Spielender Bär – Ours en train de jouer – Mixed media
Letztens sahen wir im Tierfreigelände einen Braunbären voller Lebensfreude, der mit einem Fellbüschel spielte. Er lag im Teich und spritzte vergnügt um sich. Ich habe versucht, diese heitere Szene einzufangen – mit Aquarell-, Acryl- und Ölpastellfarben.
EN: Recently, we watched a brown bear in the wildlife park, full of joy, playing with a tuft of fur. He lay in the pond, splashing happily all around. I tried to capture this cheerful moment using watercolor, acrylic, and oil pastels.
Audio zum Thema Kunst und KI – Es spricht Nadia Baumgart
Da ich gerne Podcast höre, habe ich erstmals versucht, meine Gedanken dazu in einem Audio aufzunehmen. Mit meiner echten Stimme, nicht „KI-optimiert“. Für diejenigen, die lieber lesen, gebe ich unten einen Teil des Inhalts des Audios wieder. Den Text habe ich spontan im Auto ins Handy gesprochen, er ist somit nicht perfekt. (Der letzte Abschnitt läuft zweimal ab, also ist das Audio etwa bei Minute 6 beendet und nicht bei Minute 10.)
Ich lasse meine Aquarelle seit einigen Wochen mithilfe einer KI animieren. Eigentlich wollte ich das immer mal selber mit Bild-Abfolgen machen, aber das wäre sehr viel Arbeit gewesen mit ungewissem Resultat.
Die Elsterfrau – KI-animiertes Aquarelle
Audio: „Ich habe den Eindruck, dass ich dazu beitrage, Kunst zu zerstören, indem ich meine bescheidenen Werke da eben auch online stelle und diese auch noch mit KI animiere, sodass alle meine Bilder wahrscheinlich geklaut werden von dieser Künstlichen Intelligenz und weiter verwurschtelt und verwendet werden.
Einerseits habe ich da ein sehr schlechtes Gewissen, weil ich mir denke, ich mach da mit, in diesem komischen System, das irgendwie destruktiv erscheint für die Kunst. Andererseits frage ich mich, kann man sich denn weigern, kann man einfach alle Türen schließen und so tun, als ob es das nicht gäbe? Bei mir ist es ja auch – abgesehen vom Spaßfaktor – die Neugierde, die mich treibt. Die Tatsache, dass ich mitkriege, was da alles möglich ist und wie sich das weiterentwickelt – denn schon innerhalb der letzten Monate haben sich diese Bilder-generierenden KIs auf jeden Fall verbessert verglichen mit vorher. Und ich möchte einfach wissen, was da alles so läuft.
Und wenn man wissen will, wie´s läuft und da mitmacht, macht man sich auch immer etwas schuldig, denke ich. Vielleicht ist es aber auch ehrenwert mitzumachen, weil man eben dazu beiträgt, dass die Inhalte größer oder vielseitiger werden.
Kunst, die von Künstlern kommt, also von Leuten, die das mal erschaffen haben, persönlich, dass das alles in einen Topf geworfen wird und dass daraus etwas Neues entsteht. In dem Sinn ist Künstliche Intelligenz auch ein Künstler, weil sie Neues schafft aus dem, was schon da ist Fast wie Menschen: Wir haben alle Referenzen und machen was Neues draus. Hier wird aber alles zusammengeworfen. Das Ding lebt von Menschen, die nicht bezahlt werden, nicht ´honoriert, nicht erwähnt werden. Und daraus entsteht etwas Neues. Da könnte man sagen, das ist gerecht und gut, weil die Fähigkeiten aller Menschen zusammen gewurschtelt werden, also was man da Schwarmintelligenz nennt. Alles kommt zusammen, es gibt keine Hierarchien mehr, und am Ende wird etwas Durchschnittliches daraus gemacht.“
Ich freue mich über Kommentare.
