Juli im Lugenz-Wald – Natur erleben im Hochsommer

Eine Rehgeiß mit ihrem Kitz in einem Wald, umgeben von Bäumen und grüner Vegetation.

Und wieder ist es Zeit für die neue Ausgabe des Bad Birnbacher Kulturspatz mit meinen „Naturbeobachtungen“:


Juli im Lugenz-Wald – Natur erleben im Hochsommer


Der Lugenz-Wald ist eine besondere Oase, die gerade im Sommer mit kühler Waldluft und vielfältiger Natur zum Verweilen einlädt. Das rund 600 Hektar große Waldgebiet erstreckt sich über die Höhen des Rottals und birgt geschichtsträchtige Orte wie eine historische Holzkapelle und einen Ringwall, der einst als Zufluchtsstätte diente. Ein „Klimapfad“ informiert über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald.


Die Lugenz schenkt dem Holzbauern wertvolles Holz, dem Erholungssuchenden Ruhe, dem Wanderer abwechslungsreiche Wege und dem Künstler Inspiration. Zudem bietet sie zahlreichen Tieren und Pflanzen eine Heimat. Als lebendiges Ökosystem ermöglicht sie wertvolle Einblicke in die Natur und ihre jahreszeitlichen Veränderungen.


Wald im Wandel
Nach dem Borkenkäferbefall 2019/2020 mussten große Flächen abgeholzt werden, wodurch neue Sichtachsen entstanden, die angrenzende Landschaften und Orte wie Bad Griesbach sichtbar machen. Doch dieser scheinbare Verlust birgt eine Chance: Mehr Licht fördert eine artenreichere Waldlandschaft.


Natürliche Regeneration
Auf den gerodeten Flächen wachsen junge Birken und Büsche, die Schatten für nachkommende Bäume spenden. Wo wenig eingegriffen wird, entsteht ein dichter Teppich aus Jungbäumen, darunter viele Laubbäume. In anderen Bereichen setzen Forstwirte auf „Zukunftsbäume“, die besser mit dem Klimawandel zurechtkommen, wie die Douglasie.


Flora und Fauna
Die Lugenz entwickelt sich vom dunklen Fichtenwald hin zu einem vielfältigen Mischwald mit Buchen, Tannen, Ahornen und Eschen. Am Wegesrand blühen Wald-Habichtskraut und Kleines Springkraut. Schmetterlinge wie Tagpfauenauge, Landkärtchen und mit Glück sogar der Kaisermantel flattern durch das lichte Waldgebiet.


Ein Rückzugsort für Wildtiere
Die Lugenz ist Lebensraum für zahlreiche Tierarten: Eine Ricke führt ihr Kitz, ein Neuntöter späht von einer Warte nach Beute. Zu hören sind Buntspecht, Schwarzspecht, Goldhähnchen, Rotkehlchen und Buchfink. Der Lugenz-Wald ist ein Spiegel der Natur – stets im Wandel, voller Leben und immer wieder neu zu entdecken.

Ein Neuntöter sitzt auf einem Ast im Lugenz-Wald.
Kulturspatz – Rubrik Naturbeobachtungen
Waldkühle im Hochsommer – Der Klimapfad in der Lugenz

Spaziergang im Grünen

Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) Libellule

Es ist heiß. Jetzt sind Spaziergänge im und am Wald besonders schön. Hier einige Eindrücke des Rottals im Juni – begleitet von hübschen Kälbern und Blauflügel-Prachtlibellen (Calopteryx virgo). Am Wegesrand blüht im Wald die Pflanze mit dem wunderschönen Namen „Wald-Wachtelweizen“.

„Ich gehe mal schnell in den Schatten!“
Kühle Waldluft in der Lugenz
Sankt Wolfgang – Weng – Bad Griesbach
Es summt in den Lindenblüten…

Nachtreiher brütet an der Rott

Ein Nachtreiher an der Rott bei Bad Birnbach steht auf einem Ast über Wasser, umgeben von grüner Vegetation.
 Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) – Bihoreau gris Juni 2025

Wie toll, heute haben wir wieder den seltenen Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) gesehen, der an der Rott brütet. Inzwischen sehen wir ihn beinahe täglich. Er hat eine lange „Hochzeitsfeder“ am Kopf. Üblicherweise ist er hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, was ihn von vielen anderen Reiherarten unterscheidet. Jetzt kann man ihn aber mit etwas Glück tagsüber sehen, weil er im Sommer in seinem Brutgebiet aktiv ist und sich um seine Jungen kümmert.

Der Nachtreiher ist in der bayerischen Roten Liste als extrem selten eingestuft. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Brutpaare, wie haben also richtig Glück!

Ein seltener Nachtreiher steht an einem Gewässer, umgeben von grünen Bäumen und Sträuchern.
Geheimnisvoll…der Nachtreiher
Ein Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) steht auf einem Baumstamm am Ufer eines Gewässers, umgeben von grüner Vegetation.
Tagsüber sieht man ihn nur im Sommer, wenn er seine Jungen versorgen muss
Bild von 2018: Junger Nachtreiher an der Rott am Kurpark Bad Birnbach

Unsere Natur im Mai: Jetzt wird´s so richtig schön!

Blühende Wiesen mit verschiedenen Blumenarten im Kurpark während des Monats Mai.
Kulturspatz Mai 2025

Und schon sind wir im „Wonnemonat“. Was uns jetzt in der Natur rund um Bad Birnbach erwartet? Das habe ich mal wieder versucht, für den Bad Birnbacher Kulturspatz einzufangen

Wie üblich hier noch einige Fotos, die Berndt und ich im Mai des letzten Jahres an der Rott geschossen haben. Jetzt wird´s langsam paradiesisch da draußen!

Nahaufnahme eines Schmetterlings auf einer Pflanze mit unscharfen grünen Hintergrund, das ein Gefühl von Frühling und Natur vermittelt.
Hauhechel-Bläuling an der Rott

Blühende Vielfalt im Mai

Nun schwirren Schmetterlinge, Bienen und Libellen über die Blühwiesen im Kurpark und an den Ufern der Rott; aus Tümpeln rufen Frösche. Hahnenfuß, Löwenzahn, Klee, Wiesenschaumkraut und Glockenblumen stehen jetzt stehen in voller Blüte. An den Böschungen fängt die Königskerze an, mit ihren aufrechten, kerzenähnlichen Blütenständen, sonnengelb zu blühen. Ihre Schönheit wird uns den ganzen Sommer über begleiten. Eine Blühwiese mit heimischen Wildblumen ist eine Quelle faszinierender Entdeckungen – einfach hinschauen, und schon eröffnen sich Wunder der Natur!

Das Storchennest

Die Birnbacher Störche feiern den Mai mit viel Liebesgeklapper. Ein Blick nach oben zum Horst auf dem alten Brauereikamin lohnt sich, denn meist kann man nun die Köpfchen der Jungstörche über den Rand des Nests erblicken. Dann beginnt das Rätselraten: Sind es ein Junges, zwei oder vielleicht sogar drei? Besonders erinnerungswürdig war das Jahr 2018, als in diesem Horst erstmals eine erfolgreiche Brut mit drei flüggen Jungvögeln gelang.

Zwei Hasen ruhen friedlich in einer grünen Wiese mit hohem Gras.
Drei auf einen Streich – Das bringt Glück

Vogelstimmen an der Rott

Amsel, Drossel und Rotkehlchen singen jetzt aus voller Kehle. Entlang der Rott bereichert der Pirol, der wunderschöne gelbe Vogel, das Konzert mit seinen flötenden Rufen. Die Rottauenwege laden zu Spaziergängen ein, bei denen eine Vielzahl von Vögeln gehört und beobachtet werden kann. Eine Vogelstimmen-App hilft bei der Identifikation, und so wurden Ende Mai 2020 in einem Biotop an der Rott zahlreiche Arten bestimmt: Grauschnäpper, Buchfink, Buntspecht, Mönchsgrasmücke, Pirol, Kuckuck, Zilpzalp, Fitis, Kleiber, Amsel und Goldammern. Über allem kreisten Turmfalken und Rauchschwalben.

Zauber der Lugenz

Auch die umliegenden Wälder laden zu besonderen Spaziergängen ein. Mit den zunehmend wachsenden Laubbäumen auf ehemaligen Fichtenflächen wirkt der Wald heller und lebendiger. Das Licht lockt nun mehr blühende Pflanzen und Schmetterlinge an, die bisher kaum zu sehen waren.

Zwei Libellen sitzen auf einem grünen Blatt, umgeben von frischen grünen Pflanzen.
Azurjungfer
Eine Wiese voller blühender, weißer Wildblumen, umgeben von grünen Gräsern und Pflanzen.
Knöllchen Steinbrech (Saxifraga)

Blumen und Schmetterlinge im Frühlingswind

Blühende Weißdornsträucher im Vordergrund mit einem Kirchturm im Hintergrund unter klarem Himmel.
Bad Birnbach im Frühling

Im Frühlingswind, zwischen den blühenden Weißdornsträuchern – mamma mia, ist das schön!

Nur die Namen der Pflanzen und Tiere wirken geradezu fehl am Platz.

„Kriechender Günsel“ – das klingt doch eher wie ein unterwürfiger Tollpatsch. Und wie sieht er tatsächlich aus? Majestätisch, mit seinen seidig glänzenden, violett-blauen Blüten. Taubnessel – fast schon ein Schimpfwort, klingt wie ein „dumpfes Kraut“. Dabei ist sie wunderschön, fast wie eine Orchidee, wenn man genau hinschaut! Und das Landkärtchen? Ein verstaubtes Poster in einer alten Schule? Nein – es ist ein bezaubernder Schmetterling in lebhaften Orange- und Schwarztönen.

Vielleicht ist es ohnehin besser, die Namen beiseite zu lassen und einfach die Sinne sprechen zu lassen.

Ein schöner Schmetterling, das Landkärtchen, mit leuchtend orangefarbenen und schwarzen Flügeln sitzt auf grünen Gräsern und Zweigen.
Das Landkärtchen (Araschnia levana) Frühlingsgeneration. Die zweite Generation im Sommer sieht ganz anders aus!
Eine detailreiche Nahaufnahme einer blühenden Taubnessel mit pinken und weißen Blüten auf grünen Blättern, umgeben von natürlicher Vegetation.
Taubnessel – schön wie eine Orchidee!
Eine Person in einem rosa Hemd steht neben blühenden Weißdornsträuchern in einer grünen Umgebung.
Duftender Weißdorn (Crataegus)

Und hier noch ein Video von all der Pracht: