Schön wie eine Gazelle: Das Reh stand friedlich abends auf der Wiese
Die Wildtiere haben gestern Abend geradezu darum gebeten, abgelichtet zu werden. Ich danke ihnen! Schönheit wird die Welt retten, soll Dostojewski gesagt haben. Hoffen wir es!
Einem Reh und einem Feldhasen konnte ich direkt in die Augen schauen. Sie waren recht nah und hatten mich nicht gesehen. Ich konnte sie atmen sehen, das berührt mich immer. Insbesondere beim Hasen, der goldene Augen hatte, hab ich mich gefragt, was er wohl denkt. Das frage ich mich oft bei Wildtieren. Dann bekomme ich immer wieder den Eindruck, dass unsere Gedanken sich ähneln könnten…
Porträt eines Hasen mit goldenen Augen – Was er wohl denkt?Auch ein Bluthänfling zeigte sich
Adulter Nachtreiher an der Rott Juni 2025 – Ein sehr seltener Brutvogel
Mein Naturbeobachtungs-Beitrag im Bad Birnbacher Kulturspatz 2026:
Der Juni ist ein Monat voller Bewegung. Über den Wiesen summt und flattert es, während aus den Bäumen der Kuckuck ruft und der Pirol an der Rott flötet.
Ein besonderer Gast begleitet uns seit einigen Jahren: der Nachtreiher. Den kleinen, gedrungenen Reiher mit dem schwarz‑grauen Gefieder sahen wir 2018 erstmals als Jungvogel an der Rott; inzwischen ist er im Juni öfter an der Rott zu sehen. Er trägt seine lange „Hochzeitsfeder“ und ist – obwohl eigentlich nachtaktiv – jetzt auch tagsüber im Gebüsch am Wasser zu beobachten, weil er im Brutgebiet seine Jungen versorgt. In Bayern gilt er als extrem selten. Umso größer ist das Glück, ihn hier beobachten zu dürfen.
Auch die Rauchschwalben sind fleißig: Ihre Nester aus kleinen Schlammkügelchen sind voller Küken, und die jungen Schwalben taumeln bereits durch die Luft. Der Grauschnäpper jagt akrobatisch nach Insekten, während Bachstelzen am Feldrand zwitschern.
Junger Nachtreiher an der Rott – Juni 2018
An der Rott zeigt sich im Juni eine beeindruckende Vielfalt an Faltern: Kleines Wiesenvögelchen, Kohlweißlinge, Bläulinge, Dickkopffalter und immer wieder der Distelfalter. Ein besonderer Fund ist der Große Feuerfalter – erst seit wenigen Jahren in Niederbayern heimisch, selten und gefährdet, aber offenbar auf dem Vormarsch. Die Männchen leuchten kräftig orangerot und gehören zu den schönsten Erscheinungen unserer Wiesen.
Die Wiesen stehen jetzt in voller Blüte. Margeriten, Witwenblumen und Königskerzen bewegen sich im Wind, und an den Ufern der Rott gleiten majestätische Höckerschwäne vorbei. Im Wald blüht der Wald‑Wachtelweizen, eine Pflanze mit einem Namen, der fast schon eine kleine Geschichte erzählt. Nicht nur wir Menschen haben eine Geschichte – auch die Natur, insbesondere von uns geprägte Kulturlandschaften, unterliegen einem stetigen Wandel. Die Lugenz verändert sich fortlaufend, oft schneller, als wir es erwarten. Dem Wanderer eröffnet sie abwechslungsreiche Wege, dem Künstler dient sie mit ihren großen, moosbewachsenen Felsblöcken – umgeben von Fichten, Eschen und Holunder – als Inspirationsquelle. Und unzähligen Tieren und Pflanzen gewährt sie eine Heimat.
Goldene Augen und viel Neugierde: die Kattas im Tierpark
Nur etwa 25 km von Bad Birnbach entfernt liegt ein Tierpark, den wir bisher nie besucht hatten. Heute waren wir dort – und wir haben es wirklich nicht bereut! Entlang eines Rundwegs durch einen Park voller wunderbarer, teils exotischer Pflanzen, von denen einige aus dem Reiffenstuel‑Arboretum stammen, konnten wir unzählige Vogel- und Tierarten aus aller Welt bewundern.
Und ich verrate auch gleich, welche mich am meisten fasziniert haben: der ‚Lachende Hans‘ (Australiens Nationalvogel), die gut gelaunten Kattas, die mir goldene Blicke zuwarfen, und die Roten Ibisse. Glaube ich… Oder vielleicht doch eher die grasenden Schildkröten oder die sich balgenden Erdmännchen? Ich weiß es nicht!
Jedenfalls fühlte es sich an wie eine Reise auf eine exotische Insel. Wichtig ist auch: Die Tiere wirken gesund und zufrieden. Ein Besuch ist für alle jungen und alten Kinder, die gerne staunen, absolut empfehlenswert!
Nimmersatt
EN: Only about 25 km from my hometown Bad Birnbach lies a wildlife park we had never visited before. Today we finally went — and it was absolutely worth it. Along a circular path through a park full of wonderful, partly exotic plants, some originating from the Reiffenstuel Arboretum, we were able to admire countless bird and animal species from all over the world.
And I’ll tell you which ones fascinated me the most: the laughing kookaburra (Australia’s national bird), the cheerful ring‑tailed lemurs who threw golden glances my way, and the scarlet ibises. Or was it the grazing tortoises… or the playful meerkats? I’m not sure.
Either way, it felt like a journey to a far‑off tropical island. And most importantly: the animals look healthy and content. A visit is highly recommended for all children — young and old — who love to marvel.
Liebe geht bei Flussseeschwalben definitiv durch den Magen! Das Männchen übergibt dem Weibchen Fische als Brautgeschenke
Juchhuu! Pünktlich wie die Maurer sind die Flussseeschwalben (Sterna hirundo) wieder in Bad Birnbach angetroffen! Diesmal scheinen es sogar zwei Paare zu sein! In diesem Video von heute ist zu sehen, wie das Männchen dem Weibchen ein „Brautgeschenk“ übergibt.
Seit Jahren ist immer nur ein Paar an der Rott bei Bad Birnbach zu sehen. Das ist für uns jetzt ein großes Glück, denn es handelt sich um einen gefährdeten und sehr seltenen Brutvogel, der in Deutschland kaum mehr natürlichen Raum zum Brüten – nämlich Kiesbänke an Gewässern – findet. Die meisten Brutplätze liegen zurzeit auf künstlichen Anlagen (Brutflöße, geschüttete Inseln).
Die Eleganz und Wendigkeit der Flussseeschwalben ist bezaubernd – Sterne pierregarin – Common Tern
EN: Right on schedule, the Common Terns (Sterna hirundo) have returned to Bad Birnbach — and this time there seem to be two pairs! In today’s video you can see the male offering a ‘bridal gift’ to the calling female. Until now, only one pair was ever seen along the Rott here. Perhaps their numbers are growing, which would be wonderful news: this endangered and very rare breeding bird has almost no natural nesting habitat left in Germany. Most breeding sites today are artificial, such as floating platforms or man‑made gravel islands.
Im Video ist zu sehen, wie das Brautgeschenk übergeben wird: