Auf dem Markt

Heute auf dem Bad Birnbacher Wochenmarkt. Ich liebe die selbst geschriebenen Tafeln und wir haben wieder einen ganzen Korb voller Köstlichkeiten heimgetragen.

An einem Stand steht ein Händler mit tausend selbst gemachten Marmeladen, Äpfeln und Kräutertees. Heute kamen wir ins Gespräch und – siehe da! – wir kannten uns. Berndt hatte nämlich das Auto vor seiner Garten-Einfahrt geparkt, während der passionierte Gärtner das Tor schloss. Ich sagte ihm: „Entschuldigung, wir mussten hier parken, ich habe nämlich in Ihrem Naturgarten einen Neuntöter gesehen!“. Und den wollte ich natürlich fotografieren. Erst in diesem Moment und weil der ältere Gärtner mich verdutzt anschaute, wurde mir bewusst, dass nicht jeder weiß, dass ein „Neuntöter“ keine schlimme Waffe ist, sondern ein kleiner Vogel mit einem schwarzen Augenstreifen.

So erkannten der Händler und ich uns heute trotz Maske wieder. Ein Garten, in dem Neuntöter brüten, ist übrigens wirklich eine Garantie für eine heckenreiche und naturnah bewirtschaftete Natur.

Jetzt kann das Wochenende beginnen!

Rottaler Wasserbüffel haben Nachwuchs!

Die Rottaler Wasserbüffel haben 2 Kälber bekommen
Sohn Jonas passt auf seine Herde auf.

Im Sommer hatte ich von den Rottaler Wasserbüffeln auf dem Voglhof berichtet. Inzwischen sind die tollen Fruchtaufstriche, die ich dort im Hofladen geholt hatte, weggegessen und es mussten Neue her.

Also nix wie hin zum großen Hof in den niederbayerischen Hügeln. Es war so wunderschön: Inzwischen haben nämlich die beiden Wasserbüffel-„Damen“ Nachwuchs bekommen: Sarah und Heidi! Die hatten keine Lust, aufzustehen.

Die Sicht auf die kleine Herde vor dem frühherbstlichen Panorama ist einfach atemberaubend.

Hier der vorherige Bericht:

https://nadiapittura.com/2020/06/27/wasserbuffel-im-rottal-ja-bitte/

Hier mehr über den Voglhof:

https://www.der-voglhof.de/home.html

Im Hofladen gibt es aromatische Bio-Fruchtaufstriche
Da sind sie ja, die beiden Mädels!
Sind sie nicht unglaublich schön?

Ich freue mich, dass es Rottaler Wasserbüffel gibt! Ich finde sie wunderschön und sie bereichern irgendwie meine „innere Landschaft“. Dass die Tiere die Artenvielfalt auf Wiesen erhöhen, ist inzwischen ja bekannt.

#wasserbüffel #landwirtschaft #rottal #niederbayern

Wasserbüffel im Rottal? Ja bitte!

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Rottaler Wasserbüffel…

Quite unusual: Water buffalos in a farm in Lower Bavaria

Wie man sich in der Mordshitze am besten abkühlt, das zeigen uns Johnny, Hannah und Stella: In aller Ruhe ein tiefes Schlammbad nehmen, zwischendurch einmal die Seite wechseln und so – richtig paniert – in der Sonne braten!

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Solche Bilder kennt man sonst aus Dokus über Asien oder Afrika. Aber Johnny, Hannah und Stella sind Niederbayern! Geboren sind sie in Kärnten; seit einem Jahr heißt ihre Heimat „Voglhof“. Da sind wir nämlich heute gewesen: im Voglhof in Dietersburg. Und Karin Neumaier hat mir von ihren Tieren erzählt. „Mein Mann Tobias und ich wollten schon immer Wasserbüffel, das war unser Traum. Die sind so robust, ursprünglich und doch sensibel. Inzwischen können wir richtig mit ihnen kuscheln. Und wenn die einen anschauen, dann schauen sie einem richtig in die Seele hinein“, schwärmt sie.

