Der Leonhardiritt in Aigen am Inn 2025

Zwei prächtig geschmückte Kaltblüter auf einem Umzugswagen während der Leonhardiritt-Prozession mit Teilnehmern in traditioneller bayerischer Tracht im Hintergrund.
Prachtvoller Pferdewagen auf dem Leonhardiritt

Die wunderschön dekorierten Umzugswagen thematisieren die Legende des Hl. Leonhards und der Wallfahrt in Aigen bei Bad Füssing.

Zum zweiten Mal haben wir der beeindruckenden Prozession beigewohnt. Es handelt sich um eine der ältesten Leonhardi-Wallfahrten Bayerns – und ich LIEBE alte Bräuche, lebendige Traditionen und Pferde obendrein!

Es war wieder herzerwärmend und schön, all diese riesigen Kaltblüter (darunter Noriker, Bretonen, bayerische, belgische und polnische Kaltblüter und Percherons) zu erleben: ihre Farben und Mähnen zu bewundern, den warmen Geruch zu riechen, der aus ihren vom Regen nassen Leibern aufsteigt. Die geschmückten Wagen, die kunstvollen Details – all das berührt mich zutiefst.

Drei Männer in traditioneller bayerischer Tracht mit großen Hüten stehen vor einer Statue, umgeben von grünen Sträuchern und Gebäuden.
Die „Grenzlandla“ mit ihren Hüten aus Hasenfilz. Der freundliche Grenzlanda links ließ mich seinen Hut anfassen. Dieser sei 200 Jahre alt!

Ich nehme die vielen kleinen Dinge wahr: die Lederschnallen, die blinkenden Gebisse, die dekorierten Halfter, die Quasten am Brustgeschirr. Die gestickten Bänder. Und ich ahne, wie viele Hände begeistert Lederriemen eingefettet, Hufe poliert und Mähnen gebürstet haben. All das lässt mein Herz höher schlagen.

Besonders gefreut habe ich mich über die vielen Goldhaubenfrauen. Ich hatte schon befürchtet, dass diese Tradition aussterben könnte – zumal diese Hauben mit den goldenen Stickverzierungen aufwendig in der Herstellung sind und, wie ich beinahe hinzugefügt hätte, nicht bei Temu bestellt werden können.

Auch die großen Hüte aus Hasenfilz der „Grenzlandla Gögging“ haben mich beeindruckt! Ich durfte sogar einen anfassen, der 200 Jahre alt ist!

Rührend waren auch das Eselgespann und die vielen stolzen Kinder auf ihren Ponys .

Was den Leonhardiritt in Aigen am Inn so besonders macht, ist die Kulisse: der hohe Kirchturm, das Zehentstadl aus dem Jahr 1450, die kunstvolle Fassade des Wirtshauses Glaser, die fröhliche Atmosphäre im Café im Hof der Bäckerei Fischer…

Seit 1972 findet der historische Festzug mit den neun Festwägen und mehreren Kutschen in dieser Form statt. Insgesamt werden 65 Pferde gezählt. Die Gespanne kommen meist aus dem Bayerischen Wald (Rinchnach, Zwiesel, Regen etc.) und aus Oberösterreich. Denn „Heimat“ kennt keine Staatsgrenzen.

Die Wallfahrt geht auf eine vom Inn angeschwemmte Leonhardifigur zurück – und ich bin dankbar, dass so viele Menschen diese Bräuche bewahren. Möge es sie auch 2125 noch geben.

EN: The beautifully decorated parade wagons tell the story of Saint Leonhard and the pilgrimage in Aigen near Bad Füssing. We attended this impressive procession for the second time – one of Bavaria’s oldest Leonhardi pilgrimages – and I absolutely LOVE ancient customs, living traditions, and horses too! It was once again heartwarming and beautiful to witness these majestic draft horses: admiring their colors and manes, breathing in the warm scent rising from their rain-soaked bodies. The adorned wagons, the artistic details – all of it touches me deeply.

Und hier im Video: Der Leonhardiritt 2025

Das Warten auf den Ritt ist auch schön!

Im Schutz der alten Eiche – The old oak tree

Eine Person geht einen Weg entlang, der von einem großen Laubbaum umgeben ist, während die Sonne im Hintergrund aufgeht.
Die alte Eiche im Herndt

Wenn ich die alte Eiche im Rottal bei Langwinkl sehe, verstehe ich, dass große Eichen für Germanen heilig waren.

Eine Person steht vor einer alten Eiche auf einem Feldweg, umgeben von herbstlichen Bäumen und einer ländlichen Landschaft.
Unter ihr fühle ich mich geschützt. Sie wacht über eine weite Landschaft
Eine alte Eiche steht majestätisch auf einem Hang, während eine Person auf einem Weg in der Nähe spaziert.
Neben ihr ist der Mensch ganz klein und vergisst seinen Größenwahn

Hier die alte Eiche in allen Jahreszeiten

Und hier im Video – der Weg zur alten Eiche:

Zwischen Volkskunst und Glauben

Eine Sammlung von Votivbildern, die im Rundgang um die Gnadenkapelle in Altötting ausgestellt sind. Die Bilder erzählen persönliche Geschichten und vermitteln einen religiösen Glauben.
Der Rundgang in der Gnadenkapelle ist mit tausenden von Votivbildern behängt

Gestern waren wir auf dem Kapellplatz in Altötting. An den Votivbildern im Rundgang um die Gnadenkapelle kann ich mich nie satt sehen. Da werden so viele Geschichten erzählt, in denen Angst im Vordergrund stand (Krankheit, Unfall, Armut, Krieg…) und am Ende alles gut ging. „Maria hat geholfen“. Hier gibt es immer ein „Happy End“; die Dankbarkeit, die dann zum Ausdruck kommt, berührt mich.

Votivbilder sind oft bewusst schlicht und direkt: Sie erzählen persönliche Geschichten, dokumentieren Schicksale und verbinden Kunst mit gelebtem Glauben. So entsteht eine einzigartige Bildtradition, die zwischen Volkskunst und religiösem Zeugnis steht.

Der Himmel war tiefblau, die gelben Blätter der Ahornbäume leuchteten wie kleine Sonnen, die Atmosphäre war heiter und ruhig. Ich bin dankbar für solche Momente in unserer unruhigen Welt…

Hier einige Eindrücke:

Ein Votivbild eines Pferdes mit einem Fohlen, gerahmt und an einer Wand hängend.
Votivtafel als Dank dafür, dass die Stute endlich gefohlt hat

Einige Beispiele:

Eine Votivtafel von 1874 als Dank dafür, dass der Schuhmacher Franz Reichl nach einem Unfall sein Augenlicht wieder erlangte.
Es gibt auch moderne Votivtafeln. In einem Bild dankt eine Familie für die Rettung der Tochter aus einem Unfall 2018.
Ein Mann wird aus einem Brunnen gerettet.
In einem Bild von 1872 dankt eine Familie, welche die „Blatternkrankheit“, auch Pocken genannt, gut überstanden hat.

Hier nochmal Votivbilder mit Tieren

Hier ein Rundgang im Video:

Der Lugenz-Wald im Herbst

Herbstliche Landschaft im Lugenz-Wald mit bunten Laubbäumen und blauem Himmel.
Herbstfarben in der Lugenz

Der Lugenz-Wald ist einfach immer wunderschön.

Jetzt im Herbst verzaubern die Farben besonders: das goldene Gelb der Lärchen, das warme Ocker der Buchenblätter und das lederne Rotbraun des Eichenlaubs prägen das Bild. Bei Churfürst war es herrlich, die Rinder und Schafe in der Sonne auf der Weide zu beobachten – so friedlich.

Die letzten Hummeln und Schmetterlinge waren auch noch zu sehen, am Horizont konnte ich einen Blick auf die Alpen mit dem ersten Schnee erhaschen – und ich konnte noch in Sandalen laufen, was ich liebe.

A view of the Lugenz Forest in autumn, showcasing vibrant colors of yellow, ochre, and reddish-brown foliage among trees with a distant view of mountains.
Der neue Wald kommt wieder hoch – wo vor Jahren der Borkenkäfer für Kahlschläge gesorgt hatte
Ein Sonnenstrahl durchbricht das Blätterdach des Lugenz-Waldes im Herbst, umgeben von bunten Laubfarben.
Herbstlicht im Wald

EN: The Lugenz Forest in Lower Bavaria is simply always beautiful. Now in autumn, the colors are especially enchanting: the golden yellow of the larches, the warm ochre of the beech leaves, and the leathery reddish-brown of the oak foliage shape the scene.

Eine Fußaufnahme auf bunten Herbstblättern mit Sandalen und Jeans.
Auch im Herbst angenehm: Wandersandalen

Und hier im Video:


Leonhardiritt in Julbach 2025 – gelebte Tradition

Eine Frau und ein Kind begleiten geschmückte Pferde während der Leonhardiritt-Prozession, umgeben von grüner Natur.
Der Leonhardiritt

Der Leonhardiritt am 26. Oktober 2025 durch Julbach – ein farbenfroher Festzug zu Ehren des heiligen Leonhard, Schutzpatron von Tieren und Bauern. Ich mag die fröhliche Atmosphäre mit den festlich geschmückten Pferden. Schön, dass diese Tradition lebendig gehalten wird. Hier einige Eindrücke.

FR: La procession pour Saint Léonard du 26 octobre 2025 en Bavière – un cortège haut en couleur en l’honneur de saint Léonard, le saint patron des animaux et des paysans.

Festzug mit festlich geschmückten Pferden und Reitern beim Leonhardiritt in Julbach am 26. Oktober 2025.
Der Umzug in Julbach

Und hier im Video: