Die Ricke hat eben ihre schon großen Kitze gesäugt
Heute Morgen konnte ich eine Ricke beim Säugen beobachten. Ich bin so unendlich dankbar für solche Augenblick! Dass so viel Schönheit, Wildheit und Freiheit in unserer Welt noch möglich sind! Ich freue mich auch, immer wieder über das Verhalten der Rehe etwas dazuzulernen. Was mir inzwischen klar geworden ist, ist dass Rehe eigentlich gar nicht in den Wald wollen; viel lieber ziehen sie durch Felder und Hecken, solange sie die Möglichkeit haben, sich darin zu verstecken. Der junge Rehbock Leopold lief mir auch über den Weg.
Im Hortobágy Wild Animal Park sind viele Tiere zu sehen, die in der ungarischen Steppe heimisch sind. Wölfe und Gänsegeier, die inzwischen in der Puszta ausgestorben sind, sind auch zu beobachten.
Natürlich haben diese Wildtiere – wie so oft in Tiergehegen – viel zu wenig Platz. Insbesonders die Volieren sollten vergrößert werden. Und doch war ich dankbar, einige aus der Nähe betrachten zu können, insbesondere den hübschen Goldschakal und die Adler.
Goldschakal (Canis aureus) Gänsegeier (Gyps fulvus) In der Puszta sind sie ausgestorbenAuch der Wolf (hier im Hortobagy-Wildpark) ist in der ungarischen Steppe ausgestorben
Hier der Text einer Infotafel über das Verschwinden der Geier in der Steppe:
In dieser Region waren hauptsächlich der Gänsegeier (Gyps fulvus) und der Mönchsgeier (Aegypius monachus) verbreitet.
Mit der Zeit wurden die wilden Herden durch Haustiere ersetzt. Für die Geier machte dies jedoch keinen Unterschied. Ihre Ausrottung wurde verursacht durch Wilderei und ein regelrechtes Jagdfieber zu Beginn des 20. Jahrhunderts und durch für Wölfe ausgelegte Giftköder.
Als sie noch am Rand der Karpaten genistet haben, waren sie regelmäßige Besucher der Hortobágy-Steppe. Ihr letztes invasionsartiges Vorkommen war gegen Ende des 2. Weltkriegs, als unzählige Leichen und Kadaver nicht beerdigt werden konnten. Die Vögel, die mit ihrer Ernährungsweise eine so wichtige Rolle im Ökosystem übernahmen, wurden von Trophäenjägern und Hobbyjägern gnadenlos bejagt. Der letzte Geier in Hortobágy wurde 1947 in der Nähe von Máta erschossen.
In Europa ist die Situation für Geier recht widersprüchlich. Während die Populationen in Frankreich und Spanien Dank gezielter Schutzprogramme wieder wachsen, kämpfen in der Balkanregion die letzten Geier ums Überleben.
Im Tierfreigelände Neuschönau – In the Wildlife Enclosure in Bavaria
Neu sind die Kraniche in der Voliere. Schön sind sie, aber sie haben mir etwas leidgetan, da die Voliere, in der sie leben, für solch große Vögel doch sehr beengt ist.
Interessant ist das ebenfalls neue Reptilien-Gehege. Dort kann man sogar Kreuzottern (Foto 2) bestaunen. Auch die Waldeidechse ist darin zu sehen. Ganz frei flatterte uns ein Kaisermantel über den Weg.
Auch die Wildkatze ließ sich sehen. Wieder einmal wurde mir bewusst, dass sie von weitem kaum von einer getigerten Hauskatze zu unterscheiden ist. Unterscheidungsmerkmale sollen etwa der buschige Schwanz mit schwarzer Spitze und die weißen Schnurrhaare sein. Würde ich eine Wildkatze in der Natur sehen, würde ich sie jedoch kaum von einer Hauskatze unterscheiden können. Egal, sie sind ja beide faszinierende Wesen.
Auch der Spaziergang durch das Gelände ist einfach spannend und schön, die vielen Pflanzen am Wegesrand, die Vögel, das Totholz voller Leben, die Moose, die Bäche…
Kreuzotter (Vipera berus) im neuen ReptiliengehegeSpielende Fischotter
Ich konnte den Fischottern beim Spielen zuschauen! In der freien Natur habe ich das nur einmal vor etwa 30 Jahren in Italien beobachten können. Diesmal waren es in Gefangenschaft lebende Fischotter, aber deren Gehege im Tierfreigelände Neuschönau ist recht groß und naturnah. Und so war ich auch näher dran. Unglaublich schön ist das flinke Spiel der Tiere, die sich gegeneinander jagen und auflauern, sich gegenseitig neckend, zwischendurch laut keckernd. Im Wasser winden sie sich umeinander wie Aale. Was für eine unbändige Energie! Dabei sind alle Bewegungen im und außer dem Wasser blitzschnell und fließend. Ich habe mich so gefreut über dieses beinahe humorvolle und quicklebendige Spektakel!