Hoffnung für den Hirschkäfer

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Bau eines Hirschkäfermeilers in Tann

The regional group of our nature conservation association has built a breeding ground for stag beetles last week with the help of students.

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Die Eichenstämme werden zusammengedrückt

Letzte Woche wurde von der BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn ein Hirschkäfermeiler in Tann gebaut. Ich durfte berichten; den Text findet Ihr unten im Link.

Wenn man bedenkt, dass ein Hirschkäfer seine ganze Entwicklung im Totholz durchlebt und dazu bis zu 7 Jahren (!) braucht, versteht man gleich, dass dieser seltene Käfer Hilfe braucht. Denn in den wenigsten Wäldern wird Totholz so lange liegen gelassen. Es war schön zu sehen, wie engagiert die Schüler der Grund- und Mittelschule Tann mitgeholfen haben, den Meiler aus Eichenholz zu bauen.

Da diese Käferwiege, die noch viele andere Käferarten anziehen kann, am Waldrand liegt, konnte ich auch das rege Leben auf der blühenden Wiese beobachten: Schmetterlinge und eine Zwitscherschrecke.

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Hier mehr vom Hirschkäfermeiler: https://rottal-inn.bund-naturschutz.de/

 

 

Das wilde Eck

Der Kreislweiher oder das „Wilde Eck“. Ein kleines Wunder der Natur.
Anfänglich bin ich achtlos an dem kleinen Wäldchen vorbei gegangen. Direkt am Kurpark in Bad Birnbach. Unten an der Rott. Bis ich anfing, auf den betörenden Vogelgesang zu achten, der im Frühling und Sommer aus dem Eckchen schallt. Da habe ich aufgehorcht.
Im „Wilden Eck“ in Bad Birnbach – Foto: Eva Hörhammer

Dann plötzlich, letztes Jahr, die flötende Stimme des Pirols! Dann im Juli abends ein Meer von Glühwürmchen!

Was ist denn das? Einfach ein kleines Wunder am Wegesrand. Durch ein Wunder blieb bisher das „Wilde Eck“ wie von magischer Hand von der Ordnung der Gärtner und Planer verschont. Es liegt viel Totholz herum. Das zieht die Spechte an. Ein kleiner Urwald.

Als im Winter leider dort Veränderungen vorgenommen wurden, fing ich an, mich zu informieren und erfuhr, dass vor Jahrzehnten Sand- und Kieshaufen dort deponiert worden waren. Darauf wachsen inzwischen viele Pflanzen. „Kreislweiher“ nennen es die Einheimischen. In den 70ern und 80ern zelteten und grillten dort die Jugendlichen aus dem Kurort. Alle haben schöne Erinnerungen an diese „wilde Zeit“ in der Natur. „Ja, da waren damals schon Glühwürmchen!“, sagt man mir.

Das „Wilde Eck“ im Rottaler Gsichter Magazin
Das Wilde Eck in Bad Birnbach
Rankender wilder Hopfen im „Wilden Eck“

Ich hoffe, dass das Eck auch in Zukunft so wild bleiben darf, wie es ist. Nicht nur Tiere brauchen Wildheit, sondern auch wir Menschen. Die Natur besteht eben nicht aus Stiefmütterchen, und freie Gedanken brauchen auch einmal etwas Chaos.

Weil ich es so liebe, dieses „Wilde Eck“, habe ich Eva Hörhammer verraten, es sei mein Lieblingsplatz. Ich danke ihr von Herzen, dass es auch einen Platz im Rottaler Gsichter-Magazin gefunden hat. Hier könnt Ihr den Beitrag sehen.

Die Portraitfotos hat auch Eva geschossen, danke!

Mithilfe eines Biologen konnte ich auch beinahe alle Pflanzen bestimmen und zähle sie hier unten auf.

Eins ist klar: Das „Wilde Eck“ ist schützenswert! Gehen wir behutsam damit um!

