Ein großer Kiebitz-Schwarm vor der Kirche in Oberösterreich beim Ibmer Moor
Gestern haben wir im Ibmer Moor die Kiebitze, die in Schwärmen über die Landschaft fliegen, und die Großen Brachvögel beobachtet. Jetzt im Februar/ März treffen die Wiesenbrüter ein. Mehrere Große Brachvögel schienen im Konflikt miteinander zu sein, ein Männchen verfolgte ein anderes Männchen, das war ein spannendes Schauspiel.
Das Ibmer Moor ist ein Europaschutzgebiet, es befindet sich unweit von Braunau am Inn. Ein neugieriger Fasan blieb die ganze Zeit bei uns in der Nähe der Beobachtungsplattform.
Das Ibmer Moor, benannt nach der Ortschaft Ibm (Gemeinde Eggelsberg), ist mit rund 2000 Hektar die größte zusammenhängende Moorlandschaft Österreichs und liegt in den oberösterreichischen Gemeinden Eggelsberg, Moosdorf und Franking.
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EN: Yesterday in the Ibmer Moor we watched flocks of lapwings sweeping over the landscape, and several Eurasian curlews. February and March are the months when the meadow‑breeding birds return. A few curlews seemed to be in conflict — one male repeatedly chased another, a fascinating scene to watch.
The Ibmer Moor is a protected Natura 2000 area, not far from Braunau am Inn. A curious pheasant stayed near us the whole time by the observation platform.
Große Brachvögel (Numenius arquata) im Ibmer Moor /Courlis cendrés en AutricheKiebitz (Vanellus vanellus) auf einer angrenzenden landwirtschaftlichen Fläche im Innviertel/ Vanneau huppé
Vor Kurzem erschien in der Passauer Neuen Presse ein Artikel mit dem Titel: „Kurort Bad Birnbach kämpft weiter gegen Windräder“. Besonders brisant ist dabei die Tatsache, dass ausgerechnet unser Naturwald Lugenz als „Windvorranggebiet“ für den Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen wurde. Ein Vorhaben, das nicht nur die Landschaft, sondern auch wertvolle Natur- und Kulturgüter gefährden würde. Glücklicherweise setzt sich unsere Gemeinde entschieden gegen dieses Projekt ein.
Laut einer Karte des Planungsverbands Landshut, die Gebiete mit ausreichender Windstärke für Stromproduktion ausweist, käme das Waldgebiet Lugenz bei Bad Birnbach für den Bau von Windrädern infrage.
Doch die Lugenz ist weit mehr als nur ein potenzieller Standort für Windkraft. Neben den möglichen touristischen Einbußen gibt es zahlreiche ökologische und kulturelle Gründe, die gegen die Errichtung von Windkraftanlagen sprechen:
Artenschutz: Die Lugenz ist Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten.
Waldschutz: Alte Wälder speichern CO₂ und Wasser wesentlich besser als jüngere Wälder – ihre Zerstörung hätte langfristige negative Folgen.
Trink- und Grundwasserschutz: Eingriffe in das Ökosystem könnten die Wasserqualität beeinträchtigen.
Denkmal- und Kulturgutschutz: Die Lugenz ist historisch und archäologisch von großer Bedeutung.
Historische Bedeutung der Lugenz
Der Historiker und Archäologe Hon.-Prof. Georg Spitzlberger hat bereits 1980 in der Naturwissenschaftlichen Zeitschrift für Niederbayern (Band 28) auf die Einzigartigkeit der Landschaftsinseln Steinkart und Lugenz hingewiesen. In seiner Schrift „Gefährdete Natur- und Geschichtsdenkmäler in Ostbayern“ formulierte er klare Forderungen zum Schutz dieser Gebiete. Unten finden Sie den gesamten Text.
Ein Auszug aus seinen Schlussfolgerungen:
„Die von der vorliegenden Dokumentation durch naturwissenschaftliche, ökologische, historische und volkskundliche Argumente aufgewiesene Einmaligkeit der Landschaftsinseln Steinkart und Lugenz bei Griesbach und Birnbach im unteren Rottal macht es dringend notwendig, auf der gesetzlichen Grundlage von Naturschutzgesetz und Denkmalschutzgesetz folgende Mindestforderungen und Anregungen vorzubringen und für baldige Realisierung zu sorgen.
Amtliche Ausweisung der genannten Gebiete als Landschaftsschutzgebiete, Eintrag der einzeln aufgeführten Objekte in die Naturdenkmalliste bzw. Bodendenkmalliste, sofern das noch nicht geschehen ist. Die Besitzer und an der Ausbeutung interessierten Kreise der Wirtschaft müssen in geeigneter und wirksamer Form davon unterrichtet werden, dass weitere zerstörende Eingriffe nicht mehr zulässig sind. Der Vernichtung unersetzbarer Werte der Heimatnatur ist ab sofort Einhalt zu gebieten.“
Spitzlberger, der an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Hochschule Landshut lehrte, wurde 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Die Forderungen an Staat und Gemeinde für den Erhalt der Rottaler Wälder
Ein Appell für den Erhalt der Lugenz
Die Errichtung von Windkraftanlagen in der Lugenz würde nicht nur wertvolle Natur- und Kulturlandschaften zerstören, sondern auch dem Klimaschutz widersprechen. Alte Waldgebiete sind essenzielle CO₂- und Wasserspeicher – ihre Zerstörung hätte langfristig negative ökologische und kulturelle Folgen.
