Zwischen Kranichen und alten Linden – Kleinseenplatte

Wesenberger Linde

Cycling tour in the Mecklenburg Lake District in the North-East of Germany

Unsere erste Radtour an der Mecklenburgischen Kleinseenplatte.

FR: Notre premier tour en vélo dans notre région de vacances dans le Nord-Est de l´Allemagne.

Kraniche bei Leussow

Heutige Entdeckungstour: Es war beeindruckend, plötzlich Kranichhälse wie Teleskope aus dem hohen Gras hinausragen zu sehen. Manchmal war das Radfahren etwas mühselig, obwohl alles flach ist: auf reinen Sandwegen sinken die Räder tief ein.

Mal ging es an riesigen Feldern entlang, dann quer durch den Wald am Nationalpark. In einer Heidelandschaft saß ein Braunkehlchen auf einem Pfosten. Rotmilane segeln durch die Luft und selbst Rotwild haben wir heute gesehen! Was uns sonst noch so begegnete: alte russische Gräber von 1945 gefallenen Soldaten, eine alte Linde vor der Kirche in Wesenberg. Es ist sehr sonnig und extrem trocken. Der „Nordkurier“ spricht sogar von einem Dürresommer im Nordosten.

 Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
Altes Grab eines 1945 gefallenen russischen Soldaten
Auf dem Sand ist es manchmal besser zu schieben

Und hier noch ein Video mit Landschaften, Kranichen, alten Bäumen:

Alte Zeiten

Ein Trabi als Oldtimer

Erinnerung an alte Zeiten: Eine lustige Begegnung mit einem Trabi als Oldtimer am See.

Eine Gaststätte mit Schild „ab 2012 geschlossen“.

Das Schild „Diese Gemeinde wehrt sich gegen den Bombenabwurfplatz“ erinnert an die Protestbewegung „Freier Himmel“: In der Region Brandenburg sollte einer der größten Luft-Boden-Schießplätze Europas auf einem ehemaligen russischen Truppen-Übungsplatz entstehen. In der Kyritz-Ruppiner Heide sollten Tornado, Eurofighter und F16-Bomber über die Müritz hinweg das „Bombodrom“ anfliegen, um Bombenabwürfe zu trainieren. 2002 wurde in Mirow der Verein „Freier Himmel“ gegründet. Die Protestbewegung hatte Erfolg: 2009 gab die Bundesregierung die Pläne auf. (Quelle: Landeszentrale für politische Bildung)

Geschlossen ab 2012
Aktion Freier Himmel

Auf Entdeckungstour an der Mecklenburgischen Kleinseenplatte

Klatschmohn im Feld

Auf Entdeckungstour an der Mecklenburgischen Kleinseenplatte

EN: Discovering the Mecklenburg Lake District and the National Park in North-Eastern Germany

FR : À la découverte du Parc National Müritz, une région pleine de lacs dans le Nord-Est de l´Allemagne

Es ist eine sehr vielfältige Region: Sie ist geprägt vom Müritz-Nationalpark, aber auch von großen Feldern, auf denen sich Rehe und Kraniche tummeln und langen Linden- und Ahorn-Alleen. Und natürlich auch von vielen, meist schilfumsäumten Seen.

Aus den Kiefernwäldern und den Büschen rufen tausend Vogelstimmen. Viele kenne ich, einige habe ich nie gehört.

Für mich neu sind natürlich die Kraniche, die hier brüten, ein besonderer Hingucker. Ich kenne sie nur im Himmel ziehend. Auch die Nebelkrähen ist für mich eher neu, weil es sie in Süddeutschland kaum gibt. Sie erinnert sehr an die Dohle, die in Bayern zu sehen ist, ist aber insgesamt heller. Rotmilane sind immer am Himmel zu sehen.

Sehr schön sind die Ruhe und die Weite. Hier kann man einsam auf Sandwegen durch die Wälder zu versteckten Seen wandern, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Nur die Stechmücken begleiten uns mit großer Begeisterung.  

Kleine Dörfer mit Häuschen aus rotem Backstein mit großen Obstgärten locken den inzwischen selten gewordenen Gartenrotschwanz an. Manches Eck erinnert noch an alte Zeiten. Im Kontrast gibt es dazu allerdings auch neue Siedlungs- und Gewerbegebiete.

Was allerdings auch auffällt, ist die Dürre. Es hat wohl im Frühjahr kaum geregnet, riesige Äcker werden sogar beregnet, was auf Dauer wohl die Frage aufwerfen wird, wie wir mit Grundwasser umgehen. (Quelle: Agrarheute „Künftig mehr Beregnung nötig“, 26.12.2020)

Bootshaus am See
Naturfotografie macht Spaß
Im Kiefernwald
Impressionen der Kleinseenplatte