Was für ein schöner Sonntagvormittag im Stadel Alte Post (Haus für zeitgenössische Kunst/ Kuk Triftern ) in Triftern! Dort traten The Bear Root Sheiks auf – die Musiker Äl Lindinger und Rainer Brunn. Sie spielten unglaublich gekonnt Country Blues und Roots Musik auf verschiedenen Instrumenten und brachten unsere Herzen zum Schwingen. Wieder habe ich die Szene gezeichnet. Diesmal durfte die Zeichnung gleich da bleiben
Gefeiert wurde das fünfjährige Bestehen des Hauses. Bernd Stöcker erzählte, dass die Anfänge in der Coronazeit sehr schwierig gewesen seien, nun aber deutlich werde, dass die Ziele erreicht wurden: ein Forum für regionale Künstler und Gruppen zu schaffen und einen Ort, an dem direkter Austausch möglich ist.
Ich war wieder sehr eingenommen von der wundervollen Architektur aus Ziegel und Holz, mit Blick auf eine wunderschöne Landschaft, in der es selbst bei Hitze angenehm kühl bleibt. Diesmal fiel ein besonderes Licht auf die große Bühne. Auch die Atmosphäre war entspannend, freundlich und schön.
Ich bin dankbar, dass es jetzt einen solchen Ort in unserer Nähe gibt.
Ein JA zur Schönheit Dostojewski schrieb: „Schönheit wird die Welt retten.“ Lange habe ich mich gefragt, was er damit meinte. In unserer Gesellschaft wird Schönheit oft relativiert – sie liege im Auge des Betrachters. Und doch sehe ich, dass Menschen sich nach weiten, grünen Landschaften voller Pflanzen und Tiere sehnen. Nicht nach Trümmerfeldern, versiegelten Flächen oder kriegszerstörten Gebieten.
Ist Schönheit kitschig? Sind schöne Landschaften ohne industrielle Nutzung wertlos? Ist Heimat etwas romantisch‑Überflüssiges? Für mich sollte Schönheit Teil einer Leitkultur sein.
Schönheit gibt Orientierung. Wenn wir etwas gestalten – ein Kleidungsstück, ein Haus oder eine Landschaft –, und es wird schön, dann ist dieses Schöne oft auch gut. Wo es hässlich ist, wollen wir nicht hin. Goethe ließ sich von der Antike leiten: Das Schöne, das Wahre, das Gute – ernstzunehmende, miteinander verbundene Ideale. Schon die alten Griechen erkannten, dass Schönheit „richtig“ sei, dass Harmonie und Schönheit anzeigen, ob die Welt im Gleichgewicht ist. Die griechische Philosophie durchleuchtete Logik, Ratio und wissenschaftliches Denken – und sah Schönheit und Harmonie als Taktgeber des Denkens und Fühlens an, als zentrale Werte.
Heute heißt es: Wir brauchen Windräder in unseren Landschaften – prioritär, für die Klimarettung. Schön seien sie nicht, aber überlebenswichtig. Wir würden uns schon daran gewöhnen. Ich will mich nicht daran gewöhnen. Geld lässt sich damit verdienen. Nicht umsonst heißt ein chinesischer Hersteller „Goldwind“ – ein goldener Wind für Aktionäre.
Heute braucht es Mut, sich für Schönheit zu entscheiden – und für Artenschutz. Denn wo Natur schön ist, ist sie auch artenreich. Greifvögel, Reh‑ und Rotwild gehören seit Jahrtausenden in unsere Landschaften. Nicht nur der Igel. Für mich ist Windkraft – besonders im Wald – nicht nur hässlich, sondern ein Umweltverbrechen.
Wer Schönheit als Wert ansieht, wird – wenn er es sich leisten kann – aus zerstörten Landschaften fliehen. Wer weiter mit „Klimarettung“ argumentiert, kann einen Blick auf die kostenlose Seite Energymaps werfen.
Ich plädiere dafür: Nehmen wir Schönheit ernst. Sie weist den Weg in eine gute Richtung, die uns Menschen in einer gesunden Natur aufatmen lässt. Ein JA zur Schönheit!
In Bad Birnbach warten alle gespannt auf die Eröffnung des neuen Wasner‑Gasthofes – ein traditioneller niederbayerischer Gasthof mit langer Familiengeschichte und Symbol für niederbayerische Gastlichkeit.
Da auch ich zu den Ungeduldigen gehöre, die es kaum erwarten können, habe ich schon einmal den „neuen Wasner“ gemalt – obwohl ich dafür hinter die Bauzäune spähen musste. Und siehe da: Er wird richtig schön! Ich hoffe, dass man das auch schon in meinem Aquarell erahnen kann.
Als wir durch den Böhmerwald gingen, haben wir uns viele Fragen rund um die Schöpfung gestellt und uns gefragt, wer der Schöpfer sei. Was liefert bessere Antworten: Pantheismus oder Monotheismus? Gibt es etwas jenseits von Biologie? Einer Meinung waren wir nicht. Aber es war ein schönes Gespräch mitten im Wald – in der Nähe des Ortes, an dem der Heilige Gunther im 11. Jahrhundert gestorben sein soll.