Pferdemarkt in Obernberg am Inn – Pferde und Freude!

Menschenmenge auf einem Festivalplatz mit einem Pferd und einem Wagen, der mit Bierfässern beladen ist. Zahlreiche Zuschauer beobachten das Geschehen, während Stände im Hintergrund eine festive Atmosphäre schaffen.
178. Pferdemarkt in Obernberg am Inn in Oberösterreich

Auf dem178. Pferdemarkt in Obernberg am Inn!

Da wir diese Veranstaltung auf dem „schönsten Platz Österreichs“ schon einmal vor Jahren mit Begeisterung erlebt hatten, haben wir diesmal in dem wunderschönen Gasthof direkt am Marktplatz übernachtet und einen Kabarett-Abend drangehängt. So hatte ich einen tollen „Logenplatz“: Vom Hotelfenster konnte ich die Prämierungen der Pferde direkt verfolgen!

Ich finde es so schön, dass in unserer Zeit solche uralten Feste weitergefeiert werden – mit Oldtimer-Treffen und Bauernmarkt sogar. Und dass die Politiker der Region diese Feiern auch besuchen und sich für deren Fortbestand einsetzen: jedem Pferdebesitzer schüttelten der Bürgermeister Martin Bruckbauer , der Landesrat in Oberösterreich Martin Winkler und Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer die Hand! Denn nur mit Unterstützung können solche Feste überleben.

Eine Frau in traditioneller Kleidung führt ein Pferd, während Zuschauer im Hintergrund stehen.
Frauen und Pferde – Ein schönes Motiv!

Die unglaublich schönen Fassaden mit den kunstvollen Stuckverzierungen des Johann Baptist Modler (geboren 1697 – gestorben 1774 in Kößlarn) verwandeln die Kulisse beinahe in einen Märchenplatz von dem die Musik fröhlich aufsteigt, während es von Menschen, Pferden und Kutschen geradezu wimmelt. Mir persönlich haben die Noriker-Kaltblüter am besten gefallen, aber auch eine richtig hübscher „Brauerei-Zug“ mit Mini-Shetties (Rieder Bier). Im Ganzen waren aber alle Pferde schön und insbesondere die leuchtenden Augen der stolzen Kinder, die ihre Ponys vorführen durften.

Wie schön, dass wir solche tollen Feste beinahe vor der Haustür erleben dürfen: Genau 27 Kilometer lang war unsere Anreise von Bad Birnbach!

Hier noch einige Eindrücke und unten ein Video:

Und im Video:

Leonhardiritt in Julbach 2025 – gelebte Tradition

Eine Frau und ein Kind begleiten geschmückte Pferde während der Leonhardiritt-Prozession, umgeben von grüner Natur.
Der Leonhardiritt

Der Leonhardiritt am 26. Oktober 2025 durch Julbach – ein farbenfroher Festzug zu Ehren des heiligen Leonhard, Schutzpatron von Tieren und Bauern. Ich mag die fröhliche Atmosphäre mit den festlich geschmückten Pferden. Schön, dass diese Tradition lebendig gehalten wird. Hier einige Eindrücke.

FR: La procession pour Saint Léonard du 26 octobre 2025 en Bavière – un cortège haut en couleur en l’honneur de saint Léonard, le saint patron des animaux et des paysans.

Festzug mit festlich geschmückten Pferden und Reitern beim Leonhardiritt in Julbach am 26. Oktober 2025.
Der Umzug in Julbach

Und hier im Video:

Kitsch und Natur in Bayern

1-Alpen_Foto_Nadia_Baumgart

About kitsch, stereotypes and the beauty of nature in the Bavarian Alps

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Kaum geht man ein paar Schritte in den Nationalpark hinein, schon ist man von der Natur überwältigt. Farbenspiele in der Oktobersonne, Lichtstreifen, die sich durch die Wälder winden und an den kargen Bergen lecken, eine tiefe, weite Ruhe auf den Almen.

Aber in Ramsau selbst begegnet einem eine andere Welt. Im Brotzeitstüberl läuft „Radio Volksmusik“. „Prost der Gemütlichkeit“, „Südtirol, du bist so schön“, ein ausgestopfter Dachs mit Filzhut winkt unter einem riesigen Strauß Plastiksonnenblumen, ein Fasan klebt zwischen Plastikginko, ein großes Murmeltier thront neben einem Töpfchen mit Chili.

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Man fragt sich, ob man auf Mallorca sei oder in Peking auf dem Paulaner-Oktoberfest oder in einem amerikanischen Disneypark, wo Frauen im Dirndl Bier einschenken und zu Blasmusik tanzen.

Seltsam, dabei ist man im echten Bayern, in den wirklichen Alpen. Überragt das Klischee die Realität? Oder wirken die weltweit bekannten Bayern-Bilder aus Disney World so überzeugend, dass sie in Bayern übernommen werden müssen?

Im Infohaus des Nationalparks können Kinder an Gummizitzen üben, wie man eine Kuh mit den Händen melkt. Aber welcher Landwirt macht das noch? Die Zucht von Kühen wird inzwischen von „Bayern Genetik“ bestimmt…

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In einer Welt, in der auch das Bild von Bayern wohl auch für die Bayern bröckelt, wie die Landtagswahlen jetzt gezeigt haben, muss man wohl die Bilder alter Zeiten heraufbeschwören, damit zumindest die Urlauber an das glauben, was nicht mehr ist.

Hier sprechen die Kellnerinnen im Dirndl recht gut Deutsch, aber auch Slowakisch. Toll, so können wir unsere spärlichen Tschechisch-Kenntnisse üben, denn Slowaken und Tschechen sprechen eine ähnliche Sprache. Wieso wir tschechisch sprechen, werden wir gefragt. Wir müssen lachen und hören wieder die Frage, die uns auch die Bayern stellen: „Wozu Tschechisch lernen, wir sprechen doch auch Deutsch?…“

Aus Interesse an Eurer Sprache und Kultur, sagen wir mit den Augen. Denn ausgesprochen versteht das anscheinend niemand.

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Abends im Gasthaus leuchten die Augen der blonden Dirndlträgerin, als wir „Dekuju“ („Danke“) sagen. „Ach, Sie sind das, die Tschechisch sprechen?“, fragt sie begeistert. Die Kollegin von nebenan hätte es ihr gesagt. Wie es ihr denn hier so ginge, fragen wir. Sie macht den Mund auf und wieder zu. Lächelt. Nur ihre Augen sprechen…

Wie dem auch sei, mit etwas Humor übersteht man auch die Musik und die Natur im Nationalpark ist unübertrefflich schön. Also, Vítejte v Ramsau bei Berchtesgaden!