Es bleibt zu hoffen, dass dieses Vorhaben verhindert werden kann und die Lugenz als einzigartiges Natur- und Kulturerbe erhalten bleibt.
Auch die alte Holzkapelle in der Lugenz ist wertvolles Kulturgut
Hier der vollständige Bericht des Dr. Georg Spitzlberger:
In diesem Zusammenhang finde ich die „Electricity Maps“ besonders interessant. Sie zeigen in Echtzeit, wie viel CO₂ ein Land emittiert. Trotz der zahlreichen Windräder und Solarfelder schneidet Deutschland dabei nicht so gut ab wie beispielsweise Frankreich. Betrachtet man längere Zeiträume in der Vergangenheit, wird dieser Unterschied noch deutlicher.
Wenn wir tatsächlich „grüner“ werden wollen – insbesondere jetzt, da KI einen enormen Energiehunger entwickelt –, müssten wir unsere Landschaften flächendeckend mit Windrädern versehen. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass zur Aufstellung Straßen durch den Wald gebaut werden müssen, jeder einzelne Sockel aus 6000 Tonnen Stahlbeton besteht und die Rotorblätter nicht recycelbar sind. : https://app.electricitymaps.com/map/72h/hourly
Kiebitze heute im Rottal. Sie kommen weiterhin in Schwärmen aus ihren Überwinterungsgebieten (Irland, Großbritannien, Westfrankreich, Nordafrika…) zurück. Nur wenige bleiben bei uns, die meisten fliegen weiter in ihre Brutgebiete. Diejenigen, die im Rottal bleiben, sind auch hier geboren.
Der Kiebitz ist in Bayern stark gefährdet und steht auf der Roten Liste Bayerns und Deutschlands. Er legt seine Eier auf den Boden auf Äcker und offene Flächen und hat es somit schwer. Auch freilaufende Hunde können ihn gefährden. Wir hoffen, dass sie in diesem Jahr wieder mehr Bruterfolg haben werden. Sind sie nicht wunderschön?
Kiebitzschwarm im RottalSie kommen in Schwärmen zurück – Nur wenige werden im Rottal brüten
Yellow-bellied toads [Bombina variegata] in Austria
Artenvielfalt macht glücklich! Das durfte ich heute mal wieder feststellen, als ich in die spannendste Pfütze meines Lebens sah: Es waren Gelbbauchunken darin! Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Gelbbauchunken (Bombina variegata) gesehen! Für mich war es, als hätte ich einen Schatz gefunden.
Diese Amphibienart (Bombina variegata) wird auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt und ist bei uns kaum noch zu sehen! Hier waren sie in einer Pfütze, die von einer Wagenspur hinterlassen worden war, was für diese Unken eigentlich nicht ungewöhnlich ist, denn sie lieben Kleinstgewässer.
Aber alles der Reihe nach: Wir wollten heute einmal die Gegend um den Wolfgangsee erkunden. Unsere Neugierde führte uns nicht an den See, sondern an einen Pfad, der durch blühende Wiesen und Kuhweiden in den Wald führte. Und plötzlich, in einer Pfütze am Waldrand, da habe ich sie gesehen: Die Gelbbauchunken! Sie heißen so, weil sie einen gelben Bauch haben. Aber von oben sehen sie eher unscheinbar braun aus. Nur an den kleinen gelben Flecken an den Schenkeln habe ich sie erkannt. Es waren gleich mehrere, die sich auch paarten. Molche waren auch dabei.
Solche Erlebnisse können tief beglücken: Die Lebendigkeit der Natur ist hier noch spürbar!
#gelbbauchunken #naturschutz #artenvielfalt
Im Video sind die Gelbbauchunken und die Molche zu sehen
Und die Wanderung war außerdem wunderschön!
Unterwegs im SalzkammergutWas für ein schönes Licht!
In Hebertfelden hatte ein Storchenpaar versucht zu brüten. Jetzt erhält es eine Nisthilfe
Juchhuuu, schön, dass es nun geklappt hat!
2019 habe ich Ideen in die Bürgerbeteiligungsplattform Rottal-Initiativ eingebracht. Eine davon hieß: Mehr Nisthilfen für Weißstörche im Landkreis.
Nun wurde meine Idee mit der Hilfe des Landschaftspflegeverbandes umgesetzt: In Hebertsfelden ist eine neue Nisthilfe entstanden und in Eggenfelden soll bald eine auf dem Kamin in Gern installiert werden. Wenn mehr Störche über unsere Region kreisen, werde ich schon etwas stolz sein, dazu beigetragen zu haben!
Hier mehr zur Vorgeschichte: Prämierung beim Ideenwettbewerb im Landkreis Rottal-Inn
Nadia und Berndt Baumgart – Rechts: Landrat Michael Fahmüller