Nature

1

Landscape in Lower Bavaria

So schön war gestern das Panorama und die Sicht auf die Alpen bei einer kurzen Wanderung in der Gegend von Stubenberg (Rottal-Inn)

Hier möchte ich aber noch einen Text über einen Vortrag über das Insektensterben veröffentlichen, den ich für die BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn erstellt habe. Ich fand den Inhalt dieses Vortrags unseres Insekten-Experten vom 14. November 2018 erschütternd. Oftmals gewinnt man vor Ort und im Detail ganz genaue Erkenntnisse.

„Zuletzt hielt Experte Walter Sage einen Vortrag zum Thema „Das Verschwinden der Insekten“. Anlass zu diesem Motto gab die sogenannte „Krefeldstudie“ von 2016, die mit ihren jahrzehntelangen Untersuchungen den Insektenschwund in Deutschland mit mehr als 75 Prozent Verlust an Biomasse bei Fluginsekten in Schutzgebieten belegt. Er sieht einen Zusammenhang zwischen dem Insektenschwund und der Tatsache, dass die Population von Singvögeln im selben Zeitraum um 12 Millionen geschrumpft ist.

Viele Falter- und Schmetterlingsarten seien inzwischen aus unserem Landkreis verschwunden. Eine Vielfalt von Faktoren wirkten zusammen. Die Hauptursachen für das Insektensterben seien insbesondere Flächenverbrauch, Vereinheitlichung der Landschaft, Überdüngung (auch aus der Luft), Pflanzenschutzmittel, aber auch falsche Pflegemaßnahmen.

„Eine Mahd zur falschen Zeit“ könne schon eine geschützte Art wie den Wiesenkopf-Ameisenbläuling in einer bestimmten Region aussterben lassen; eine einzige Behandlung von Bahngleisen mit Glyphosat reiche aus, um über viele Jahre oder für immer das Veränderliche Rotwidderchen verschwinden zu lassen.

Walter Sage sprach auch paradoxe Erkenntnisse an. So habe man erforscht, dass selbst der wachsende Waldbestand Insekten schaden könne. Denn viele Insekten benötigten Offenland. Zum Abschluss wurden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, wie z.B. der Abtransport von Mulch an Straßenrändern, um eine Überdüngung dieser wertvollen Streifen zu verhindern.

Denn „Mulchmahd ist mit Abstand das Schlechteste, was man machen kann“. Außerdem seien mehr im Sinne der Natur kultivierte Offenlandflächen zu fordern. Einiges könnten aber auch Gartenbesitzer machen: keine Gartenbeleuchtung, keine Gabionen, kein Kies. Der Experte schloss mit den Worten: „Schließlich ist ein blühender Garten ohne Einsatz von Pestiziden für Pflanzen, Tiere und Menschen ein Gewinn.““

PNP-Bund-Naturschutz_Insektensterben_Nadia_Baumgart

Niederbayern

1-Ringlstetter-nadia-baumgart

Drawings during a concert of Bavarian singer and cabaretist.

Gestern Abend in Pfarrkirchen beim Ringlstetter-Konzert in Pfarrkirchen gewesen und es sehr genossen. Ich habe versucht, ihn zu zeichnen, aber da der Saal absolut dunkel war, musste ich blind zeichnen. Da ist dann ein „abstrakter“ Ringlstetter entstanden, sagen wir der Ausdruck seiner Essenz. Oder eben nur Kritzeleien…Seinen feinen Humor, die neue Globalisierungshymne „Think global – drink regional“ sowie sein Niederbayern-Lied finde ich einfach toll.

Schaut einfach mal rein: https://www.youtube.com/watch?v=Bhw8ZCNJxOI

2-Ringlstetter

 

Nature

1-Rottal-Inn-Nadia-Baumgart

Today´s hike in our beautiful region. And good news: Since yesterday, I am a board member of the nature conservation association Bund Naturschutz. I am so happy!!

Wanderung durch das schöne Rottal. Eine Neuigkeit habe ich noch: seit gestern gehöre ich als Beisitzerin zum Vorstandsteam der BUND Naturschutz-Kreisgruppe Rottal-Inn und darf aktiv mitmachen! Ich freue mich so!!

2-Rottal-Inn-2

6

Auf dem Weg zwischen Hirschbach und Brombach im Rottal

Naturfotografie in Rottal-Inn

I am so happy to have won a photo competition of our county for a calendar! (More in English below)

15-Ringelnatter-kl-Foto-Nadia-Baumgart-09-Juni-2017

Eines meiner Fotos wurde vom Landschaftspflegeverband Rottal-Inn für den Landkreiskalender ausgewählt. Ich freue mich riesig! Gestern fand die Prämierung der Hobbyfotografen gleich zu Beginn des Erntedankfestes des Verbandes in Tann statt, jeder von uns erhielt auch einen der Kalender. Ausgesucht wurde mein Foto einer schwimmenden Ringelnatter. Es erscheint im kleinen Format, ich freue mich trotzdem sehr.

 

 

Besonders schön war es auch, andere naturbegeisterte Fotografen der Region einmal persönlich kennenlernen zu dürfen und deren Werke bewundern zu können. Inspirierend!

Während die sympathische Volksmusikgruppe Zechfreistil spielte und freche bayrische Wirtshauslieder sang, konnte ich es natürlich nicht lassen, ein bisschen zu kritzeln. Musiker eignen sich so gut für das Schnellzeichnen, denn sie können ja nicht weglaufen!

 


Abgesehen davon, gab es eine „Apfelausstellung“, wobei mir ein Apfel ganz besonders gefiel, schon aufgrund seines Namens: der Malerapfel

18_Malerapfel_LPV_Rottal-Inn_Nadia_Baumgart

English: My photo of a swimming grass snake was selected. A nice folk music group played during the award ceremony and I could not help drawing them. There was also a small exhibition of organic apple. The one called “apple of the painter” was obviously my favourite!

Beunruhigende Tatsachen

Ich freue mich sehr, nun Berichte über die Tätigkeiten und Veranstaltungen des Bund Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn verfassen zu dürfen. Hier mein erster Beitrag über den gestrigen Vortrag in Eggenfelden über die Wirkungen von Glyphosat:

Beunruhigende Tatsachen

Eggenfelden – Vortrag von Prof. emer. Dr. Monika Krüger über die Auswirkungen von Glyphosat auf Nutztiere und Mikroorganismen

DSC01766

Glyphosat. Bei diesem Begriff kommen einem schnell allerlei Assoziationen: Bienensterben, Krebs, Monokulturen. Andererseits liest man immer wieder, der Einsatz des Herbizids sei harmlos und ganz unbedenklich. Das Thema erlangte wieder besondere Relevanz, als in diesem Jahr die Firma Bayer das amerikanische Unternehmen Monsanto kaufte.

Der am 11. Oktober im Stadtsaal von Eggenfelden gehaltene Vortrag der Veterinärmedizinerin und Mikrobiologin Prof. emer. Dr. Monika Krüger von der Universität Leipzig schaffte mehr Klarheit und viel Betroffenheit. Unter dem Motto: „Glyphosathaltige Herbizide – Fluch oder Segen für Landwirtschaft und Verbraucher?“ wurden die Wirkungen des Mittels aufgezeigt.

Die vom BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn, in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Katholischen Landvolkbewegung, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und dem Kreisverband Bayerischer Imker organisierte Veranstaltung war mit weit über 100 Teilnehmern sehr gut besucht.

DSC01771

 

Zunächst wurde geklärt, was Glyphosat überhaupt sei, nämlich ein systemisches und nicht selektives Herbizid, das seit den 70er Jahren von Monsanto produziert und seit Mitte der 90er Jahre mit der Entwicklung von glyphosatresistenten Saatgütern verstärkt eingesetzt wird. Weltweit wird das Totalherbizid in mehr als 100 Ländern benutzt. In Deutschland findet es inzwischen auf ca. 40% der Agrarflächen, aber auch auf Nicht-Agrarflächen, wie z.B. in Baumschulen und auf den Gleisen der Deutschen Bahn Anwendung. Heute werden hier 105 glyphosathaltige Mittel eingesetzt.

Anhand einer Vielzahl von internationalen Studien und eigenen Forschungen erläuterte die Referentin die Wirkungen des Totalherbizids. Der langfristige Einsatz über mehrere Jahre reduziere eindeutig die mikrobielle Biodiversität von Böden und somit auch die Bodenfruchtbarkeit. Es wirke u.a. wie ein Antibiotikum, hemme somit das Wachstum von Bakterien und Pilzen mit positiver Wirkung auf unseren Organismus und fördere die Ausbreitung von krankheitserregenden Keimen, die letztlich über die Nahrungsmittel auch in den menschlichen Körper gelangen…

Glyphosat kann in Proben von Menschen, Tieren und in Futtermitteln nachgewiesen werden. Da jährlich ca. 38 Millionen Tonnen GVO-Soja (Gentechnisch veränderte Organismen) insbesondere von USA, Brasilien und Argentinien importiert werden, erfolge die Kontamination von Menschen und Tieren in Europa hauptsächlich über die Nahrung oder durch importiertes Tierfutter. Sogar Katzen- und Hundefutter enthielten hohe Mengen an Glyphosat. Nicht nur im Urin, sondern auch in Organen und Fleisch sei die Chemikalie nachweisbar. In USA und Südamerika, wo das Mittel schon in den 70ern zugelassen wurde, sei es schon im Trinkwasser angelangt.

Außerdem sei es in Baumwollprodukten, wie zum Beispiel Verbandsmaterial und Tampons, aber auch im Bier zu finden… Ganz besonders erschreckend sei, dass Kleinkinder inzwischen sogar stärker kontaminiert sind als Erwachsene.

Danach widmete sich die Referentin den Erkrankungen, die durch Glyphosat ausgelöst werden. Auffallend ist zunächst ein im Zusammenhang mit verstärktem Einsatz proportionaler Anstieg von chronischem Botulismus, einer lebensbedrohlichen Vergiftung, bei Kühen. Das Herbizid erzeugt außerdem Mangelsituationen in Tieren; insbesondere bestimmte Spurenelemente und Vitamine können nicht mehr aufgenommen werden, sodass der Stoffwechsel schwer geschädigt wird. Es beeinflusst insbesondere die Magen-Darm-Flora letztlich auch im Menschen, aber beispielsweise auch bei Bienen, schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko von Autoimmunerkrankungen.

Es schädigt Organe, beeinflusst den Leberstoffwechsel, zerstört Hormone, reduziert die Fruchtbarkeit und produziert u.a. langsame, kaum heilbare Entzündungen. Laut einer Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) von 2015 ist es wahrscheinlich krebserregend. Die Fotos von schwer missgebildeten Ferkeln, in denen Glyphosat nachgewiesen wurde, erzeugten bei allen Teilnehmern tiefes Unbehagen.

Zuletzt sprach Prof. Dr. Monika Krüger Lösungsansätze an. Kurz- und mittelfristig sei durch Einsatz von Huminsäuren, Pflanzenkohle und Zeolithen die Glyphosatwirkung auf Menschen, Tiere und Böden zu neutralisieren. Langfristig sei ein schrittweiser Ausstieg erstrebenswert und möglich. Auch digitale Technologien und moderne Bewirtschaftungsformen aus dem Biolandbau sollten vermehrt in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen.

„Wir erkennen wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs“, sagte die Referentin. Es müsse mehr nach komplexen Zusammenhängen geforscht werden, um die Wirkungen auf Gesundheit und Insektensterben abzuklären. Notwendig seien auch mehr Forschungsmittel für unabhängige Institute zur Erstellung tiefergehender Studien.

Im Anschluss an den spannenden Vortrag fand eine lebhafte Diskussion statt, in der verschiedene Standpunkte über konventionelle und ökologische Landwirtschaft ausgetauscht wurden mit dem Ziel, zukunftsträchtige Lösungen zu ermitteln. Alle Teilnehmer nahmen von dem anregenden Abend viele, teils beunruhigende Erkenntnisse und viel Nachdenklichkeit mit.

2-Bund_Naturschutz_Rottal_Inn_Nadia_Baumgart

Ich freue mich, dass mein Artikel auch in der lokalen Presse PNP veröffentlicht wurde:

https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/3108273_Glyphosat-Fluch-oder-Segen.html?fbclid=IwAR1Canfh6UJGyVpoj8gaIEtyxTioiAx8sNmR8lMwD0nUTp9FIxsnU1yn6vU

https://rottal-inn.bund-naturschutz.de/aktuelles.html#c104773

Glyphosat

 

Paysage d´automne

Landschaft_Malerei_Nadia_Baumgart

Rottaler Landschaft – Aquarell – Watercolour

Rottaler Landschaften

Rottaler_Landschaften_Malerei_Nadia_Baumgart

Landscape – Watercolour

Manchmal kann es auch karg wirken, das Rottal in Niederbayern…