Morgenspaziergang – Hase „Alois“ zeigte mir seine Stretching-Übungen, während Goldammer „Aurora“ wie jeden Morgen ihr Lied schmetterte. Sie kennt nur eine Zeile, die heißt: „Wie-wie-wie hab ich dich liiiiieb!“. Dazu leuchtete das Gelb der Rapsfelder.
Danach waren wir im Kurpark und sahen viele Stare Jungvögel füttern. Interessant ist, dass einige Jungstare in einer Baumhöhle aufwachsen, die noch vor wenigen Wochen ein Kleiber mit Lehm „ausgepolstert“ hatte. Dort wo letztens die Flussseeschwalben gebalzt haben, saß nun ein Lachmöwen-Paar. Von weitem sehen sie sich ähnlich, die Unterschiede sind jedoch markant.
Dieser kleine Star wächst in einer Höhle auf, die zuvor von einem Kleiber ausgepolstert wurde. Man sieht noch den Lehm.
EN: Morning walk – Hare “Alois” showed me his stretching exercises while yellowhammer “Aurora” sang her song as she does every morning. She knows only one line, which goes: “How-how-how I loooove you!”. The yellow of the rapeseed fields glowed all around.
After that we went to the spa park and watched many starlings feeding their young. It’s interesting that some starlings grow up in a tree cavity that, just a few weeks ago, a nuthatch had “padded” with clay. Where the common terns were courting recently, a pair of black-headed gulls was now sitting. From afar they look similar, yet the differences are quite striking.
Weil alles blüht und duftet und in Mai-Licht eingetaucht ist, haben wir uns selber als schöner empfunden und ein kleines Fotoshooting mit Selbstauslöser an der Rott gemacht. Das hat richtig Spaß gemacht!
Die gebänderten Prachtlibellen sind nun wieder am Wasser zu sehen und ein Schwarzmilan beobachtete uns von oben.
Ich mag es, wenn sich der Himmel im Wasser spiegelt
Because everything is blooming, fragrant, and bathed in May light, we felt more beautiful ourselves and did a little self‑timer photoshoot by the river Rott. It was so much fun!
Die Mai-Ausgabe des Bad Birnbacher Kulturspatz ist natürlich auch wieder da! Und mit ihr auch meine Rubrik „Naturbeobachtung“. Wie immer zeige ich hier zusätzlich viele Naturfotos, die in den letzten Mai-Monaten in Bad Birnbach, in der Lugenz und an der Rott bei unseren Streifzügen entstanden sind.
Naturbeobachtung · Mai 2026
Der Mai ist da – und mit ihm dieses besondere Licht, das unsere Landschaft jedes Jahr aufs Neue verwandelt und in intensive Farben taucht.
Zwischen frischem Grün blitzen die ersten Lichtnelken, die zarten Blau‑Violett‑Töne der Glockenblumen und der sonnengelbe Wiesenbocksbart hervor. Auch der kriechende Günsel breitet seine kleinen, tiefblauen Blüten aus und zieht Bienen und Schmetterlinge an. Fliederfarben blüht nun die Witwenblume. Jetzt lohnt es sich besonders, die Wiesen genauer anzusehen. Hahnenfuß, Löwenzahn, Klee – und dazwischen viele Wildblumen, die man leicht übersieht, wenn man nur schnell vorbeigeht. Eine Blühwiese ist ein kleines Universum: Wer stehen bleibt, entdeckt Käfer, Falter und summende Wildbienen.
Der Mai ist ein Monat der Fülle. Amsel, Drossel, Rotkehlchen singen aus voller Kehle, und wer Glück hat, hört an der Rott auch den flötenden Gesang des Pirols, der gerade aus Afrika zurückkehrt. Wenn der Ruf des Kuckucks und das Trommeln des Buntspechts den Takt geben, ist das Vogelkonzert perfekt.
Wer an der Rott entlanggeht, hört vielleicht einen Sänger, den man eher selten zu Gesicht bekommt: den Sumpfrohrsänger. Unspektakulär im Gefieder, aber mit einer Stimme, die jeden Vogelfreund staunen lässt. Seine Hauptbrutzeit beginnt jetzt im Mai. Zwischen Brennnesseln und Getreidehalmen baut er seinen kunstvoll geflochtenen Nestnapf – ein kleines Wunderwerk aus Gräsern und Schilf.
An den Rottauenwegen tanzen inzwischen die ersten Plattbauchlibellen. Ihr schneller, geradliniger Flug gehört für mich zu den schönsten Zeichen dafür, dass der Frühsommer naht. Auch die Birnbacher Störche feiern den Mai auf ihre Weise. Und wie jedes Jahr beginnt das große Rätselraten: Wie viele Jungstörche werden wohl diesmal über den Nestrand schauen? 2018 waren es erstmals drei – ein unvergesslicher Moment für viele Einheimische und Gäste.
Auch im Wald verändert sich vieles. Auf ehemaligen Fichtenflächen wachsen nun mehr Laubbäume, und das Licht fällt stellenweise breiter zwischen die Stämme. Dadurch sprießen Birken, Vogelbeere und Sträucher.
Achten wir gemeinsam darauf, Wildtiere in dieser Zeit nicht zu stören. Achtsamkeit und Respekt vor der Natur gehören einfach dazu. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken, Staunen und Draußensein im ländlichen Bad.
EN: May transforms the Bavarian landscape into a vibrant world of blossoms and birdsong, with wildflowers, songbirds, and the first dragonflies announcing early summer. Along the river Rott and in the woods, a lively yet delicate natural realm unfolds—one that calls for mindfulness and respect.
Der Wiedehopf – Tiermalerei – Aquarell // The Hoopoe – Animal Painting – Watercolor
Am 1. Mai hatte ich die Ehre, in unserer Umgebung einen Wiedehopf zu sehen. Wie ein großer Schmetterling mit weit geöffneten breiten Flügeln landete er leicht schaukelnd auf der Wiese. Es war nur eine Sekunde – wie ein Traumbild. Es gelang mir zwar ein leicht verwackeltes Beweisfoto, aber da saß er schon auf dem Boden. Um die Schönheit dieses Augenblicks noch einmal zu genießen, habe ich ihn gemalt.
Oftmals male ich Motive, die mir unmittelbar begegnen. Ein gutes Beispiel ist dieses Aquarell vom Wiedehopf. Den seltenen Vogel habe ich nur einige Sekunden in der Nähe der Chrysanthibrücke gesehen. Malend erlebe ich den Moment noch einmal und vertiefe ihn. Die Verbindung von Naturbeobachtung und kreativer Umsetzung prägt viele meiner Bilder.
EN: I had the rare honor of seeing a hoopoe here in our own surroundings. Like a large butterfly with wide, fanned‑out wings, it landed on the meadow in a gently rocking motion. It lasted only a second — like an image from a dream. I managed to take a slightly blurred proof photo, but by then it was already on the ground.To relive the beauty of that fleeting moment, I painted it.
Das ist das „Beweisfoto“: Ein Wiedehopf in Bad Birnbach – Eine seltene Sichtung in Niederbayern