Auf Pirsch im Rottal

Gleich einen Fasan entdeckt…
Erste spannende Versuche mit einer neuen Kamera.
First attemps with a new camera.
Pheasant in the evening light – Un faisan dans la lumière du soir proche d´un lac en Bavière

Am Rottauensee im Rottal. Ich hatte das Glück, gleich einen Fasan vor die Linse zu bekommen. Das Abendlicht hat viel Romantik in die Szenen gezaubert. Grünspecht und Bläuling machten den Spaziergang zum Erlebnis.

At a lake in Lower Bavaria. I was lucky to discover a beautiful pheasant, a green woodpecker and a blue butterfly. What a nice evening!

Grünspecht – Green Woodpecker – Un pic vert avec son regard halluciné
Ein Bläuling – gut getarnt…
Abendstimmung am See

Natur und Glauben

Nature and Faith – more in English below

Gestern mit dem Radl im Kollbachtal gewesen. Was für ein wunderbarer Tag! Die Highlights verrate ich gleich: den Eisvogel und ganz viele Kiebitze!

Ein besonderes Tal

Eisvogel
Ein Eisvogel im Kollbachtal – Kingfisher in Lower Bavaria

Aber eins nach dem anderen. Seit 3 Jahren schon erkunden wir unseren weitläufigen Landkreis und haben immer noch viele Gegenden nicht gesehen. Ins Kollbachtal wollte ich eigentlich schon immer. Gerade weil ich Widersprüchliches über diese Region hörte, wollte ich mir einmal selber ein Bild machen. Es sei so schön, hieß es. Andererseits gelangte die Kollbach 2015 zu trauriger Berühmtheit: dort flossen Unmengen an Gülle aufgrund eines Unfalls in einer Biogasanlage in ein bisher gesundes Gewässer, in dem es noch Muscheln, Edelkrebse und die seltene Mühlkoppe gab. Tonnen von toten Fischen wurden damals geborgen. Diese Umweltkatastrophe wird wohl die Artenvielfalt im Bach auf Dauer beeinträchtigen.

Die mäandernde Kollbach

Jedenfalls haben wir uns gestern entschieden, von Malgersdorf aus über Arnstorf nach Mariakirchen den Kollbachradweg entlang zu radeln. Gleich zu Anfang war ich regelrecht begeistert: endlich mal ein Radweg mit langen nicht asphaltierten Abschnitten. Strecken am Wald entlang, dann wieder am Wasser. Durch stille Dörfer. Nur die kurzen Strecken auf der Staatstraße waren für uns Radfahrer unangenehm bis gefährlich. Ansonsten weite, ruhige Landschaften, am Horizont immer ein Kirchturm, Wiesen, Vögel. Plötzlich auch ein Eisvogel, der uns wohl nicht erspäht hatte und in flinken Sturzflügen versuchte, Fische zu fangen.

Kiebitze vor einem Landschaftsgemälde. Welch eine Kulisse!

Beim Radeln beten

Was das mit dem Glauben zu tun hat? Nun, während der ganzen Fahrt betete ich. Berndt ging es wohl ebenso. Denn wir wussten: Ein Mensch, den wir beide lieben, wird gerade einer schweren Operation unterzogen. Spontan hielten wir an der Pfarrkirche „Mariae Himmelfahrt“ von Arnstorf, sie ist bekannt als der „Dom des Kollbachtales“. In der Stille beteten wir. Ich stellte mir hundert Engel vor, die die Kranke während der OP bewachten.

Der „Dom des Kollbachtals“

Natur als Kirche

Auf der letzten Strecke machten wir immer wieder halt, um zu reden. Über das Leben. Über den Tod. Über das seltsame Gefühl, das einen beschleicht, wenn man durch die schönste Natur geht, den Duft des Waldes aufsaugt, die Sonnenstrahlen auf der Haut spürt und dabei denkt, dass man sterben wird. Dass andere sterben werden und wir auch. Alle. Auch der Greifvogel, der da oben seine Runden dreht. Auch ich. Wir sprachen von den Ähnlichkeiten zwischen den drei monotheistischen Religionen und vom Begriff der Sünde. Was ist das überhaupt, Sünde? Was ist Schuld? Ich erinnere mich an einen Satz, den man mir einmal sagte: „Sünde, das ist eine Bewegung, die uns von Gott entfernt.“ Eine Bewegung, die wir aus freiem Willen gehen. Weggehen von Gott. Wegschauen. Ist es das? Immer wieder habe ich mich gefragt: Was heißt das denn, sich von Gott entfernen?

Hoffnung strahlt

Leid und Jubel

Inzwischen glaube ich, diese Entfernung könnte man mit „Hoffnungslosigkeit“ übersetzen. In unseren Religionen gibt es ja zwei Seiten. Einerseits spricht man vom Leid, von Schuld und von der irdischen Welt als Tal der Tränen. Andererseits gibt es den anderen Aspekt vom Jubel, dem Lob, dem Jauchzen, der überschwänglichen Freude Gott gegenüber. Von der Dankbarkeit, an seiner Schöpfung teilhaben zu dürfen. Manchmal denke ich mir, dass diese Seite zu selten zum Ausdruck kommt.

Wir dürfen hoffen und glücklich sein. Wir dürfen auf die Schönheit der Natur zeigen und sagen: schaut, all dies ist uns gegeben worden. Und uns zusammen an ihr erfreuen. Ist das nicht kindisch? frage ich mich innerlich leise. Aber eine Stimme in mir sagt mir: das ist nicht kindisch. Das ist mutig!

Unsere Schwester Mutter Erde

Ich denke an den Sonnengesang von Franz von Assisi: „Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.“

Kiebitze als Schauspieler

Wir fahren weiter, ganz voller Gedanken. Bewundern das Schloss in Mariakirchen. Denken an den lieben Menschen, der gerade im OP-Saal liegt. Auf dem Rückweg begegnen wir ganz vielen Kiebitzen. Welch eine Freude! Bevor sie im Herbst ziehen, sammeln sie sich auf abgeernteten Feldern. Das Witzige hier: sie sammelten sich ausgerechnet vor einem Hof mit bemalter Fassade. Das Wandgemälde zeigt eine bayerische Landschaft mit Kühen. Wie Statisten vor einer Theaterkulisse erschienen sie mir. Leider gab gerade dann meine Kamera den Geist auf, sodass ich sie nicht richtig heranzoomen konnte.

OP gut überstanden

Kaum zu Hause kommt die Nachricht: „OP gut überstanden!“. In der Nacht chatte ich noch mit der frisch Operierten und denke mir: Hoffnung ist wie ein Gebet. Es ist etwas Wunderschönes, Kraftspendendes. Und zuletzt nur noch das eine Wort im Kopf, in der Seele: Danke!

Nature and Faith

Yesterday we went for a bike tour in a wide valley in our surroundings in Lower Bavaria. We were very concerned about the health of a dear person that we both love and that had to undergo a serious operation on that day. We cycled and prayed at the same time.

It was touching to pray in the nature and to reflect about life, death and hope looking at the beauty of flora and fauna. We saw a kingfisher and lapwings. Back home, very good news:  the surgery was successful! What a great joy.

Er fliegt!

Birnbacher Jungstorch bei seinen Flugübungen

Unser Birnbacher Jungstorch fliegt! Zwar nur über dem Nest, aber nun ist klar, dass er ganz bald mit den Altvögeln zusammen auf die Wiesen an der Rott fliegen wird. Es ist eine Wonne, ihn bei seinen Kunststücken zu beobachten.

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#Storch #Rottalinn

Birnbacher Storchennest

Das Storchennest in Bad Birnbach

The baby stork in our town is growing.

Notre bébé-cigogne devient adolescente.

Neues von den Birnbacher Störchen

Die Storcheneltern bei der Begrüßung

Es ist nur noch ein Jungvogel da. Der Kälteeinbruch im Mai mit Regen ist wohl eine tödliche Kombination für Storchenbabys. Dafür kümmern sich die Eltern nun umso liebevoller um das Einzelkind.

Störche in Bad Birnbach
Flügelschlagen üben

Das Begrüßungsritual der Weißstörche, das immer stattfindet, wenn die Brutablösung kommt, ist immer ein Schauspiel.

Update Juli 2019: Der Jungstorch fliegt: https://nadiapittura.com/2019/07/07/er-fliegt/

Waldrappen in Burghausen

Visit of the breeding place of the Northern Bald Ibis in Lower Bavaria

More information here: http://waldrapp.eu/index.php/en/

Besuch bei den Waldrappen in Burghausen
Der Waldrapp beim Sammeln von Nistmaterial in Burghausen
Hoffnung auf Wiederbesiedlung des bedrohten Vogels in Mitteleuropa

Burghausen. Über 25 Teilnehmer fanden sich am Samstag am Burggelände ein. Zusammen ging man durch die Burganlage zu den Brutnischen am Pulverturm. Hier fand ein von der BN- Ortsgruppe Unterer Inn organisierter Besuch dieser besonderen Vögel statt.

