Das wilde Eck

Heute habe ich mir nochmal das „wilde Eck“ am Kurpark Bad Birnbach angeschaut. Es ist ein schützenwertes Auenwäldchen in der Nähe der Rott.

Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, dass der „Urwald“ sich sehr schön entwickelt. Wir brauchen viele wilde Ecken, um Vögel und Pflanzen einen Schutzraum zu gewähren. Ich hatte schon einmal darüber berichtet: https://nadiapittura.com/2019/07/01/das-wilde-eck/

Das wilde Eck in Bad Birnbach
Das wilde Eck gedeiht.
Ein kleiner Urwald. Genau so etwas brauchen Schmetterlinge, Pirol und Specht

Die Zukunft unseres Waldes

A hike through our forest organized by the nature conservation union. The main subject: the conifer populations afflicted by bark beetles. The main question: What the forest of the future might look like.

Kahlflächen aufgrund der massiven Abholzung von Fichtenwäldern sieht man nicht nur im Inntal immer öfter.

Am Sonntag fand die alljährliche Waldwanderung auf dem Schellenberg statt. Über das diesjährige Thema „Borkenkäfer – Katastrophe oder Geburtshelfer?“ fanden schon gleich am Treffpunkt angeregte Diskussionen zwischen den zahlreichen Teilnehmern, unter denen sich auch mehrere Waldbesitzer befanden, und dem Förster statt. Damit befanden sich alle Anwesenden schon mitten im Thema. 

Die Veranstaltung ist wie üblich in Zusammenarbeit mit der BUND Naturschutz-Ortsgruppe organisiert worden.

Im Rahmen des von der Stadt Simbach organisierten Sommerprogramms fand die alljährlich von Förster Reichenwallner geleitete Waldwanderung auf dem Schellenberg statt
Die Fichte hält dem Klimawandel nicht Stand

Nun ging es die Marienhöhe hinauf, einen ursprünglich als Park konzipierten Laubwald am Südhang des Schellenberges. Mehrere größere Kahlschläge weiter oben im Fichtenwald und hohe Holzstapel am Wegesrand zeigten, wie stark der Borkenkäfer auch im Inntal den Wald verwandelt. „Die Fichte hat bei uns ausgedient“, so Reichenwallner. Denn was inzwischen für alle offenkundig sei, könne auch die Wandergruppe auf ihrem Weg immer wieder eindeutig feststellen.

Diese Hundedame war auch dabei und schaute zuversichtlich in die Zukunft…

Dass der Störenfried jedoch so winzig ist, darüber wunderten sich die Mitwanderer, als der Förster einen Borkenkäfer in einer Rinde zeigte: das Insekt erreicht eine Körperlänge von ca. 5 mm. Die Fichte sei in höheren und kühleren Lagen heimisch und vor über 250 Jahren bei uns eingeführt worden; dieser Nadelbaum komme offenkundig mit dem schnellen Klimawandel nicht zurecht und könne sich aufgrund der Trockenheit nicht mehr durch Harzbildung gegen das zerstörerische Insekt wehren.

Dabei sei schon im 19. Jahrhundert von Wissenschaftlern vor Fichtenmonokulturen gewarnt worden. Vor dem flächendeckenden Einsatz der Fichte wuchsen in unseren Wäldern vornehmlich Eiche und Buche, begleitet von anderen Baumarten wie beispielsweise Kirsche, Ahorn und Tanne.

So winzig ist er, der Borkenkäfer!
Neophyten auf den Brachflächen

Die derzeitigen massiven Abholzungen veränderten mit großen Kahlflächen das Gesicht des Waldes. Auch diese Flächen werden rasch wieder besiedelt. Als erstes zeigte Michael Reichenwallner auf das rosa blühende Indische Springkraut. Diese ursprünglich aus dem Himalaya stammende Pflanze sei als Bienenfutter- und Zierpflanze nach Europa importiert worden und verdränge durch ihr rasches Wachstum teilweise die heimische Vegetation.

