Jede Landschaft hat ihre eigene Naturmusik – Wälder, Hügel, Wiesen.
Die triumphierende Fanfare des Fasans, das melancholische Trillern der großen Brachvögel, geblasen auf Schilfflöten, und die weinerliche Stimme des Kiebitzes; im Hintergrund erklingt das Geklopfe des Buntspechts, untermalt vom rhythmischen Ruf des Kuckucks und dem tiefen, geheimnisvollen Wummern der Bekassine – das ist die Ibmer Moorsymphonie!
Schön, dass dies einer der wenigen Orte ist, an dem nicht das Rauschen der Autos die erste Geige spielt.
Naturlehrpfad Pfeiferanger Ibmer MoorWiesenbrüter im Europaschutzgebiet Ibmer Moor PfeiferangerIm Frühjahr besonders spannend: das Ibmer Moor
Auf dem Weg ins Moor haben wir eine wunderschöne Gegend entdeckt, in der die Kiebitze auf der Straße spazieren gehen. Mit wahnsinnig schönen Höfen und einer romantischen Kapelle hinter einer dicken Linde.
Kiebitz auf der StraßeDiese Winterlinde wurde 1910 neben der Seisingerkapelle gepflanzt.
Das Ibmer Moor liegt unweit von Braunau am Inn und ist mit rund 2000 Hektar die größte zusammenhängende Moorlandschaft Österreichs. Im Video zu sehen sind Kiebitze, ein Fasan und…vor einer Gruppe von Graugänsen ein Brachvogel-Küken.
Das Wummern der Bekassine hört man im Frühling im Moor
Kiebitz (Vanellus vanellus) am 3. März auf einem Rottaler Acker – Lapwing in Bavaria
Lapwings in Bavaria – Vanneaux huppés en Bavière
Kiebitze heute im Rottal. Diejenigen, die im Rottal bleiben und brüten, sind auch hier geboren.
Der Kiebitz ist in Bayern stark gefährdet und steht auf der Roten Liste Bayerns und Deutschlands. Er legt seine Eier auf den Boden auf Äcker und offene Flächen und hat es somit schwer. Um zu verhindern, dass der Brutbestand von Kiebitzen in unserer Region komplett einbricht, markiert der Landschaftspflegeverband seit einigen Jahren die Bodennester, sodass Landwirte die Gelege umfahren können.
Eine große Freude: Kiebitze kehren in ihre Brutgebiete zurück. Dort sind sie auch geboren.
Hoffentlich haben in diesem Jahr wieder mehr Paare Bruterfolg! Es ist jedenfalls immer eine große Freude sie zu sehen! Diese Fotos habe ich mit Zoom vom Auto aus gemacht. Denn sie sind sehr störungsempfindlich.
FR// Début du printemps dans le marais « Ibmer Moor » en Haute-Autriche. Il s´agit d´une zone protégée avec beaucoup d´espèces rares (courlis, vanneaux…)
Gestern haben wir einen traumhaften Tag im Ibmer Moor erlebt.
Der größte zusammenhängende Moorkomplex Österreichs liegt an der oberösterreichisch – salzburgischen Grenze. Geschützt ist die Moorlandschaft als österreichisches Naturschutzgebiet und Natura 2000-Vogelschutzgebiet unter dem Namen „Frankinger Moos“. Im Video zu sehen ist der Moorlehrpfad durch Nieder- und Hochmoor, der See sowie viele Vögel, darunter der Große Brachvogel und der Kiebitz. Zuletzt eine l Einstellung auf einen Turmfalken, der seine Beute verspeist.
Ibmer Moor – Marais protégé en AutricheKiebitze (Vanellus vanellus) brüten hier – Les vanneaux huppés nidifient ici
Rinder auf der Weide – Aquarell – Watercolourpainting
Pasture grazing increases biodiversity – L’élevage pastoral de boeufs favorise la biodiversité
Gestern habe ich mit großem Interesse an einer Online-Diskussion mit dem Biologen und Naturfilmer Jan Haft via Zoom teilgenommen. Es ging um die Rolle von Großtieren – insbesondere Rindern – in der heimischen Natur.
Gerade heute geht es um dringliche Fragen rund um den Artenschutz. „Die größte Artenvielfalt herrscht dort, wo große Weidetiere Teil des Lebensraums sind“, so Jan Haft. Leider sieht die Realität heute anders aus, obwohl wilde Weiden nachweislich mehr Kohlenstoff speichern als der Wald.
Die EU-Agrarsubventionen unterstützen eher das Wegsperren von Rindern in Laufställe und den großflächigen Anbau von Mais und Raps für Biogasanlagen. Das Resultat: Immer mehr Bauern, auch Enthusiasten, geben die Weidehaltung aus finanziellen Gründen auf. Mulchen ist für Landwirte oftmals ökonomischer als Weidehaltung.
Ich wünsche mir, dass unsere Politiker – insbesondere auch die Grünen – sich mehr dahingehend informieren und sich für dieses Thema stark machen. Vielleicht kann man ja auch PV-Anlagen mit wilder Weidehaltung kombinieren. Wichtig ist, dass die Weiden großflächig sind.
Zurzeit werden Milliarden Euro für Klimaschutz investiert. Da sollte das Thema Weidehaltung nicht zu kurz kommen, zumal diese Initiative relativ einfach umsetzbar wäre. Wer eine lebendige Natur mit Fröschen, Amphibien, Brachvögeln, Wiesenbrütern, Feldlerchen, vielen Schmetterlingsarten und artenreichem Grünland den „Agrarwüsten“ vorzieht, sollte sich für diese Art der Tierhaltung interessieren. So wäre auch viel für das Tierwohl getan! Dem Tourismus würde es auch helfen, da immer mehr Menschen Erholung in einer lebendigen Natur suchen.
Hilfreich wäre es bestimmt auch, wenn im Rahmen von Forschungsinitiativen wie beispielsweise der FEdA (BMBF-Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt) auch gezielt nach diesen Zusammenhängen Weidehaltung- Artenvielfalt recherchiert würde.
Ich selbst kann mich gut erinnern, wie ich als Kind durch große Rinderweiden bei meiner Oma im Sauerland lief und bei jedem meiner Schritte hunderte von Fröschen und Grashüpfern aufsprangen, während die Feldlerche himmelhoch jauchzte…