Es ist heiß. Jetzt sind Spaziergänge im und am Wald besonders schön. Hier einige Eindrücke des Rottals im Juni – begleitet von hübschen Kälbern und Blauflügel-Prachtlibellen (Calopteryx virgo). Am Wegesrand blüht im Wald die Pflanze mit dem wunderschönen Namen „Wald-Wachtelweizen“.
„Ich gehe mal schnell in den Schatten!“Kühle Waldluft in der LugenzSankt Wolfgang – Weng – Bad GriesbachEs summt in den Lindenblüten…
Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) – Bihoreau gris Juni 2025
Wie toll, heute haben wir wieder den seltenen Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) gesehen, der an der Rott brütet. Inzwischen sehen wir ihn beinahe täglich. Er hat eine lange „Hochzeitsfeder“ am Kopf. Üblicherweise ist er hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, was ihn von vielen anderen Reiherarten unterscheidet. Jetzt kann man ihn aber mit etwas Glück tagsüber sehen, weil er im Sommer in seinem Brutgebiet aktiv ist und sich um seine Jungen kümmert.
Der Nachtreiher ist in der bayerischen Roten Liste als extrem selten eingestuft. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Brutpaare, wie haben also richtig Glück!
Geheimnisvoll…der NachtreiherTagsüber sieht man ihn nur im Sommer, wenn er seine Jungen versorgen mussBild von 2018: Junger Nachtreiher an der Rott am Kurpark Bad Birnbach
Und schon sind wir im „Wonnemonat“. Was uns jetzt in der Natur rund um Bad Birnbach erwartet? Das habe ich mal wieder versucht, für den Bad Birnbacher Kulturspatz einzufangen
Wie üblich hier noch einige Fotos, die Berndt und ich im Mai des letzten Jahres an der Rott geschossen haben. Jetzt wird´s langsam paradiesisch da draußen!
Hauhechel-Bläuling an der Rott
Blühende Vielfalt im Mai
Nun schwirren Schmetterlinge, Bienen und Libellen über die Blühwiesen im Kurpark und an den Ufern der Rott; aus Tümpeln rufen Frösche. Hahnenfuß, Löwenzahn, Klee, Wiesenschaumkraut und Glockenblumen stehen jetzt stehen in voller Blüte. An den Böschungen fängt die Königskerze an, mit ihren aufrechten, kerzenähnlichen Blütenständen, sonnengelb zu blühen. Ihre Schönheit wird uns den ganzen Sommer über begleiten. Eine Blühwiese mit heimischen Wildblumen ist eine Quelle faszinierender Entdeckungen – einfach hinschauen, und schon eröffnen sich Wunder der Natur!
Das Storchennest
Die Birnbacher Störche feiern den Mai mit viel Liebesgeklapper. Ein Blick nach oben zum Horst auf dem alten Brauereikamin lohnt sich, denn meist kann man nun die Köpfchen der Jungstörche über den Rand des Nests erblicken. Dann beginnt das Rätselraten: Sind es ein Junges, zwei oder vielleicht sogar drei? Besonders erinnerungswürdig war das Jahr 2018, als in diesem Horst erstmals eine erfolgreiche Brut mit drei flüggen Jungvögeln gelang.
Drei auf einen Streich – Das bringt Glück
Vogelstimmen an der Rott
Amsel, Drossel und Rotkehlchen singen jetzt aus voller Kehle. Entlang der Rott bereichert der Pirol, der wunderschöne gelbe Vogel, das Konzert mit seinen flötenden Rufen. Die Rottauenwege laden zu Spaziergängen ein, bei denen eine Vielzahl von Vögeln gehört und beobachtet werden kann. Eine Vogelstimmen-App hilft bei der Identifikation, und so wurden Ende Mai 2020 in einem Biotop an der Rott zahlreiche Arten bestimmt: Grauschnäpper, Buchfink, Buntspecht, Mönchsgrasmücke, Pirol, Kuckuck, Zilpzalp, Fitis, Kleiber, Amsel und Goldammern. Über allem kreisten Turmfalken und Rauchschwalben.
Zauber der Lugenz
Auch die umliegenden Wälder laden zu besonderen Spaziergängen ein. Mit den zunehmend wachsenden Laubbäumen auf ehemaligen Fichtenflächen wirkt der Wald heller und lebendiger. Das Licht lockt nun mehr blühende Pflanzen und Schmetterlinge an, die bisher kaum zu sehen waren.
Im Frühlingswind, zwischen den blühenden Weißdornsträuchern – mamma mia, ist das schön!
Nur die Namen der Pflanzen und Tiere wirken geradezu fehl am Platz.
„Kriechender Günsel“ – das klingt doch eher wie ein unterwürfiger Tollpatsch. Und wie sieht er tatsächlich aus? Majestätisch, mit seinen seidig glänzenden, violett-blauen Blüten. Taubnessel – fast schon ein Schimpfwort, klingt wie ein „dumpfes Kraut“. Dabei ist sie wunderschön, fast wie eine Orchidee, wenn man genau hinschaut! Und das Landkärtchen? Ein verstaubtes Poster in einer alten Schule? Nein – es ist ein bezaubernder Schmetterling in lebhaften Orange- und Schwarztönen.
Vielleicht ist es ohnehin besser, die Namen beiseite zu lassen und einfach die Sinne sprechen zu lassen.
Das Landkärtchen (Araschnia levana) Frühlingsgeneration. Die zweite Generation im Sommer sieht ganz anders aus!Taubnessel – schön wie eine Orchidee!Duftender Weißdorn (Crataegus)
Hasenhochzeit – Zwei Männchen rennen hinter einem Weibchen her
*Hasenhochzeit* oder #METOOFürHäsinnen – Ein Fotoroman (Triggerwarnung für sensible Menschen)
Man hört ja immer wieder, bei der Hasenhochzeit hätte das Weibchen die Wahl. Pustekuchen!
Ich sage euch, wie es wirklich läuft: Heute waren schon wieder zwei Kerle hinter mir her. Verliebt seien sie, behaupteten sie – dass ich nicht lache! Wie die Irren haben sie mich verfolgt, als gäbe es kein Morgen!
Um ihnen zu entkommen, musste ich mich in einen Graben werfen! Gentlemen? Von wegen! Glücklicherweise hat der eine Trottel irgendwann die Orientierung verloren. Überall hat er gesucht – sogar bei den Pferden. Den war ich los, keine Frage.
Der andere hingegen blieb hartnäckig an meinen Fersen. Am Ende ließ ich mich vor dem Atrium auf ihn ein, damit endlich Ruhe war. Hat funktioniert, ja – aber dennoch, ich finde, wir Häsinnen brauchen dringend einen Hashtag: #MeTooFürHäsinnen.
Wildheit hin oder her, ein bisschen Zivilisiertheit wäre einfach… eleganter. Was meint ihr dazu?
Sie kommen immer näher!Ich verstecke mich im GrabenDer sucht und findet mich nichtEin Stelldichein vor dem ArtriumDer Dritte ist verwirrt und sucht bei den PferdenEinfach weg zur nächsten Hasenhochzeit!