Gestern haben wir eine romantische Wanderung zu den Kaser Steinstuben bei Triftern gemacht. Alles blüht und gedeiht, da werde ich so dankbar innerlich. Begleitet wurden wir durch Hasen und junge Bachstelzen, die am Feldrand zwitscherten. Es ging durch Getreidefelder zum Wald und dort zu den „Steinstuben“. Dort liegen riesige Steinblöcke wild durcheinander, in grünes Moos gekleidet und umschlossen von Fichten, Eschen und Holunder. Ein wunderbarer, stiller Ort.
Kaser Steinstuben: Geröll mit Geschichte
Die Steine werden „Konglomeratblöcke“ genannt. Vor 40 Millionen Jahren entstand in Südbayern eine Senke (das Molassebecken), die 30 Millionen Jahre lang Schutt aus den Alpen und anderen Gebieten sammelte. Flüsse lagerten Sand und Kies ab, hauptsächlich Quarz, Kalk und Dolomit. Durch ein Bindemittel wurde daraus festes Quarzkonglomerat. Regenwasser spülte feines Material weg, übrig blieben große Felsblöcke.
Gestern haben wir eine Rundwanderung bei Egglham gemacht – tolle Panoramen, riesige Höfe, weite Sichten. Es ging über Hügel und durch Wälder. Immer wieder erscheint jenseits der welligen Landschaften der Bayerische Wald als blaue Linie am Horizont. Ich habe mich richtig geborgen gefühlt in all dem frischen Grün unter einem sehr weiten Himmel.
Immer wieder fliegt ein Schwarm Stare auf.Wunderschöne HöfeWir zwei – mal wieder auf ErkundungstourFrühsommer im Rottal
Noch etwas kühl, aber immer schön, diese mystische Atmosphäre am See…
Wenn das Herz mir übergeht vor lauter schönen Eindrücken, muss es Worte finden, um die Gefühle und Gedanken, die in alle Richtungen auseinander zu brechen drohen, wieder zu bündeln.
Heute fiel immer wieder schlagartig strahlendes Licht vom Himmel, als könne es sich nicht mehr zurückhalten, um gleich darauf von strenger Hand hinter dunklen Wolken zurückgedrängt zu werden. Es ist erst Vorfrühling, flüstert der Herrscher.
Als wir losfuhren, stieg der klagende Ruf der Greifvögel über dampfende Berge, deren Gipfel anmuteten wie der vereiste Pelz eines Braunbären.
Dann aber – am See – reißen blaue Schleier zwischen den Bergrücken auf, um kurze Blicke auf weite Täler zu gewähren. Unten am Steg patrouillieren Blässhühner-Trupps wie Soldaten in schwarzen Uniformen mit weißen Abzeichen, die sich synchron und langsam nach geheimen Plänen bewegen. Zwei Mädels stehen auf dem Steg und lassen ihre langen Haare im noch kalten Wind wehen.
Lärchentafeln auf dem Dach – Kirchen im Chiemgau
Hübsche Kirchen mit ziegelroten Blumenmotiven an der Fassade und lärchengetäfelten Dächern erzählen fröhlich davon, dass Religion nicht nur vom strafenden Vater spricht, sondern auch von der liebevollen und freudigen Frau. Die Kirchen, die Schönen, mit ihren geheimnisvollen Friedhöfen, auf denen einem Katzen entgegen schnurren, sie übersehen milde die Geschmacklosigkeit der neuen Siedlungen und überhören geduldig den Lärm der Straßen.
Der kirchliche Friedhof befindet sich direkt an der Kirche Rabenden. Historische Grabkreuze
Die Alz rollt schäumend über flache Steine und mimt den wilden Gebirgsfluss, ich glaub‘s ihr nicht und lache sie an. Nicht weit entfernt zeigt ein Acker stolz die Schwärze seines fetten Bodens. An Wälder gedrängt liegen Moorwiesen, wild noch, aber durchzogen von tiefen Narben, den Entwässerungsgräben.
Noch einmal zurück zum See und sehen, wie schön die Spießenten sind mit ihrem weißen Band am Kopf. Diesmal sind sie so nah! Dass sie gar so schön sind, das wusste ich nicht, das macht mich glücklich. Und vom zerfurchten Stamm einer Schwarzpappel herunter ruft mir ein Kleiber zu, dass er schon Kinder hat.
Ein Kleiber vor seiner Höhle. Er hat schon Nachwuchs.So nah hatte ich Spießenten (Anas acuta) noch nie erlebt.Dampfende BergeFarbenspiel
Auch im Regen gemütlich: Ein Platzerl auf dem Tisch
Ein paar Tage Ruhe und Wandern im Chiemgau. Das Wetter ist noch kühl und feucht, aber – oder gerade deshalb – wirken die Landschaften besonders romantisch und weit. Hier und da sieht man Kiebitze balzen und Starenschwärme fliegen immer wieder auf. An einem Bachufer haben wir einen ganzen Teppich voller Leberblümchen (Hepatica nobilis) entdeckt!
Nous avons pris quelques jours de vacances que nous passons dans le Chiemgau, une magnifique région située en Bavière et connue pour ses paysages pittoresques.