Wald im Wandel

//Our forests are partly destroyed by wood parasites (bark beetles).

Gestern war ich im angrenzenden Wald. Auf der Wanderung konnte ich wieder feststellen, welche Ausmaße die Kahlflächen bekommen haben. Ein beklemmendes Gefühl…

Der Wald hat aber viele Gesichter bekommen: Hier und da wachsen schon die neuen Bäume gut in die Höhe, ein Meer von frischem Grün.

Auf anderen Flächen denkt man: „Wald oder Wüste?“. Es bietet sich ein trauriges Bild: Baumstümpfe, abgerissene Äste, vom Laster gefallene Hackschnitzel-Haufen. Dafür hat man ganz neue Sichten und Panoramen und ungewohnte Blicke auf Nachbarorte.

„Käferholz“

Immer wieder nimmt man auch den Verbiss an jungen Tannen und Pflanzen wahr. Deswegen werden bestimmte Flächen inzwischen eingezäunt. An bestimmten Stellen kommen die „Schwammerl“ wieder hoch, an anderen fehlen sie. Wie es weiter geht mit unseren Wäldern, kann wohl niemand mit Sicherheit sagen.

In der Lugenz im Rottal 2020

Der BUND Naturschutz sagt dazu:

„Die Gründe für diese Entwicklung liegen in der Massenvermehrung des Borkenkäfers, der sich aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre in den Fichtenbeständen ungehemmt entwickeln konnte.

Der Natur fehlten in den Jahren 2018 und 2019 bis zu einem Drittel der Niederschläge, die in früheren Jahren üblich waren. Jetzt ist es an der Zeit, den Grundstein für den Aufbau trockenheitsresistenter, zukunftsfähiger, laubholzreicher Wälder zu legen.“

Meditation in the forest

Our old wooden chapel in the middle of the forest in Lower Bavaria. A wonderful place to meditate and pray in silence.

Nadia Baumgart in der Holzkapelle in Bad Birnbach
Das bin ich! Ich gehe regelmäßig in meine Lieblingskapelle

Im Bauch des Waldes

In der Dezember-Ausgabe des Rottaler Gsichter Magazins durfte ich als meinen „Lieblingsplatz innen“ die wunderschöne Holzkapelle in der „Lugenz“ (Wald) vorstellen. Hier möchte ich ergänzend noch einige alte Ansichten der Kapelle auf alten Postkarten (ca.1900) und Fotos aus den 30er und 60er Jahren zeigen.

Holzkapelle in der Lugenz
Die älteste Postkarte, die die Holzkapelle in der Lugenz darstellt – um 1900

Für mich machen solche „heiligen Orte“ mitten in der Natur eine Gegend noch liebenswürdiger und emotional erfahrbar. In der Stille mitten im Wald an Gott zu denken, das empfinde ich als Bereicherung meines Lebens. Offenbar geht es vielen anderen auch so, die die Holzkapelle immer wieder besuchen.

Ein Foto der Holzkapelle aus den 30er Jahren

Die Holzkapelle gehört zum Besitz des Arterhofes in Lengham, wo die familiäre Überlieferung berichtet, dass eine Arterhof-Bäuerin in der ersten Hälfte des 19. Jh. diese Kapelle errichten ließ.  Zuverlässig ist auch überliefert, dass der Heilige Bruder Konrad aus Parzham (1818 bis 1894) auf seinen Kirchgängen nach Birnbach hier in der Holzkapelle gerastet und gebetet hat.

Am 21.Mai 1945 beteiligten sich rund 1000 Birnbacher an einer Dankprozession zur Holzkapelle für den glücklichen Vorübergang des Kriegsgeschehens in Birnbach.

(Quelle: Josef Putz) Bilder: Hans Berger, Postkarten

In den 60er Jahren…
Und heute….
Holzkapelle im Lugenzwald in Bad Birnbach
Die Holzkapelle zwischen den beiden riesigen Buchen von hinten

Das Rottaler Gsichter Magazin berichtet über Menschen und ihre Geschichten in der Region: https://rottalergsichter.de/das-magazin/das-rottaler-gsichter-magazin/

#rottal #holzkapelle #badbirnbach #volksglauben

Freude

Rehe im Wald - Aquarell
Rehe im Wald

„Etwas kitschig“, dachte ich, während ich dieses Bild malte. Und doch habe ich diese Szene vor kurzem erlebt und so in Erinnerung. Und da sich die Rehe nicht von der Kamera einfangen lassen wollten, musste ich sie eben mit dem Pinsel jagen.

Une aquarelle un peu „kitsch“ qui exprime pourtant une scène que j´ai vécu il y a quelques jours en forêt.

Illustration of a scene that I saw recently in our forest.

#rottalinn #aquarelle #wald

In der Lugenz – Ein Rottaler Wald

Wandern in der Lugenz, einem Wald mit Geschichte im Rottal, ist einfach schön, deshalb habe ich ein kleines Filmchen erstellt.

Our forest named „Lugenz“ in Lower Bavaria

J´aime „notre“ forêt, c´est pourquoi j´ai produit un petit documentaire pour en montrer la beauté.

Der Wald

Frühlings-Waldführung mit der Försterin in Bad Birnbach

Sehenden Auges durch den Wald gehen – Viele Wildpflanzen auch essbar

Heute fand die zweite Waldführung mit einer Försterin entlang des Wald- und Klimapfades in der Lugenz statt. Organisiert werden die vier Jahreszeiten-Führungen von dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen sowie der Kurverwaltung Bad Birnbach.

