Saturday for flora

A seminar to learn more about plant identification organized by our youth group “Green Earth”

Pflanzenvielfalt live – eine botanische Exkursion

Die heimische Flora anfassen, um sie zu begreifen

Die Teilnehmer des Pflanzenseminars mit dem Experten Christoph Stein (ganz links)

Am Samstag fand eine Veranstaltung der BN-Jugendgruppe „Green Earth“ mit dem Pflanzen-Experten Christoph Stein unter dem Motto  „Pflanzenvielfalt live“ in Eggenfelden statt.

Pflanzen sammeln, um sie zu bestimmen
Junge Menschen mit „grüner Seele“

Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich die Teilnehmer, darunter viele Aktive der BN-Green Earth“-Gruppe, aber auch „Junggebliebene“ am Schlossweiher in Gern ein. Dort begrüßte die Leiterin der Jugendgruppe, Emma Riedler, alle Gäste. Danach betonte BN-Kreisvorsitzender Dr. Jürgen Riedler, dass nicht nur die Arten weniger würden, sondern auch diejenigen, die die Arten überhaupt erkennen könnten. Aber nur was man kenne, könne man schützen.

Anschließend äußerte sich Martin Roiner, Umweltreferent der Stadt Eggenfelden, zu der Exkursion. Im Hinblick auf die Freitagsdemos „Friday for Future“, wies er darauf hin, dass reden gut sei, aber in Sachen Umweltschutz auch etwas getan werden sollte. Er freute sich, dass die Jugendgruppe so aktiv sei. „Denn gerade junge Menschen mit einer „grünen Seele“, sorgen dafür, dass man um die Zukunft nicht bangen muss“, so der Umweltreferent.

Experte Christoph Stein stellte sich als gebürtiger Eggenfeldener vor. Er habe schon in den 70er und 80er Jahren als Leiter der damaligen BN-Jugendgruppe botanische Exkursionen im Lichtlberger Wald, den er „wie seine Westentasche kenne“, organisiert. Er freue sich sehr über die Gründung der neuen Jugendgruppe und schloss mit Blick auf die jungen Teilnehmer: „Die Hauptakteure seid nun ihr“.

Im Lichtlberger Wald
„Grünes Zeug“ wird gesammelt

Nun ging es in den angrenzenden Wald. Dort wurden die Jugendlichen aufgefordert, sich in Gruppen aufzuteilen und „grünes Zeug“ zu sammeln. Dabei sollte sich jede Gruppe jeweils auf eine bestimmte grob gefasste Pflanzengattung fokussieren. So sammelte eine Gruppe nur blühende Pflanzen, eine andere nichtblühende, die zwei weiteren jeweils Gräser und Äste. Stein ermutigte während der Exkursion immer wieder dazu, Blätter und Stiele der Pflanzen anzufassen und sich zu fragen: sind die Blätter nun glatt oder wollig, die Grashalme knotig, rund oder kantig?

Pflanzen muss man anfassen, um sie zu bestimmen

„Es ist wichtig, Pflanzen anzufassen, um sie zu begreifen; Fotos reichen da nicht aus.“ Außerdem solle man sich merken, wo welche Pflanzen wachsen: mögen sie es eher schattig und feucht oder blühen sie in der prallen Sonne?

Immer wieder machte der Experte auf bestimmte Pflanzen aufmerksam: Hier wachse die Bachnelkenwurz, die bayernweit schon auf der Roten Liste sei; dort blühe eine Akeleiblättrige Wiesenraute. Diese wurde sogleich mit einer am Rand eines Gartens gesammelten Akelei verglichen; die erstere sei heimisch, die zweite eine gezüchtete Zierpflanze. Stein deutete jetzt auf eine feuchte Stelle im Waldboden: hier entfalte sich um den seltenen wolligen Hahnenfuß eine ganze Pflanzengemeinschaft mit Ehriger Teufelskralle, Goldnessel und knotigem Beinwell. „Das ist etwas ganz Besonderes“, so Stein.

Auf den Blättern der Traubenkirsche zeigte Stein den interessierten Betrachtern Wespeneier und wies darauf hin, wie wichtig bestimmte Pflanzen für Insekten seien. „Die Grundlage des Insektenschutzes ist der Erhalt einer artenreichen Flora“, so der Botaniker.

Obwohl Stein den Wald schon seit Jahrzehnten kenne, entdecke er doch immer etwas Neues, in diesem Fall den Wolfs-Eisenhut, der am Wegesrand steht. Denn die Natur verändere und entwickle sich stetig. Der Eisenhut wurde aufgrund seines Seltenheitswertes, aber auch wegen seiner Giftigkeit nicht gesammelt. Dies sei das einzige Vorkommen dieser Art im Raum Eggenfelden.

Die Pflanzen wurden auf eine Decke gelegt, um sie besser bestimmen zu können
Eine Ringelnatter im Weiher

Am großen Weiher, an dem Halt gemacht wurde, staunten alle Teilnehmer: Gerade schwamm eine Ringelnatter durch das Wasser.

Zuletzt wurden alle Pflanzen auf einer Decke  vor der Schutzhütte ausgebreitet, bestimmt und aufgelistet. In Bestimmungsbüchern suchten nun die jungen Naturforscher nach weiteren Bestimmungsmerkmalen, sodass jede Gruppe  nun ihre Funde den Anderen vorstellen konnte. . Insgesamt wurden ca. 50 Arten bestimmt und in eine Fundliste eingetragen.

Teufelskralle und Kälberkropf

„Die Zeit verging wie im Fluge“, schlossen die begeisterten Teilnehmer. „Viele Pflanzen kannten wir nicht. Aber jetzt werden wir etwas anderes sagen können als „Gänseblümchen“, wenn wir nach der heimischen Natur gefragt werden. Zum Beispiel so lustige Namen wie „Teufelskralle“ oder „Kälberkropf“.“

BN-Jugendgruppe "Green Earth" beim Pflanzenseminar in Eggenfelden
PNP Nadia Baumgart
Beitrag in der PNP

Waldrappen in Burghausen

Visit of the breeding place of the Northern Bald Ibis in Lower Bavaria

More information here: http://waldrapp.eu/index.php/en/

Besuch bei den Waldrappen in Burghausen
Der Waldrapp beim Sammeln von Nistmaterial in Burghausen
Hoffnung auf Wiederbesiedlung des bedrohten Vogels in Mitteleuropa

Burghausen. Über 25 Teilnehmer fanden sich am Samstag am Burggelände ein. Zusammen ging man durch die Burganlage zu den Brutnischen am Pulverturm. Hier fand ein von der BN- Ortsgruppe Unterer Inn organisierter Besuch dieser besonderen Vögel statt.

Wiederansiedlungsprojekt des Waldrapps in Burghausen

Die hochgradig gefährdete Ibisart, die in Passau und Salzburg historisch nachgewiesen wurde, ist bereits im 17. Jahrhundert nördlich der Alpen und wahrscheinlich bald darauf in ganz Europa durch Überjagung ausgerottet worden. Im Rahmen eines EU Projektes (LIFE+ Biodiversity) mit Partnern aus Österreich, Italien und Deutschland soll der Waldrapp in Europa wieder angesiedelt werden. Heute gibt es nur noch eine stabile, wild lebende Kolonie in Marokko.

Wiederansiedlungsprojekt mit Vorbildcharakter

Zur Geschichte des Waldrapps in Burghausen: Anlässlich der Landesgartenschau 2004 und auf Initiative der  BUND Naturschutz-Ortsgruppe Burghausen wurde ein Waldrappteam gegründet mit dem Ziel, die Tiere als echte Zugvögel in Europa wieder anzusiedeln. Andere Standorte der Wiederansiedlung befinden sich in Überlingen und im österreichischen Kuchl.

