Philosophinnen in der Antike

Aspasia + Sokrates – Tuschezeichnung

Aspasia + Sokrates – Aspasie et Socrate

Aspasia und Sokrates

Philosophie hat mich schon früh interessiert. Als Jugendliche ging ich bei der Großmutter auf die Terrasse, schaute auf Berge und See und dachte, wie schön es wäre, dabei mit Sokrates, Platon, Aristoteles, von einer weißen Wolltunika umhüllt und umherwandelnd, über die Liebe und die Schönheit zu diskutieren.

Später dachte ich mir: „Oh je, wie naiv Du warst!“ Schließlich waren Frauen bei den Antiken nicht gerade viel wert. Eigentlich waren sie nur „Gebärmaschinen“ ohne Rechte. So dachte ich. So las ich es und stellte es auch in dem Philosophie-Studium, das ich mir später gönnte, nicht in Frage. Nur Priesterinnen und Hetären (eine Art „Edelprostituierte“) sollen eine gewisse Bildung genossen haben. Das glaubte ich, bis ich vor nicht allzu langer Zeit auf Aspasia stieß.

Sie soll eine hochgebildete Frau gewesen sein, die mit Philosophen und auch mit Sokrates Umgang pflegte. Ein Mythos ist das nicht, denn in Platons „Menexenos“ beruft sich Sokrates auf Aspasia als seine Lehrerin der Rhetorik!

Sie heiratete den Athener Perikles und hatte einen Sohn mit ihm. Sie galt aber als Ausländerin (sie kam aus Milet), somit war die Ehe ungültig. Eine schöne Ausrede für ihre Feinde, sie herabzusetzen. So nannte man sie Konkubine, Prostituierte, Hetäre. So hat man kluge Frauen schon immer herabgesetzt.

Ich bin aber sehr froh, dass es sie gegeben hat und ich sie entdecken durfte. Denn jetzt denke ich mir, ganz so naiv war ich als Jugendliche eben doch nicht. Es hätte sein können, ich hätte als Jugendliche weiblichen Geschlechts mit den großen Philosophen reden können. Ich finde es wichtig, dass Frauen wissen, dass es immer schon Ausnahmen gab. Dass es schon in der Antike Philosophinnen gegeben hat. Nur allzu gerne wird das unter den Teppich gekehrt.

Hier noch etwas Info über Aspasia: https://de.wikipedia.org/wiki/Aspasia_(Antike)

#philosophin

3 Gedanken zu “Philosophinnen in der Antike

    • Es gab wahrscheinlich mehr intellektuelle Frauen in der Antike, als wir je wissen werden. Bei Aspasia finde ich besonders interessant, dass 1) sie so früh agiert hat (ca 450 v. Christus, also fast 800 Jahre vor Hypatia), in einer Zeit, in der es in der Athener Gesellschaft vielleicht noch weniger Freiheit für Frauen gab, als in früheren Epochen; 2) sie direkt von Platon als Lehrerin von Sokrates erwähnt wird. Jede Philosophin oder Künstlerin, die wir wieder „ausgraben“ können aus dem misogyn gefärbten „Gedächtnisverlust“ der Geschichte ist irgendwie eine positive Entdeckung, finde ich. Liebe Grüße, Nadia
      PS: anscheinend gab es bei den Etruskern mehr Freiheiten für Frauen, aber da diese kaum direkte schriftliche Quellen hinterlassen haben, ist es nicht so einfach, Konkretes zu erfahren.

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