
Die Kunstakademie in Troyes – Gouache
In unserem Keller gab es gestern einen Wasserschaden. Das Ergebnis: Ich musste all meine Bilder, Aquarelle und Leinwände „retten“, die ich dort unten lagere. Das bedeutet: alles nach oben tragen – und dabei wieder auf Arbeiten stoßen, die ich lange nicht gesehen hatte.
Viele meiner alten Gemälde sind bei früheren Umzügen zurückgeblieben. Dieses Aquarell jedoch war immer dabei, als Rolle irgendwo im Gepäck. Es zeigt die Kunstschule in Troyes – eine Kleinstadt in der Champagne‑Region, in der ich in den 80er‑Jahren das Glück hatte, Bildende Kunst zu studieren. Dort wurden sowohl bildende als auch angewandte Künste unterrichtet. Ich habe dieses wunderschöne Gebäude in der Rue Jeanne d´Arc geliebt: verspielt, viel Glas, ein kleiner Park. Draußen vor der Tür standen Skulpturen der Studierenden. Hier auf dem Bild sind sie teilweise unter Planen, wenn es sich um Gips handelte.
Inzwischen gibt es diese Schule so nicht mehr; stattdessen existieren offene Ateliers für Kinder und Erwachsene an einer anderen Adresse. Damals war ich „Mademoiselle Nadia Nashed“ und liebte – wie man sieht – die kräftigen Farben Gauguins.
Wenn ich eigene Bilder sehe, die ich vor Jahren gemalt habe, kommt mir mein ganzes Leben entgegen – mit all seinen Erinnerungen. Es war eine spannende Zeit.

