
Diese riesige alte Eiche scheint die ganze Landschaft zu beschützen.


Wie immer zauberhaft, wild und inspirierend: der Nationalpark Bayerischer Wald.
Gestern waren wir in der Falkensteiner Gegend unterwegs und kamen kaum vom Fleck, weil wir alle Pflanzen bestimmen wollten. Und wir haben wieder dazu gelernt. Ich finde alle Pflanzen faszinierend, aber Farne finde ich bei der Bestimmung besonders herausfordernd, da sie weder Blüten noch Früchte bilden. Ich habe inzwischen verstanden, dass es wichtig ist auf die Größe der Pflanze, die Form der Blattwedel, die Anordnung der Sporen und die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Farn in der Gegend, in der wir ihn vermuten, auch tatsächlich vorkommt. Denn weltweit gibt es tausende Farnarten!

Besonders schön war auch die Begegnung mit mehreren Weißbindigen Mohrenfaltern (Erebia ligea), die am Wegesrand flatterten. Ich finde sie mit ihren rostbraunen Flecken und dem weißen Saum an den Flügeln unglaublich schön. Genauso auffallend ist der Großblütige Fingerhut (Digitalis grandiflora), der uns am Wegesrand erhaben zunickte.

Und hier sind wir:


Gestern waren wir zum ersten Mal im Weidmoos in Österreich nördlich von Salzburg. Im angrenzenden Ibmer Moor sind wir öfters, um die Moorlandschaft zu genießen, botanische Raritäten zu entdecken und Vögel zu beobachten. Dort brüten Kiebitze, Große Brachvögel und Bekassinen.
Nun dachte ich, das Weidmoos sei ganz ähnlich, eben auch ein renaturiertes Moorgebiet. Aber es ist von der Ausdehnung kleiner und hat mehr Tümpel. Das Ibmer Moor hat eine Ausdehnung von 2000 Hektar, das Weidmoos von „nur“ 140. Der Rundweg ist viel kürzer, aber auch sehr spannend, weil er an Tümpeln und Teichen vorbeiführt und es einen hohen Aussichtsturm gibt.

Bis zum Jahr 2000 wurde im Weidmoos industriell Torf abgebaut. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Natur das genützte Gebiet zurückeroberte. Wir haben viele junge Lachmöwen gesehen, aber auch Kiebitze und Blässhuhn-Küken. Das Highlight war für mich eine wunderschöne wilde Orchidee, die Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris)! Aber auch die Prachtnelke (Dianthus superbus) ist unglaublich schön, ein dahingehauchtes Kunstwerk…

Und hier noch ein Rundgang im Video:

Spaziergang gestern im Ibmer Moor – Geschützt ist die Moorlandschaft als österreichisches Naturschutzgebiet und Natura 2000-Vogelschutzgebiet unter dem Namen „Frankinger Moos“
EN: The moor landscape is protected as an Austrian nature reserve and Natura 2000 bird sanctuary under the name “Frankinger Moos”


Hier ein Video über den etwas verregneten Juni-Tag im Ibmer Moor. Zu sehen sind einige Moorpflanzen, ein Perlmuttfalter und ein Streit wegen Artenbestimmung. Wer hat recht?

Ui wie schön die sind, die Feldhasen! In diesem Frühjahr sehen wir kaum Schmetterlinge, dafür recht viele Hasen…Sind sie nicht wunderschön?
In Deutschland wird die Art inzwischen in der Roten Liste als „gefährdet“ (Kategorie 3) geführt. Feldhasen dürfen nur in einem Umfang bejagt oder genutzt werden, der ihren Bestand nicht gefährdet.