Hier schaut ein junger Waldrapp neugierig auf die Welt

2007 wurde in Burghausen eine erste Handaufzucht von etwa 20 Waldrappen auf eine einzige Person geprägt und daran gewöhnt, ein Leichtflugzeug im Flug zu begleiten. Denn Waldrappen sind Zugvögel und brauchen im Winter ein südliches Quartier. Da die erste Gruppe der jungen Tiere keine zugerfahrenen Eltern hatte, sondern von Tieren aus Zoohaltung abstammte, musste hier der Mensch nachhelfen: So wurde Ihnen erstmals eine Route in ein Wintergebiet in der südlichen Toskana gezeigt. Seit 2010 migrieren die Vögel inzwischen ohne menschliches Zutun über die Alpen. Dank der leichten GPS-Geräte, die die adulten Tiere auf dem Rücken tragen, sind ihre Flugrouten immer nachzuvollziehen. Leider gab es inzwischen aber Verluste durch Wilderei in Italien und Mittelstrommasten in Österreich.

Nach der Einführung ging Dr. Spindler auf die etwa gänsegroßen Tiere mit dem schwarzen Gefieder und den nackten Gesichtern ein, die am Pulverturm direkt vor den Teilnehmern mit ihren gesichelten Schnäbeln auf der Wiese Nistmaterial sammelten und in den Holznischen saßen. Er  beantwortete die vielen Fragen der interessierten Teilnehmer. Es brüteten zurzeit 8 Paare in den Holznischen. Jedes Paar habe 4 bis 5 Eier, beide Geschlechter brüten und füttern die Jungen, die schon geschlüpft sind und teilweise unter den Leibern der Eltern neugierig hervorlugten. Die Tiere suchten ihre Nahrung (Insekten, Würmer, Pflanzen) in der näheren Umgebung ihres Brutplatzes. Da die Vögel wenig Scheu haben und vor den Besuchern  ihr geselliges Verhalten zeigten, zauberten sie allen Besuchern, insbesondere auch den Kindern unter ihnen, ein Lächeln ins Gesicht.

Mehr Information zu Flugrouten und dem Wiederansiedlungsprojekt finden sich auf der Webseite www.waldrapp.eu

Und hier Infos über die Besuchszeiten: https://www.visit-burghausen.com/informieren/kampagnenseite/waldrapp.html

Besuch der Waldrappen in Burghausen
Und hier mein Beitrag in der PNP

Nature

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Landscape in Lower Bavaria

So schön war gestern das Panorama und die Sicht auf die Alpen bei einer kurzen Wanderung in der Gegend von Stubenberg (Rottal-Inn)

Hier möchte ich aber noch einen Text über einen Vortrag über das Insektensterben veröffentlichen, den ich für die BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn erstellt habe. Ich fand den Inhalt dieses Vortrags unseres Insekten-Experten vom 14. November 2018 erschütternd. Oftmals gewinnt man vor Ort und im Detail ganz genaue Erkenntnisse.

„Zuletzt hielt Experte Walter Sage einen Vortrag zum Thema „Das Verschwinden der Insekten“. Anlass zu diesem Motto gab die sogenannte „Krefeldstudie“ von 2016, die mit ihren jahrzehntelangen Untersuchungen den Insektenschwund in Deutschland mit mehr als 75 Prozent Verlust an Biomasse bei Fluginsekten in Schutzgebieten belegt. Er sieht einen Zusammenhang zwischen dem Insektenschwund und der Tatsache, dass die Population von Singvögeln im selben Zeitraum um 12 Millionen geschrumpft ist.

Viele Falter- und Schmetterlingsarten seien inzwischen aus unserem Landkreis verschwunden. Eine Vielfalt von Faktoren wirkten zusammen. Die Hauptursachen für das Insektensterben seien insbesondere Flächenverbrauch, Vereinheitlichung der Landschaft, Überdüngung (auch aus der Luft), Pflanzenschutzmittel, aber auch falsche Pflegemaßnahmen.