Wiederansiedlungsprojekt des Waldrapps in Burghausen

Die hochgradig gefährdete Ibisart, die in Passau und Salzburg historisch nachgewiesen wurde, ist bereits im 17. Jahrhundert nördlich der Alpen und wahrscheinlich bald darauf in ganz Europa durch Überjagung ausgerottet worden. Im Rahmen eines EU Projektes (LIFE+ Biodiversity) mit Partnern aus Österreich, Italien und Deutschland soll der Waldrapp in Europa wieder angesiedelt werden. Heute gibt es nur noch eine stabile, wild lebende Kolonie in Marokko.

Wiederansiedlungsprojekt mit Vorbildcharakter

Zur Geschichte des Waldrapps in Burghausen: Anlässlich der Landesgartenschau 2004 und auf Initiative der  BUND Naturschutz-Ortsgruppe Burghausen wurde ein Waldrappteam gegründet mit dem Ziel, die Tiere als echte Zugvögel in Europa wieder anzusiedeln. Andere Standorte der Wiederansiedlung befinden sich in Überlingen und im österreichischen Kuchl.

Hier schaut ein junger Waldrapp neugierig auf die Welt

2007 wurde in Burghausen eine erste Handaufzucht von etwa 20 Waldrappen auf eine einzige Person geprägt und daran gewöhnt, ein Leichtflugzeug im Flug zu begleiten. Denn Waldrappen sind Zugvögel und brauchen im Winter ein südliches Quartier. Da die erste Gruppe der jungen Tiere keine zugerfahrenen Eltern hatte, sondern von Tieren aus Zoohaltung abstammte, musste hier der Mensch nachhelfen: So wurde Ihnen erstmals eine Route in ein Wintergebiet in der südlichen Toskana gezeigt. Seit 2010 migrieren die Vögel inzwischen ohne menschliches Zutun über die Alpen. Dank der leichten GPS-Geräte, die die adulten Tiere auf dem Rücken tragen, sind ihre Flugrouten immer nachzuvollziehen. Leider gab es inzwischen aber Verluste durch Wilderei in Italien und Mittelstrommasten in Österreich.

Nach der Einführung ging Dr. Spindler auf die etwa gänsegroßen Tiere mit dem schwarzen Gefieder und den nackten Gesichtern ein, die am Pulverturm direkt vor den Teilnehmern mit ihren gesichelten Schnäbeln auf der Wiese Nistmaterial sammelten und in den Holznischen saßen. Er  beantwortete die vielen Fragen der interessierten Teilnehmer. Es brüteten zurzeit 8 Paare in den Holznischen. Jedes Paar habe 4 bis 5 Eier, beide Geschlechter brüten und füttern die Jungen, die schon geschlüpft sind und teilweise unter den Leibern der Eltern neugierig hervorlugten. Die Tiere suchten ihre Nahrung (Insekten, Würmer, Pflanzen) in der näheren Umgebung ihres Brutplatzes. Da die Vögel wenig Scheu haben und vor den Besuchern  ihr geselliges Verhalten zeigten, zauberten sie allen Besuchern, insbesondere auch den Kindern unter ihnen, ein Lächeln ins Gesicht.

Mehr Information zu Flugrouten und dem Wiederansiedlungsprojekt finden sich auf der Webseite www.waldrapp.eu

Und hier Infos über die Besuchszeiten: https://www.visit-burghausen.com/informieren/kampagnenseite/waldrapp.html

Besuch der Waldrappen in Burghausen
Und hier mein Beitrag in der PNP

Baby Storks

The baby storks are there!

Die Storchenbabys sind da! Als wir heute nach den Birnbacher Störchen schauten, sahen wir kleine Störchen-Köpfe den Eltern-Schnäbeln zustreben.

Der kleine Baby-Storch auf dem Brauereikamin in Bad Birnbach

Vogelstimmenwanderung

Bird tour organized by a nature conservation organization, teaching participants to identify birds by their calls

Teilnehmer der Vogelstimmenwanderung. Experte Walter Sage deutet auf einen Vogel

Heutige Vogelstimmenwanderung im Ederhölzl in Pfarrkirchen

Schwarzspecht und Sommergoldhähnchen als Highlights

Bei eher kühlem Wetter fanden sich ca. 20 interessierte Teilnehmer am Ederhölzl ein. Hier fand am Sonntag eine vom Flora- und Fauna-Experten Walter Sage geleitete Vogelstimmenwanderung statt. Die Führung hatte der Bund-Naturschutz-Ortsgruppenvorsitzende Karl-Heinz Steiner gemeinsam mit der Kreisgruppe LBV-Rottal-Inn, dessen Vorsitzender Hubert Szücs mit wanderte, organisiert.

Nach der Begrüßung erklärte Steiner, das Pfarrkirchener Ederhölzl sei vornehmlich ein natürlicher Eichen-Hainbuchenwald, der auf dieser Höhenstufe (400 m) typisch sei. „So würde hier der Wald aussehen, wenn er von selber wachsen würde“, so Steiner. Er bestehe aus 100-jährigen Bäumen und berge viele botanische Arten, die auch Insekten und Vögeln Nahrung und Schutz bieten.

Bevor man sich auf den Weg machte und noch auf dem Parkplatz lud Experte Sage die Teilnehmer ein, zu lauschen und die umgehenden Bäume zu beobachten. Schon konnten erstaunlich viele Arten anhand ihrer Stimmen oder aber optisch bestimmt werden, darunter auch Hausrotschwanz, Kohlmeise, Star, Stieglitz, Mönchsgrasmücke und Buchfink.

Am Waldrand zeigte sich dann das Sommergoldhähnchen von seiner schönsten Seite: Intensiv orange leuchtete sein Scheitelstreifen durch das junge Laub. „Trotz seiner Häufigkeit ist dieser kleine Vogel kaum bekannt, weil er sich nur selten in Bodennähe aufhält“, so Sage. Während der Wanderung wurden weiter bestimmt: Rotkehlchen, Zilpzalp, Grünfink, Blaumeise, Buntspecht, Eichelhäher, Kleiber, Zaunkönig, Fitis, Mäusebussard, Rabenkrähe, Kernbeißer und der eher seltene Waldlaubsänger.

Die Erläuterungen des Vogelexperten wurden während der Wanderung seitens Karl-Heinz Steiner mit botanischen Beobachtungen ergänzt. Der BN-Ortgruppenvorsitzende machte auf vielblütigen Weißwurz, Knoblauchsrauke, Baldrian sowie Waldmeister im Unterholz aufmerksam und wies auf die Notwendigkeit von Totholz im Wald hin. Einige abgestorbene Stämme von Vogelkirsche und Eiche sollten für Insekten und Vögel liegen gelassen werden. „Das sollte nicht als unaufgeräumt empfunden werden“, so Steiner.

So war es dann für alle Teilnehmer ein ganz besonderes Erlebnis, den Schwarzspecht überraschend über die Baumgipfel gleiten zu sehen. Kurz zuvor hatten die Wanderer schon typische Hackspuren des Spechts an Salweiden und Totholz beobachten können. Steiner wies auf einige mit Fichten aufgeforstete Stellen hin, die inzwischen aufgrund des Borkenkäferbefalls teilweise gefällt worden sind. Vor der kahl geschlagenen Stelle wies Steiner auf den angrenzenden gesunden Wald hin: „Wie es sein sollte, macht die Natur vor.“

Als Krönung rief schließlich der Kuckuck. Nun fasste Walter Sage zusammen: „Insgesamt haben wir heute 27 Arten beobachtet“. Erfreulich sei, dass recht viele Amseln dabei gewesen seien, die sich augenscheinlich von der „Amselsterben“ genannten Epidemie erholt hätten. Leider habe man auf dem Weg jedoch wenig Insekten gesehen. „Früher hat es hier vor Insekten gebrummt“, so der Experte.

Ein Dank galt zum Abschluss dem Exkursionsleiter Walter Sage für seine informativen und interessanten Erläuterungen. 

Hier mein Beitrag in der PNP: https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/3310323_Wo-Schwarzspecht-und-Sommergoldhaehnchen-traellern.html

Vogelstimmenwanderung in Pfarrkirchen
Vogelstimmenwanderung in Pfarrkirchen
Mein Beitrag über die Vogelstimmenwanderung