Austernfischer am Chiemsee

Austernfischer am Chiemsee
Einen schönen, dicken Regenwurm erwischt!

At the lake Chiemsee in Bavaria. The early bird catches the worm: We saw common pied oystercatchers (Haematopus ostralegus) at the lake which is very rare, as those birds are usually found in Germany on the North Sea coast.

Une rarité: l’huîtrier pie en Bavière.

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Heutiges Highlight: Austernfischer auf der Fraueninsel! Bereits 2018 habe ich ganz verblüfft einen Einzelnen gesehen. Hier mein Bericht von Oktober 2018: https://nadiapittura.com/2018/10/09/austernfischer-am-chiemsee/

Oystercatcher - Austernfischer am Chiemsee
Austernfischer sind prachtvolle Vögel.

Diese Watvögel (Haematopus ostralegus) sieht man nämlich eher an der Nordseeküste. Seit kurzem scheinen einige auch am Chiemsee zu überwintern.

Heute sahen wir gleich drei der prachtvollen Vögel geschäftig hin und her laufen, um mit den langen roten Schnäbeln Würmer aus ihren Löchern zu ziehen.

Ansonsten waren Atmosphäre und Licht am See beinahe frühlingshaft. Eine Katze begleitete uns auf dem Weg und viele Enten und Vögel zeigten sich uns in der Sonne. Ich zähle mal einige hier auf: Haubentaucher, Reiher-, Kolben-, Stock-, und Schellenten sowie Meisen, Dohlen, Grünfinken, Bachstelzen, Möwen und natürlich die Austernfischer. Und- ja, blühende Rosen säumten unseren Weg! Das Wochenende im Chiemgau hat sich mal wieder gelohnt.

Der Chiemsee
Ein Wintermorgen am Chiemsee
Ein bisschen Yoga machen: Austernfischer auf einem Bein in der Pause 🙂
Der Chiemsee im Winter

#austernfischer #chiemsee #vogelbeobachtung #naturfotografie

Im Chiemgau

Ist sie nicht hübsch, die Wasseramsel?

Impressions of the alpine region „Chiemgau” – 1.5 hours drive from our home.

Ein Wochenende im Chiemgau – Sehr romantisch war die heutige Priental-Wanderung  entlang des Wildflusses Prien. Highlight war die Wasseramsel, die sich singend, zwitschernd und rufend ablichten ließ. Es sind faszinierende Vögel, die ihre Nahrung (Wasserinsekten, Krebse…) schwimmend und tauchend erbeuten.

Zufällig kamen wir dann an einer Villa vorbei, die sich als der ehemalige Altersitz von Wilhelmine von Hillern (1836 -1916), der Autorin der Geierwally, entpuppte. Gut, dass ein Gedenkstein sowie eine Tafel darauf hinwiesen.

Zuletzt sind wir noch am Hofstätter See entlang gelaufen. Eine Gruppe junger Männer traute sich, Eisstock zu schießen, obwohl der See nur teilweise zugefroren war. Er liegt mitten in einem Naturschutzgebiet und einer einzigartigen Moorlandschaft.

#chiemgau #Natur

Schloss Hohenaschau
Priental
Eisstockschießen

Eine lange Freundschaft

Heute war Museumswetter. Also nichts wie hin zur Sonderausstellung „Diese Katze ist die Sonne selbst – Am Anfang gegenseitiger Begegnung.“ (noch bis 20.4.2020!) im Museum Quintana in Künzing.

In einem nicht allzu großen Raum begegnen dem Besucher vielfache Aspekte der über viele Jahrhunderte gewachsenen Beziehung „Mensch – Katze“. Rührend sind viele Geschichten, Märchen, Zitate und Zeichnungen rund um die Katze. Die sensiblen Tiere lebten schon vor 9500 Jahren in der Nähe des Menschen und mit uns Menschen zum Beispiel auf Zypern!

Viele kennen die altägyptische Bastet, Göttin der Freude, Schönheit und Liebe. Interessant war es zu erfahren, dass ganz verschiedene Gottheiten mit Löwen- oder Katzenkopf in Ägypten verehrt wurden. Insbesondere eine ganz modern wirkende Bronze-Figur aus dem 6. Jahrhundert vor Christus hat es mir angetan. Diese Katzenstatuette hat wohl als Weihegabe fungiert.

„Moderne“ Kunst in der Antike

Schön war es zu erfahren, dass die Katze nicht nur im Alten Ägypten, sondern auch im Islam verehrt und geachtet wurde. Prophet Mohammed soll sie geliebt und sich nicht getraut haben, eine schlafende Katze zu wecken. Die Germanen schätzten sie als Hüterin des Hauses.

Madonna mit Katze von Leonardo da Vinci

Leider ist es Katzen mit uns Menschen nicht immer gut gegangen. Heute gibt es Fälle von Tierquälerei; in der Nazizeit wurden Haustiere, die von Juden gehalten wurden, prinzipiell vernichtet. Auch die Kirche hat sich im Mittelalter Mühe gegeben, sie als Inbegriff des Weiblichen zu verteufeln. Schön, dass es dann bei Leonardo da Vinci schon wieder eine „Madonna mit Katze“ gab.

Unter den Katzenzitaten hat uns das von Mark Twain am besten gefallen: „Wenn man einen Mann mit einer Katze kreuzen könnte, würde es den Mann verbessern, die Katze leider nicht.“

Zum Schmunzeln gebracht hat mich die Erkenntnis, dass Katzen in ihrem Leben über 10 000 Stunden schnurren….Es gibt sinnlosere Tätigkeiten.

Hier noch einige Impressionen und Infotafeln der Ausstellung. Sie ist empfehlenswert und noch bis zum 20.04. zu sehen. Bei der Gelegenheit sollte man sich auch die spannenden Dauerausstellungen rund um die archäologischen Ausgrabungen in der Region nicht entgehen lassen.

Hier mehr zu den Ausstellungen und Öffnungszeiten:

https://www.museum-quintana.de/content/

#katzen

Winterwald

In the Bavarian Forest – Watercolour

Im Bayerischen Wald – #Aquarelle #Niederbayern

https://per5pektivenwechsel.wordpress.com/2019/12/23/winterwald-art-blog-nadia-baumgart/

Was ist denn hier passiert?

Das Museum neben der Pfarrkirche in Bad Birnbach

Our museum of local history. Notre musée d´histoire locale

Heute hatte ich mal wieder „Museumsdienst“, eine schöne Aufgabe….

Besonders spannend finde ich auch die vielen Geschichten, die jährlich in den Bad Birnbacher Heimatheften erscheinen. Der nächste Band, das Heimatheft 29, erscheint übrigens schon in den nächsten Wochen. Darin wird auch ein Beitrag über den uralten Leithenbauernhof veröffentlicht, den Berndt und ich geschrieben haben. Wir freuen uns jetzt schon darauf, bald den Band in den Händen halten zu dürfen!

Die Heimathefte

Die Ausstellung im „Alten Kloster“ gegenüber der Pfarrkirche ist interessant und empfehlenswert für alle, die gerne einen Überblick über die Geschichte der Gegend hätten. Übrigens, die historische Dauerausstellung „1200 Jahre Bad Birnbach“ kann sonntags (14 bis 17 Uhr) und montags (15 bis 17 Uhr) besucht werden. Eintritt frei.

Der 7. Oktober 1673 ist für Birnbach ein zentrales Datum. Denn an diesem Tag ging der Ort in den Besitz des Ratskanzlers Caspar von Schmid über. Dieser erhob Birnbach zur geschlossenen Hofmark. Das bedeutet, dass Birnbach nun einen einheitlichen Herrschafts- und Rechtsraum hatte und nicht mehr abhängig von Adelsgeschlechtern war.

Die Hochwasserkatastrophe von 1954 brannte sich tief in das Gedächtnis der Menschen ein. Statt einer Breite von üblicherweise 15 Metern erreichte die Rott nun stellenweise 1600 Meter. Damals verloren 2 Frauen aus Gries ihr Leben, Brücken waren eingestürzt, die Ernte vernichtet. 1964 folgte ein weiteres Hochwasser, bis die notwendige Hochwasserfreilegung erfolgte.

Gäste von nah und fern…

#niederbayern #geschichte #badbirnbach #ausstellung

Zwischen Nostalgie und Realität

Tradition und Moderne im Bayerischen Wald

Der Bayerische Wald. Ja, ich liebe ihn. Ich freue mich, dass ich so nah am „Woid“ wohnen darf: Etwas mehr als eine Stunde Fahrt vom Rottal aus, und schon ist man da: In der Stille, der Ursprünglichkeit, mitten im „Urwald“. Ich freue mich an den tollen Farben, dem Geruch von Moos und Quellwasser, bewundere die Bilder, die der liebe Gott so malt, voller Licht und Schatten.

