Aquarell: unten warm und gelblich schimmernd, nach oben hin in ein blasses Blau übergehend. Plötzlich singt eine Mönchsgrasmücke so frech und jubilierend, als gehöre alles ihr.


Taufeuchtes Gras streicht über meine Füße in den Sandalen. Dann steht ein junger Rehbock neben mir. Mit erstaunter Miene horcht er am Wegesrand und nimmt mich nicht richtig wahr. Dann zieht er weiter, beißt spielerisch in ein Maisblatt, das sich über den kleinen, mit Spießen gekrönten Prinzen neigt.
Der verblühte Raps streckt mir seine olivgrünen Stängel entgegen. Aus den Hecken kommt ein kühler Duft, der von Haselnüssen und unreifen Beeren erzählt – wie ein junger Wein, der gut altern wird. Am Horizont scheint jemand eine Pipette mit Rosa in den Himmel zu gießen, während ein Fasan heiser schreit. Kurz darauf läuft er vor mir, steif und ernst wie ein strenger Geistlicher.


Der kleine Teich wird langsam grün, ein Frosch quakt. Ich denke an ein Wasserloch in Afrika. In der Ferne donnern die LKWs auf der Bundesstraße.


Ein Girlitz sitzt auf einem hohen Ast und schreit sein wahnwitziges Geschwätz in die Welt. Da! Ein brünftiger Rehbock springt mir – vor Energie strotzend – über den Weg und taucht ins Weizenfeld ein. Wie ein Crawl Schwimmer hebt er immer wieder den Kopf, um gleich wieder zu verschwinden.
Die Sonne steigt schließlich auf wie ein Feuerball; die Maisblätter verwandeln sich augenblicklich in grünes Glas. Danke, denke ich.

Ein Rehbock steht im hohen Gras eines Getreidefeldes.
Der Bock wittert ein „Mädl“