Wie schlägt ein Bärenherz?

Das Besucherzentrum Naturium am Inn in Ering ist endlich wieder geöffnet – Die Ausstellung ist sehr sehenswert!

Das Naturium am Inn in Ering ist endlich wieder für Besucher geöffnet (seit Donnerstag, dem 27. Mai). Das Naturium ist ein grenzübergreifendes Besucher-, Naturschutz- und Umweltbildungszentrum am Europareservat Unterer Inn.

Jetzt kann man also auch noch die Ausstellung „Die großen Vier“ besuchen. Das ist eine Wanderausstellung des BUND Naturschutz. Mit den „großen Vier“ sind gemeint: Bär, Wolf, Luchs und Mensch. Die Frage ist: Wie geht der Mensch mit den drei großen Säugetieren um und wie leben diese drei? Spannende Antworten gibt es nicht nur auf 14 Plakaten, sondern auch an interaktiven Stationen. Eine ganz tolle Sache auch für Kinder, die dabei spielerisch viel lernen können.

Wir waren heute dort und durften an den Stationen den Herzschlag von Bär und Murmeltier sowie das Heulen von Wölfen hören!

Außerdem blüht zurzeit viel am Inn-Damm – auch das Knabenkraut! Schaut einfach mal vorbei 😊

Hier mehr zum Naturium, Öffnungszeiten, Voraussetzung für den Besuch und mehr :

https://www.naturium-am-inn.eu/

Eine spannende Ausstellung über den Umgang Mensch – Bär – Wolf – Luchs
Das Knabenkraut blüht gerade am Inndamm
Und hier ein Film! Dann ist man gleich dabei!

Das Wilde Eck im Juni

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Das Wilde Eck: Ein Stück Urwald an der Rott

Heute war ich mit Vogel- und Insekten-Experten Walter Sage bei regnerischem Wetter in Bad Birnbach unterwegs. Zuerst im „Wilden Eck“, dann am Fischweiher. Dabei wurde wieder klar, wie artenreich und schützenswert unsere heimische Natur ist.

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Artenreiche Biotope im Rottal bei Bad Birnbach

Ich freue mich, jetzt noch mehr Einzelheiten zu unserer Natur an Kurpark und Rott weitergeben zu können. Die Artenvielfalt in unserer Landschaft ist einfach erstaunlich und es ist erfreulich, sie besser kennenzulernen.

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Experte Walter Sage bei der Bestimmung von Insekten

Das „Wilde Eck“:  Das „Wilde Eck“ ist ein Biotop gemäß §30 BNatSchG. Das Weidengehölz südlich des Kurparks Birnbach ist seit 1987 amtlich biotopkartiert. Letztes Jahr hatte bereits ein Pflanzenexperte Baum- und Pflanzenarten definiert. Hier noch einmal die Liste:

Baum- und Straucharten: Weide, Erle, Pappel, Birke, Ulme, Holunder, Weißdorn, Schneeball, Hartriegel, Feldahorn, Pfaffenhütchen

Pflanzen: Brennnessel, Brombeere, Himbeere, wilder Hopfen, Königskerze, Braunwurz, Farn, Schilf und Rohrglanzgras

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Die Große Pechlibelle

Nun kann ich dank Walter Sage auch die Vogelliste ergänzen und die Insekten bestimmen:

Vögel: Jungpirole waren zu hören! Das heißt, dass die Pirole bei der Brut erfolgreich waren! Neben Buntspecht, Grünspecht, Mönchsgrasmücke, Goldammer, Kleiber, Stieglitz, Girlitz bestimmte der Experte auch eine Dorngrasmücke und den GelbspötterElstern, Stare, Grauschnäpper, Zilpzalp, Fitis und Buchfink waren auch dabei. Der Turmfalke rüttelte am Himmel über dem Gebiet, Ringeltauben flogen über die offene Fläche und der Kuckuck wurde im Frühling mehrfach gehört. Nachtrag April 2021: Der erste Kuckuck der Gegend war hier im Wilden Eck zu hören. 16. Mai 2021: Neuntöter-Weibchen füttert ihre Brut im Gebüsch. 9. August 2021: Schwarzspecht.

Das sind schon über 20 Vogelarten in dem kleinen Paradies. Viele davon brüten in den Bäumen.

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Lederwanzen unter einem Blatt

Insekten: Kürzlich wurde der seltene und geschützte Weberbock (Lamia textor) im Wilden Eck gesehen. Aus dem Grund sollten auch tote Stämme vor Ort gelassen werden und Bäume, wenn sie aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen, nur gekürzt werden.  Heute zeigten sich gleich mehrere Libellenarten gezeigt. Darunter die Blaue Federlibelle, die Gebänderte Prachtlibelle, die Große Pechlibelle. Außerdem wurden bestimmt: Der Ockergelbe Blattspanner, der Braunstirn-Weißspanner, Lederwanzen, Streifenwanzen, Prachtkäfer, Brombeertriebwickler, Schlupfwespen und Stolperkäfer. 20.05.2021: Gemeine Keiljungfer.