Dann machte Reichenwallner auf besonders große Exemplare der Schwarzen Tollkirsche, auch „Belladonna“ (italienisch für „schöne Frau“) genannt, aufmerksam. Wolliger Schneeball und Brombeere gehörten auch zur Kahlflächen-Flora. So schaffe der sich explosiv ausbreitende Käfer auch neue Lebensräume für heimische Pflanzen und solche, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren (Neophyten).

Die Teilnehmer der Waldwanderung in Simbach

Da das „Käferholz“ keine technischen Mängel vorweise und es zurzeit in großen Mengen verfügbar sei, sei es sinnvoll, es vermehrt als Bauholz einzusetzen. Nun kam die Gruppe an einer Lichtung vorbei, in der Eberesche, Birken hochschießen, in deren Schatten schon erste junge Buchen sprießen: „Der Wald verjüngt sich von alleine, wenn man Zeit und Geduld mitbringt“, so der Förster. Die Anforderungen der Forstwirtschaft lassen jedoch leider keine Muße zu.

Mit Zeit und Geduld verjüngt sich der Wald selbst. Zuerst besiedeln oft Brombeeren, Sträucher und erste „Pionierbäume“ wie die Birke die Kahlflächen. In deren Schatten wachsen dann Buche, Eiche und Tanne heran.
Man ist im Blindflug

Jetzt ging es an teilweise eingezäunten Neupflanzungen vorbei. Es werde nun mit einheimischen und Fremdbaumarten experimentiert. Wie der Wald der Zukunft aussehen werde, könne derzeit trotz aller Studien und Untersuchungen und aufgrund der Schnelligkeit des Klimawandels niemand sagen. „Man ist im Blindflug“, so der Förster. Dies zeigte er auch am Beispiel einer Strobe oder Weymouth-Kiefer, die vor einigen Jahrhunderten aus Nordamerika eingeführt worden und inzwischen in unseren Graden zum Opfer einer Pilz-Krankheit geworden sei.

Nebenher wurden am Wegesrand auch Pilze wie Hexenröhrling, Birkenporling und Maronen sowie allerlei Sträucher bestimmt.

„Es gibt selten Schaden ohne Nutzen“ schloss Brigitte Schwarzbauer und freute sich, dass die Wanderung so viele interessante Gespräche ausgelöst habe: „Das war eine richtige Expertenrunde“. Jeder habe etwas mitgenommen, egal ob er den Wald selber nutze oder nur am Thema interessiert sei.  Auf die Veranstaltung im nächsten Jahr freue sie sich jetzt schon.

Beitrag über Waldwanderung zum Thema Borkenkäfer, 2019, von Nadia Baumgart
Beitrag in der PNP

Magic light

Magic light in the Bavarian Forest

Magisches Licht. Unglaublich schön war es heute im Bayerischen Wald. Schwarzes Wasser. Leuchtendes Grün. Satter Sommerduft. Ein Trauermantel  (Nymphalis antiopa) ließ sich auf Berndts Hand nieder und wollte nimmer fort.

Trauermantel

Auch die Vielfalt der Moose hat mich bezaubert. Manche sind sternförmig, andere hängen wie grünes Fell von Steinen, manche blühen gar.

Und doch gingen mir einige Schlagwörter durch den Kopf: Borkenkäfer, Klimawandel, sterbende Regenwälder…Trotz aller Sorge überwiegt dann das Tröstende, die Schönheit und die Hoffnung, dass alles wieder gut wird. Im Wald. Auf unserer Welt.

Natur und Glauben

Nature and Faith – more in English below

Gestern mit dem Radl im Kollbachtal gewesen. Was für ein wunderbarer Tag! Die Highlights verrate ich gleich: den Eisvogel und ganz viele Kiebitze!

