Winter-Rehe / Rehe im Winter

Fünf Rehe auf einer grünen Wiese, die grasen, an einem grauen Wintertag.
Ein Sprung Rehe im Rottal

Dass Rehe sich im Winter in Gruppen (sogenannte „Sprünge“) zusammenfinden, weiß ich. Und doch staune ich immer wieder über die Regelmäßigkeit der Natur: Sie finden sich tatsächlich meist in jedem Winter an den selber Standorten wieder. Und ich liebe es, sie mit dem Fernglas zu beobachten und zu sehen, was sie alles so treiben. Und weil es in jeder Jahreszeit so viel zu entdecken gibt da draußen, liebe ich auch den Winter!

Heute ist das Wetter grau, deswegen ist das Foto nicht sehr scharf geworden, aber die glasklaren Tage mit stahlblauem Himmel kommen ja noch!

Naturbeobachtungen im Dezember 

Ein bunter Eisvogel sitzt auf einem Ast, umgeben von verschwommenem, grünem Hintergrund.
Eisvogel an der Rott im Winter

Winterstimmen – Vögel im Dezember 

Alles still? Beinahe! Das Rotkehlchen singt jedoch selbst bei Frost noch aus voller Kehle. In den kahlen Bäumen entdecken wir nun Wintergäste: bunte Stieglitze, hüpfende Erlenzeisige, gewichtige Kernbeißer und mit etwas Glück den Gimpel mit seiner leuchtend roten Brust. Auch Wacholderdrosseln und Buchfinken sind unterwegs, während der Buntspecht rhythmisch Fichtensamen klopft. 

Im Kurpark „klickt“ der Zaunkönig im Gebüsch, und auf der Rott lassen sich Gänsesäger beobachten – mit ihrem sägezahnartigen Schnabel perfekt zum Fischfang. Vielleicht lassen sich auch die Birnbacher Weißstörche wieder im Winter blicken? Laut Landesbund für Vogelschutz überwintern rund 300 Störche jährlich in Bayern.

Jetzt fallen meist auch mehr Amseln auf. Manche bleiben ganzjährig, andere ziehen nach Süden, während nordische Gäste zu uns kommen. Die Amsel war einst ein scheuer Waldvogel – heute ist sie in Parks und Gärten heimisch. Sie ernährt sich von Beeren und Samen, übernachtet aufgeplustert im Gebüsch und hüpft am Boden auf Futtersuche.  Im Volksglauben galt sie als Glücksbringer: Wo eine Amsel wohnt, schlägt kein Blitz ein.

A blackbird perched on a snowy branch, pecking at bright red rose hips against a clear blue sky.
Amseln naschen Beeren im Schnee

Farben im Winter 

Jetzt gilt es, genau hinzuschauen: Auch wenn viele Pflanzen ruhen, zeigen sich Farbtupfer: leuchtend rote Hagebutten, einzelne Gänseblümchen und die letzten Äpfel am Baum – wie natürlicher Weihnachtsschmuck. Die Männchen von Gimpel und Stieglitz bringen zusätzlich Rosenrot und Knallgelb ins Geäst. 

Wildtiere und Landschaft 

Rehe versammeln sich in Gruppen, sogenannte „Sprünge“, und Feldhasen sind auf abgeernteten Feldern zu sehen. Schwäne und Entenarten wie Stockente, Reiherente und Krickente bilden auffällige Wintertrupps auf der Rott. 

Wer durch die ruhige Landschaft wandert, wird mit welligen Panoramen und märchenhaften Sonnenuntergängen belohnt. Das Winterlicht berührt – und die Vorfreude auf die Feiertage wächst.

Weiße Weihnachten sind selten geworden – aber wer weiß? Vielleicht fällt doch Schnee, und die Natur wird märchenhaft.

Collage of winter wildlife and landscapes in Bad Birnbach, featuring birds like robins, goldfinches, and woodpeckers, as well as winter plants like rose hips and apples with snow in the background.
Mein Beitrag „Naturbeobachtung“ im Kulturspatz Dezember 2025

EN:
In December, nature in Bad Birnbach reveals both quiet and color: robins sing through the frost, winter guests like goldfinches, bullfinches, and woodpeckers animate bare trees, while wild geese and swans gather on the Rott. Even in winter, bright accents appear—red rose hips, yellow flashes of finches, and the last apples hanging like natural ornaments. These observations remind us that winter landscapes hold peace, beauty, and anticipation for the festive season. (Text written by Nadia Baumgart, published in the Kulturspatz Bad Birnbach under “Nature Observations in December)

Ein Schwan breitet seine Flügel aus und schwimmt majestätisch auf ruhigem Wasser, reflektierend die umgebende Landschaft.
Poetisch: ein Höckerschwan im Winter – Immer öfter sieht man sie an der Rott überwintern

Perchten – Mamuthones – Kukeri – Gemeinsame Wurzeln

A watercolor illustration depicting three traditional figures: Perchten from Alpine culture, Mamuthones from Sardinia, and Kukeri from Bulgaria, each represented with distinct masks, horns, and costumes, against a blue background.
Perchten oder ähnliche Gestalten – gibt es weltweit – Aquarell

Pre-Christian Alpine traditions during winter solstice

Wir Menschen haben seit jeher Rituale entwickelt, um unsere Ängste vor der Härte des Schicksals zu besänftigen. Dazu gehören auch Bräuche rund um die Vertreibung des Winters mit seiner Kälte und seinen Gefahren. Gerade in unsicheren Zeiten scheint diese Tradition besonders kraftvoll zu wirken.

In Bayern erleben die Perchten derzeit eine Renaissance – man könnte fast sagen, sie sind „trendy“. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat ihre Bedeutung auf Festen deutlich zugenommen; sie faszinieren Jung und Alt gleichermaßen.

Natürlich stellt sich die Frage: Woher stammen diese Traditionen? Schon bevor ich nach Bayern zog, kannte ich ähnliche Rituale aus Sardinien – die Mamuthones. Bei meinen Recherchen habe ich erkannt, dass es in Europa viele solcher „furchterregenden Gestalten“ gibt. Ich schaue dabei lieber auf die Gemeinsamkeiten als auf die Unterschiede.

Denn trotz aller regionalen Varianten zeigen sich verblüffende Ähnlichkeiten: Es geht stets um Figuren, die lärmend im Winter auftreten, meist mit Kuhglocken, Holzmasken, Hörnern und Tierfellen. Über ihre Herkunft gibt es zahlreiche Theorien, doch eine eindeutige Erklärung fehlt bis heute.

In meinem Aquarell habe ich versucht, drei dieser Gestalten darzustellen: Perchten – Mamuthones – Kukeri.

  • Perchten stammen aus dem alpenländischen Brauchtum. Sie erscheinen im Winter, um böse Geister und den Winter selbst zu vertreiben. Man unterscheidet „Schiachperchten“ (hässlich, furchteinflößend) und „Schönperchten“ (segensbringend, glückverheißend).
  • Mamuthones in Sardinien tragen schwere Holzmasken mit Hörnern, Fellkleidung und massive Kupferglocken am Rücken. Sie symbolisieren oft den Kampf zwischen Mensch und Natur. Ihr Gesicht ist vollständig verdeckt, mit Ziegen- oder Hirschhörnern verziert, und die Glocken erklingen laut bei jedem Schritt.
  • Kukeri sind tiergestaltige Maskentänzer aus Bulgarien. Sie treten im Winter oder Frühjahr auf, zwischen Neujahr und Fastenzeit. Höhepunkt ist das Surwa-Festival in Pernik, bei dem mehrere tausend Kukeri zusammenkommen. Ihre Ganzkörpermasken bestehen meist aus Ziegenhaut und Holzkonstruktionen, die den Träger größer erscheinen lassen. Gesichter sind oft Tieren wie Ziegen oder Schafen nachempfunden.

Die Kukeri erinnern mich wiederum beinahe an die Kachinas der Hopi-Indianer– Geister der Natur und der Ahnen, dargestellt durch maskierte Tänzer. Das Reservat der Hopis in Arizona durfte ich einmal besuchen. So schließt sich der Kreis: Überall auf der Welt haben Menschen ähnliche Ängste und entwickeln ähnliche Rituale, um ihnen zu begegnen.

Lassen wir uns also Brauchtümer feiern, ihre Besonderheiten in jedem Fest neu und mit Fantasie lebendig werden – und zugleich neugierig auf andere Kulturen schauen. Denn das Schöne ist: Regionale Traditionen und Heimatliebe können uns alle verbinden.

Hier noch eine Begegnung mit den Bayerbacher Perchten im Rottal in Niederbayern im Jahr 2018:

Christkindlmarkt in Bad Birnbach

Weihnachtsmarkt mit beleuchtetem Tannenbaum und viele Besucher auf einem gepflasterten Platz.
Wieder Christkindlmarkt auf dem Neuen Marktplatz in Bad Birnbach

Einige Eindrücke der Eröffnung mit den Alpenhornbläsern.

Und hier noch im Video:

Chiemsee-Impressionen mit Fotoshooting

Paar steht am Dampfersteg am Chiemsee mit Blick auf das Wasser und die Alpen im Hintergrund.

Morgendliches Fotoshooting mit Selbstauslöser vor schönem Alpenpanorama am Chiemsee. Wir hatten viel Spaß dabei!