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Der Langhornfalter (Nemophora degeerella)

Der Fischweiher: Ein Biotop am abgeschnittenen Bogen der Rott südlich vom Birnbacher Kurpark mit Gewässer-Begleitgehölzen. Hier wächst eine reiche Vegetation an Bäumen, Sträuchern und Stauden, die seit einigen Jahren auch vom Biber mitgeprägt wurde. Dieser hat hier Platz geschaffen für neue Bäume, junge Eichen und Erlen, aber auch Stauden, Karden und Königskerzen.

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Gewöhnlicher Schaufelläufer(Cychrus caraboides

Während eines ganz kurzen Durchgangs wurden heute bestimmt:

Vögel: Blau- und Kohlmeise, Zaunkönig, Zilpzalp, Buchfink, Pirol, Eisvogel, Girlitz, Amsel und Rotkehlchen.

Insekten: der schöne und metallisch glänzende Langhornfalter saß auf den Brennnesseln. Ein Stolperkäfer zeigte sich sowie Nesselzünsler und ein Gewöhnlicher Schaufelläufer fand sich im Totholz.

Über das Wilde Eck habe ich schon mehrmals berichtet: Hier der letzte Bericht vom Mai:

https://nadiapittura.com/2020/05/26/das-wilde-eck-im-mai/

Käfer
StolperkäferValgus hemipterus
Gewöhnlicher SchaufelläuferCychrus caraboides
PrachtkäferAgrilus spec.
Schmetterlinge
Ockergelber BlattspannerCamptogramma bilineata
Braunstirn-WeißspanneCabera exanthemata
Kleinschmetterlinge
LanghornfalterNemophora degeerella
NesselzünslerSitochroa ruralis
BrombeertriebwicklerEpiblema uddmanniana
Artenliste Wildes Eck in Bad Birnbach
Das Wilde Eck im August 2021

Das grüne Wunder

A green wonder: The Lower Inn European Nature Reserve stretches across the border 55 kilometres of river on the Bavarian/ Austrian border.

Oben am Inndamm

Das Projekt „Durchgängigkeit und Lebensraum“ am Kraftwerk Ering-Frauenstein im Europareservat ist nun abgeschlossen – Kaum zu glauben: es war eine der größten Baustellen Niederbayerns der letzten Jahre. Das Projekt umfasst ein Umgehungsgewässer sowie die Revitalisierung und Vernetzung der vom Inn abgekoppelten Auenlandschaften. Die gewaltigen Bauarbeiten wurden in den Jahren 2018 und 2019 durchgeführt.

Gestern stießen wir auf diese Schlingnatter (Coronella austriaca)

Sie sind vor kurzem abgeschlossen worden. Nun ist ein Tier- und Pflanzenparadies entstanden, das hier und da noch etwas kahl wirkt, aber bald ganz zuwächst. Insel-Nebenarmsysteme wurden hergestellt. Es sollen inntypische Lebensräume wiederentstehen – mit flachen Kiesufern.

Hier ein Kurzfilm über diese spannende Gegend:

Das Europareservat Unterer Inn im Mai 2020

Zur Erinnerung: So sah es im September 2018 aus:

https://nadiapittura.com/2018/09/14/europareservat-unterer-inn-2/

Ein toller Tag

Gleich ein Fasanenpärchen erwischt!

Quelle journée merveilleuse!

Blühende Sonnenblume Ende Oktober – Man weiß nicht so recht, ob man sich darüber freuen sollte. Jedenfalls sah sie schön aus in der Herbstsonne…
Die beiden tragen eine edle Algenkette, weil sie gerade gegründelt hatten.
Eine Kolonie Kormorane. Sie haben sich lautstark unterhalten
Der Abend klang romantisch aus…
Abendstimmung
Die Krähen flogen in der Dämmerung.

Naturwunder

Großer Pfahl in Viechtach

Yesterday we saw a geological monument in the Bavarian Forest (more in English below)

Auf dem Weg zu unserem Tschechisch-Kurs in Regen haben wir gestern einen Abstecher zum “Großen Pfahl” in Viechtach im Bayerischen Wald gemacht. Beeindruckend! Die Felsformationen erinnerten mich hier und da an Menhire, aber auch an Küstenformationen in Südeuropa. Eine schöne Ringelnatter, „Oichkatzerl“ und viele Vögel sind uns auch begegnet.

Bizarre Felsformationen

Der Pfahl ist ein seltenes Zeugnis für die Urgewalt der Natur. Der mit Quarz gefüllte Riss im Gebirgsgrund des Bayerischen Waldes ist in mehr als 300 Millionen Jahren entstanden. Über nahezu 150 Kilometer erstreckt er sich. Und an den wenigen Stellen, an denen der Pfahl an die Oberfläche tritt, sind diese bizarren Felsformationen zu bestaunen.

Blindschleiche in der Sonne

//More in English: A quartz crystal filled split in the mountain ground of the Bavarian Forest has developed in more than 300 million years. It is over 150 kilometres long. At a few spots, at which it comes through the surface, bizarre rock formations can be admired. The pale is one of the most important geological monuments of nature in Bavaria.

Großer Pfahl in Viechtach
Ein Kleiber schaute auch vorbei