Baum- und Straucharten: Weide, Erle, Pappel, Birke, Ulme, Holunder, Weißdorn, Schneeball, Hartriegel, Feldahorn, Pfaffenhütchen

Pflanzen: Brennnessel, Brombeere, Himbeere, wilder Hopfen, Königskerze, Farn, Schilf und Rohrglanzgras

Tiere: eine große Vielfalt an Vögeln, darunter auch Pirol, Specht, Mönchsgrasmücke, Goldammer, Kleiber, Stieglitz, Girlitz und weitere. Glühwürmchen im Sommer.

Und hier noch Info über das Rottaler Gsichter Magazin: https://rottalergsichter.de/das-magazin/das-rottaler-gsichter-magazin/

Und die „Sorge ums Wilde Eck“ in der Presse: https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/3294003_Sorgen-ums-wilde-Eck.html

Saturday for flora

A seminar to learn more about plant identification organized by our youth group “Green Earth”

Pflanzenvielfalt live – eine botanische Exkursion

Die heimische Flora anfassen, um sie zu begreifen

Die Teilnehmer des Pflanzenseminars mit dem Experten Christoph Stein (ganz links)

Am Samstag fand eine Veranstaltung der BN-Jugendgruppe „Green Earth“ mit dem Pflanzen-Experten Christoph Stein unter dem Motto  „Pflanzenvielfalt live“ in Eggenfelden statt.

Pflanzen sammeln, um sie zu bestimmen
Junge Menschen mit „grüner Seele“

Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich die Teilnehmer, darunter viele Aktive der BN-Green Earth“-Gruppe, aber auch „Junggebliebene“ am Schlossweiher in Gern ein. Dort begrüßte die Leiterin der Jugendgruppe, Emma Riedler, alle Gäste. Danach betonte BN-Kreisvorsitzender Dr. Jürgen Riedler, dass nicht nur die Arten weniger würden, sondern auch diejenigen, die die Arten überhaupt erkennen könnten. Aber nur was man kenne, könne man schützen.

Anschließend äußerte sich Martin Roiner, Umweltreferent der Stadt Eggenfelden, zu der Exkursion. Im Hinblick auf die Freitagsdemos „Friday for Future“, wies er darauf hin, dass reden gut sei, aber in Sachen Umweltschutz auch etwas getan werden sollte. Er freute sich, dass die Jugendgruppe so aktiv sei. „Denn gerade junge Menschen mit einer „grünen Seele“, sorgen dafür, dass man um die Zukunft nicht bangen muss“, so der Umweltreferent.

Experte Christoph Stein stellte sich als gebürtiger Eggenfeldener vor. Er habe schon in den 70er und 80er Jahren als Leiter der damaligen BN-Jugendgruppe botanische Exkursionen im Lichtlberger Wald, den er „wie seine Westentasche kenne“, organisiert. Er freue sich sehr über die Gründung der neuen Jugendgruppe und schloss mit Blick auf die jungen Teilnehmer: „Die Hauptakteure seid nun ihr“.

Im Lichtlberger Wald
„Grünes Zeug“ wird gesammelt

Nun ging es in den angrenzenden Wald. Dort wurden die Jugendlichen aufgefordert, sich in Gruppen aufzuteilen und „grünes Zeug“ zu sammeln. Dabei sollte sich jede Gruppe jeweils auf eine bestimmte grob gefasste Pflanzengattung fokussieren. So sammelte eine Gruppe nur blühende Pflanzen, eine andere nichtblühende, die zwei weiteren jeweils Gräser und Äste. Stein ermutigte während der Exkursion immer wieder dazu, Blätter und Stiele der Pflanzen anzufassen und sich zu fragen: sind die Blätter nun glatt oder wollig, die Grashalme knotig, rund oder kantig?

Pflanzen muss man anfassen, um sie zu bestimmen

„Es ist wichtig, Pflanzen anzufassen, um sie zu begreifen; Fotos reichen da nicht aus.“ Außerdem solle man sich merken, wo welche Pflanzen wachsen: mögen sie es eher schattig und feucht oder blühen sie in der prallen Sonne?

Immer wieder machte der Experte auf bestimmte Pflanzen aufmerksam: Hier wachse die Bachnelkenwurz, die bayernweit schon auf der Roten Liste sei; dort blühe eine Akeleiblättrige Wiesenraute. Diese wurde sogleich mit einer am Rand eines Gartens gesammelten Akelei verglichen; die erstere sei heimisch, die zweite eine gezüchtete Zierpflanze. Stein deutete jetzt auf eine feuchte Stelle im Waldboden: hier entfalte sich um den seltenen wolligen Hahnenfuß eine ganze Pflanzengemeinschaft mit Ehriger Teufelskralle, Goldnessel und knotigem Beinwell. „Das ist etwas ganz Besonderes“, so Stein.

Auf den Blättern der Traubenkirsche zeigte Stein den interessierten Betrachtern Wespeneier und wies darauf hin, wie wichtig bestimmte Pflanzen für Insekten seien. „Die Grundlage des Insektenschutzes ist der Erhalt einer artenreichen Flora“, so der Botaniker.

Obwohl Stein den Wald schon seit Jahrzehnten kenne, entdecke er doch immer etwas Neues, in diesem Fall den Wolfs-Eisenhut, der am Wegesrand steht. Denn die Natur verändere und entwickle sich stetig. Der Eisenhut wurde aufgrund seines Seltenheitswertes, aber auch wegen seiner Giftigkeit nicht gesammelt. Dies sei das einzige Vorkommen dieser Art im Raum Eggenfelden.

Die Pflanzen wurden auf eine Decke gelegt, um sie besser bestimmen zu können
Eine Ringelnatter im Weiher

Am großen Weiher, an dem Halt gemacht wurde, staunten alle Teilnehmer: Gerade schwamm eine Ringelnatter durch das Wasser.

Zuletzt wurden alle Pflanzen auf einer Decke  vor der Schutzhütte ausgebreitet, bestimmt und aufgelistet. In Bestimmungsbüchern suchten nun die jungen Naturforscher nach weiteren Bestimmungsmerkmalen, sodass jede Gruppe  nun ihre Funde den Anderen vorstellen konnte. . Insgesamt wurden ca. 50 Arten bestimmt und in eine Fundliste eingetragen.

Teufelskralle und Kälberkropf

„Die Zeit verging wie im Fluge“, schlossen die begeisterten Teilnehmer. „Viele Pflanzen kannten wir nicht. Aber jetzt werden wir etwas anderes sagen können als „Gänseblümchen“, wenn wir nach der heimischen Natur gefragt werden. Zum Beispiel so lustige Namen wie „Teufelskralle“ oder „Kälberkropf“.“

BN-Jugendgruppe "Green Earth" beim Pflanzenseminar in Eggenfelden
PNP Nadia Baumgart
Beitrag in der PNP

Waldrappen in Burghausen

Visit of the breeding place of the Northern Bald Ibis in Lower Bavaria

More information here: http://waldrapp.eu/index.php/en/

Besuch bei den Waldrappen in Burghausen
Der Waldrapp beim Sammeln von Nistmaterial in Burghausen
Hoffnung auf Wiederbesiedlung des bedrohten Vogels in Mitteleuropa

Burghausen. Über 25 Teilnehmer fanden sich am Samstag am Burggelände ein. Zusammen ging man durch die Burganlage zu den Brutnischen am Pulverturm. Hier fand ein von der BN- Ortsgruppe Unterer Inn organisierter Besuch dieser besonderen Vögel statt.

Wiederansiedlungsprojekt des Waldrapps in Burghausen

Die hochgradig gefährdete Ibisart, die in Passau und Salzburg historisch nachgewiesen wurde, ist bereits im 17. Jahrhundert nördlich der Alpen und wahrscheinlich bald darauf in ganz Europa durch Überjagung ausgerottet worden. Im Rahmen eines EU Projektes (LIFE+ Biodiversity) mit Partnern aus Österreich, Italien und Deutschland soll der Waldrapp in Europa wieder angesiedelt werden. Heute gibt es nur noch eine stabile, wild lebende Kolonie in Marokko.

Wiederansiedlungsprojekt mit Vorbildcharakter

Zur Geschichte des Waldrapps in Burghausen: Anlässlich der Landesgartenschau 2004 und auf Initiative der  BUND Naturschutz-Ortsgruppe Burghausen wurde ein Waldrappteam gegründet mit dem Ziel, die Tiere als echte Zugvögel in Europa wieder anzusiedeln. Andere Standorte der Wiederansiedlung befinden sich in Überlingen und im österreichischen Kuchl.

Hier schaut ein junger Waldrapp neugierig auf die Welt

2007 wurde in Burghausen eine erste Handaufzucht von etwa 20 Waldrappen auf eine einzige Person geprägt und daran gewöhnt, ein Leichtflugzeug im Flug zu begleiten. Denn Waldrappen sind Zugvögel und brauchen im Winter ein südliches Quartier. Da die erste Gruppe der jungen Tiere keine zugerfahrenen Eltern hatte, sondern von Tieren aus Zoohaltung abstammte, musste hier der Mensch nachhelfen: So wurde Ihnen erstmals eine Route in ein Wintergebiet in der südlichen Toskana gezeigt. Seit 2010 migrieren die Vögel inzwischen ohne menschliches Zutun über die Alpen. Dank der leichten GPS-Geräte, die die adulten Tiere auf dem Rücken tragen, sind ihre Flugrouten immer nachzuvollziehen. Leider gab es inzwischen aber Verluste durch Wilderei in Italien und Mittelstrommasten in Österreich.

Nach der Einführung ging Dr. Spindler auf die etwa gänsegroßen Tiere mit dem schwarzen Gefieder und den nackten Gesichtern ein, die am Pulverturm direkt vor den Teilnehmern mit ihren gesichelten Schnäbeln auf der Wiese Nistmaterial sammelten und in den Holznischen saßen. Er  beantwortete die vielen Fragen der interessierten Teilnehmer. Es brüteten zurzeit 8 Paare in den Holznischen. Jedes Paar habe 4 bis 5 Eier, beide Geschlechter brüten und füttern die Jungen, die schon geschlüpft sind und teilweise unter den Leibern der Eltern neugierig hervorlugten. Die Tiere suchten ihre Nahrung (Insekten, Würmer, Pflanzen) in der näheren Umgebung ihres Brutplatzes. Da die Vögel wenig Scheu haben und vor den Besuchern  ihr geselliges Verhalten zeigten, zauberten sie allen Besuchern, insbesondere auch den Kindern unter ihnen, ein Lächeln ins Gesicht.

Mehr Information zu Flugrouten und dem Wiederansiedlungsprojekt finden sich auf der Webseite www.waldrapp.eu

Und hier Infos über die Besuchszeiten: https://www.visit-burghausen.com/informieren/kampagnenseite/waldrapp.html

Besuch der Waldrappen in Burghausen
Und hier mein Beitrag in der PNP

Landschaften und Natur in Rottal-Inn

Ausstellung von Nadia Baumgart in Bad Birnbach - Aquarelle und Naturfotografie
PNP-Beitrag über die Vernissage der Ausstellung „Landschaften und Natur in Rottal-Inn“ im Artrium in Bad Birnbach – April 2019

In English below

Die Vernissage meiner Ausstellung in Bad Birnbach zum Thema „Landschaften und Natur in Rottal-Inn“ war ein voller Erfolg!!!

Hier einige Eindrücke und die Rede, die mein Mann Berndt Baumgart gehalten hat:

Ziel der Ausstellung ist es, Aquarelle und Fotos zum Thema „Landschaften und Natur in Rottal-Inn“ zu zeigen, um die Schönheit und Besonderheit der Landschaft, der Pflanzen- und der Tierwelt zur Geltung zu bringen.

Diese Ausstellung soll eine LIEBESERKLÄRUNG AN DIE REGION sein

2016 sind Nadia und ich hierher gezogen. Hier haben wir – wie viele andere auch –  nach der Großstadt Ruhe gefunden. Wir freuen uns über jede neue Entdeckung von Rottaler Landschaften, Vierseithöfen, Pflanzen, Tieren und die Begegnung mit den Menschen, die hier leben oder die Gegend besuchen.

Nadia hatte bereits 2017 unter dem Motto – 1 Jahr Bad Birnbach -¬ im Artrium ausgestellt.  Was gibt es nun Neues?

Es wird langsam, aber sicher Heimat – wir fühlen uns willkommen – Wir entdecken hier die Natur, aber auch die Geschichte und Kultur der Gegend.

Malerei:

Nadia hat Kunst in Frankreich und Philosophie in Italien, in der Toskana, studiert. Malerei ist ihre Leidenschaft. Der Landschaftsmalerei widmet sie sich mit Begeisterung, seitdem wir hier sind. Und doch hat sich seit 2016 etwas verändert: Immer mehr legt sie Wert auf Struktur in ihren Bildern und stellt die geometrischen Strukturen und wellenartigen Formen der Rottaler Felder und Landschaften in den Vordergrund. Das können Sie auf den Bildern sehen (die „Niederbayerische Toskana“ lässt grüßen). In einem früheren Zeitungsartikel (in der PNP) wurde Nadia als „Weltenbummlerin“ bezeichnet. DAS IST SIE NIE GEWESEN! Wo immer sie war, hat sie gekämpft. Und nicht „gebummelt“. Und jetzt kämpft sie, kämpfen wir, für den Erhalt des Restes der Natur, den wir noch haben!

Neu: jetzt auch Fotos:

Die Künstlerin hat sich entschieden, diesmal auch Fotos auszustellen. Das liegt  an  der Resonanz, die sie erhalten hat: Dutzende von Fotos von Nadia wurden inzwischen von der PNP in der Rubrik „Leserfotos“ veröffentlicht, und viele Menschen sprechen uns darauf an.

Auch die Schwarzstorchfotos wurden in der Presse veröffentlicht und ein Foto (einer schwimmenden Ringelnatter) wurde ausgewählt für den Kalender des Landschaftspflegeverbandes. Der LBV Bayern hat mehrmals seine Fotos (z.B. das hier ausgestellte von den Schwalben) ausgewählt und online veröffentlicht als Foto der Woche oder des Monats.

Bei den Fotos geht es NICHT um technische Perfektion; es sind Schnappschüsse mit einfacher Bridgekamera, die jedoch die Emotionen besonderer Momente vermitteln. Der Nachtreiher ist z.B. unscharf, weil er erst abends fischen geht und die Schwarzstörche sind auch nicht gestochen scharf, weil stark gezoomt wurde: man darf sie nicht stören.

Die Inspiration für Bilder und Fotos kommt vom Wandern

Seit der letzten Ausstellung haben wir als Paar die Gegend erwandert: Zu zweit und bei Hunderten von Wanderungen mit Sepp Kagerer, Klaus Hohn, Joseph Frömter: denn viele geheime Ecken lernt man nur kennen, wenn man sie erwandert. Hinzu kamen etliche Radltouren und Ausflüge.

Unsere REGION erleben wir als SCHöN UND SCHüTZENSWERT

2018 haben wir gleich 2 extrem seltene Arten beobachten und fotografieren können, nämlich, wie bereits gesagt, den Schwarzstorch und den Nachtreiher!

Aber diese Arten sind bedroht. Auch in unserem rottaler Paradies  sterben Pflanzen und Tiere aus. Viele Schmetterling-Arten sind  in unserer Gegend einfach ausgestorben. Darüber gibt es eine traurige Studie vom Experten Walter Sage.

Als wir die Schwarzstörche gesehen und fotografiert haben, sind Dutzende von Autos vorbei gerauscht, ohne dass die Fahrer  etwas von diesem Wunder wahrgenommen hätten.

Aber um diese schützen zu können, ist es wichtig, die heimische Natur kennenzulernen. Denn nur was man kennt, kann man lieben und schützen.

Deswegen ist es für Nadia das schönste Kompliment, wenn jemand sagt: Deine Bilder und Fotos haben mir geholfen, besser hinzuschauen. Sie haben mir die Augen geöffnet.

Wir hoffen, dass die Gemeinden in unserem Landkreis verstehen, welches Kapital und Potenzial sie haben, nicht nur wirtschaftlich und touristisch, sondern dass sie Konzepte entwickeln und partnerschaftlich zusammenarbeiten, um auch die Natur zu erhalten. Eines hängt mit dem anderen zusammen!

Sehr positiv erscheinen uns das geplante Streuobstwiesen-Projekt sowie die Teilnahme von heimischen Landwirten und Produzenten am Projekt Direktvermarktung. So kann gewachsene Kulturlandschaft erhalten werden.

Die Bevölkerung und Kurgäste haben längst verstanden, dass sich in Sachen Arten- und Naturschutz in Bayern etwas ändern muss. Einheimische, Zugereiste und Kurgäste sind meist begeistert, wenn sie blühende Margaritenwiesen und Wildblumen sehen. (Natürlich ohne sogenannte „Düngung“ mit Gülle). Blühende Wiesen größeren Ausmaßes, nicht nur „Blühstreifen“! Diese steigern die Erlebnisqualität eines Parks ganz ohne Zweifel, und mit einem Infoschild kann man einiges tun.

Wir wünschen uns nicht nur ein ländliches Bad, sondern ein blühendes ländliches Bad. Unter dem Motto: Das ländliche Bad blüht! Das wäre auch eine tolle Werbung für Bad Birnbach!

NADIA:

Ich möchte auch noch ganz kurz etwas sagen.  –

1.         Ich danke meinem Mann für die tolle Laudatio!

2.         Ich möchte klarstellen, warum ich hier wieder ausstelle: Ich will zeigen, was es hier noch gibt, weil ich immer öfter resignierte Sprüche höre: „Man kann die Natur nicht retten, die ist eh kaputt. China, Trump entscheiden die Zukunft“. Da dachte ich, ich muss was tun. Denn ob Kiebitze hier erfolgreich brüten, das entscheiden wir, nicht Trump

3.         Ich freue mich, dass so viele Naturfreunde gekommen sind. Das gibt mir Hoffnung. Ich hoffe nämlich, dass wir zusammen ein starkes Netzwerk für die Natur in unserer Gegend bilden. Dies ist nun auch meine Heimat und was man liebt, darum sorgt man sich.

Ich hoffe auf einen blühenden Landkreis und dass wir alle gemeinsam für die Natur streiten; denn nur gemeinsam können wir es schaffen!

Und jetzt noch die positivste Nachricht: Die bayerische Staatsregierung will den Text unseres Volksbegehrens übernehmen! Der heutige Freitag ist somit auch ein Friday for future!

For my English-speaking friends:

Opening of the exhibition « Landscapes and nature in the valley of the Rott in Lower Bavaria » at the cultural centre of Bad Birnbach – Watercolours and photographs

This is the summary of the laudation. The speech was held by Berndt

The scope of the exhibition is to show the beauty and particularities of the local landscapes, flora and fauna. This exhibition is a declaration of love to our region.

We moved to Lower Bavaria in 2016 and found peace and tranquillity in our rural region after surviving in big cities. We are happy to be able to discover every day new landscapes, historical farms, plants, animals and we enjoy meeting people of the region as well as tourists.

The watercolours underline the geometric structure of landscapes and the wavelike fields. The photographs document the wildlife and especially birds that are rare in our surroundings as the Black Stork and the night heron. Unfortunately many species are threatened with extinction. We hope that the nature will be preserved. We can do a lot to preserve our environment but we all have to pull together to achieve the goal.

Rottaler Landschaft

Rottaler Landschaft - Aquarell von Nadia Baumgart
Rottaler Landschaft – Aquarell

Bavarian landscape

Rottaler Landschaft

Charakteristisch für das Rottal ist die weite, leicht geschwungene Landschaft unter einem großen Himmel, bewaldete Hügelkuppen sowie ein Flickenteppich von Äckern und Feldern.

Ich freue mich sehr über das neue Gemeinschaftsprojekt „Streuobstwiesen“ in Bad Birnbach. Es wird helfen, die gewachsene Kulturlandschaft in der Gegend zu erhalten.

PNP-Beitrag Streuobstwiesen in Bad Birnbach März 2019

Natur in Bad Birnbach

Ich LIEBE Natur und Tiere. Oftmals fehlt die Information über regionale Vorkommen. Und ich glaube, man kann Natur besser schützen, wenn man weiß, was da so kreucht und fleucht 🙂

Deswegen freue ich mich sehr, dass mein Beitrag „Achtung Tierbabys!“ im „Kurspatz“, der Infozeitschrift des Kurortes, veröffentlicht wurde:

Natur_in_Bad_Birnbach_Kurspatz_Nadia_Baumgart

Achtung, Tierbabys!

Wussten Sie, dass wir in Bad Birnbach noch eine ungewöhnlich artenreiche Tierwelt haben? Selbst im Kurpark werden immer wieder Wildtiere beobachtet. Gerade im Frühling hat man manchmal das große Glück, einen Blick auf inzwischen selten gewordene Tiere zu erhaschen.

Dass eine Biberfamilie am Weiher am Altrottarm lebt, kann man schon anhand der zahlreichen charakteristischen Spuren erkennen. Biber kriegen ihre Babys im Mai, waren lange in Bayern ausgerottet und sind inzwischen geschützt. Als „Landschaftsgestalter“ schaffen sie wichtigen Lebensraum für viele Pflanzen, Fische, Amphibien, Insekten und Vögel.

Auch eine Fasanenfamilie ist im Kurpark heimisch und führt die Küken in angrenzenden Wiesen und Feldern spazieren; Feldhasen spielen oftmals in der Abenddämmerung im Gras. Auf den Feldern und Wiesen der Umgebung brütet noch der hübsche Kiebitz. Als Bodenbrüter ist er schon ab März ganz besonders in Gefahr, von Menschen oder frei laufenden Hunden aufgestöbert zu werden.

Wenn Sie achtsam durch den Kurpark, den Wald um Bad Birnbach oder an der Rott entlang gehen, gelingt es Ihnen bestimmt, Baumläufer und Kleiber an Stämmen zu sehen oder dem harmonischen Gesang von Mönchsgrasmücke, Stieglitz und Goldammer zu lauschen. Auch der Eisvogel zischt manchmal über Wasserflächen. Welch ein Schauspiel!

Ganz besonders stolz sind wir auf den Besuch eines Nachtreihers im Oktober 2018: der extrem seltene Jungvogel saß ganz still auf einem Ast im Weiher. In ganz Deutschland werden nur noch ca. 20 Brutpaare vermutet, der Nachtreiher wird in der Roten Liste der Brutvögel als „stark gefährdet“ aufgeführt. Dass er in Bad Birnbach gesehen wurde, spricht dafür, dass es hier noch intakte Biotope gibt.

Diese Wildtier-Arten haben es in unserer Welt immer schwerer. Wir alle tragen die Verantwortung, an ihrem Erhalt mitzuwirken, damit unsere Natur auch in Zukunft lebendig bleibe. Denn ein achtsamer Umgang mit unserer Umgebung dient nicht nur den Tierbabys, sondern tut auch Körper, Geist und Seele gut.

Fotos: Nachtreiher im Kurort, Kiebitz mit Nachwuchs in Bad Birnbach

Text und Fotos: Nadia Baumgart