Auch Karins 7-jähriger Bub Jonas ist von seinen Mitbewohnern begeistert: „Wenn der Johnny im Stall eingesperrt ist, dann darf ich manchmal auf ihm reiten. Das fühlt sich kuschelig an!“

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Paniert in der Sonne, das kühlt ab 🙂

Hannah und Stella sind vermutlich trächtig. Das Fleisch der Kälber soll dann vermarktet werden. Wasserbüffel liefern sehr hochwertiges und schmackhaftes Fleisch, das man in Europa noch kaum kennt. „Massentierhaltung wird das nie“, sagt die stolze Züchterin mit einem liebevollen Blick auf die drei massigen Gestalten im Schlamm. „Die sollen ein schönes Leben haben, nur so kann man auch Nutztiere überhaupt mit gutem Gewissen schlachten.“

Ich denke mir: Diesen Satz sollte man öfter hören. Dann wären unsere Welt nicht nur moralisch ein bisschen besser, sondern unsere Lebensmittel auch gesünder. Gerade jetzt, bei der aktuellen Schlachthofdebatte, ist ein Umdenken angebracht.

Die drei Riesen gefallen mir sehr, auch weil sie so schöne, geschwungene Hörner haben. Leider sind ja die meisten Rinder inzwischen hornlos. „Was für eine Ruhe die ausstrahlen!“ bemerke ich. „Die können aber auch ganz anders“, schmunzelt Karin, „zwischendurch fetzen die im Schweinsgalopp über die Weide.“

Die Wildform des Wasserbüffels kommt noch in Asien vor. Die Tiere wurden schon vor Tausenden von Jahren domestiziert. Als Hausrind gelangte es in jüngerer Vergangenheit in fast alle Regionen der Welt, darunter auch Europa und Afrika.

Immer wieder sieht man in Filmen, wie Vögel auf dem Rücken afrikanischer Wasserbüffel sitzen und das Fell der Tiere nach Insekten absuchen, beispielsweise Madenhacker oder Kuhreiher. Im Rottal übernehmen das die Bachstelzen.

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„Rotbäckchen“ brütet

Weil so viele alte Obstbäume im Garten und am Hof wachsen, hat Karin sich entschieden, richtig gute Fruchtaufstriche herzustellen und zu vermarkten. Den leckeren Springkraut-Aufstrich hatte ich bereits zu schätzen gelernt. Diesmal haben mich Aufstriche aus Fichtennadel und Holunder besonders angesprochen. Die Produkte gab es vor Corona vornehmlich auf Märkten. Inzwischen gibt es sie auch im Sortiment einiger regionaler Geschäfte. Kurz ging es noch durch den duftenden Kräutergarten, in dem ich eine Pflanze kennenlernen durfte, von der ich nie gehört hatte: das Herzgespann. Es gilt schon seit dem Mittelalter als Heilpflanze für Herzbeschwerden.

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Das Herzgespann im Kräutergarten
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Bevor wir den Hof verließen, führte uns Jonas noch zu seinem „Rotbäckchen“, einer Henne, die sich streicheln lässt und gerade brütet. Sie ist selber hier aus dem Ei geschlüpft und wird dafür sorgen, dass es bald wieder neue Hofbewohner gibt.

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Dass das Rottal manchmal wild anmutet, das wusste ich bereits. Dass es auch eine „exotische“ Seite hat und Wasserbüffel sich hier im Schlamm suhlen, das freut mich ganz besonders!

Auch sehr bemerkenswert: Dort, wo jetzt das Wohnhaus des Hofes steht, war wohl ursprünglich eine Hafnerei gewesen. Die wunderschönen Scherben mit Bemalungen aus der Renaissance, die beim Aushub zum Vorschein kamen, wurden 1985 im Nationalmuseum in München ausgestellt.