Ein besonderes Tal

Eisvogel
Ein Eisvogel im Kollbachtal – Kingfisher in Lower Bavaria

Aber eins nach dem anderen. Seit 3 Jahren schon erkunden wir unseren weitläufigen Landkreis und haben immer noch viele Gegenden nicht gesehen. Ins Kollbachtal wollte ich eigentlich schon immer. Gerade weil ich Widersprüchliches über diese Region hörte, wollte ich mir einmal selber ein Bild machen. Es sei so schön, hieß es. Andererseits gelangte die Kollbach 2015 zu trauriger Berühmtheit: dort flossen Unmengen an Gülle aufgrund eines Unfalls in einer Biogasanlage in ein bisher gesundes Gewässer, in dem es noch Muscheln, Edelkrebse und die seltene Mühlkoppe gab. Tonnen von toten Fischen wurden damals geborgen. Diese Umweltkatastrophe wird wohl die Artenvielfalt im Bach auf Dauer beeinträchtigen.

Die mäandernde Kollbach

Jedenfalls haben wir uns gestern entschieden, von Malgersdorf aus über Arnstorf nach Mariakirchen den Kollbachradweg entlang zu radeln. Gleich zu Anfang war ich regelrecht begeistert: endlich mal ein Radweg mit langen nicht asphaltierten Abschnitten. Strecken am Wald entlang, dann wieder am Wasser. Durch stille Dörfer. Nur die kurzen Strecken auf der Staatstraße waren für uns Radfahrer unangenehm bis gefährlich. Ansonsten weite, ruhige Landschaften, am Horizont immer ein Kirchturm, Wiesen, Vögel. Plötzlich auch ein Eisvogel, der uns wohl nicht erspäht hatte und in flinken Sturzflügen versuchte, Fische zu fangen.

Kiebitze vor einem Landschaftsgemälde. Welch eine Kulisse!

Beim Radeln beten

Was das mit dem Glauben zu tun hat? Nun, während der ganzen Fahrt betete ich. Berndt ging es wohl ebenso. Denn wir wussten: Ein Mensch, den wir beide lieben, wird gerade einer schweren Operation unterzogen. Spontan hielten wir an der Pfarrkirche „Mariae Himmelfahrt“ von Arnstorf, sie ist bekannt als der „Dom des Kollbachtales“. In der Stille beteten wir. Ich stellte mir hundert Engel vor, die die Kranke während der OP bewachten.

Der „Dom des Kollbachtals“

Natur als Kirche

Auf der letzten Strecke machten wir immer wieder halt, um zu reden. Über das Leben. Über den Tod. Über das seltsame Gefühl, das einen beschleicht, wenn man durch die schönste Natur geht, den Duft des Waldes aufsaugt, die Sonnenstrahlen auf der Haut spürt und dabei denkt, dass man sterben wird. Dass andere sterben werden und wir auch. Alle. Auch der Greifvogel, der da oben seine Runden dreht. Auch ich. Wir sprachen von den Ähnlichkeiten zwischen den drei monotheistischen Religionen und vom Begriff der Sünde. Was ist das überhaupt, Sünde? Was ist Schuld? Ich erinnere mich an einen Satz, den man mir einmal sagte: „Sünde, das ist eine Bewegung, die uns von Gott entfernt.“ Eine Bewegung, die wir aus freiem Willen gehen. Weggehen von Gott. Wegschauen. Ist es das? Immer wieder habe ich mich gefragt: Was heißt das denn, sich von Gott entfernen?

Hoffnung strahlt

Leid und Jubel

Inzwischen glaube ich, diese Entfernung könnte man mit „Hoffnungslosigkeit“ übersetzen. In unseren Religionen gibt es ja zwei Seiten. Einerseits spricht man vom Leid, von Schuld und von der irdischen Welt als Tal der Tränen. Andererseits gibt es den anderen Aspekt vom Jubel, dem Lob, dem Jauchzen, der überschwänglichen Freude Gott gegenüber. Von der Dankbarkeit, an seiner Schöpfung teilhaben zu dürfen. Manchmal denke ich mir, dass diese Seite zu selten zum Ausdruck kommt.

Wir dürfen hoffen und glücklich sein. Wir dürfen auf die Schönheit der Natur zeigen und sagen: schaut, all dies ist uns gegeben worden. Und uns zusammen an ihr erfreuen. Ist das nicht kindisch? frage ich mich innerlich leise. Aber eine Stimme in mir sagt mir: das ist nicht kindisch. Das ist mutig!

Unsere Schwester Mutter Erde

Ich denke an den Sonnengesang von Franz von Assisi: „Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.“

Kiebitze als Schauspieler

Wir fahren weiter, ganz voller Gedanken. Bewundern das Schloss in Mariakirchen. Denken an den lieben Menschen, der gerade im OP-Saal liegt. Auf dem Rückweg begegnen wir ganz vielen Kiebitzen. Welch eine Freude! Bevor sie im Herbst ziehen, sammeln sie sich auf abgeernteten Feldern. Das Witzige hier: sie sammelten sich ausgerechnet vor einem Hof mit bemalter Fassade. Das Wandgemälde zeigt eine bayerische Landschaft mit Kühen. Wie Statisten vor einer Theaterkulisse erschienen sie mir. Leider gab gerade dann meine Kamera den Geist auf, sodass ich sie nicht richtig heranzoomen konnte.

OP gut überstanden

Kaum zu Hause kommt die Nachricht: „OP gut überstanden!“. In der Nacht chatte ich noch mit der frisch Operierten und denke mir: Hoffnung ist wie ein Gebet. Es ist etwas Wunderschönes, Kraftspendendes. Und zuletzt nur noch das eine Wort im Kopf, in der Seele: Danke!

Nature and Faith

Yesterday we went for a bike tour in a wide valley in our surroundings in Lower Bavaria. We were very concerned about the health of a dear person that we both love and that had to undergo a serious operation on that day. We cycled and prayed at the same time.

It was touching to pray in the nature and to reflect about life, death and hope looking at the beauty of flora and fauna. We saw a kingfisher and lapwings. Back home, very good news:  the surgery was successful! What a great joy.

Free energy

Visit of an environmentally friendly solar field in Lower Bavaria. An example of sustainable and regional power generation, at the same time enhancing biodiversity.

Für eine Energiewende im Einklang mit der Natur

Auf dem Solarfeld im niederbayerischen Bodenkirchen

 „Ganz nach dem Sardinenschwarm-Prinzip wollen wir gemeinsam den täglichen Wettkampf mit den Großkonzernen aufnehmen.“ Dieser Satz steht auf einer Broschüre der Erzeugergemeinschaft für Energie in Bayern. Das klingt rebellisch und spannend. Als nun der vor kurzem gegründete Verein „HeimatUnternehmen zwischen Isar und Inn“ zu einer Besichtigung des Solarfeldes in Bodenkirchen im niederbayerischen Landkreis Landshut einlud, dachten Berndt und ich: „Da müssen wir hin!“.

Ganz leicht zu finden war das Solarfeld nicht. Zuerst ging es durch einige Dörfer und zuletzt durch weite Felder bis zu einem eingezäunten Gelände, das sich inmitten von Büschen, Bäumen und Wiesen befindet.

Empfangen wurden wir direkt unterhalb des Solarfeldes von den Vorsitzenden des Vereins HeimatUnternehmen, Mia Goller und Andreas Engl. Kaum waren alle Besucher eingetroffen, führte uns Solarfeldbetreiber Andreas Engl in sein Reich ein.

Schafe grasen in der Solaranlage

Für regionale und nachhaltige Stromerzeugung

Als Vorstandsvorsitzender der EEB eG (Erzeugergemeinschaft für Energie in Bayern eG) und Gründer der Regionalwerke GmbH & Co. führt er mit Leidenschaft in das komplexe Thema „erneuerbare Energien“ ein. Er erzählt davon, wie Strom nachhaltig produziert werden und die Energiewende stattfinden kann, ohne die Natur zu zerstören.

