Magische Momente an der Rott

Waldwasseläufer - Tringa ochropus
Waldwasserläufer an der Rott

Green Sandpiper (Tringa ochropus) and common Sandpiper (Actitis hypoleucos) at our river in Bavaria

An der Rott bei Bad Birnbach saß gestern Abend ganz still ein Waldwasserläufer am Ufer. Über ihm flogen zwei Eisvögel hin und her. Solche Momente wirken auf mich wie Magie. Waldwasserläufer liebe ich, erst seitdem ich in Niederbayern lebe, kenne ich sie. Seit 1983 brütet der Waldwasserläufer in Bayern alljährlich, hat aber meist nur verstreute lokale Einzelvorkommen. In Bayern wird er als Brutvogel als extrem seltene Art eingestuft. (Info LfU).

Flussuferläufer sucht nach Nahrung an der Rott

Zuvor haben wir noch einen Flussuferläufer gesehen. Auch er ist ein Schnepfenvogel. Meist sehe ich ihn an der Rott an Stellen, wo das Wasser rasch über Steine fließt, denn genau dort scheint er öfter nach Nahrung zu suchen. Was er gar nicht mag, sind Flussregulierungen und Kanalisierungen. Schön, dass es ihn hier noch gibt! Anfänglich konnte ich Waldwasserläufer und Flussuferläufer kaum voneinander unterscheiden, obwohl der Flussuferläufer kleiner ist. Inzwischen orientiere ich mich hauptsächlich an dem weißen Fleck vor dem Flügel des Flussuferläufers, so erkenne ich ihn am ehesten.

Er mag es, wenn das Wasser rauscht

Zuletzt liefen uns auch die Birnbacher Störche über den Weg.

Die Birnbacher Störche unterwegs
Storch Bad Birnbach
Romantische Eindrücke

Und wieder eine Neuigkeit an der Rott! Gestern flitzte ein Schnepfenvogel hin und her und sah irgendwie etwas anders aus als diejenigen, die ich sonst hier mit der Kamera erwischt habe. Leider habe ich ihn nur von weitem und verwackelt fotografieren können, aber ich habe mich so gefreut, hier wieder ein Tier gesehen zu haben, das ich bisher nie gesehen hatte!!!

Ein Ornithologe klärte mich auf: Es ist ein Bruchwasserläufer (Tringa glareola)! Vor 200 Jahren brütete er noch in Deutschland, aber da die meisten Moore trockengelegt wurden, tut er dies nur noch im Hohen Norden, Skandinavien, Norwegen, Sibirien, aber auch in Schottland. Als Brutvogel ist er hier ausgestorben, als (Herbst-) Durchzügler ist er in Bayern hier und da noch zu sehen.

Faszinierend finde ich, dass er mit seinen Füßen auf Algen und Wasserpflanzen laufen kann.

Bruchwasservogel an der Rott bei Bad Birnbach
Der Bruchwasserläufer  (Tringa glareola) an der Rott / Chevalier sylvain

#rottalinn #rott #vogelbeobachtung

Spätsommer-Impressionen

Feldhase – Lièvre -Hare

Heute Morgen wurde ich von diesem schönen Feldhasen beobachtet.

FR: Ce matin, un lièvre m´a observé pendant ma promenade.

Streuobstwiese

Dieser alte Apfelbaum trägt viele Früchte

J´aime les vieux pommiers qui attirent beaucoup d´oiseaux

Im Rottal wird viel Mais angebaut

Die Maisfelder werden langsam reif

Nous avons beaucoup de champs de maïs en Basse-Bavière.

Jungstorch in Pfarrkirchen

Die Birnbacher Jungstörche sind schon flügge. Das Storchenpaar in Pfarrkirchen hat erst etwas später angefangen zu brüten, der Jungstorch wird aber auch ganz bald fliegen.

Un nid de cigognes, Dans notre région, il y en a deux.

Waldwasserläufer Vogelbeobachtung Rottal-Inn
Waldwasserläufer (Tringa ochropus)- Chevalier cul-blanc

An der Rott sehe ich den Waldwasserläufer meist erst, wenn ich seinen Warnruf gehört habe. Ich freue mich immer, wenn ich diese scheuen und seltenen Vögel sehe.

Un chevalier cul-blanc dans notre rivière. J´adore ces oiseaux rares et un peu mystérieux.

Frei wie ein Vogel

Birnbacher Störche auf dem Rottauenweg
Die Jungstörche haben kaum Scheu vor Menschen – Our storks with among cyclists and hikers

Our storks on the footpath along the river in Lower Bavaria.

Gestern sind wir an der Rott spazieren gegangen. Schön langsam, denn es war wirklich sehr heiß. Plötzlich landete die ganze Storchenfamilie auf der Wiese neben dem Rottauenweg und ging genauso gemächlich spazieren wie wir zwischen Radfahrern, Hunden und Menschen.

Vögel faszinieren mich nicht nur wegen ihrer Eleganz und Schönheit, sondern weil sie echte Kosmopoliten sind, die sich nicht um nationale Grenzen scheren und sich dem Klimawandel anpassen, indem sie ihren Wohnort so aussuchen, wie es gerade passt.

Solange wir sie nicht vergiften, jagen und abschießen, sind sie tatsächlich frei. Frei wie ein Vogel.

FR: Nos cigognes se promènent le long d´un sentier de randonnée au milieu des cyclistes, chiens et promeneurs.

Störche und Hunde
Vor Hunden haben die beiden Geschwister auch keine Angst
Weißstorch Bad Birnbach Rottal-Inn
Spaziergang an der Rott
Einfach mal den Wanderweg überqueren
Storchenfamilie im Rottal
Familientreffen im Grünen

Und der Mäusebussard schaute zu:

Neugierig schaut der Mäusebussard (Buteo buteo) zu – Une buse observe la scène.

Sommer an Rott und Inn

Die Rott im Sommer

Nature impressions in Lower Bavaria // Natur an Rott und Inn im Juli

Bei der Hitze in den letzten Tagen waren wir weniger unterwegs. Trotzdem haben wir in den Rottauen einige schöne Naturbeobachtungen machen können.

Gestern waren wir bei kühlerem Wetter im Europareservat Unterer Inn.

Wir haben viele Vögel gesehen. Auf dem Inn beim Kraftwerk sind gerade Dutzende von Großen Brachvögeln zu sehen, aber auch Schwärme von Kiebitzen und Graugans. Die Kiebitze sammeln sich am Inn und ziehen dann im Herbst in ihre Überwinterungsgebiete.

Hier einige Eindrücke aus den letzten Tagen.

FR: Comme il a fait très chaud les derniers jours, nous sommes moins sortis mais nous avons quand même fait de belles observations dans la nature. Hier nous avons été dans la réserve naturelle « Unterer Inn » sur la frontière bavaro-autrichienne où nous avons vu beaucoup d´oiseaux..

Rottauenwege Nadia Baumgart
In den Rottauen gibt es immer etwas zu entdecken
Dunkle Wasserläufer am Kraftwerk im Europareservat Unterer Inn
Dunkle Wasserläufer am Kraftwerk im Europareservat Unterer Inn
Bussard (Buteo buteo) Vogelbeobachtung
Ein majestätischer Mäusebussard im blauen Himmel

Und hier noch Eindrücke des Ausflugs an den Unteren Inn bei Ering:

Naturvideo

Auf den Rottauenwegen in Bad Birnbach

Naturbeobachtung - Kulturspatz Bad Birnbach - Text und Fotos von Nadia Baumgart
Naturbeobachtungen – im Kulturspatz Bad Birnbach

Wildlife in Lower Bavaria – Nature le long de notre rivière en Basse-Bavière

Für den Juli-Beitrag im „Kulturspatz“ hatte ich wieder Naturfotos ausgesucht.

Es sind alles Bilder aus dem Juli vergangener Jahre, die ich in den Rottauen oder im Kurpark gemacht habe. In der Rubrik „Naturbeobachtung“ können nur ca. 3 oder 4 Fotos gedruckt werden. Hier möchte ich aber auch diejenigen zeigen, die nicht gedruckt werden konnten.

Eine Ausnahme ist der Große Feuerfalter (Lycaena dispar). Diesen gibt es erst seit kurzem (seit etwa drei Jahren) in Niederbayern. Wir haben ihn an der Rott Ende Juni 2022 gesehen und fotografiert.

Großer Feuerfalter an der Rott - Rottauenwege
Der Große Feuerfalter – 2022
Seidenreiher an der Rott - Vogelbeobachtung Rottauenwege
Seidenreiher (Egretta garzetta)

Der Seidenreiher an der Rott. Auch er ist eine Rarität. Nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls weißen Silberreiher (dieser ist deutlich größer).

Stieglitz in der Blühwiese - Kulturspatz
Der Stieglitz nascht Samen in der Blühwiese beim Artrium
Blühwiese im Sommer - Artrium Bad Birnbach
Die Blühwiese neben dem Artrium im Juli
Graureiher - Natur an den Rottauenwegen
Graureiher auf der Pirsch in der Rott

Ein schöner Sommer

Storch Bad Birnbach an der Rott
Der Storch beim Fischen

Heute waren wir wieder an der Rott, es war wildromantisch schön 🙂 Selbst der Storch ist plötzlich aufgetaucht!

FR: Quel bel été! Promenade le long de notre rivière en Bavière

EN: Beautiful nature at the river in Bavaria

Und hier noch einmal alles in Bewegung:

Das Pfarrkirchner Storchenkind 2022 ist da!

Storchennest Pfarrkirchen 2022
Storchennest in Pfarrkirchen

Endlich hat sich das Pfarrkirchner Storchenkind gezeigt!! Ob es mehr als eins ist? Das werden wir noch erfahren! Willkommen, kleines Storchenkind!

Und so fing 2020 alles an:

https://nadiapittura.com/2020/05/01/funf-storche-in-pfarrkirchen/

Pfarrkirchner Jungstorch 25.06.2022
Er kann schon klappern!

Kiebitze und Rauchschwalben in Bad Birnbach

Kiebitze in Bad Birnbach Naturschutz
Kiebitz / Lapwing/ Vanneau huppé/ Vanellus vanellus

Unsere beiden Birnbacher Kiebitz-Paare sind eigentlich „Helikopter-Eltern“: Sie sind sehr wachsam und beobachten ihre Küken. Diese verstecken sich in den grünen Randstreifen.

Zwischendurch überfliegen sie den Acker und haben ihre Augen immer überall. Gut so, denn in Deutschland sind sie als Brutvogel stark gefährdet. Im Video hört man die eindringlichen Warnschreie der Altvögel.

Rauchschwalben im Stall / Hirondelles / Barn swallows

Auch die „Schwaiberl“ sind wieder da! Sie ernähren sich von Insekten und die gibt es am ehesten in Ställen. So haben sie den Offenstall des Lamplhofs in Bad Birnbach wieder bevölkert. Es ist eine wahre Freude, ihr Gezwitscher zu hören und sie zu beobachten, wie sie ständig hin- und herflitzen. Glück sollen sie bringen, die Schwalben. Nur zu!

Ein richtig schöner Tag in der Natur

Turmfalke
Rüttelnder Turmfalke // Faucon // Kestrel

War das schön heute! Insbesondere das Licht…Rüttelnde Falken, wogende Gerstenfelder, tolle Panoramen, ein paar Mohnblumen, die dem Glyphosat entkommen sind…Und unser Storch war natürlich auch zur Stelle.

#rottalinn

Rottaler Landschaft
Am Badesee
Italo Calvino ist ein sehr guter italienischer Autor

Und all das noch im Video:

Rottaler Landschaften mit Storch

Die Birnbacher Kiebitzbabys sind da! Baby lapwings!

Der kleine Nestflüchter ist gestern erst geschlüpft!

Die Birnbacher Kiebitzbabys sind da! Our lapwing babies are there! Nos bébés vanneaux huppés sont là!

YUCHHUUH, die Kiebitzbabys sind da! Letztes Jahr brütete ein Paar auf einem Acker in Bad Birnbach. Diesmal sind es gar zwei! Heute konnten wir zum ersten Mal die Küken sehen – und zwar gleich drei! Es müssten noch mehr sein, weil wir nur die Küken eines Geleges gesehen haben.

Warum das so toll ist? Weil dieser heimische Vogel, der früher in großen Gruppen in Deutschland gebrütet hat, inzwischen auch in Bayern stark gefährdet ist und einen großen Bestandsrückgang erfahren hat. Und weil er mit seinem metallisch grün-grau schimmernden, schwarzweißen Gefieder, seinen spektakulären Balzflügen und den „Kiwit-kiwit“-Rufen ein echter Sympathieträger ist.

Und auch weil er als Bodenbrüter ein schwieriges Leben hat. Um zu verhindern, dass der Brutbestand von Kiebitzen in unserer Region komplett einbricht, markieren Ehrenamtliche im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes seit einigen Jahren die Bodennester, sodass Landwirte die Gelege umfahren können. Ein riesiges Dankeschön an die Nestmarkierer und an die Landwirte, die sich die Mühe machen, den Nestern auszuweichen!

Es hat gerade in den letzten Tagen geregnet und das ist ideal für die kleinen sogenannten „Nestflüchter“, so können sie mit ihren winzigen Schnäbelchen besser Insekten und Würmer in der Erde finden. Es ist faszinierend zu erleben, wie wachsam die Altvögel auf ihren Nachwuchs achten: Das Weibchen bleibt meist in der Nähe und schreit laut, um den Küken zu zeigen, dass sie da ist. Die Männchen überfliegen oft den Acker und patrouillieren an den Rändern. So können sie mögliche Angreifer (andere Vögel, Katzen, Füchse, freilaufende Hunde) weglocken und ihre Brut beschützen.

Jetzt können wir den Küken nur noch ganz viel Glück wünschen und hoffen, dass sie alle flügge werden und später in unserer Region brüten. Denn meist kehren die Jungvögel wieder an ihren Geburtsort zurück, um dort zu brüten.

Der Altvogel wacht
Hier ist ein Kiebitz-Küken schon 3 Tage älter. Aufnahme vom 9. Mai

Hier sieht man die Küken in Aktion und die Altvögel wachen:

Und hier noch der Bericht über unsere Kiebitze 2021: