Heute haben wir in Arnstorf den Schäfflertanz erlebt – ein Brauchtum, das nur alle sieben Jahre aufgeführt wird. Die Schäffler, in ihren roten Jacken und den grünen Reifen, sehen immer hübsch aus. Das erste Mal sahen wir diesen Tanz in Pleinting.
Historisch gesichert wird der Schäfflertanz seit 1702 in München aufgeführt; ab etwa 1830 verbreitete er sich durch wandernde Schäfflergesellen in andere Orte Altbayerns. Der Legende nach entstand er bereits 1517, als die Fassmacher nach einer Pestepidemie mit ihrem Tanz Zuversicht und Lebensfreude zurückbringen wollten. Und vielleicht brauchen wir genau das heute wieder.
Und hier alles im Video:
Schäfflertanz 2026 in Arnstorf
EN: Historically documented, the Schäfflertanz has been performed in Munich since 1702; from around 1830 it spread to other parts of Old Bavaria through travelling coopers. According to legend, it originated as early as 1517, when the barrel-makers sought to restore confidence and joy after a plague epidemic. And perhaps that is exactly what we need again today.
Wir haben diesen Tanz erstmals 2022 in Pleinting bewundert – auch dieses schöne Brauchtum erlebt in unserer neoromantischen Zeit eine neue Blüte. Die Nachrichten sind voller Verwirrendem und Traurigem aus aller Welt, und oft fühlen wir uns ohnmächtig. Wie schon in der Biedermeierzeit – wenden wir uns wieder dem Privaten und den alten Traditionen zu, die uns Halt geben und Freude bringen.
Historisch gesichert wird der Schäfflertanz seit 1702 in München aufgeführt; ab etwa 1830 verbreitete er sich durch wandernde Schäfflergesellen in andere Orte Altbayerns. Der Legende nach entstand er bereits 1517, als die Fassmacher nach einer Pestepidemie mit ihrem Tanz Zuversicht und Lebensfreude zurückbringen wollten. Und vielleicht brauchen wir genau das heute wieder. 🕺Also… lasst uns tanzen!
Hier noch eine Notiz aus dem Zeitungsarchiv Digipress, die bezeugt, dass der Tanz in München alle 7 Jahre stattfand und sogar vor dem König aufgeführt wurde!
„Eine eigene Beschreibung der Entstehung und des bisherigen Fortbestandes des Schäfflertanzes ist von dem königl. Baurath Änton Baumgartner in einem Büchelchen von 20 Seiten, in Druck erschienen. In Bezug auf den diesjährigen Schäfflertanz , sagt der Verfasser unter Andern: „So wagen es denn die Schäffer heuer als am siebenten Jahre wieder, den ersten ihrer Tänze nach erfolgter allerhöchster Erlaubnis unter Ludwigs huldreicher Regierung vor ihm aufzuführen […]“
Im Jahr 1830 war in Bayern König Ludwig I. der regierende Monarch.
EN: The Schäfflertanz, a Bavarian folk tradition dating back to 1517, is flourishing again in uncertain times, having been performed regularly in Munich since 1702—famously even before King Ludwig I in 1830—and reminds us how tradition and joy can bring light into troubled days.
Hier im Video mit meinen KI-animierten Aquarellen
Als Grundlage für dieses KI-animierte Video (mit Ton) habe ich wieder eigene, handgemalte Aquarelle genommen.
Alle habe ich direkt erlebt und vor Ort oder direkt nach dem Event gemalt/ gezeichnet. Diese Feste sind alle in unserem Landkreis zu sehen.
Die Tango-Violinistin ist Birgitta Zamastil, die ich während ihres Auftritts 2017 im Artrium gezeichnet habe; die Bayerischen Musiker sind inspiriert von den Die Reichertshamer Musikanten ; der Flamenco-Gitarrenspieler spielte im Artrium; einen Leonhardiritt habe ich in Aigen am Inn skizziert; den Schäfflertanz sah ich in Pleinting (Landkreis Passau), er findet auch in Asenham und Arnstorf statt; den Eselszug vom Eselhof Berndlgut gab es in Aigen am Inn zu sehen; das Maifest ist in Bad Birnbach.
Schön, dass Musik, Tanz und Feste in unserer Gegend so stark verankert sind!
Perchten oder ähnliche Gestalten – gibt es weltweit – Aquarell
Pre-Christian Alpine traditions during winter solstice
Wir Menschen haben seit jeher Rituale entwickelt, um unsere Ängste vor der Härte des Schicksals zu besänftigen. Dazu gehören auch Bräuche rund um die Vertreibung des Winters mit seiner Kälte und seinen Gefahren. Gerade in unsicheren Zeiten scheint diese Tradition besonders kraftvoll zu wirken.
In Bayern erleben die Perchten derzeit eine Renaissance – man könnte fast sagen, sie sind „trendy“. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat ihre Bedeutung auf Festen deutlich zugenommen; sie faszinieren Jung und Alt gleichermaßen.
Natürlich stellt sich die Frage: Woher stammen diese Traditionen? Schon bevor ich nach Bayern zog, kannte ich ähnliche Rituale aus Sardinien – die Mamuthones. Bei meinen Recherchen habe ich erkannt, dass es in Europa viele solcher „furchterregenden Gestalten“ gibt. Ich schaue dabei lieber auf die Gemeinsamkeiten als auf die Unterschiede.
Denn trotz aller regionalen Varianten zeigen sich verblüffende Ähnlichkeiten: Es geht stets um Figuren, die lärmend im Winter auftreten, meist mit Kuhglocken, Holzmasken, Hörnern und Tierfellen. Über ihre Herkunft gibt es zahlreiche Theorien, doch eine eindeutige Erklärung fehlt bis heute.
In meinem Aquarell habe ich versucht, drei dieser Gestalten darzustellen: Perchten – Mamuthones – Kukeri.
Perchten stammen aus dem alpenländischen Brauchtum. Sie erscheinen im Winter, um böse Geister und den Winter selbst zu vertreiben. Man unterscheidet „Schiachperchten“ (hässlich, furchteinflößend) und „Schönperchten“ (segensbringend, glückverheißend).
Mamuthones in Sardinien tragen schwere Holzmasken mit Hörnern, Fellkleidung und massive Kupferglocken am Rücken. Sie symbolisieren oft den Kampf zwischen Mensch und Natur. Ihr Gesicht ist vollständig verdeckt, mit Ziegen- oder Hirschhörnern verziert, und die Glocken erklingen laut bei jedem Schritt.
Kukeri sind tiergestaltige Maskentänzer aus Bulgarien. Sie treten im Winter oder Frühjahr auf, zwischen Neujahr und Fastenzeit. Höhepunkt ist das Surwa-Festival in Pernik, bei dem mehrere tausend Kukeri zusammenkommen. Ihre Ganzkörpermasken bestehen meist aus Ziegenhaut und Holzkonstruktionen, die den Träger größer erscheinen lassen. Gesichter sind oft Tieren wie Ziegen oder Schafen nachempfunden.
Die Kukeri erinnern mich wiederum beinahe an die Kachinas der Hopi-Indianer– Geister der Natur und der Ahnen, dargestellt durch maskierte Tänzer. Das Reservat der Hopis in Arizona durfte ich einmal besuchen. So schließt sich der Kreis: Überall auf der Welt haben Menschen ähnliche Ängste und entwickeln ähnliche Rituale, um ihnen zu begegnen.
Lassen wir uns also Brauchtümer feiern, ihre Besonderheiten in jedem Fest neu und mit Fantasie lebendig werden – und zugleich neugierig auf andere Kulturen schauen. Denn das Schöne ist: Regionale Traditionen und Heimatliebe können uns alle verbinden.
Hier noch eine Begegnung mit den Bayerbacher Perchten im Rottal in Niederbayern im Jahr 2018:
Hip Hop und Volksmusik auf dem Maifest in Bad Birnbach
Bayerische Volksmusik trifft Hip-Hop: Eine unerwartete Symbiose auf dem Maifest!
Es trafen heute „Die Reichertshamer Musikanten„, eine sehr gute und junge Bayerische Volksmusik Gruppe, die inzwischen auch routiniert auf dem Karpfhamer Fest spielt auf die MARGODANCE Hip Hop – Tanzgruppe von Margarita. Und zwar auf derselben Bühne. Und ich bin Ehrenmitglied in beiden Gruppen! Wie schön, dass ich das, was zusammengehört, zusammenbringen darf! Alle waren total begeistert!
Die Reichertshamer Musikanten – Eine junge und engagierte Volksmusik-Gruppe im RottalYeah! Nach 10 Jahren Studium weiß man, was Dialektik bedeutet 🙂 Ich – Nadia – mit den Mädels auf der Bühne …und mit der Liebe zu Musik, Tanz und Kunst im HerzenAuch unsere Bürgermeisterin Dagmar Feicht war vom Kinder-Hip-Hop begeistert!
Margarita hat sich zu einer wahren „Brückenbauerin“ entwickelt. Durch den Tanz entsteht eine besondere Verbindung zwischen den Tanzschülern.