Schatten? Ja, Schattenseiten gibt es auch, und so langsam frage ich mich, ob ich diese nicht auch mal ansprechen sollte. Sonst befürchte ich, einen Trend der „heilen Welt“ zu unterstützen, der in der Tourismusindustrie inzwischen fast alltäglich ist. Denn die extremen Kontraste zwischen einer beinahe noch naturbelassenen Landschaft, einer alten Kulturlandschaft und der Moderne fallen hier manchmal besonders stark auf.

Heute bin ich mit Berndt den Zellertalradweg entlanggefahren. Gleich am Anfang ein beeindruckendes Erlebnis: Ein Mäusebussard läuft über eine Wiese und jagt nach Insekten und Mäusen. Welche Anmut! Wie schön, dass es noch Raum gibt für diese „wilden Erlebnisse“ in unserer modernen Welt. Denke ich.

Wir fahren weiter. Ruhe? Stille? Fehlanzeige. Das laute Brummen von Dutzenden Traktoren begleitet uns auf unserer Tour. Was die machen? Grassilage. Wer nicht weiß, was das ist, nun: das Gras wird etliche Male vor der Blüte gemäht und in Silos gepresst oder zur Gärung luftdicht in Folie gepackt.

Ich werde alt…Woran ich das merke? Daran, dass das Wort „früher“ mir durch den Kopf geht. Zum Beispiel: „Früher haben die Kühe Heu gefressen.“ Dank des vielen Mähens blüht es fast nirgendwo mehr. Die Wiesen sehen so grün aus, so ordentlich wie diejenigen der Märklin-Modellbahnanlagen meiner Kindheit. Hach, schon wieder „früher“?

Sillageballen im Bayerischen Wald

Wir strampeln weiter und versuchen, den Traktoren und Unimogs auszuweichen, die uns in großer Geschwindigkeit auch auf der Straße entgegenkommen. Plötzlich ein Holzhaus. Mein Herz geht auf. Ein altes Bauernhaus, das von der Vergangenheit spricht. Ich fahre näher heran. Es scheint schon lange nicht mehr bewohnt zu sein. Ist der Besitzer alt oder verstorben? Was wird mit dem charmanten Häuschen passieren? Wird es abgerissen? Entsteht dann dort ein Neubau?

Welche Zukunft erwartet das schöne Bauernhaus?

Nun fahren wir in ein Städtchen, das am Radweg liegt. Eine Oase des Genusses inmitten intakter Natur soll es sein. Sagt Google. Schade, dass das überdimensionierte Gewerbegebiet den Blick auf das Städtchen verdeckt. Vor wenigen Tagen habe ich einen Vortrag über die identitätsstiftende Funktion des Denkmalschutzes besucht. Der Referent sagte: „Auch die kommenden Generationen haben ein Recht auf Schönheit.“ Schönheit, ein Menschenrecht. Den Gedanken fand ich sehr inspirierend.

Auch eine Realität…

Stiefmütterchen und Glasblumen

Wir kommen an einer Gärtnerei vorbei, die Stiefmütterchen produziert. Jetzt geht es vorbei an einem berühmten „Glasdorf“. Es packt mich der Teufel und ich denke: Ja, da gehe ich jetzt rein! Dass Menschen Hunger nach Natur haben ist offensichtlich: Blumen, Schmetterlinge, Frösche. All diese „Glasnatur“ schreit einen mit grellen Farben und komikhaften Formen an: „Kauf mich!“. Da draußen sind sie ja kaum noch zu sehen, die Schmetterlinge, Blumen, Frösche. Hier können wir sie haben. Und noch den heiligen Spruch dazu: „Schaue nie zurück!“.

Ich will aber zurückschauen. Ich glaube nicht, dass wir ein besseres Leben haben oder mehr Glück empfinden, wenn wir nur nach vorne schauen. In der Vergangenheit liegen meine Wurzeln, meine Identität. Es ist mir jedoch auch klar, dass der Blick nach vorne spannend ist und es die heile Welt nirgendwo gibt. Aber vielleicht lassen sich Tradition und Moderne doch irgendwie sanfter kombinieren? Gibt es keine Alternativen zu diesen gewaltsamen Kontrasten? Muss es so sein? Ich hoffe auf eine fantasievolle und  – ja – auch „schöne“ und „gute“ Verbindung der beiden Aspekte. Um zu solchen Alternativen zu finden, dürfen wir wohl kaum den anderen Teil des Spruches als Handlungsanweisung ernst nehmen: „Tu was du willst und steh dazu“. Denn um Extreme zu verbinden, muss man bereit sein, Kompromisse zu machen und neue Wege zu suchen. Das geht nicht mit dieser „Ich tu was ich will“ – Mentalität.

Ich hoffe, es wird uns gelingen.