Best of…. Meine schönsten Aquarelle und Zeichnungen 2022

So langsam geht das Jahr zu Ende. Da dachte ich, ich zeig mal meine schönsten Aquarelle und Zeichnungen 2022: Tiermalerei, Landschaften, Portraits.

++ My best paintings 2022: Watercolor paintings, drawings, landscapes, animals, portraits.++

— Mes meilleures aquarelles 2022: aquarelles, dessins, paysages, animaux, portraits.

Meine Bilder 2022 -Mes aquarelles 2022

Portrait einer Portraitmalerin – Alice Neel

Portrait einer Malerin - Alice Neel

Ink drawing of the painter Alice Neel – Portrait à l´encre de la peintre américaine Alice Neel

Gestern hörte ich einen Podcast über eine Malerin, die ich bisher nicht kannte: Alice Neel (1900-1984). Während ich den Interviews der amerikanischen Künstlerin lauschte, googelte ich nach ihren Bildern. Und siehe da, was für eine Entdeckung! Da ihre Bilder mich sehr berührt haben, habe ich mich für diese Tuschezeichnung von einem Foto der Malerin inspirieren lassen.

Diese Frau hat Portraits gemalt. Eigentlich sprach sie gar nicht von Portraits, sondern von “pictures of people”, also von „Menschenbildern“. Schwangere Frauen, verarmte Künstler, Immigranten. ausgegrenzte Menschen, „Verlierer“, ehrliche Selbstportraits, das waren ihre Themen. In expressionistischem Stil verlieh sie ihren Menschenbildern Sichtbarkeit und setzte sich mit der amerikanischen Gesellschaft auseinander. Dass sie lange selbst in USA unbekannt war, zeigt wieder auf, wie wenig Werke von Frauen in der Kunstszene geschätzt wurden.

Ein weiteres Hindernis war, dass sie in der Nachkriegszeit weiterhin figurativ und realistisch malte, was damals verpönt war.

Gut, dass die Gemälde der Alice Neel seit den 70ern doch noch in USA und inzwischen vermehrt in Europa ausgestellt werden. Zurzeit sind ihre Werke im Centre Pompidou zu sehen.

Hier mehr vom Arte Magazin

#portrait #malerin #tuschezeichnung

Elegante Formen und Tierfiguren – Ausstellung Heinz Theuerjahr

Dieser Gepard aus Bronze in seiner eleganten Einfachheit erinnert mich sehr an Art Déco-Werke aus den 20-er Jahren, da waren Leoparden ein berühmtes, dekoratives Motiv

Exhibition – Artwork from a German artist – Heinz Theuerjahr (1913-1991)

Heute haben wir die wahnsinnig tolle Ausstellung der Werke von Heinz Theuerjahr (1913-1991) in der Landkreisgalerie auf Schloss Neuburg besucht. Sie läuft noch bis zum 7. Juli.

Hier einige Eindrücke. Gleich als ich in die Räumlichkeiten kam und die Skulpturen, Aquarelle und Gemälde sah, dachte ich überwältigt: „Den könnte man auch in Paris oder New York ausstellen!“.

Und da versteckt sich so einer einfach im tiefsten Bayerischen Wald und macht die tollsten Tierfiguren, Tiere aus Afrika! Theuerjahr war Gründungsmitglied der Donauwald-Gruppe und hat mehrere Afrika-Reisen unternommen, weil ihn die Tiere dort fasziniert haben.

Dieser Pavian mit seiner einfachen und massiven Form erinnert mich an Skulpturen aus dem Alten Ägypten
Text des Künstlers

Und hier noch Eindrücke im Video:

Ein Streifzug durch die Ausstellung

Kubin, unser Nachbar

Today we visited the house of an Austrian artist and illustrator, an important representative of Symbolism and Expressionism who lived in our surroundings: Alfred Kubin (1877 –1959)
Ein Portrait des Künstlers Alfred Kubin

Immer wieder bin ich erstaunt, in der Umgebung so viele verschiedene interessante Orte entdecken zu dürfen. Heute waren wir im Kubin-Haus Zwickledt bei Wernstein am Inn. Kubin? Ja, ein international bekannter Künstler, von dem ich schon in den 70er Jahren in Frankreich hörte. Damals lernte ich, er sei der Bewegung der Symbolisten zugehörig. Inzwischen wird er wohl eher den Surrealisten zugeordnet. Vor kurzem erzielte eine Kubin-Zeichnung in London erstmals mehr als eine Million Euro.

Die Hungrigen und die Satten – Alfred Kubin

Jedenfalls, was ich gar nicht wusste, war dies: Alfred Kubin hat „hier“ gewohnt. Nein, so ein rechter „Rottaler“ war er nicht, geboren ist er 1877 in Böhmen. Aber gelebt hat er 35 Km von Bad Birnbach beim österreichischen Wernstein am Inn. Und das von 1906 bis zu seinem Todestag in 1959. Mehr als 50 Jahre war er also unser „Nachbar“.

Wir hatten das ganz große Glück, einem jungen Künstler zu begegnen, der uns durch das Wohnhaus führte und uns einfühlsam von dem großen Zeichner erzählte. Seine Großeltern hatten ihn persönlich gekannt. Deren Erzählungen weckte in ihm die Liebe zur Kunst.

Der Tod bei der Arbeit – Alfred Kubin
Der Garten von Alfred Kubin

Zuerst gingen wir durch den schönen Garten des schon im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnten Hauses, das Kubin sein „Schloss“ nannte, obwohl dieses eher einem landwirtschaftlichen Anwesen glich. Unser Führer zeigte uns eine Holzhütte, in der der Künstler damals im Sommer beinahe seine ganze Zeit verbrachte. Er beschrieb ihn uns als hochsensibel und einen Menschen, der den Großstädten, die er kannte (München, Wien, Paris) entkommen und mit seiner Frau als Selbstversorger leben wollte. Wie modern! dachte ich. Auch die Zeichnung: „Die Hungrigen und die Satten“, fand ich richtig modern…

Die Haustür des Künstlers – Spontaner Besuch war nicht erwünscht.
Meditation und Sensibilität

Wir erfuhren vieles im Garten, bevor wir uns im Haus umsehen konnten. Zum Beispiel von den Depressionen, die Kubin heimsuchten. Sie waren wahrscheinlich auch bedingt durch den frühen Tod der Mutter und demjenigen seiner ersten großen Liebe. Und von seinem Interesse am Buddhismus: unter einer 400-jährigen Eiche meditierte er an seinem kleinen Teich. Von seiner Liebe zu Tieren. Selbst „sein“ Holzwurm hatten einen Namen: Hansi. Und seiner Liebe zur Natur: jeden Tag ging er in der Umgebung wandern. Dabei schenkte er Kindern und Nachbarn immer wieder Zeichnungen, die diese im Ofen verbrannten, weil diese so „hässlich“ seien. Inzwischen tut es den Erben natürlich leid. Sie fragen sich: wäre diese Zeichnung wohl auch für 1 Million zu verkaufen gewesen?

Ein Blick auf das Wohnhaus von Kubin
Das Wohnhaus des Künstlers

Es war einfach wunderschön, auf den Spuren von Kubin zu wandeln, seinen Zeichentisch zu sehen, seine Bibliothek, aber auch seinen alten schwarzen Mantel, der noch im Flur hängt.

Über seine Werke und Verbindungen zu Kandinsky, Jawlensky, Kafka und vielen anderen Künstlern mehr Info hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Kubin

Und hier Info über die Öffnungszeiten:

http://www.landesmuseum.at/de/besucherinfo/kubin-haus-zwickledt.html