Gestern bin ich bei -12 Grad und heute bei -6 Grad durch unsere schönen Landschaften gestapft. Begleitet vom Klagelied der Schwarzspechte, dem wütenden Ruf der Eichelhäher und den Lästereien der Meisen, die mich neugierig beäugt haben.
Und ich dachte: Eigentlich liebe ich den Winter!
Noch ist es mir kalt, aber nach ein paar Kilometern wird es einem wohlig warm
Eisvogel an der Rott – Martin-pêcheur (Alcedo atthis)
Welch ein Glück! Plötzlich landete in der Wintersonne ein schillernder Eisvogel direkt vor mir auf dem Zaunpfahl am Birnbach und ließ sich ruhig ablichten. Ich stand im Schatten und so nahm er mich nicht wahr.
Auch ein Schwarzmilan segelte durch die Lüfte über dem WasserZugefrorene Rott
Und hier ein Video mit den Abenteuern von heute: Eisvogel. Silberreiher, Schwanzmeisen etc
Wie ein kleiner Schneeball mit langem Schwanz hängt diese weißköpfige Schwanzmeise am Ast. Zurzeit tummeln sich viele dieser quirligen Akrobaten in den Bäumen und Büschen entlang der Rott. Die weißköpfigen Vögel stammen aus nordischen Wintertrupps und mischen sich hier häufig mit unseren heimischen, dunkelköpfigen Schwanzmeisen.
Neues Jahr – neue Naturerlebnisse! Hier der Beitrag „Naturbeobachtung“ Januar 2026 im Bad Birnbacher Kulturspatz mit Fotos, die wir in und um Bad Birnbach in diesem schönen Wintermonat gemacht haben.
Unsere Natur im Januar
Der Januar zeigt sich nun wechselhaft: mal mit Frost, Raureif und Schneefall, mal mit milden Temperaturen. der Klimawandel macht Vorhersagen schwieriger; Vogelzug und Vegetationsrhythmen verschieben sich zunehmend. Sicher ist jedoch eins: Wanderungen durch Wald und Flur lohnen sich immer, denn auch im Winter gibt es viel zu entdecken.
Pflanzenwelt
Schon im Januar können erste Frühblüher erscheinen. Schneeglöckchen und Haselnusssträucher blühen bei mildem Wetter früher als früher üblich. Hagebutten und Schlehen setzen reizvolle Farbakzente und dienen zugleich als Nahrung für Vögel. Besonders farbenfroh sind die Vogelbeeren, die mit ihrem leuchtenden Orange einen schönen Kontrast zum Schwarz-Weiß des Winters bilden.
Farbakzente im Winter
Vogelbeobachtungen
Viele Arten sind auch im Winter aktiv. Amseln, Meisen, Grünfinken, Stieglitze, Buchfinken und Rotkehlchen suchen nach Beeren und Samen, auch im Kurpark und in den Rottauen, Jetzt da das Gebüsch nackt ist, sind sogar Wintergoldhähnchen und Zaunkönig zu entdecken. An der Rott überwintern zudem Gänsesäger, Schwäne, Reiher und verschiedene Entenarten. Neben den häufigen Stockenten lassen sich Krickenten und Reiherenten beobachten. Mit etwas Glück zeigt sich auch der Eisvogel, der über das Wasser jagt und der seltene Waldwasserläufer. Im Wald sind Bunt- und Schwarzspechte zu hören, deren Trommeln den Winterwald prägt.
Rehe und Hasen
Rehe bilden im Winter größere Gruppen, sogenannte „Sprünge“. Feldhasen sind jetzt auf abgeernteten Feldern zu sehen. Hat es geschneit? Dann ist spannend, nach Spuren im Gelände zu suchen, die Anwesenheit weiterer Tiere wie Füchse oder Greifvögel verraten. Wer aufmerksam unterwegs ist, kann auch so die Vielfalt der heimischen Fauna erkennen.
Naturbeobachtungen im Winter
Jetzt verändert sich die Landschaft sichtbar. Raureif überzieht Pflanzenstängel und Äste und Spritzwasser gefriert zu filigranen Eisskulpturen. Solche Erscheinungen sind zwar vergänglich, aber umso schöner zu betrachten. Ein Spaziergang zur Holzkapelle in der Lugenz bietet sowohl Ruhe als auch Gelegenheit zur Naturbeobachtung, die Rottauenwege locken mit ihrer vielseitigen Vogelwelt und die offene Hügellandschaft machen das Gebiet besonders interessant für Naturfreunde.
Lust auf Wildheit – der Perchtenlauf in der Hofmark von Bad Birnbach
„Man spürt eine regelrechte Lust auf Wildheit, vielleicht gerade, weil die Zeiten so unruhig sind“, sagt eine Zuschauerin.
Trommelwirbel, Feuer, stampfende Schritte und grelle Schreie kündigten das Erscheinen der Bayerbacher Perchten an. Ihre kunstvoll geschnitzten Masken, ganz ohne die inzwischen verbreiteten LED‑Augen, wirken eindrucksvoll.
Neben den klassischen Gestalten waren diesmal auch viele Druden zu sehen – wilde, weibliche Nachtgeister aus dem alten Volksglauben und Winterbrauchtum.