Auf insgesamt 2,6 Hektar hat er im Jahr 2012 eine Solaranlage auf einer ehemaligen Lehmgrube in Hanglage gebaut und eine überverhältnismäßig große Ausgleichsfläche geschaffen. Die erzeugte Energie kann 350 Haushalte im Jahr versorgen. 1,7 Millionen Euro hat er in das familieneigene Grundstück investiert. „Gerade weil es der Familie gehört, muss es besonders schön sein“, so Engl. Dass Landbesitz auch zu verantwortungsvollem Umgang mit der Natur verpflichtet, ist für ihn selbstverständlich. Mir geht durch den Sinn: „Schön wär´s, wenn alle Landbesitzer solch ein Verantwortungsgefühl besäßen!“

Besuch des Solarfeldes im niederbayrischen Bodenkirchen. Eine Veranstaltung der HeimatUnternehmer zwischen Isar und Inn.
Die Besucher der Solaranlage mit Andreas Engl

Andreas Engl setzt sich leidenschaftlich für regionale Energieerzeugung ein und stellt fest, dass der Verbraucher bis heute leider keine Möglichkeiten hat, mit seinem Stromanbieter eine regionale Energiewende zu unterstützen. „Ökostrom ist ein ‚Green Washing‘- Produkt, mit dem Verbraucher hinter`s Licht geführt werden“, beklagt der Energiemanager und wirbt für mehr Transparenz im Stromhandel. Absurd sei es, dass Strom, der dezentral und regional produziert werde, noch zentral über die Leipziger Strombörse gehandelt werden müsse. Aus diesem Grund arbeitet er mit verschiedenen Unterstützern an einer regionalen Stromhandelsplattform  und an einem „Eier-Code“ für jede kWh, als eindeutigen Herkunftsnachweis.

Wie Landwirte, die in der Region für die Region produzieren, so wollen auch wir Energieerzeuger ‚Energiewirte‘ sein. Erst wenn die regionale Produktion nicht ausreicht, sollte Strom überregional an der Leipziger Börse gekauft werden.“ Das erhöht die regionale Wertschöpfung und auch die Energieunabhängigkeit. Es gebe jedoch unzählbar viele Argumente für dezentrale Energie. Wer das Thema vertiefen möchte, findet hier mehr Info: https://regionalwerke.com/  oder unter https://www.eeb-eg.de/

Auch Hund Daschi hört konzentriert zu

Ein Paradies für Pflanzen und Tiere durch doppelte Flächennutzung

Nun wurden die Besucher durch die Ausgleichsfläche rund um das eingezäunte Solarfeld geführt. Die Obstbäume der Streuobstwiese biegen sich unter der Last von Äpfeln und Birnen. Üppige Wildgräser blühen, Brombeeren säumen den Weg, im Solarfeld grasen Schafe, Totholz liegt herum, Trockenmauern schaffen Platz für Reptilien. „Hier gibt es Eidechsen ohne Ende!“ sagt Engl begeistert. Das Solarfeld, das schon als „die umweltfreundlichste Solaranlage Bayerns“ bezeichnet worden war, sei eine Oase für Tiere und Pflanzen inmitten einer von Monokultur geprägten Landschaft.

Bisher wurden auf dem Grundstück schon über 500 Tier- und Pflanzenarten dokumentiert, darunter auch sage und schreibe 81 Spinnenarten. Ein besonderes Highlight sei der Wiedehopf gewesen, der sich einmal in der Anlage aufgehalten habe. Prompt baute der Naturfreund Engl eigens für ihn einen Brutkasten mit Kamera. Bisher sei er nicht wieder erschienen, aber vielleicht entscheide er sich doch einmal für das bequeme Zuhause.