Hier mehr über den Voglhof:

https://www.der-voglhof.de/home.html

#rottal #voglhof #tierhaltung #wasserbueffel #rottalinn #niederbayern #artgerecht

Spannendes Landleben!

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Vilsbiburg im Landkreis Landshut

Vilsbiburg? Da waren wir noch nie. Bis heute! Und es war richtig, richtig schön. Das Städtchen liegt im Landkreis Landshut, ca. eine Autostunde von uns, und wirkt sehr lebendig. Der grünliche „Torturm“ aus dem 16. Jahrhundert prägt den Stadtplatz.

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Ein Laden, in dem auf unnötiges Plastik-Verpackungsmaterial konsequent verzichtet wird…

„Und jetzt, wohin?“, dachten wir uns. Schon seit längerem kennen wir das Netzwerk der „Heimatunternehmer“. Die Menschen, welche da mitmachen, sind alles Unternehmer, die hier auf dem Land spannende Tätigkeiten ausüben und sich gegenseitig stützen. So nach dem Motto: „Landleben muss ja nicht langweilig sein“. Denn gerade auf dem Land ist es wichtig, dass kreative Menschen sich vernetzen…Das gibt Heimat und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

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Walnuss Unverpackt – so heißt der Laden

Einige „Heimatunternehmer“ kennen wir schon persönlich. Hier führte uns unser Weg gleich in den Walnuss Unverpackt Laden. Was das ist? Ein Laden mit einladender Atmosphäre, in dem auf unnötiges Plastik verzichtet wird und es ganz viele spannende Bio-Produkte gibt, wie zum Beispiel den „Bayerischen Reis“, aber auch Eier, Milchprodukte, tolle Tees, Bohnen, Linsen und….ganz viele Müslis, mmmmh!

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Ui, da ist ja das Rottaler Gsichter Magazin!

Und in einer Ecke liegt…Jaaaa, das Rottaler Gsichter MAGAZIN! Auch ein „Heimatprodukt“, das Menschen miteinander bekannt macht und Gemeinsamkeiten schafft.

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So schön! Tee und Säfte und Eier und Müsli und Linsen und Bohnen …und alles BIO!

„Toll, dass es hier solch ein Geschäft gibt“, denken wir, während wir uns auf den Weg begeben zur Speise.Kammer. Darin geht es gerade zu wie im Taubenschlag: Kunden holen ihre bestellten „To Go“-Mahlzeiten ab.

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Die Speise.Kammer in Vilsbiburg

Die Gerichte werden mit viel Herzblut aus frischen und regionalen Lebensmitteln hergestellt. Ein erfreulicher Trend! Außerdem gibt es hier die Fruchtaufstriche der Obstfee, den Käse vom Vilstalschäfer und eine Menge an anderen leckeren Köstlichkeiten.

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Auch hier regionale „Heimatprodukte“

Und jetzt? „Na, wenn schon, denn schon“, denken wir uns und fahren noch ein paar Kilometer weiter nach Johannesbrunn zum Anwesen von Christoph Fleischmann. Ja, auch er gehört zu den „Heimatunternehmern“ und hat große Pläne, die ganz viel mit Schafen zu tun haben. Und so verbrachten wir eine sonnige Zeit zwischen Bauerngarten und Schafstall und schauten den piepsenden jungen Gänsen zu, die im Licht der Wärmelampe dösten und davon träumten, bald planschen zu dürfen.

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Gibt es was besonders Gutes zu essen?
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Wir schnattern ganz leise und wollen bald baden gehen!

So ließen wir den Tag ausklingen. Ich muss sagen, ich bin gottfroh, dass es hier so viele interessante und sympathische Menschen gibt, die ich kennenlernen darf und die offen sind für Neues. Hier mehr über die Heimatunternehmer zwischen Isar und Inn: https://heimatunternehmen-isar-inn.de/

#machsnedaloa #heimatunternehmen