
Gestern im Rottal: Rehe, Störche, Fasan und Kiebitz





Gestern im Rottal: Rehe, Störche, Fasan und Kiebitz





Bei der heutigen Wanderung mit meiner Freundin Birgit – durch die Lugenz und zurück über Weng und Thal – ist es wieder passiert: Ich habe mich erneut ins Rottal verliebt. Diese welligen Landschaften mit den Wäldern auf den Höhen, den wunderschönen Vierseithöfen mit ihren hölzernen Wohnhäusern, den Kirchen mitten im Feld, den kurvigen Straßen, den sorgfältig „gekämmten“ Äckern und den Vögeln in den alten Obstbäumen berühren mich jedes Mal aufs Neue. Hoffentlich bleibt zumindest ein Teil davon in unseren modernen Zeiten erhalten.


EN: During today’s walk with my friend Birgit – through the Lugenz and back via Weng and Thal – it happened again: I fell in love with the Rottal in Bavaria once more. These rolling landscapes with forests crowning the hills, the beautiful four‑sided farmsteads with their wooden houses, the churches standing alone in the fields, the winding country roads, the carefully “combed” fields, and the birds in the old orchard trees move me every single time. I can only hope that at least some of this will endure in our modern age.




Juchhuuuu, sie sind zu zweit! Der Birnbacher Storch hat etwa 4 Wochen gewartet, bis endlich seine Liebste kam. Nun geht alles ganz schnell: sie haben sich schon gepaart und renovieren im Liebesrausch ihren Horst auf dem Brauereikamin!



Mein Mann und „Redaktionsmitarbeiter“ Berndt hat es heute Morgen im Nebel geschafft, die Beweisbilder zu machen: Der erste Storch ist seit einigen Tagen zurück in Bad Birnbach! Wir hoffen, dass der Zweite bald folgt.
Im August 2014 ließ Monica Gräfin von Arco auf Valley ein Storchennest auf dem alten Brauereikamin errichten. Schon 2015 landete der erste Weißstorch auf dem Nest und 2018 gab es aus diesem Horst erstmals eine erfolgreiche Brut mit drei flüggen Jungvögeln. Inzwischen sind mehrere Jungvögel in Bad Birnbach ausgeflogen. In den letzten zwei Jahren gab es leider keinen Bruterfolg.
Inzwischen gibt es im Landkreis mehrere Paare, die auf Nisthilfen gebrütet haben – in Pfarrkirchen, in Eggenfelden/ Gern, in Arnstorf und in Hebertsfelden.

Unsere Natur im Februar – Erste Frühjahrsanzeichen
Im Rottaler Hügelland beginnt jetzt eine besonders spannende Zeit. Obwohl es noch Februar ist, zeigen sich bereits erste Anzeichen des nahenden Frühlings. Vögel singen und markieren ihre Reviere, das Licht wird heller, und auch die Farben in der Landschaft wirken lebendiger. Feldhasen, Stare und Rehe sind wieder häufiger zu sehen – ein guter Zeitpunkt für Naturbeobachtungen.
In den Vorjahren hat ein Storchenpaar, das in milden Wintern sogar ganz oder teilweise im Kurort geblieben war, Mitte Februar den Horst auf dem alten Brauereikamin bezogen. Ob auch in diesem Jahr wieder Störche in Bad Birnbach brüten werden? Das wird sich bald zeigen.
Auch die Kiebitze ziehen Ende Februar durch das Rottal, meist gemeinsam mit Staren und anderen Vogelarten. In den letzten Jahren hatten ein bis zwei Paare auch erfolgreich in Bad Birnbach gebrütet. Da die Art stark gefährdet ist, hoffen wir wieder auf Bruterfolg.

Da die Kiebitze immer größere Schwierigkeiten haben, auf unseren Wiesen und Äckern erfolgreich zu brüten, finden in diesem Winter wieder umfangreiche Pflegearbeiten statt. „Auf ausgewählten Landkreisflächen sowie auf bestehenden Ausgleichsflächen des Staatlichen Bauamts Passau werden laut Pressemitteilung des Landratsamts Gehölze entfernt, um das wertvolle Offenlandhabitat für gefährdete und vom Aussterben bedrohte Wiesenbrüterarten wie Kiebitz, Bekassine, Feldlerche und Wiesenpieper zu erhalten und weiter aufzuwerten.“ (Quelle: Passauer Neue Presse)
Auf den Feldern ruhen Rehe. Ihr Winterfell ist jetzt graubraun, der Fellwechsel beginnt im Frühjahr und kleidet sie wieder in rötliche Farben. An der Rott sind nun Grau- und -Silberreiher zu beobachten, mit etwas Glück lässt sich sogar der seltene Seidenreiher blicken; die Kohlmeisen zeigen jetzt schon ihr Balzverhalten mit dem typischen zweisilbigen Gesang. Die Tage werden endlich länger, und die Erlenblüte leitet schon die Pollensaison ein. Schneeglöckchen und Krokusse blühen bereits am Wegesrand.
Neben den Stockenten sind derzeit auch Reiherenten und Krickenten an der Rott zu sehen. Die Krickente fällt durch den kastanienbraunen Kopf und den grünen Augenstreif des Erpels auf. Ihre hohen Rufe sind regelmäßig zu hören, und bei der Futtersuche durchschnattern sie den Uferschlamm. Die Reiherente unterscheidet sich deutlich: Der Erpel trägt ein schwarz-weißes Gefieder, das Weibchen ist braun gefärbt. Diese Art taucht bis zu sechs Meter tief und bleibt bis zu 30 Sekunden unter Wasser, um Nahrung vom Gewässergrund zu holen.


Auch das Rotkehlchen ist aktiv. Es singt selbst im Winter und ist mit seinem „Zik-zik-zik“ oft in Hecken und Gebüschen zu hören. Rotkehlchen sind Teilzieher, manche bleiben ganzjährig, andere ziehen in wärmere Regionen. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden, besetzen aber im Winter getrennte Reviere. Das Weibchen wählt den Nistplatz, das Männchen verteidigt sein Gebiet auch kämpferisch.
Viel Freude bei Euren Naturerkundungen!