Die 28 Interessenten wurden von Försterin Veronika Kopfinger begrüßt und durften sich vorstellen. Unter ihnen waren Waldbesitzer, Jäger, Naturliebhaber aus der Region sowie Urlauber aus ganz Deutschland.

Zunächst erklärte die Führerin, noch sei der Wald im Landkreis hauptsächlich von Fichten geprägt. Das ändere sich inzwischen, da Fichten negativ auf den Klimawandel reagierten. Noch stellen sie mehr als die Hälfte der Baumarten dar. Dazu kommen  20% Kiefern  und 4% Tanne. Weniger als ¼ der Arten seien Laubbäume.

Waldführung im Lugenzwald in Bad Birnbach

Alles sprießt…

 „Alles sprießt und wächst, die Felder sind bestellt und auch der Wald verändert sich im Frühjahr“, so die Försterin. Diese Veränderung sei auch dem Borkenkäfer geschuldet. Dieser habe sich so stark vermehrt, dass Fichten-Kahlschläge notwendig geworden seien und der ansonsten dunkle Wald nun lichter erscheine.

Schon unterhalb des Lugenz-Waldes an der Streuobstwiese begann Kopfinger mit informativen Erläuterungen zur Pflanzenwelt. Wiesen sollten später gemäht werden. Dies sei nicht nur für Tiere von Vorteil, sondern auch für den Menschen, denn Wiesen bergen viele essbare Wildpflanzen. Schon pflückte die Försterin Löwenzahn, Spitzwegerich und Gänseblümchen. Der schwarze Holunder am Weg fängt an zu blühen. „Auch die Blüten sind essbar, aus ihnen kann man die berühmten Küchlein machen“.

Gleich am Anfang des Klimapfades im Stiftungswald der Diözese Passau, deutete die Försterin auf sieben verschiedene Baumarten, die alle auf einen Blick zu sehen seien: Bergahorn, Fichte, Roteiche, Stieleiche, Esche, Rotbuche und Hainbuche.

Dann half sie den interessierten Teilnehmern, Baumarten anhand der typischen Struktur der Rinde und Form der Blätter zu erkennen. Auch Keimlinge von Buche, Tanne und Bergahorn wurden besprochen.

Auch auf die Herausforderung Klimawandel ging die Försterin ein: Die Tanne sei aufgrund ihres tieferen Wurzelsystems zusammen mit Douglasie, Kiefer und Lärche als Zukunftsbaum geeignet. Es sei aber unbedingt notwendig, auf Mischwald zu setzen, auch weil keiner weiß, wie der Wald in 100 Jahren aussehen wird.

Ein „Waldsalat“ schmeckt immer…

Zuletzt durften alle Teilnehmer einen köstlichen Salat aus den gepflückten Wildpflanzen und Trieben kosten. Auch Inhaltsstoffe und medizinische Eigenschaften wurden kurz erläutert. Hier einige der Zutaten: junge Tannentriebe, Kirsch-und Ulmenblätter, Rotklee, Giersch, Brennnessel, Knoblauchrauke, Löwenzahn und Spitzwegerich.

Der sogenannte „Spiegelgang“ drehte plötzlich den Wald auf den Kopf und zeigte den beeindruckten Teilnehmern ganz neue Perspektiven: Während des Laufens hielten sie Spiegel an die Nase und schauten somit direkt in die Baumkronen. Plötzlich nahmen sie die Umgebung ganz anders wahr. „Es ist, als ginge man durch einen Regenwald“, so eine Mitwanderin.

Bei der Holzkapelle zeigte sich dann eine Haubenmeise. Dieses Erlebnis griff Veronika Kopfinger auf, um auch auf die Vogelwelt einzugehen und die Teilnehmer registrierte Vogelstimmen erraten zu lassen.

Zuletzt dankte die Referentin den Teilnehmern für ihr Interesse und die angeregten Diskussionen, die während der Themenwanderung stattgefunden hatten. „Wir haben viel mitgenommen und Neues erfahren“, bekundeten auch die zufriedenen Teilnehmer.

Silence

Holzkapelle in der Lugenz

This old wooden chapel in our forest (in Lower Bavaria) was built 300 years ago.

Die Holzkapelle in unserem Wald („Lugenz“) wurde Anfang des 18. Jahrhunderts auf Wunsch einer Bäuerin errichtet. Der mündlichen Überlieferung nach fanden in der Kapelle zahlreiche Gebetserhörungen statt. Zum Dank stifteten viele Votivtafeln, die den Innenraum ausschmücken.

Es ist immer ein schönes Gefühl, sich in diese kleine Kapelle zu setzen und in der Stille die Votivtafeln zu betrachten. Zwei riesige Buchen flankieren das Holzgebäude und scheinen es zu beschützen.

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Alte Buche als „Beschützerin“ der Kapelle

Lugenzwald-Bad Birnbach

Auf dem Weg zum Arterhof

Portrait of trees

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Der Lugenzwald im Rottal

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Dank Eurer ermutigenden Kommentare, liebe Blogfreunde und -Freundinnen, bin ich heute noch einmal bei dem wunderschönen Frühherbstlicht mit wachem Auge und gezückter Kamera durch den Wald gegangen.
Hier mehr Fotos: https://www.facebook.com/nadia.nashed.75

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