„Eine Mahd zur falschen Zeit“ könne schon eine geschützte Art wie den Wiesenkopf-Ameisenbläuling in einer bestimmten Region aussterben lassen; eine einzige Behandlung von Bahngleisen mit Glyphosat reiche aus, um über viele Jahre oder für immer das Veränderliche Rotwidderchen verschwinden zu lassen.

Walter Sage sprach auch paradoxe Erkenntnisse an. So habe man erforscht, dass selbst der wachsende Waldbestand Insekten schaden könne. Denn viele Insekten benötigten Offenland. Zum Abschluss wurden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, wie z.B. der Abtransport von Mulch an Straßenrändern, um eine Überdüngung dieser wertvollen Streifen zu verhindern.

Denn „Mulchmahd ist mit Abstand das Schlechteste, was man machen kann“. Außerdem seien mehr im Sinne der Natur kultivierte Offenlandflächen zu fordern. Einiges könnten aber auch Gartenbesitzer machen: keine Gartenbeleuchtung, keine Gabionen, kein Kies. Der Experte schloss mit den Worten: „Schließlich ist ein blühender Garten ohne Einsatz von Pestiziden für Pflanzen, Tiere und Menschen ein Gewinn.““

PNP-Bund-Naturschutz_Insektensterben_Nadia_Baumgart

Nature

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Today´s hike in our beautiful region. And good news: Since yesterday, I am a board member of the nature conservation association Bund Naturschutz. I am so happy!!

Wanderung durch das schöne Rottal. Eine Neuigkeit habe ich noch: seit gestern gehöre ich als Beisitzerin zum Vorstandsteam der BUND Naturschutz-Kreisgruppe Rottal-Inn und darf aktiv mitmachen! Ich freue mich so!!

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Auf dem Weg zwischen Hirschbach und Brombach im Rottal

Beunruhigende Tatsachen

Ich freue mich sehr, nun Berichte über die Tätigkeiten und Veranstaltungen des Bund Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn verfassen zu dürfen. Hier mein erster Beitrag über den gestrigen Vortrag in Eggenfelden über die Wirkungen von Glyphosat:

Beunruhigende Tatsachen

Eggenfelden – Vortrag von Prof. emer. Dr. Monika Krüger über die Auswirkungen von Glyphosat auf Nutztiere und Mikroorganismen

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Glyphosat. Bei diesem Begriff kommen einem schnell allerlei Assoziationen: Bienensterben, Krebs, Monokulturen. Andererseits liest man immer wieder, der Einsatz des Herbizids sei harmlos und ganz unbedenklich. Das Thema erlangte wieder besondere Relevanz, als in diesem Jahr die Firma Bayer das amerikanische Unternehmen Monsanto kaufte.

Der am 11. Oktober im Stadtsaal von Eggenfelden gehaltene Vortrag der Veterinärmedizinerin und Mikrobiologin Prof. emer. Dr. Monika Krüger von der Universität Leipzig schaffte mehr Klarheit und viel Betroffenheit. Unter dem Motto: „Glyphosathaltige Herbizide – Fluch oder Segen für Landwirtschaft und Verbraucher?“ wurden die Wirkungen des Mittels aufgezeigt.

Die vom BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn, in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Katholischen Landvolkbewegung, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und dem Kreisverband Bayerischer Imker organisierte Veranstaltung war mit weit über 100 Teilnehmern sehr gut besucht.

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Zunächst wurde geklärt, was Glyphosat überhaupt sei, nämlich ein systemisches und nicht selektives Herbizid, das seit den 70er Jahren von Monsanto produziert und seit Mitte der 90er Jahre mit der Entwicklung von glyphosatresistenten Saatgütern verstärkt eingesetzt wird. Weltweit wird das Totalherbizid in mehr als 100 Ländern benutzt. In Deutschland findet es inzwischen auf ca. 40% der Agrarflächen, aber auch auf Nicht-Agrarflächen, wie z.B. in Baumschulen und auf den Gleisen der Deutschen Bahn Anwendung. Heute werden hier 105 glyphosathaltige Mittel eingesetzt.

