Daheim

Landschaft in Bad Birnbach - Aquarelle
Bavarian landscape – Watercolour en plein air

Abendstimmung in Bad Birnbach. Gesehen vom Rand des Lugenzwaldes aus. Heute konnte ich gar nicht mehr aufhören zu malen…

Und ein Gedicht von Berndt Baumgart dazu:

Lauf der Zeit

In der schönen Herbsteszeit

ist es bis Weihnachten nicht weit.

Und ist Weihnacht endlich hier,

steht bald der Osterhas‘ Spalier.

Kaum ist der milde Lenz vollbracht,

kommt des neuen Sommers Pracht.

Und dann ist es nicht mehr weit

bis zur schönen Herbsteszeit.

https://woher-wohin.com/

#Lugenz #Rottalerlandschaften #Aquarelle

Herbstwald

Auf dem Weg zu einer alten Kapelle

Autumn in the Bavarian Forest

Nun sind wir zurück und ich möchte noch die Eindrücke der letzten Tage im Bayerischen Wald schildern. Meine Seele ist ausgefüllt von der gelben Farbexplosion von Buchen und Eschen zwischen schwarzdunklen Fichten, an deren Astspitzen die Nadeln im Licht tanzen.

Ein Waldbesitzer in seinem Forst

Alte Holzhäuser

Auf der letzten Radtour habe ich mich mit einer Hausbesitzerin unterhalten. Sie arbeitete gerade im Garten vor ihrem Haus aus massivem Holz, das mit dekorativen Schindeln geschmückt ist. Es soll abgerissen werden, dieses alte Haus. Es entspräche nicht mehr dem Geschmack der inzwischen erwachsenen Kinder. „Aber vielleicht gefällt es in einigen Jahrzehnten den Enkeln?“, gebe ich zu Bedenken. Sie zuckt mit den Schultern. Das neue Haus steht schon gegenüber. Nur einziehen kann sie noch nicht. „Es ist so fremd“. Wenn die alte Heizung den Geist aufgibt, spätestens dann wird umgezogen. Schade, denke ich.

Später im Wald begegnen wir einem Waldarbeiter. Soeben hat er eine riesige Lärche gefällt, die mit dumpfen Ton auf den Waldboden aufschlägt, als wir an einer Bank rasten wollen. So kommen wir ins Gespräch. In der lichtdurchtränkten, duftenden und atmenden Ruhe des Waldes unterhalten wir uns über Forstwirtschaft, Klimawandel und Borkenkäfer. Ich darf ein Bild von ihm machen. Er steht in dem Wald, den sein Großvater vor über 60 Jahren gepflanzt hat. Man spürt, dass er seinen Wald liebt. Die Lärche braucht er, um sein Haus neu zu vertäfeln. Schön, denke ich. Denn so wird das Holz sinnvoll eingesetzt und bleibt in der Region. Als wir losfahren, schaue ich noch einmal zurück und frage mich, wie dieser Wald in 10 Jahren aussehen wird.

Immer wieder hört man das beruhigende Rauschen eines Baches

Ruhe, Farben und Licht

Nun  geht es über Hügel durch Täler und Wiesen und wieder hinauf in den dichten Wald mit seinen riesigen Bäumen, Quellen, Moosen, Farnen und Farben. Am Morgen der Abfahrt grüßt ein Rotschwanz, während sich der Nebel über das Tal hebt. Es waren einfach wundervolle Tage!

Nebel zum Abschied
Blick auf den Herbstwald
Ein kleiner Rotschwanz in der Herbstsonne

Zum Thema Herbstwald hier noch ein Gedicht von Berndt Baumgart, der es während unserer Radltour erdacht hat:

Waldgedanken

Oktobersonne am Waldessaum.
Heiß ist es, man glaubt es kaum.

Hat das Klima sich erhitzt?
Fragen manche ganz gewitzt.

Nein, es war schon immer so.
Klimawandel? Ach, i wo!

Wer hat Recht, wir werden sehn –
doch heute ist die Welt sehr schön!

Späte Pilze stehen stumm
in dem feuchten Moos herum.

Äschen in dem Kraftwerksgraben,
die sich an Herbstes Fliegen laben.

Lieber Gott, lass diese Sonne
auf uns scheinen noch ein Weilchen,
dann ist das Leben eine Wonne.
Vom Ganzen sind wir nur ein Teilchen

#bayerischerwald #wald #natur

Herbstfarben

Indian Summer – Watercolour – Aquarell

Nun habe ich versucht, draußen rasche Skizzen der Herbstlandschaft zu machen. Nicht ganz einfach bei der Fülle an Farben und Details. Also habe ich mich entschieden, die Umgebung eher expressionistisch darzustellen und auf die Farben zu setzen, die gerade durch den Wald glühen.

Am Bach – Aquarell

#Aquarelle #Watercolour

Zwischen Nostalgie und Realität

Tradition und Moderne im Bayerischen Wald

Der Bayerische Wald. Ja, ich liebe ihn. Ich freue mich, dass ich so nah am „Woid“ wohnen darf: Etwas mehr als eine Stunde Fahrt vom Rottal aus, und schon ist man da: In der Stille, der Ursprünglichkeit, mitten im „Urwald“. Ich freue mich an den tollen Farben, dem Geruch von Moos und Quellwasser, bewundere die Bilder, die der liebe Gott so malt, voller Licht und Schatten.

Schatten? Ja, Schattenseiten gibt es auch, und so langsam frage ich mich, ob ich diese nicht auch mal ansprechen sollte. Sonst befürchte ich, einen Trend der „heilen Welt“ zu unterstützen, der in der Tourismusindustrie inzwischen fast alltäglich ist. Denn die extremen Kontraste zwischen einer beinahe noch naturbelassenen Landschaft, einer alten Kulturlandschaft und der Moderne fallen hier manchmal besonders stark auf.

Heute bin ich mit Berndt den Zellertalradweg entlanggefahren. Gleich am Anfang ein beeindruckendes Erlebnis: Ein Mäusebussard läuft über eine Wiese und jagt nach Insekten und Mäusen. Welche Anmut! Wie schön, dass es noch Raum gibt für diese „wilden Erlebnisse“ in unserer modernen Welt. Denke ich.

Wir fahren weiter. Ruhe? Stille? Fehlanzeige. Das laute Brummen von Dutzenden Traktoren begleitet uns auf unserer Tour. Was die machen? Grassilage. Wer nicht weiß, was das ist, nun: das Gras wird etliche Male vor der Blüte gemäht und in Silos gepresst oder zur Gärung luftdicht in Folie gepackt.

Ich werde alt…Woran ich das merke? Daran, dass das Wort „früher“ mir durch den Kopf geht. Zum Beispiel: „Früher haben die Kühe Heu gefressen.“ Dank des vielen Mähens blüht es fast nirgendwo mehr. Die Wiesen sehen so grün aus, so ordentlich wie diejenigen der Märklin-Modellbahnanlagen meiner Kindheit. Hach, schon wieder „früher“?

Sillageballen im Bayerischen Wald

Wir strampeln weiter und versuchen, den Traktoren und Unimogs auszuweichen, die uns in großer Geschwindigkeit auch auf der Straße entgegenkommen. Plötzlich ein Holzhaus. Mein Herz geht auf. Ein altes Bauernhaus, das von der Vergangenheit spricht. Ich fahre näher heran. Es scheint schon lange nicht mehr bewohnt zu sein. Ist der Besitzer alt oder verstorben? Was wird mit dem charmanten Häuschen passieren? Wird es abgerissen? Entsteht dann dort ein Neubau?

Welche Zukunft erwartet das schöne Bauernhaus?

Nun fahren wir in ein Städtchen, das am Radweg liegt. Eine Oase des Genusses inmitten intakter Natur soll es sein. Sagt Google. Schade, dass das überdimensionierte Gewerbegebiet den Blick auf das Städtchen verdeckt. Vor wenigen Tagen habe ich einen Vortrag über die identitätsstiftende Funktion des Denkmalschutzes besucht. Der Referent sagte: „Auch die kommenden Generationen haben ein Recht auf Schönheit.“ Schönheit, ein Menschenrecht. Den Gedanken fand ich sehr inspirierend.

Auch eine Realität…

Stiefmütterchen und Glasblumen

Wir kommen an einer Gärtnerei vorbei, die Stiefmütterchen produziert. Jetzt geht es vorbei an einem berühmten „Glasdorf“. Es packt mich der Teufel und ich denke: Ja, da gehe ich jetzt rein! Dass Menschen Hunger nach Natur haben ist offensichtlich: Blumen, Schmetterlinge, Frösche. All diese „Glasnatur“ schreit einen mit grellen Farben und komikhaften Formen an: „Kauf mich!“. Da draußen sind sie ja kaum noch zu sehen, die Schmetterlinge, Blumen, Frösche. Hier können wir sie haben. Und noch den heiligen Spruch dazu: „Schaue nie zurück!“.

Ich will aber zurückschauen. Ich glaube nicht, dass wir ein besseres Leben haben oder mehr Glück empfinden, wenn wir nur nach vorne schauen. In der Vergangenheit liegen meine Wurzeln, meine Identität. Es ist mir jedoch auch klar, dass der Blick nach vorne spannend ist und es die heile Welt nirgendwo gibt. Aber vielleicht lassen sich Tradition und Moderne doch irgendwie sanfter kombinieren? Gibt es keine Alternativen zu diesen gewaltsamen Kontrasten? Muss es so sein? Ich hoffe auf eine fantasievolle und  – ja – auch „schöne“ und „gute“ Verbindung der beiden Aspekte. Um zu solchen Alternativen zu finden, dürfen wir wohl kaum den anderen Teil des Spruches als Handlungsanweisung ernst nehmen: „Tu was du willst und steh dazu“. Denn um Extreme zu verbinden, muss man bereit sein, Kompromisse zu machen und neue Wege zu suchen. Das geht nicht mit dieser „Ich tu was ich will“ – Mentalität.

Ich hoffe, es wird uns gelingen.

In der Lugenz – Ein Rottaler Wald

Wandern in der Lugenz, einem Wald mit Geschichte im Rottal, ist einfach schön, deshalb habe ich ein kleines Filmchen erstellt.

Our forest named „Lugenz“ in Lower Bavaria

J´aime „notre“ forêt, c´est pourquoi j´ai produit un petit documentaire pour en montrer la beauté.

Blühende Landschaften

Blooming landscapes in the Bohemian Forest, known in Czech as Šumava.
Zauberhafte Landschaften im Šumava Nationalpark (Böhmerwald)

1_Widderchen_Sumava_Nadia_Baumgart

Ich bin begeistert! Gleich zur Begrüßung flatterte uns ein seltener Schmetterling aus der Widderchen-Familie (Zygaenidae) entgegen. Und es blüht, blüht, blüht! Wir hoffen in Deutschland auf zaghafte Blühstreifen. Im Šumava blüht einfach…alles! Kleine Abstecher nach Srni, Rejštejn und Sušice haben die Tour noch interessanter gemacht. Schaut selbst!
#sumava #Nationalpark
Info über den Nationalpark: http://www.npsumava.cz/de/

2_Am_Wegesrand_Sumava_Nadia_Baumgart

Alles blüht!

4_Mehlschwalbe_Sumava

Neugierige Mehlschwalben

3_Bluehwiese_Sumava_Nadia_Baumgart

5_Susice_Sumava_Nadia_Baumgart

Die Stadt Susice