Feste feiern in Rottal-Inn

Illustration von einem Festumzug, bei dem Tänzer in roten Jacken mit grünen Palmzweigen tanzen. Im Hintergrund sind Menschen und ein historisches Gebäude sichtbar.
Der Schäfflertanz – Aquarell

Wir haben diesen Tanz erstmals 2022 in Pleinting bewundert – auch dieses schöne Brauchtum erlebt in unserer neoromantischen Zeit eine neue Blüte. Die Nachrichten sind voller Verwirrendem und Traurigem aus aller Welt, und oft fühlen wir uns ohnmächtig. Wie schon in der Biedermeierzeit – wenden wir uns wieder dem Privaten und den alten Traditionen zu, die uns Halt geben und Freude bringen.

Historisch gesichert wird der Schäfflertanz seit 1702 in München aufgeführt; ab etwa 1830 verbreitete er sich durch wandernde Schäfflergesellen in andere Orte Altbayerns. Der Legende nach entstand er bereits 1517, als die Fassmacher nach einer Pestepidemie mit ihrem Tanz Zuversicht und Lebensfreude zurückbringen wollten. Und vielleicht brauchen wir genau das heute wieder. 🕺Also… lasst uns tanzen!

Hier noch eine Notiz aus dem Zeitungsarchiv Digipress, die bezeugt, dass der Tanz in München alle 7 Jahre stattfand und sogar vor dem König aufgeführt wurde!

Münchener Tagblatt. 1830,[1] = Jg. 4, Jan. – Juni ## 07.02.1830

„Eine eigene Beschreibung der Entstehung und des bisherigen Fortbestandes des Schäfflertanzes ist von dem königl. Baurath Änton Baumgartner in einem Büchelchen von 20 Seiten, in Druck erschienen. In Bezug auf den diesjährigen Schäfflertanz , sagt der Verfasser unter Andern: „So wagen es denn die Schäffer heuer als am siebenten Jahre wieder, den ersten ihrer Tänze nach erfolgter allerhöchster Erlaubnis unter Ludwigs huldreicher Regierung vor ihm aufzuführen […]“

Im Jahr 1830 war in Bayern König Ludwig I. der regierende Monarch.

EN: The Schäfflertanz, a Bavarian folk tradition dating back to 1517, is flourishing again in uncertain times, having been performed regularly in Munich since 1702—famously even before King Ludwig I in 1830—and reminds us how tradition and joy can bring light into troubled days.

Hier im Video mit meinen KI-animierten Aquarellen

Als Grundlage für dieses KI-animierte Video (mit Ton) habe ich wieder eigene, handgemalte Aquarelle genommen.


Alle habe ich direkt erlebt und vor Ort oder direkt nach dem Event gemalt/ gezeichnet. Diese Feste sind alle in unserem Landkreis zu sehen.


Die Tango-Violinistin ist Birgitta Zamastil, die ich während ihres Auftritts 2017 im Artrium gezeichnet habe; die Bayerischen Musiker sind inspiriert von den Die Reichertshamer Musikanten ; der Flamenco-Gitarrenspieler spielte im Artrium; einen Leonhardiritt habe ich in Aigen am Inn skizziert; den Schäfflertanz sah ich in Pleinting (Landkreis Passau), er findet auch in Asenham und Arnstorf statt; den Eselszug vom Eselhof Berndlgut gab es in Aigen am Inn zu sehen; das Maifest ist in Bad Birnbach.


Schön, dass Musik, Tanz und Feste in unserer Gegend so stark verankert sind!

Sechs kleine Eselchen

Aquarellbild einer ländlichen Szene mit einem Gespann aus zwei Eseln, die eine Kutsche ziehen, während eine Familie und ein Hund im Vordergrund zuschauen. Im Hintergrund sind grüne Hügel und Häuser sichtbar.
Donkey – Team – Watercolorpainting – Eselgespann – Aquarell

Bei unserem Besuch des Leonhardiritts in Aigen am Inn im November ist mir dieser Esel-Sechserzug aufgefallen. Es ist das Gespann des Eselhofs Berndlgut aus dem Innviertel, Oberösterreich.

Das hat mich sehr beeindruckt! Erstens sieht man selten mehrere Esel vor einer Kutsche, sechs schon mal gar nicht. Dann scheinen die Tiere auch so munter und gelassen, das Wägelchen, das sie ziehen, so hübsch! Und die Kutscher und Begleiterinnen so fachkundig. Und ja, da dachte ich, das muss ich einfach malen.

Hier also ein von dem Sechserzug inspiriertes Aquarell. Danke an den Eselhof für das Engagement und die Inspiration!

Bilder, die Geschichte(n) erzählen – Der Bräunlreiter

Eine farbenfrohe Wassermalerei, die eine festliche Szenerie zeigt, in der tanzende Figuren in traditioneller Kleidung mit Tuch und Stock dargestellt sind. Im Vordergrund ist ein Hund zu sehen, während im Hintergrund Menschen und historische Gebäude versammelt sind.
Bräunlreiter-Senior und Bräunlreiter-Junior auf dem Bad Birnbacher Faschingsumzug – Aquarellmalerei

Bald ist wieder Fasching, da kommt der Bräunlreiter!

Der Bräunlreiter ist eine traditionelle Faschingsfigur aus Bad Birnbach: ein Narr, der auf einem hölzernen „Bräunl“ – einer Pferdeattrappe nach Rottaler Art – reitet und Teil des lokalen Brauchtums ist. Die Figur soll aus der Zeit nach Pest und Kriegsjahren stammen und sollte die Menschen wieder ins Leben zurückholen. Es gibt einen Senior- und einen Junior-Bräunlreiter. Sie schwenken immer eine Schweinsblase.

EN: A traditional jester figure from Bad Birnbach, the Bräunlreiter rides a wooden horse and swings a pig’s bladder as part of the region’s historic carnival customs.

Das KI-animierte Aquarell

Im Café – Lebendige Aquarellmalerei

Eine Aquarellzeichnung, die ein Café zeigt, in dem Menschen an Tischen sitzen, während ein Barista hinter der Theke arbeitet. Ein Hund sitzt in der Ecke und eine Gruppe von Personen unterhält sich.
Im Café Viamar in Bad Birnbach

Gestern habe ich vor einem Cappuccino die Szene vorgezeichnet und heute noch etwas koloriert. Das hat mir einen riesigen Spaß gemacht.

Und da habe ich mich gefragt, was wir ohne unsere Cafés machen würden. Glücklicherweise haben wir mehrere tolle Treffpunkte dieser Art in unserer Region. Ich habe sie gezeichnet, gemalt und dann mit KI animiert.

Die Vorzeichnungen habe ich im Café ViaMar, im Rathauscafe bei Angie Trumler in Bad Birnbach und in der Süße Manufaktur in Pfarrkirchen gemacht.

EN: Yesterday I sketched the scene over a cappuccino, added some color today, and realized how lucky we are to have cafés like ViaMar, the Rathauscafé in Bad Birnbach, and the Süße Manufaktur in Pfarrkirchen—places I’ve drawn, painted, and even animated with AI.

Der Eisvogel und der Biber am Birnbach

A watercolor painting of a kingfisher perched on a branch with a vibrant orange belly and green head, set against a backdrop of a river and natural vegetation.
Wie in einem Märchen: der Eisvogel vor dem Biberdamm – Aquarellmalerei

Es wird zwar viel über den Biber und seine Aktivitäten gelästert und geklagt, aber seine Anwesenheit schafft auch klare Vorteile. Inzwischen ist er fast schon ein Tabuthema geworden. Ich verstehe, dass seine „Umbaumaßnahmen“ nicht überall ungehindert stattfinden können, dass er für die Bauhöfe Mehrarbeit verursacht und in bestimmten Bereichen „entnommen“ werden muss.

Aber insgesamt hat er hier an der Rott viel Leben geschaffen: Er brachte den Birnbach wieder zum Fließen, das zieht die Eisvögel an und ist gut für die Fische. Auch die Uferbereiche am Weiher und an der Rott werden immer strukturreicher und reicher an Gebüschen, sodass viele Vogelarten profitieren.

In Gebieten mit Biberdämmen verdreifacht sich die Artenvielfalt wassergebundener Tiere (Quelle: Universität Duisburg-Essen; Fachartikel Freshwater Biology).

Anfangs war ich – wie viele Mitbürger – etwas entsetzt über die „gefällten“ Bäume, unter denen sich nicht nur Weiden, sondern auch Eichen befanden. Insgesamt ist es aber so, dass die Natur in unserer Gegend durch seine Aktivität „aufgeblüht“ ist. Ich habe mir Fotos des Bachs, des Weihers und der Rottufer von 2016 angeschaut, als wir hier ankamen und der Biber noch nicht aktiv war. Schön war’s, aber – wie soll ich sagen? – beinahe etwas langweilig verglichen mit heute. Und deswegen wage ich es zu sagen: Ein Hoch auf den Biber!

EN At our small river (the Birnbach), I was able to photograph a kingfisher and later paint it, along with the surrounding scene where a beaver dam holds back the stream. Despite all the complaints about beavers, it’s clear how much their activity enriches the landscape and boosts biodiversity. Compared to 2016, the area looks far more vibrant today thanks to their work – a cheer for the beaver.

„Der Eisvogel“ – Ein Gedicht von Berndt Baumgart (https://woher-wohin.com/ )