Anhand einer Vielzahl von internationalen Studien und eigenen Forschungen erläuterte die Referentin die Wirkungen des Totalherbizids. Der langfristige Einsatz über mehrere Jahre reduziere eindeutig die mikrobielle Biodiversität von Böden und somit auch die Bodenfruchtbarkeit. Es wirke u.a. wie ein Antibiotikum, hemme somit das Wachstum von Bakterien und Pilzen mit positiver Wirkung auf unseren Organismus und fördere die Ausbreitung von krankheitserregenden Keimen, die letztlich über die Nahrungsmittel auch in den menschlichen Körper gelangen…

Glyphosat kann in Proben von Menschen, Tieren und in Futtermitteln nachgewiesen werden. Da jährlich ca. 38 Millionen Tonnen GVO-Soja (Gentechnisch veränderte Organismen) insbesondere von USA, Brasilien und Argentinien importiert werden, erfolge die Kontamination von Menschen und Tieren in Europa hauptsächlich über die Nahrung oder durch importiertes Tierfutter. Sogar Katzen- und Hundefutter enthielten hohe Mengen an Glyphosat. Nicht nur im Urin, sondern auch in Organen und Fleisch sei die Chemikalie nachweisbar. In USA und Südamerika, wo das Mittel schon in den 70ern zugelassen wurde, sei es schon im Trinkwasser angelangt.

Außerdem sei es in Baumwollprodukten, wie zum Beispiel Verbandsmaterial und Tampons, aber auch im Bier zu finden… Ganz besonders erschreckend sei, dass Kleinkinder inzwischen sogar stärker kontaminiert sind als Erwachsene.

Danach widmete sich die Referentin den Erkrankungen, die durch Glyphosat ausgelöst werden. Auffallend ist zunächst ein im Zusammenhang mit verstärktem Einsatz proportionaler Anstieg von chronischem Botulismus, einer lebensbedrohlichen Vergiftung, bei Kühen. Das Herbizid erzeugt außerdem Mangelsituationen in Tieren; insbesondere bestimmte Spurenelemente und Vitamine können nicht mehr aufgenommen werden, sodass der Stoffwechsel schwer geschädigt wird. Es beeinflusst insbesondere die Magen-Darm-Flora letztlich auch im Menschen, aber beispielsweise auch bei Bienen, schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko von Autoimmunerkrankungen.

Es schädigt Organe, beeinflusst den Leberstoffwechsel, zerstört Hormone, reduziert die Fruchtbarkeit und produziert u.a. langsame, kaum heilbare Entzündungen. Laut einer Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) von 2015 ist es wahrscheinlich krebserregend. Die Fotos von schwer missgebildeten Ferkeln, in denen Glyphosat nachgewiesen wurde, erzeugten bei allen Teilnehmern tiefes Unbehagen.

Zuletzt sprach Prof. Dr. Monika Krüger Lösungsansätze an. Kurz- und mittelfristig sei durch Einsatz von Huminsäuren, Pflanzenkohle und Zeolithen die Glyphosatwirkung auf Menschen, Tiere und Böden zu neutralisieren. Langfristig sei ein schrittweiser Ausstieg erstrebenswert und möglich. Auch digitale Technologien und moderne Bewirtschaftungsformen aus dem Biolandbau sollten vermehrt in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen.

„Wir erkennen wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs“, sagte die Referentin. Es müsse mehr nach komplexen Zusammenhängen geforscht werden, um die Wirkungen auf Gesundheit und Insektensterben abzuklären. Notwendig seien auch mehr Forschungsmittel für unabhängige Institute zur Erstellung tiefergehender Studien.

