Schön wie eine Gazelle: Das Reh stand friedlich abends auf der Wiese
Die Wildtiere haben gestern Abend geradezu darum gebeten, abgelichtet zu werden. Ich danke ihnen! Schönheit wird die Welt retten, soll Dostojewski gesagt haben. Hoffen wir es!
Einem Reh und einem Feldhasen konnte ich direkt in die Augen schauen. Sie waren recht nah und hatten mich nicht gesehen. Ich konnte sie atmen sehen, das berührt mich immer. Insbesondere beim Hasen, der goldene Augen hatte, hab ich mich gefragt, was er wohl denkt. Das frage ich mich oft bei Wildtieren. Dann bekomme ich immer wieder den Eindruck, dass unsere Gedanken sich ähneln könnten…
Porträt eines Hasen mit goldenen Augen – Was er wohl denkt?Auch ein Bluthänfling zeigte sich
Was ich hier auch sehr mag, ist das entspannte Miteinander von Tier und Mensch. Niemals werden Hunde, Katzen, Tauben weggejagt. Überall stehen Futternäpfe für die glücklichen Katzen herum, die immer wieder auch von Vorbeigehenden gestreichelt werden. Verbotsschilder konnte ich hier nicht finden. Auch am Strand in den Dünen wachsen viele Pflanzen, die anderswo am Mittelmeer inzwischen fast ausgestorben sind. Es werden inzwischen einige Dünen etwas mit einfachen Kordel-Umzäunung vor den Spaziergängern geschützt. Mich begeistert auch die Artenvielfalt hier!
Die Highlights heute:
Eine elegante Seeschwalbe, die ständig vom Himmel ins Meer schoss, um zu fischen. Wahrscheinlich eine Brandseeschwalbe (Thalasseus sandvicensis).
Ein Kormoran, der direkt neben den Spaziergängern im Alten Hafen fischte!
Hübsche Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola)
What I really love here is the relaxed coexistence of animals and people. Dogs, cats, and pigeons are never chased away. Everywhere you find little bowls of food for the happy cats, who are often petted by people passing by. I haven’t seen a single prohibition sign. Even on the beach, in the dunes, many plants are growing that have almost disappeared elsewhere in the Mediterranean. Some of the dunes are now gently protected with simple rope barriers to keep walkers out. The biodiversity here truly delights me
Plumes chante pour un renard – Illustration – Aquarelle
Plumes: Der Mann, der für Tiere singt
Er spielt mit seiner pinkfarbenen Gitarre für Elefanten, Okapis, Bären und Papageien – manchmal auch für Kühe und Pferde in Höfen, Zoos und Tierparks: Der französische Musiker Plumes singt für Wildtiere – und sie hören zu…
Die Tiere nähern sich ihm freiwillig, aus Neugier und Vertrauen. Den „Kuss des Fuchses“ hab ich versucht, hier in einem Aquarell festzuhalten.
Diese Begegnungen erinnern mich an spirituelle Traditionen, in denen Tiere nicht als Objekte, sondern als fühlende Wesen betrachtet wurden. Franz von Assisi sprach mit Vögeln und Wölfen. Auch Siddhartha. Der Buddha, lehrte Mitgefühl gegenüber allen Lebewesen – Mensch und Tier gleichermaßen. In vielen Kulturen galt der achtsame Umgang mit Tieren als Zeichen innerer Reife.
Plumes’ Musik knüpft vielleicht an diese Haltung an. Danke dafür, dass du das machst, Plumes!
EN:
Plumes: The Man Who Sings to Animals
With his pink guitar, the French musician Plumes plays for elephants, okapis, bears, parrots—and sometimes for cows and horses in farms, zoos, and wildlife parks. He sings to wild animals—and they listen.
The animals approach him freely, drawn by curiosity and trust. I tried to capture the “fox’s kiss” in a watercolor.
These encounters remind me of spiritual traditions where animals were seen not as objects, but as sentient beings. Francis of Assisi spoke to birds and wolves. Siddhartha, the Buddha, taught compassion for all living creatures—human and animal alike. In many cultures, treating animals with care was seen as a sign of inner maturity.
Perhaps Plumes’ music carries that same spirit. Thank you for what you do, Plumes!