Hier einer meiner Texte über ein ähnliches Thema von 2023:
Zwischen Algorithmen und Farben in der Kunsthalle München
Bis zum 1.3.2026 ist noch die Ausstellung „Digital by Nature“ in der Kunsthalle München zu sehen. Ich fand sie sehr beeindruckend. Sie verbindet Überlegungen zum Digitalen und Menschengemachten mit Formen aus der Natur (Kristalle, Algen mit geometrischen Strukturen“). So mischt sich am Ende das Virtuelle mit dem Natürlichen und man fragt sich, ob beide Bereiche prinzipiell auseinanderzuhalten sind, da auch in der Natur scheinbar „artifizielle“ Formen in den Strukturen sichtbar werden.
Die Installationen sind interaktiv: Die Linien und Formen verschieben sich, wenn man mit der Hand an ihnen entlangfährt. Und es gibt noch viele andere Denk- und Sinnesimpulse. Auf jeden Fall sehenswert!
Hier der offizielle Text der Kunsthalle:
„Mit Digital by Nature präsentiert die Kunsthalle München die bislang größte Einzelausstellung von Miguel Chevalier in Europa. Seit den 1980er-Jahren nutzt der Künstler den Computer als kreatives Medium und setzt dafür neue Technologien ein – bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI). Sein Werk steht zugleich im kontinuierlichen Dialog mit der Kunst- und Kulturgeschichte. Auch wenn es im Digitalen wurzelt, bleibt die sinnliche Erfahrung im realen Raum ein unverzichtbarer Bestandteil von Miguel Chevaliers Arbeit.“
Natürliche Formen haben auch geometrische Strukturen, die an mathematische Formen erinnern
EN: The exhibition “Digital by Nature” at Kunsthalle Munich runs until March 1, 2026, and blends digital, human-made concepts with natural forms such as crystals and algae. Its interactive installations respond to touch, prompting visitors to reflect on whether the natural and the virtual can truly be separated, since even nature reveals seemingly artificial structures. Overall, it’s a highly impressive show that highlights how Miguel Chevalier has used digital technologies—including AI—since the 1980s while maintaining the importance of sensory experience in physical space.
Beeindruckende Bilder im Museum Kunst der verlorenen Generation in Salzburg
Gestern haben wir ein Museum in Salzburg entdeckt, das sich den Künstlern widmet, die von den Nationalsozialisten mit Arbeitsverboten belegt, ausgegrenzt oder in die Emigration gezwungen wurden; Das Museum „Kunst der verlorenen Generation“ wurde erst 2017 eröffnet. Es liegt mitten in der Altstadt und ist wirklich einen Besuch wert! Die Bilder haben mich sehr tief bewegt und zu Tränen gerührt.
Wie viele solcher Werke gibt es nun wieder in unserer von Kriegen gebeutelten Welt? Wie viele zeitgenössische Künstler, Maler, Musiker, Schriftsteller werden heute auf der ganzen Welt verboten, verdrängt, weil sie nicht in den politischen Kontext passen? Es hört nicht auf…
„Dem Vergessen als Missachtung der Geschichte und den daraus entsprungenen Geschichten wird hier exemplarisches Erinnern entgegengestellt.
Das „Museum Kunst der Verlorenen Generation“ will diesem Vergessen entgegenwirken.“
Ganz entfernt erinnerte mich diese Ausstellung an diejenige im Jahr 2022 in Landshut über einen „verschollenen Künstler“, Josep Mader (1905-1982), dessen Karriere aufgrund der Kriegszeit zerbrach:
EN: Yesterday we discovered a museum in Salzburg dedicated to artists who were banned from working, marginalized, or forced into exile under National Socialism. The “Museum of the Lost Generation,” opened only in 2017 and located in the heart of the old town, is truly worth a visit. The artworks moved me deeply, even to tears.
And it makes you wonder: how many such works are being created again in our war‑torn world? How many contemporary artists, painters, musicians, and writers are being silenced or pushed aside today because they don’t fit the political narrative? It never seems to end.
This museum stands as a deliberate act of remembrance against forgetting — a place that resists the erasure of history and the stories born from it.