Die Streuobstwiese ist übrigens in Zusammenarbeit mit Kindern einer Schulklasse angelegt worden; der „Lebensturm“ fungiert als grünes Klassenzimmer und Führungen werden regelmäßig organisiert.

Unter einem Mirabellenbaum wird im goldenen Abendlicht Rast gemacht. Den Abend lässt man am unten gelegenen Teich in romantischer Atmosphäre ausklingen, während „Oichkatzerln“ durch die Äste rascheln.

Ein Brutkasten für den Wiedehopf

Zuletzt erzählt Mia Goller von der HeimatUnternehmen-Gruppe. Diese sei im Aufbau und wolle Leute, die die Region wertvoll machen, miteinander vernetzen und Inseldenken aufbrechen. Das sei an diesem Abend wohl gelungen, schmunzelt sie mit Blick auf die Gäste. Denn wo finden sich schon Stromerzeuger, Fotografen, Kaffeeröster, Alpakazüchter, Graphikdesigner und Bierbrauer zusammen? Supportive Leader Regina Westenthanner fügt warmherzig hinzu: „Wir wollen ein Netzwerk aufbauen, das lebt, atmet und pulsiert.“

Die Welt ein bisschen besser machen

Nachdenklich gehen wir in der Dämmerung den Weg durch das kleine Wäldchen zurück zum Auto. Mit Leidenschaft und Wissen kann man tatsächlich die Welt etwas besser machen, denke ich, während Fledermäuse über unsere Köpfe hinweg flitzen.

Und noch etwas mehr Info über den Artenschutz auf dem Solarfeld:

https://land-belebt.bayern/projekte/artenschutz-unter-strom

Beauty of nature

Meanwhile, many species survive only in protected environments. We were so lucky today to see a smooth snake and a swallowtail butterfly in the European nature reserve Lower River Inn.

Schwalbenschwanz -Swallowtail butterfly (Papilio machaon)

Viele Arten begegnen uns nur noch dort, wo die Natur geschützt wird. Heute hatten wir das große Glück, gleich zwei seltene Arten zu sehen: eine Schlingnatter (Coronella austriaca) und einen Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ! Und zwar im Naturschutzgebiet Europareservat Unterer Inn.

Schlingnatter und Schwalbenschwanz im Europareservat Unterer Inn
Schlingnatter – Smooth snake

Hoffnung für den Hirschkäfer

1_Hirschkäfermeiler_in_Tann_Nadia_Baumgart
Bau eines Hirschkäfermeilers in Tann

The regional group of our nature conservation association has built a breeding ground for stag beetles last week with the help of students.

4_Hirschkäfermeiler
Die Eichenstämme werden zusammengedrückt

Letzte Woche wurde von der BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn ein Hirschkäfermeiler in Tann gebaut. Ich durfte berichten; den Text findet Ihr unten im Link.

Wenn man bedenkt, dass ein Hirschkäfer seine ganze Entwicklung im Totholz durchlebt und dazu bis zu 7 Jahren (!) braucht, versteht man gleich, dass dieser seltene Käfer Hilfe braucht. Denn in den wenigsten Wäldern wird Totholz so lange liegen gelassen. Es war schön zu sehen, wie engagiert die Schüler der Grund- und Mittelschule Tann mitgeholfen haben, den Meiler aus Eichenholz zu bauen.

Da diese Käferwiege, die noch viele andere Käferarten anziehen kann, am Waldrand liegt, konnte ich auch das rege Leben auf der blühenden Wiese beobachten: Schmetterlinge und eine Zwitscherschrecke.

9_Schachbrett_auf_Origano
7_Zwitscherschrecke_Nadia_Baumgart

Hier mehr vom Hirschkäfermeiler: https://rottal-inn.bund-naturschutz.de/

Und der Beitrag in der PNP:

Bau eines Hirschkäfermeilers in Tann
Bau eines Hirschkäfermeilers in Tann