Schilderwahn

So viele Schilder auf unseren Wegen…

Against too many signs in the landscape

Ein Plädoyer gegen Schilderwälder in der Landschaft

Beim heutigen Spaziergang dachte ich an die Bilder des französischen Malers Magritte. Der malte zum Beispiel eine Pfeife und schrieb darunter „Dies ist keine Pfeife“.

Warum? Ich befinde mich immer öfter, auch ohne es zu wollen, auf „Lehrpfaden“ oder Info-Wegen. Eigentlich findet man solche Infotafeln eher in Naturschutzgebieten, und da machen sie auch Sinn, weil die wenigsten von uns seltene Arten kennen. Manchmal sind mir allerdings auch in jenen Gebieten zu viele Schilder. Hinzu kommen noch die ganzen Warnschilder wegen „Astbruchgefahr“ oder anderen Gefahren.

Inzwischen gibt es auch auf unseren Feldwegen Infotafeln. Nach dem Motto: „Dies ist eine Hecke, darin leben Marienkäfer.“ Oder: „Dies ist ein Maisfeld, es speichert CO2.“

Nicht nur an Magritte erinnert mich der Schilderwald. Sondern auch an das Buch „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel García Márquez. Darin kämpfen die Bewohner gegen das Vergessen, indem sie alle Dinge und Lebewesen mit deren Namen markieren. Der Kuh hängen sie ein Schild um den Hals: „Dies ist eine Kuh, die man jeden Morgen melken muss.“

Abgesehen von allen philosophischen Betrachtungen, die man bei der Ansicht solcher Schilder machen kann, betrübt mich die Tatsache, dass in Schilderwäldern keine Landschaftsfotos gelingen.

#schilderwald #naturschutz #niederbayern

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