Juchhuu – es gibt wieder Rottaler Jungstörche, und die sind schon fast flügge!
Wie schön, dass wir im Landkreis inzwischen mehrere Nisthilfen haben, denn nicht in jedem Horst klappt es jedes Jahr. Heuer schauen in Eggenfelden/Gern zwei neugierige Jungstörche vom alten Kamin herab – und in Hebertsfelden sogar drei. Sie machen ihre ersten Flugübungen, blicken sehnsüchtig in die Ferne und warten auf die Eltern. Dass es Jungvögel sind, erkennt man u.a. am grauen Schnabel.
Und hier in Hebertsfelden:
In Bad Birnbach hat es dagegen zum dritten Mal in Folge nicht mit der Brut geklappt. Und auch im Horst auf dem Gasspeicher in Pfarrkirchen konnte ich heuer keinen Nachwuchs entdecken.
Wie es zu den Nisthilfen im Rottal kam:
Bad Birnbach: Im August 2014 ließ Monica Gräfin von Arco auf Valley ein Storchennest auf dem alten Brauereikamin errichten.
Pfarrkirchen: Nachdem im Mai 2020 mehrere Störche landeten, ließ der Erste Bürgermeister eine Nisthilfe auf dem alten Gasspeicher anbringen.
Eggenfelden und Hebertsfelden: „Mehr Nisthilfen für Weißstörche“ – das war die Projektidee, die Berndt und ich 2019 im Bürgerbeteiligungsportal des Landkreises Rottal‑Inn eingereicht hatten.
In Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Rottal‑Inn e.V. wurde geprüft, wo weitere Nisthilfen sinnvoll wären. Wir durften damals sogar bei der Standortsuche helfen. Ende 2022 entschied das Landratsamt, wo neue Horste entstehen sollen: in der Schlossökonomie Gern auf dem alten Brauereikamin und in Hebertsfelden.
Adulter Weißstorch auf der Nisthilfe in Pfarrkirchen
Heute hatten wir bei der Radltour viel Glück!! Zunächst haben wir bei unserem schönen Storchenpaar auf dem alten Brauereikamin vorbeigeschaut. Es ist immer eine Freude, sie zu sehen. Aber jetzt – Anfang Juni – müssen wir wohl einsehen, dass sie heuer keinen Nachwuchs haben. So haben sie einen chilligen Sommer…
Bad Birnbacher Störche: KEIN Nachwuchs 2026!
Und weiter ging´s. Jetzt sahen wir einen seltenen Schwarzstorch im Himmel segeln. Dann einen Baumfalken, die bei uns ja auch selten sind. Dann noch mehrere Mäusebussarde, ein Reh und ganz viel Schönheit in der Natur
Nur leider kaum Schmetterlinge bisher…
Ein Baumfalke (Falco subbuteo) über uns!
Das war mal wieder eine spannende Tour mit vielen Naturwundern!
Adulter Nachtreiher an der Rott Juni 2025 – Ein sehr seltener Brutvogel
Mein Naturbeobachtungs-Beitrag im Bad Birnbacher Kulturspatz 2026:
Der Juni ist ein Monat voller Bewegung. Über den Wiesen summt und flattert es, während aus den Bäumen der Kuckuck ruft und der Pirol an der Rott flötet.
Ein besonderer Gast begleitet uns seit einigen Jahren: der Nachtreiher. Den kleinen, gedrungenen Reiher mit dem schwarz‑grauen Gefieder sahen wir 2018 erstmals als Jungvogel an der Rott; inzwischen ist er im Juni öfter an der Rott zu sehen. Er trägt seine lange „Hochzeitsfeder“ und ist – obwohl eigentlich nachtaktiv – jetzt auch tagsüber im Gebüsch am Wasser zu beobachten, weil er im Brutgebiet seine Jungen versorgt. In Bayern gilt er als extrem selten. Umso größer ist das Glück, ihn hier beobachten zu dürfen.
Auch die Rauchschwalben sind fleißig: Ihre Nester aus kleinen Schlammkügelchen sind voller Küken, und die jungen Schwalben taumeln bereits durch die Luft. Der Grauschnäpper jagt akrobatisch nach Insekten, während Bachstelzen am Feldrand zwitschern.
Junger Nachtreiher an der Rott – Juni 2018
An der Rott zeigt sich im Juni eine beeindruckende Vielfalt an Faltern: Kleines Wiesenvögelchen, Kohlweißlinge, Bläulinge, Dickkopffalter und immer wieder der Distelfalter. Ein besonderer Fund ist der Große Feuerfalter – erst seit wenigen Jahren in Niederbayern heimisch, selten und gefährdet, aber offenbar auf dem Vormarsch. Die Männchen leuchten kräftig orangerot und gehören zu den schönsten Erscheinungen unserer Wiesen.
Die Wiesen stehen jetzt in voller Blüte. Margeriten, Witwenblumen und Königskerzen bewegen sich im Wind, und an den Ufern der Rott gleiten majestätische Höckerschwäne vorbei. Im Wald blüht der Wald‑Wachtelweizen, eine Pflanze mit einem Namen, der fast schon eine kleine Geschichte erzählt. Nicht nur wir Menschen haben eine Geschichte – auch die Natur, insbesondere von uns geprägte Kulturlandschaften, unterliegen einem stetigen Wandel. Die Lugenz verändert sich fortlaufend, oft schneller, als wir es erwarten. Dem Wanderer eröffnet sie abwechslungsreiche Wege, dem Künstler dient sie mit ihren großen, moosbewachsenen Felsblöcken – umgeben von Fichten, Eschen und Holunder – als Inspirationsquelle. Und unzähligen Tieren und Pflanzen gewährt sie eine Heimat.
Meine „Naturbeobachtungen“ im Bad Birnbacher Kulturspatz:
Wenn Aurorafalter umherschwirren, der Kirchturm von weitem in einem Blütenmeer versinkt, die Goldammer gen Himmel blickt und der Hausrotschwanz sein Lied singt, während der Turmfalke über einem in der Luft steht, dann weiß man, dass Frühling ist. Alles leuchtet im Licht. Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke jubeln einander zu, und im Hintergrund erinnert das melancholische Lied des Schwarzspechts daran, dass selbst der Frühling die Trauer nicht bannen kann.
Das saftige, satte Grün in unzähligen Nuancen – von Maigrün über Zinnobergrün bis hin zu Veroneser Grün – hebt sich ab vom dunklen Schwarz der Fichten und Tannen. Die Sumpfdotterblume lächelt ein wenig hochmütig, als wolle sie sagen: Ich kleide mich ausschließlich in Gold. Die Falter taumeln von Löwenzahnblüte zu Knoblauchrauke.
Der April ist einer jener Monate, in denen man kaum weiß, wohin man zuerst schauen soll. Alles erwacht, alles bewegt sich, alles wird bunt. Die Streuobstwiesen rund um Bad Birnbach stehen jetzt in voller Blüte; Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume schmücken die Wege mit zarten weißen und rosa Wolken. Dazwischen leuchten die ersten Frühlingsboten am Boden, und selbst Pflanzen mit unscheinbaren Namen wie der „Kriechende Günsel“ zeigen sich plötzlich majestätisch, mit seidig glänzenden violett-blauen Blüten. Auch die Rote Lichtnelke setzt ihre kräftigen Farbtupfer und markiert den Übergang vom frühen zum vollen Frühling.
Der Volksmund sagt: „April, April, macht was er will.“ Ob das heute – in Zeiten immer früherer Vegetationsphasen – noch gilt, wird sich zeigen. Sicher ist: Der Frühling malt jetzt unaufhaltsam die Landschaft bunt.
Mit den ersten warmen Tagen erwacht auch die Welt der Tagfalter. Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge sind unterwegs, und besonders der Aurorafalter, dessen Männchen leuchtend orange Flügelspitzen trägt, zieht die Blicke auf sich. Auf den Rottauenwegen, vor allem bei Gries, lässt er sich von April bis Juni wunderbar beobachten.
Auch die Vogelwelt kehrt zurück. Viele Zugvögel treffen jetzt ein, und bald kann man wieder ausrufen: „Die Schwaiberl sind da.“ An der Rott zeigt sich seit einigen Jahren ein Paar Flussseeschwalben, das mit seinen Flugmanövern beeindruckt. In das vielstimmige Konzert von Amsel, Hausrotschwanz, Zilpzalp und Rotkehlchen mischt sich das tiefe Quaken der Frösche. Ein besonderer Moment ist es, wenn der Kuckuck zum ersten Mal ruft; meist geschieht das in der zweiten Aprilhälfte, manchmal aber auch früher.
Schon Ende Februar landete wieder ein Weißstorch auf dem alten Brauereikamin. Bis Redaktionsschluss hatte sich noch kein Partner dazugesellt. Wir hoffen dennoch, dass im Storchenhorst bald wieder Hochzeit gefeiert wird. Update. Am 28. März 26 war es dann soweit!
Fotos:
Grünspecht sucht Ameisen
Flussseeschwalben an der Rott – Ein Paar Flussseeschwalben brütet jedes Jahr an der Rott. Sie sind sehr gefährdet, weil sie ihre Eier auf den Boden legen und extrem störungsempfindlich sind. Oftmals werden sie mit Lachmöwen verwechselt, sind aber schlanker, ihr Flug ist schneller, wendiger. In unserem Landkreis brüten sie auf einem Flussseeschwalben-Floß des LBV auf dem Rottauensee.
Landkärtchen – oder Landkärtchenfalter, auch Netzfalter oder Gitterfalter genannt
Kleinspecht (Dryobates minor) – Das Männchen ist an seiner leuchtend roten Kopfplatte erkennbar. / Lesser Spotted Woodpecker
Erwischt: mein erster Kleinspecht (Dryobates minor)! Er ist der kleinste heimische Specht in Europa und nur etwa so groß wie ein Spatz. Und jetzt beginnt die richtig schöne Zeit: Überall balzt, ruft und singt es. Nur unser armer Bad Birnbacher Storch ist noch allein und wartet geduldig auf seine Liebste. Hoffentlich kommt sie bald.
Star (Sturnus vulgaris) im Kurpark Bad Birnbach/ Common starling / Étourneau
EN: Caught in the act: my very first Lesser Spotted Woodpecker (Dryobates minor)! He is the smallest native woodpecker in Europe, only about the size of a sparrow. And now the truly beautiful season begins: everywhere there is courting, calling, and singing. Only our poor stork is still alone, waiting patiently for his beloved. Hopefully she will arrive soon.
Im Herzen des Baumes an der Rott: eine Blaumeise /Blue titIm Frack: Die Reiherente (Aythya fuligula) zählt zu den so genannten Tauchenten und gilt als die häufigste Süßwassertauchente.Letztes Jahr war das Storchennest auf dem Brauereikamin in Bad Birnbach noch heiß umkämpft…Jetzt wartet ein Weißstorch schon seit Ende Februar auf seine Liebste…