Endlich Sonne! Tour durch die April-Natur

Zwei Personen stehen neben Fahrrädern vor einem historischen Holzhaus, umgeben von grünen Pflanzen und blauem Himmel.
Endlich kann man wieder durch die Landschaften radeln

In den letzten Tagen haben wir viele tierische Begegnungen in unserer Gegend im Rottal gehabt. Es ist eine Wonne, die Sonne nach dem langen Winter auf der Haut zu spüren. Den ersten Aurorafalter habe ich schon gesehen, er ließ sich nicht fotografieren. Noch sieht man die Rehe in Gruppen („Sprünge“), die sich jedoch bald auflösen könnten, da die Rehe meist im Mai setzen. Überall hört man Vögel balzen. Die Graugänse brüten schon. Die Schlüsselblumen geben schöne Farbakzente in den Wiesen. Kirsche und Weißdorn blühen schon. Hier einige Eindrücke:

Wildes Rottal

Eine Gruppe von Rehen steht auf einem erdigen Feld im Freien.
Noch in Gruppen („Sprüngen“) unterwegs: Die Rehe. Sie sind im Fellwechsel, man sieht es an den gerupften Stellen.

Gestern im Rottal: Rehe, Störche, Fasan und Kiebitz

Zwei Störche stehen auf einem Nest aus Zweigen, das sich auf einem Schornstein befindet.
Das Bad Birnbacher Storchenpaar am 04.04.2026 wartet auf Sonne
Zwei Störche stehen auf einem Nest auf einem Pfosten, der mit Zweigen und Gras umgeben ist.
Auch die Pfarrkirchner Störche hoffen auf schöneres Wetter – 04.04.26
Ein Wiesenstück mit grünem Gras, einem schwarzen und weißen Vogel im Vordergrund und Rehen, die im Hintergrund sichtbar sind.
Leider in diesem Jag 2026 keine Kiebitze mehr auf den Äckern von Bad Birnbach. Aber dafür eine geschützte Kolonie in einem Wiesenbrütergebiet desLandkreises.
Ein Fasan, der im hohen Gras läuft, mit buntem Gefieder und rotem Kopf.
Und ein Fasan huschte auch vorbei

Unsere Natur im April

Blühende Bäume im Vordergrund mit einer Kirchturmspitze im Hintergrund, sonniger Tag.
Blütenrausch

Meine „Naturbeobachtungen“ im Bad Birnbacher Kulturspatz:

Wenn Aurorafalter umherschwirren, der Kirchturm von weitem in einem Blütenmeer versinkt, die Goldammer gen Himmel blickt und der Hausrotschwanz sein Lied singt, während der Turmfalke über einem in der Luft steht, dann weiß man, dass Frühling ist. Alles leuchtet im Licht. Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke jubeln einander zu, und im Hintergrund erinnert das melancholische Lied des Schwarzspechts daran, dass selbst der Frühling die Trauer nicht bannen kann.

Das saftige, satte Grün in unzähligen Nuancen – von Maigrün über Zinnobergrün bis hin zu Veroneser Grün – hebt sich ab vom dunklen Schwarz der Fichten und Tannen. Die Sumpfdotterblume lächelt ein wenig hochmütig, als wolle sie sagen: Ich kleide mich ausschließlich in Gold. Die Falter taumeln von Löwenzahnblüte zu Knoblauchrauke.

Der April ist einer jener Monate, in denen man kaum weiß, wohin man zuerst schauen soll. Alles erwacht, alles bewegt sich, alles wird bunt. Die Streuobstwiesen rund um Bad Birnbach stehen jetzt in voller Blüte; Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume schmücken die Wege mit zarten weißen und rosa Wolken. Dazwischen leuchten die ersten Frühlingsboten am Boden, und selbst Pflanzen mit unscheinbaren Namen wie der „Kriechende Günsel“ zeigen sich plötzlich majestätisch, mit seidig glänzenden violett-blauen Blüten. Auch die Rote Lichtnelke setzt ihre kräftigen Farbtupfer und markiert den Übergang vom frühen zum vollen Frühling.

Der Volksmund sagt: „April, April, macht was er will.“ Ob das heute – in Zeiten immer früherer Vegetationsphasen – noch gilt, wird sich zeigen. Sicher ist: Der Frühling malt jetzt unaufhaltsam die Landschaft bunt.

Mit den ersten warmen Tagen erwacht auch die Welt der Tagfalter. Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge sind unterwegs, und besonders der Aurorafalter, dessen Männchen leuchtend orange Flügelspitzen trägt, zieht die Blicke auf sich. Auf den Rottauenwegen, vor allem bei Gries, lässt er sich von April bis Juni wunderbar beobachten.

Auch die Vogelwelt kehrt zurück. Viele Zugvögel treffen jetzt ein, und bald kann man wieder ausrufen: „Die Schwaiberl sind da.“ An der Rott zeigt sich seit einigen Jahren ein Paar Flussseeschwalben, das mit seinen Flugmanövern beeindruckt. In das vielstimmige Konzert von Amsel, Hausrotschwanz, Zilpzalp und Rotkehlchen mischt sich das tiefe Quaken der Frösche. Ein besonderer Moment ist es, wenn der Kuckuck zum ersten Mal ruft; meist geschieht das in der zweiten Aprilhälfte, manchmal aber auch früher.

Schon Ende Februar landete wieder ein Weißstorch auf dem alten Brauereikamin. Bis Redaktionsschluss hatte sich noch kein Partner dazugesellt. Wir hoffen dennoch, dass im Storchenhorst bald wieder Hochzeit gefeiert wird. Update. Am 28. März 26 war es dann soweit!

Fotos:

Grünspecht sucht Ameisen

Flussseeschwalben an der Rott – Ein Paar Flussseeschwalben brütet jedes Jahr an der Rott. Sie sind sehr gefährdet, weil sie ihre Eier auf den Boden legen und extrem störungsempfindlich sind. Oftmals werden sie mit Lachmöwen verwechselt, sind aber schlanker, ihr Flug ist schneller, wendiger. In unserem Landkreis brüten sie auf einem Flussseeschwalben-Floß des LBV auf dem Rottauensee.

Landkärtchen – oder Landkärtchenfalter, auch Netzfalter oder Gitterfalter genannt

Star vor seinem Brutkasten

Spannende Naturbeobachtungen vor der Haustür

Ein Vogel, der einen Nistkasten in einem Baum beschäftigt, während er Material im Schnabel trägt.
Ein Kleiber (Sitta europaea) bringt feuchte Erde ins Nest

Feldhasen, Storch, Reiher, Buntspecht und Kleiber. Ich bin so froh, dass es in unserer Umgebung und selbst im Kurpark so viel „echte“ Natur zu sehen gibt und hoffe, das bleibt in Zukunft auch noch so.

Die Feldhasen sind gerade in der Rammelzeit sehr aktiv, ich habe sie in der Ruhephase erwischt. Die Verfolgungsjagden und „Boxkämpfe“, die zum Paarungsverhalten gehören, sind für die Tiere sehr anstrengend.

Besonders interessant war für mich die Beobachtung eines Kleiber-Paares (Sitta europaea). Ich hatte gelesen, dass dieser hübsch blau-orangene Vogel den Eingang seiner Bruthöhle exakt an seine Körpergröße anpasst, indem er Lehm um das Loch schmiert. Das konnte ich heute sehen!

Die Kamera wollte ich mit dem Schirm vor dem Regen schützen. Der Wind hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wind und Regen konnten mich jedoch nicht davon abhalten, unsere Wildtiere und deren spannendes Verhalten zu bewundern.

Ein Specht sitzt auf einem senkrechten Baumstamm, teilweise verdeckt von einem Brett, mit auffälligem rot-weißem Gefieder.
 Buntspecht (Dendrocopos major)

Hasen und Weißstorch

Eine Frau in einem braunen Mantel hält einen umgedrehten Regenschirm in der Hand und winkt lächelnd. Im Hintergrund ist ein grünes Feld und ein grauer Himmel zu sehen.
Der Regenschirm hat es im Wind nicht mehr geschafft…

Kiebitze und Große Brachvögel im Ibmer Moor

Blick auf eine Kirche auf einem Hügel, umgeben von Bäumen und Feldern, mit vielen Vögeln, die darüber fliegen.
Ein großer Kiebitz-Schwarm vor der Kirche in Oberösterreich beim Ibmer Moor

Gestern haben wir im Ibmer Moor die Kiebitze, die in Schwärmen über die Landschaft fliegen, und die Großen Brachvögel beobachtet. Jetzt im Februar/ März treffen die Wiesenbrüter ein. Mehrere Große Brachvögel schienen im Konflikt miteinander zu sein, ein Männchen verfolgte ein anderes Männchen, das war ein spannendes Schauspiel.

Das Ibmer Moor ist ein Europaschutzgebiet, es befindet sich unweit von Braunau am Inn. Ein neugieriger Fasan blieb die ganze Zeit bei uns in der Nähe der Beobachtungsplattform.

Das Ibmer Moor, benannt nach der Ortschaft Ibm (Gemeinde Eggelsberg), ist mit rund 2000 Hektar die größte zusammenhängende Moorlandschaft Österreichs und liegt in den oberösterreichischen Gemeinden Eggelsberg, Moosdorf und Franking.

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EN: Yesterday in the Ibmer Moor we watched flocks of lapwings sweeping over the landscape, and several Eurasian curlews. February and March are the months when the meadow‑breeding birds return. A few curlews seemed to be in conflict — one male repeatedly chased another, a fascinating scene to watch.

The Ibmer Moor is a protected Natura 2000 area, not far from Braunau am Inn. A curious pheasant stayed near us the whole time by the observation platform.

Zwei Vögel in einem offenen Feld, umgeben von Gräsern und einem Baum im Hintergrund.
Große Brachvögel (Numenius arquata) im Ibmer Moor /Courlis cendrés en Autriche
Kiebitz
Kiebitz (Vanellus vanellus) auf einer angrenzenden landwirtschaftlichen Fläche im Innviertel/ Vanneau huppé

Hier im Video: