Wandern im Böhmerwald

Ein ruhiger Fluss, umgeben von hohen Bäumen und üppigem Grün, reflektiert die Natur auf der Wasseroberfläche.
Die wunderschöne und wilde Vydra im Nationalpark Šumava

Wieder waren wir einige Tage im Böhmerwald (Nationalpark Šumava) und haben neue Wege entdeckt. Wie immer war es wunderschön. Wir hatten das Glück, wilden Enzian zu sehen und haben das weite Lusental entdeckt. Es waren viele „Schwammerl“ zu sehen, aber auch Vögel und einige Feuerfalter, die auf noch warmen Südhängen umherschwirrten.

Zwei Personen wandern auf einem schmalen Pfad durch einen bewaldeten Bereich mit hohen Bäumen.
Auf schönen Waldwegen
Ein Kiesweg führt zu einem Gebäude in einer ländlichen Umgebung, umgeben von grünen Wäldern und trockenem Grasland.
Březník (deutsch Pürstling) im Lusental

Teile der Handlung von Klostermanns Roman „Aus der Welt der Waldeinsamkeiten“ von 1891 spielen in Pürstling.

Das Forsthaus wurde bis 1951 betrieben und musste dann wegen des Baus von Grenzbefestigungen der ČSSR zur Bundesrepublik Deutschland im Kalten Krieg und der damit verbundenen Einrichtung einer Sperrzone aufgegeben werden. Bis 1969 waren Einheiten des Grenzschutzes in dem Gebäude stationiert, das nach deren Abzug verfiel. Nach der Öffnung der Grenze 1989/1990 wurde das Gebiet wieder zugänglich. Von 1998 bis 2002 wurde das Forsthaus wieder aufgebaut und dient nun als Informationszentrum des Nationalparks Šumava. Daneben befinden sich eine kleine Gaststätte und eine Ausstellung über den Schriftsteller Karel Klostermann in dem Gebäude. (Quelle. Wikipedia)

Glücklich im Wald – der Nationalpark im September

Eine Frau steht auf einer Holzbrücke im Bayerischen Wald Nationalpark, umgeben von grünen Bäumen und herbstlichen Blättern.
Wald macht mich glücklich – Insbesondere ein natürlicher Wald wie derjenige vom Nationalpark Bayerischer Wald

Bavarian Forest National Park
Der Geruch von Moos – Harzperlen auf einem Baumpilz – Eine Schnecke, die sich im toten Stamm eingekringelt hat – das Rauschen des Wildbachs…Und das wunderbare Gefühl, frei zu sein, wieder Kind zu sein und wie damals in den Ferien bei der Oma durch die Wälder zu streifen…

Ein fließendes Wasser plätschert über einen moosbedeckten Baumstamm im Bayerischen Wald, umgeben von herbstlichen Blättern.
Der Wildbach im Abendlicht
Kurze, beruhigende Eindrücke einer Wanderung im Bayerischen Wald

Einmal ins Paradies und zurück

Wie im Regenwald steigt morgens der Nebel aus den Wipfeln nach dem Sommerregen

Im Sumava Nationalpark – der Böhmerwald

Richtig „urwaldig“
Ein natürlicher Wald- von keinem fleißigen Politiker gepflanzt…
Alte Alleen, offene Landschaften, Natur pur…

Das Schöne und das Schreckliche

Heute geht man zu Fuß über die Grenze, die Wanderer grüßen sich freundlich. Im Kalten Krieg war das anders…
Wilde Weiden am Wald – Im Nationalpark Sumava

Beim Wandern durch wilde Wälder und beim Überqueren der grünen Grenze zwischen Bayern und Tschechien im Nationalpark, kommen einem viele Gedanken. Heute sind wir von Zwieselwaldhaus nach Zeledna Rudna gegangen. Das Schöne und das Schreckliche sind sich ja oft so nah:  Am Weg immer wieder Infotafeln, die dokumentieren, was im Grenzgebiet in der Nachkriegszeit alles so geschah…Es ist kaum zu glauben, aber die tödlichste Grenze Europas im Kalten Krieg war genau hier zwischen Tschechien, Deutschland und Österreich.

Die Tafeln dokumentieren die Grenzbefestigungen und Kampfstände sowie befestigte Gräben im Wald, aus denen geschossen wurde. Heute verzaubert die Natur alles und über eingegrabene Bunker tanzen Schmetterlinge. In unseren gefährlichen und konfliktgeladenen Zeiten ging ich heute sehr nachdenklich durch die lichte Wildnis. Hoffentlich müssen wir nicht wieder solche Zeiten – kalte oder heiße Kriege – erleben, dachte ich…

#sumava #nationalpark #kalterkrieg #böhmerwald

Wir zwei unterwegs im Nationalpark
Blick auf den Arber

Und hier die Infotafeln:

Tschechische Grenzsoldaten im Graben
Ein noch sichtbarer Schießschacht
Einer der Panzerabwehrstände im Grenzgebiet Tschechien-Deutschland 1962

Sommerbrisenwiese im wilden Weitland – Der Böhmerwald

Unendlich und blühend – Die Wiesen im Böhmerwald

Dans le parc national Sumava en république Tchèque / Bohemian Forest in the Czech Republic

Dass Artenvielfalt glücklich macht, habe ich schon in der Kindheit festgestellt: Da blüht eben kein „Butterblumen“-Meer, da ist es im Sommer einfach richtig bunt. Heute standen wir vor einer Wiese, die war so weit, dass sie sich im welligen Horizont verlor. Und darin leuchtete es ziegelrot, rosa, zitronengelb und glasgrün.

Nebeneinander wiegten sich im selben Rhythmus Glockenblumen, Distel, Wundklee, Wiesen-Pippau und Fingerhut, begleitet vom Nicken der Adlerfarne und des Zittergrases. Immer wieder schüttelt der Wind alle Pflanzen durch. Irgendwo muhen Kühe. Und über all dem schwirren trunkene Falter.

Ja, Schönheit macht poetisch… Jedenfalls stelle ich wieder einmal fest, dass große offene Flächen, die extensiv bewirtschaftet werden, einfach viel artenreicher sind als Wälder.

Wer Interesse an solchen Themen hat, dem sei das Buch „Wildnis“ von Jan Haft empfohlen.

Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae)
Farbenprächtige Disteln
Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Und hier die Wiese im Sommerwind. In diesem Video ist eine unendlich weite und artenreiche Wiese im bayrisch-böhmischen Grenzgebiet bei Pustina zu sehen. Pflanzen, Blüten, Schmetterlinge wiegen sich rhythmisch im Wind. Ziemlich am Ende des Films sieht man kurz die Ruine eines besonders schönen fürstlichen Forsthauses im Wald sowie eine Erinnerungstafel an den Arzt, der dort gewohnt hatte. Dr. Zdeněk Kostrouch war eine beliebte Persönlichkeit im Böhmerwald und wurde auch „Arzt auf dem Pferd“ genannt. In den Jahren 1964 – 1993 lebte er in Hájenec Pustina. Kostrouch wollte ursprünglich als Arzt nach Afrika gehen, blieb aber im Böhmerwald. Seine erste Frau war Dr. Helena Kostrouchová – Ärztin in Kašperské Hory und Tochter von Ottla Davidová (Kafka), der Schwester des Schriftstellers Franz Kafka. Auf der Sterbetafel steht der Text: „Hier in Pustina lebte und arbeitete in den Jahren 1964 – 1993 MUDr. Zdeněk Kostrouch, ein kleiner, großer Mann, ein Arzt, der Licht und Fähigkeiten bringt, ein Retter, ein Träumer, ein Idealist, ein zutiefst menschlicher Mensch“