Acrylmalerei – Peinture acrylique – Le verger champêtre – Peindre en plein air
Und weil es letztens so schön war, draußen in der Streuobstwiese zu malen, hab ich es heute wieder getan. Diesmal mit Sicht auf die Bruder Konrad-Kapelle. In der Sonne, umgeben vom Vogelgesang.
And because it was so lovely painting outdoors in the traditional orchard last time, I did it again today — this time with a view of the Bruder Konrad Chapel. In the sunshine, surrounded by birdsong.
Als Mädchen fand ich den Frauentag – als er in den 70ern in Westdeutschland wieder sichtbarer wurde – „blöd“. Ich empfand ihn als diskriminierend. Als junge Frau dachte ich, ich bräuchte keinen Frauentag: Ich bin doch stark und frei. Warum gibt es keinen „Männertag“? Für mich wirkte dieser Tag damals so, als würde er Frauen zu einem schwachen Wesen erklären, das besondere Aufmerksamkeit braucht. Fast fürchtete ich, Mitschüler oder Brüder könnten sich dadurch überlegen fühlen.
Mit der Zeit hat sich meine Sicht verändert. Und je älter ich werde, desto klarer wird mir, wie schnell man als Frau in einer Falle sitzt und wie notwendig dieser Tag ist. Weltweit – damit Frauen nicht länger ungestraft Gewalt und Bevormundung erfahren, wie es in manchen Ländern noch immer geschieht. Aber auch hier bei uns: weil wir noch immer nicht in allen Bereichen ernst genommen werden, weil wir weniger verdienen oder in „typische Frauenberufe“ gedrängt werden.
Und dieser Tag erinnert uns auch daran, uns selbst zu fragen, ob wir Frauen die Schönheitsnormen und Selbstoptimierungsbefehle von TikTok und Co. wirklich übernehmen wollen – oder ob wir ihnen etwas entgegensetzen möchten.
Als ich anfing, die Sicht vom Balkon aus zu malen, war die Welt noch in Ordnung: Blaues Meer, blauer Himmel, viele lustige Leutchen am alten Hafen und in den Lokalen.
Dann wurde plötzlich alles dunkel und die Menschen verschwanden. Jetzt wütet ein schwerer Sturm! Blauer Himmel, blaues Meer, keine Menschen…Aber ich hab es recht lang auf dem Balkon ausgehalten und das Bild ist nun fertig; es erzählt vom Anfangsstadium, als die Welt noch in Ordnung war.
EN: When I began painting the view from the balcony, the world was still perfectly fine: blue sea, blue sky, lots of cheerful little people at the old harbor and in the cafés.
Then suddenly everything went dark and the people disappeared. Now a heavy storm is raging! Blue sky, blue sea, no people… But I held out on the balcony for quite a while, and the painting is now finished; it tells of that first moment, when the world was still in order.