Im Anschluss an den spannenden Vortrag fand eine lebhafte Diskussion statt, in der verschiedene Standpunkte über konventionelle und ökologische Landwirtschaft ausgetauscht wurden mit dem Ziel, zukunftsträchtige Lösungen zu ermitteln. Alle Teilnehmer nahmen von dem anregenden Abend viele, teils beunruhigende Erkenntnisse und viel Nachdenklichkeit mit.

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Ich freue mich, dass mein Artikel auch in der lokalen Presse PNP veröffentlicht wurde:

https://plus.pnp.de/lokales/pfarrkirchen/3108273_Glyphosat-Fluch-oder-Segen.html?fbclid=IwAR1Canfh6UJGyVpoj8gaIEtyxTioiAx8sNmR8lMwD0nUTp9FIxsnU1yn6vU

https://rottal-inn.bund-naturschutz.de/aktuelles.html#c104773

Glyphosat

 

Europareservat Unterer Inn

 

Einige meiner Vogelfotos entstehen im Europareservat Unterer Inn. 300 verschiedene Vogelarten wurden dort bereits gesichtet, auch Seeadler und viele Limikolen.

Heute waren wir bei einer Veranstaltung des bayerisch-oberösterreichischen „Infozentrums Ering“, das umgestaltet werden soll. Das Gebäude soll renoviert werden, Visualisierungen und ein kleiner Modellbau waren zu sehen. Auch eine schwimmende Ausstellung soll auf dem Inn entstehen.

Die Besucher durften eigene Ideen einbringen, mit den Architekten reden und auch Vorschläge für einen neuen Infozentrum-Namen machen. Mein Favorit: INNnatura!

Außerdem sind die Arbeiten des nahegelegenen Kraftwerks voll im Gange: Es wird viel gebaggert, so sieht alles erst einmal wüst aus, aber es sollen wieder Innauen entstehen und die Gegend renaturiert werden.

Es soll die Gewässerdurchgängigkeit für Wasserlebewesen wieder hergestellt werden. Ein weiteres Ziel ist, die Lebensräume im bayerischen Uferbereich zu reaktivieren und teilweise neu zu schaffen. Damit werden die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinien sowie der FFH- und Vogelschutzrichtlinie umgesetzt.

Ich hoffe, schon nächstes Jahr noch mehr Vögel in der Gegend zu sehen…

http://www.europareservat.de/

Knochenarbeit und Eisernes Pferd

A guided tour through a small nature conservation area in our surroundings in Lower Bavaria

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Botanische Raritäten im niederbayerischen Rottal

Erst vor kurzem habe ich erfahren, dass sich ganz in unserer Nähe ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet befindet. Alle FFH-Gebiete in der EU bilden ein mehr oder weniger zusammenhängendes Biotop-Netz, das unter dem Oberbegriff „Natura 2000“ geführt wird.

Der Pflanzenexperte Christoph Stein führte uns am Sonntag mit großer Fachkenntnis und ansteckender Begeisterung durch das FFH-Gebiet Reslberg/Triftern im niederbayerischen Rottal, eines der bedeutendsten Schutzgebiete im Landkreis. Von den ca. 1000 Pflanzenarten im Rottal-Inn befinden sich ungefähr 400 allein auf dem 120 Hektar großen Gebiet, in dem sich botanische Raritäten konzentrieren, darunter auch mehrere Arten Torfmoose und Farne.

Die Exkursion wurde von der Kreisgruppe Bund Naturschutz Rottal-Inn organisiert.

Obwohl wir uns im tertiären Hügelgelände auf nur ca. 400 Meter Höhe befinden, wachsen hier einige Pflanzen, die man ansonsten nur in höheren oder alpinen Lagen findet, wie zum Beispiel der Blaue Eisenhut.

Wie schon bei anderen Naturführungen wurde wieder klar, dass der im letzten Jahrhundert gegründete Trend zur Fichten-Monokultur sich sehr negativ auf die Biodiversität auswirkt: Fichtennadeln übersäuern den Boden, die Bäume ziehen den Borkenkäfer regelrecht an. Würde der Mensch nicht mehr in die natürlichen Kreisläufe eingreifen, würde in Deutschland die Rotbuche dominieren. Zurzeit befindet sich jedoch nur eine einzige Rotbuche im ganzen Gebiet.

Richtig faszinierend war es, die verschiedenen Arten und Unterarten von seltenen Pflanzen kennen zu lernen und ihre Schönheit zu bewundern. Da die Hänge am Altbach natürlich terrassiert sind, entstehen viele unterschiedliche Biotope, je nachdem, wie feucht der Boden ist und wie mager oder fett er ist. „Dabei halten sich die Pflanzen nicht immer an die Theorien der Lehrbücher“, schmunzelt Herr Stein. Hier eine kleine Auswahl der Pflanzen, die er uns zeigte:

Adler-, Dorn- und Buchenfarn, Riesenschachtelhalm, Heilziest, gelb blühender Blutwurz, wunderschöne Orchideen wie das Fuchs’sche Knabenkraut oder der Sumpfwurz sowie Gilbweiderich, der seltene Goldschopfhahnenfuß, Waldläusekraut, Sonnentau und das fleischfressende gewöhnliche Fettkraut. Selbst das seltene Sumpfglanzkraut wurde hier nachgewiesen.

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Wollgras und Orchideen

Manche Pflanzen sind Zeiger von mageren, andere von überdüngten Wiesen. Wie kann denn eine Wiese in einem geschützten Gebiet überdüngt sein? Zu meinem tiefen Erstaunen erfahre ich, dass die Ursache auch starke Ammoniakemissionen und Stickstoffkombination in der Luft sein kann, die durch landwirtschaftliche Düngung aber auch durch Umweltverschmutzung durch Verkehr erzeugt werden.

Um der Überdüngung, die auf offenen Flächen zum Beispiel Schilfwuchs und Honiggras fördert, werden die offenen Flächen im Gebiet unter großem körperlichen Einsatz zweimal im Jahr mit Handgeräten gemäht. „Knochenarbeit“ nennt es Herr Stadtlthanner, ein Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes, der die Führung begleitete. Auch ein gummibereiftes Gerät mit dem lustigen Namen „Eisernes Pferd“ kommt dabei zum Einsatz.

Während der kurzen Wanderung durch Wald, über Pfeifengraswiesen und am Bach entlang wird immer deutlicher, dass die Artenvielfalt in dieser Gegend nur erhalten und gefördert werden kann durch die Bemühungen von kompetenter Pflege. Denn wo jetzt breitblättriges Wollgras und Orchideen um die Wette blühen, standen noch in den 80-er Jahren Fichtenmonokulturen.

Auf den Flächen, die der Landkreis erwerben konnte, sind wieder offene Flächen geschaffen worden, wie sie es vermutlich vor 200 Jahren noch waren. Damals wurden diese Flächen noch bewirtschaftet oder beweidet. Leider ist ein stabiler Dauerzustand trotz aller Bemühungen des Naturschutzes und ausgetüftelten Strategien von Experten und Botanikern noch lange nicht erreicht, obwohl sich die Lage gebessert hat. Die Kuckuckshyazinthe sowie der Lungenenzian, die hier vor Jahrzehnten nachgewiesen waren, fehlen immer noch.

Offene Streuwiesen, Kalkflachmoore, Waldsümpfe und Pfeifengrasstreuwiesen, die in den Waldflächen eingestreut sind, sind leider sehr selten geworden.

Ohne Schutzmaßnahmen und die Arbeit von Bio-Landwirten wäre unsere Landschaft inzwischen eine Mais – und Fichtenmonokultur. Und wer will schon in einer solchen sterilen Wüste leben?

Einige meiner hier gezeigten Fotos wurden nun auch in der Presse veröffentlicht:

PNP-Beitrag-Botanische-Raritäten