Eindrücke des heutigen Bräunlfests in Bad Birnbach
A traditional folk festival in Lower Bavaria
Heute fand wieder das traditionelle „Bräunlfest“ in Bad Birnbach statt. Es handelt sich um ein traditionelles Volksfest mit Musik und Bayerischen Schmankerln, das vom Faschingsverein organisiert wird. Der „Bräunl“ (braunes Pferd) ist dabei ein nachgebautes „Pferd“ aus Leder, das von seinem „närrischen Reiter“ geritten wird, um das Volk zu belustigen. Der heute bekannte „Bräunl“ wurde wohl um das Jahr 1820 angefertigt und später restauriert.
Das Fest hat wohl das neugierige Storchenpaar angezogen, das sich endlich mal wieder am helllichten Tage auf ihrem Nest hat blicken lassen.
Das Birnbacher Storchenpaar hatte in diesem Jahr (2024) keinen BruterfolgGeselliges Zusammensein
Heute haben wir eine schöne Rundwanderung von Schönau nach Peterskirchen gemacht. Die strecke führt von Schönau über Peterskirchen nach Marschalling und wieder zurück.
Tausendgüldenkraut (Centaurium)Schöne kleine Wanderung
Illustration der Heimatgeschichten: Nadia Baumgart
Heimatgeschichte über die „entsetzliche Verwilderung der Bauernjugend“ im Rottal
Gab es bei uns weniger Kriminalität in der „guten alten Zeit“? Eine gute Frage, auf die ein Artikel aus der Straubinger Zeitung vom Jahr 1874 eine eindeutige Antwort gibt: Ein „trauriger“ Zeitungsbeitrag über die Verwahrlosung und „Verwilderung“ der Rottaler Jugend, der darauf hinweist, dass selbst Kinder sich hier unmöglich benehmen. Dass ein frecher Schüler wortwörtlich im Text zitiert wurde, ist – trotz des traurigen Anlasses – doch sehr witzig.
„Trauriges, sehr Trauriges haben wir aus dem Rotthale wieder zu berichtigen, so schreibt ein Correspondent des Kur. f. Ndb. In Birnbach wurde vor kurzem ein Bursche erstochen und in Aigen gelegentlich der kirchlichen Bernardifeierein ein junger Räufer durch 3 Messerstiche lebensgefährlich verwundet.
Der sonstigen Kraftübungen, bei welchen die Schädel tüchtig geklopft, Schlagwunden versetzt, Zähne eingebrochen werden u.s.w., wollen wir gar nicht erwähnen, das gehört ja zur Sonntagsfeier; aber eines Vorkommnisses müssen wir noch gedenken, weil es Zeugniß gibt von der entsetzlichen Verwilderung unserer Bauernjugend. In der Schule zu k. bestrafte der Kooperator einen Werktagsschüler mit 2 Tatzen. Das Büblein war nicht faul, zu schreien: „Leitla, rennata s´messer in d‘ Wampen, daß da s’Satz anahängat!“ zu deutsch: Mit Vergnügen wollte ich dir das Messer in den Bauch stoßen, daß dir die Gedärme heraushingen. Nicht wahr, das sind hoffnungsfrohe Rangen[1], die schon in der Schule Mordpläne hegen! Zu was wird das noch führen?“
Heimatgeschichten – Von Birnbach nach Hamburg: Der Sozialdemokrat Ignaz Auer.
Wieder fand ich eine interessante Meldung über unsere Region in alten, digitalisierten Zeitungsarchiven. Diesmal geht es um eine Persönlichkeit, die die Anfänge der Sozialdemokratie in Deutschland mitgeprägt hat und nach der sogar eine Straße in Hamburg benannt ist. Es geht um Ignaz Auer.Er besuchte die Schule in Birnbach!
Hier der kurze Beitrag im Rottaler Boten von 1877:
„Pfarrkirchen. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Ignaz Auer von Hamburg dürfte auch in unserer Gegend nicht unbekannt sein. Er ist aus Dommelstadl gebürtig und soll in den Jahren 1853-1860 die Schule in Birnbach besucht haben.“[1]
Dass ein Politiker, der die frühe Demokratie in Deutschland mitgeprägt hat, hier die Schule besucht hat, darauf darf unsere Ortschaft wirklich stolz sein! So habe ich versucht, ihn mit Tusche nach alten Fotos zu portraitieren. Auch Theodor Heuss, der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland hat – wie ich heute – vor diesem Foto meditiert. Das war im Jahr 1953:
„Die Stunden verbrachte ich damit, (…) den Kopf eines Mannes zu studieren, der, erst Mitte der Fünfzig, mit einem falben Schütterbart viel älter wirkte und ein Stück von einem Patriarchen und ein Stück von einem resignierten Skeptiker an sich hatte. Das war Ignaz Auer. (…) Daß er, frühe leidend, bereits 1907 starb, ist vielleicht – ich sage mit Bedacht: vielleicht – für die sozialistische Bewegung der schwerste Verlust gewesen.“ (Quelle: Theodor Heuss, Jugenderinnerungen, Tübingen, 1953)
Aber wer war nun Ignaz Auer?
Eine kurze Zusammenfassung seines Lebens fand ich in einer Meldung der SPD Ravensburg von 2015, die ich hier zitiere:
„Geboren am 19. April 1846 in Dommelstadl bei Passau in ärmlichsten Verhältnissen. Hirtenjunge, kurzer Besuch der Volksschule, dann Lehre als Sattler, gefolgt von Wanderjahren. Ab 1874 Sekretär des Parteiausschusses in Hamburg. Agitationsarbeit für die SDAP (Sozialdemokratische Arbeiterpartei). Verschiedene wichtige Funktionen in der Parteiorganisation, insbesondere in der Zeit der Sozialistengesetze. 1877 erstmals in den Reichstag gewählt, mit Unterbrüchen dort bis 1906. 1887 gemeinsam mit August Bebel und Wilhelm Liebknecht in der Kommission zur Ausarbeitung eines neuen Parteiprogrammes. Ignaz Auer kränkelte zeitlebens und verstarb am 10. April 1907, neun Tage vor seinem 61. Geburtstag.“[2]
Wer mehr über diesen Politiker erfahren möchte, dem sei Wikipedia empfohlen:
Gestern an der Rott. Nass, aber spannend: Es war eine Familie von Gebirgsstelzen unterwegs, auch Höckerschwäne mit ihren Jungen und ganz viele Rauchschwalben.
FR// Il a beaucoup plu mais on a vu plein d´oiseaux hier : une famille de bergeronnettes des ruisseaux, des bébés cygnes et beaucoup d´hirondelles !
Gebirgsstelze (Moticella cinerea) . Adultes Weibchen mit Nestling/ Bergeronnettes des ruisseauxViele Rauchschwalben bei Regen an der RottJunger Schwan – Jeune cygne