Unsere Natur im Februar

Ein Artikel über die Naturbeobachtung im Februar im Rottaler Hügelland, der die Anzeichen des kommenden Frühlings beschreibt, sowie die Beobachtung von Vögeln und landschaftlichen Veränderungen.
Bad Birnbacher Kulturspatz Februar 2026

Unsere Natur im Februar – Erste Frühjahrsanzeichen

Im Rottaler Hügelland beginnt jetzt eine besonders spannende Zeit. Obwohl es noch Februar ist, zeigen sich bereits erste Anzeichen des nahenden Frühlings. Vögel singen und markieren ihre Reviere, das Licht wird heller, und auch die Farben in der Landschaft wirken lebendiger. Feldhasen, Stare und Rehe sind wieder häufiger zu sehen – ein guter Zeitpunkt für Naturbeobachtungen.

In den Vorjahren hat ein Storchenpaar, das in milden Wintern sogar ganz oder teilweise im Kurort geblieben war, Mitte Februar den Horst auf dem alten Brauereikamin bezogen. Ob auch in diesem Jahr wieder Störche in Bad Birnbach brüten werden? Das wird sich bald zeigen.

Auch die Kiebitze ziehen Ende Februar durch das Rottal, meist gemeinsam mit Staren und anderen Vogelarten. In den letzten Jahren hatten ein bis zwei Paare auch erfolgreich in Bad Birnbach gebrütet. Da die Art stark gefährdet ist, hoffen wir wieder auf Bruterfolg.

Ein Kiebitz steht auf einer Wiese mit grünem Gras und sieht aufmerksam aus.
Ein Kiebitz (Vanellus vanellus) auf einer Wiese bei Bad Birnbach

Da die Kiebitze immer größere Schwierigkeiten haben, auf unseren Wiesen und Äckern erfolgreich zu brüten, finden in diesem Winter wieder umfangreiche Pflegearbeiten statt. „Auf ausgewählten Landkreisflächen sowie auf bestehenden Ausgleichsflächen des Staatlichen Bauamts Passau werden laut Pressemitteilung des Landratsamts Gehölze entfernt, um das wertvolle Offenlandhabitat für gefährdete und vom Aussterben bedrohte Wiesenbrüterarten wie Kiebitz, Bekassine, Feldlerche und Wiesenpieper zu erhalten und weiter aufzuwerten.“ (Quelle: Passauer Neue Presse)

Auf den Feldern ruhen Rehe. Ihr Winterfell ist jetzt graubraun, der Fellwechsel beginnt im Frühjahr und kleidet sie wieder in rötliche Farben. An der Rott sind nun Grau- und -Silberreiher zu beobachten, mit etwas Glück lässt sich sogar der seltene Seidenreiher blicken; die Kohlmeisen zeigen jetzt schon ihr Balzverhalten mit dem typischen zweisilbigen Gesang. Die Tage werden endlich länger, und die Erlenblüte leitet schon die Pollensaison ein. Schneeglöckchen und Krokusse blühen bereits am Wegesrand.

Neben den Stockenten sind derzeit auch Reiherenten und Krickenten an der Rott zu sehen. Die Krickente fällt durch den kastanienbraunen Kopf und den grünen Augenstreif des Erpels auf. Ihre hohen Rufe sind regelmäßig zu hören, und bei der Futtersuche durchschnattern sie den Uferschlamm. Die Reiherente unterscheidet sich deutlich: Der Erpel trägt ein schwarz-weißes Gefieder, das Weibchen ist braun gefärbt. Diese Art taucht bis zu sechs Meter tief und bleibt bis zu 30 Sekunden unter Wasser, um Nahrung vom Gewässergrund zu holen.

Auch das Rotkehlchen ist aktiv. Es singt selbst im Winter und ist mit seinem „Zik-zik-zik“ oft in Hecken und Gebüschen zu hören. Rotkehlchen sind Teilzieher, manche bleiben ganzjährig, andere ziehen in wärmere Regionen. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden, besetzen aber im Winter getrennte Reviere. Das Weibchen wählt den Nistplatz, das Männchen verteidigt sein Gebiet auch kämpferisch.

Viel Freude bei Euren Naturerkundungen!

Ein männlicher Ringeltaube schwimmt auf ruhigem Wasser, umgeben von reflektierenden Elementen der Umgebung.
Reiherente (Aythya fuligula) an der Rott
Ein Mann und eine Frau stehen im Schnee vor einem Holzgebäude. Der Mann hält einen Wanderstock und lächelt, während die Frau mit einem Fotokameraanhänger in der Hand auf etwas zeigt. Bäume sind im Hintergrund sichtbar.
Wir zwei unterwegs

Spaziergang im Kurpark – Wild und weiß und schön!

Fotoshooting im Kurpark

Glücklich im Schnee! Ein Rotkehlchen kam angeflogen und wollte Kontakt aufnehmen…

Und hier noch im Video:

Spaziergang im Europareservat Unterer Inn

Eine sanfte, neblige Morgenlandschaft im Europareservat Unterer Inn, mit Spaziergängern auf einem gepflasterten Weg und frostbedeckten Gräsern im Vordergrund. Im Hintergrund sind weitere Fußgänger und eine Überdachung zu sehen.

Spaziergang im Europareservat Unterer Inn – viele Vögel waren gestern zu sehen, doch besonders beeindruckten die tausenden Graugänse. Auch Enten und Kormorane waren zu beobachten. Schön waren die vom Frost weiß eingepuderten Gräser.

Silhouette eines baumlosen Baumes am Wasser mit einem Sonnenuntergang und fliegenden Vögeln im Hintergrund.
Abendstimmung am Inn
Eine große Anzahl von Vögeln, insbesondere Graugänsen, schwimmt in einem Gewässer. Einige Enten sind ebenfalls zu sehen, während Vögel fliegen. Die Umgebung ist von frostigen Gräsern umgeben.
Graugänse, Enten, Möwen und Kormorane waren zu sehen

Und hier im Film:

Zwischen Herbstfarben und Nebel im November

Ein farbenfroher Stieglitz sitzt auf einem Dornengebüsch im Kurpark und sucht nach Samen.
Die monatliche Broschüre Kulturspatz ist da! Mit meiner Rubrik „Naturbeobachtung“

Naturbeobachtung im November 2025Zwischen Herbstfarben und Nebel

Ein Spaziergang durch die Stille des Spätherbstes

Auch im November bietet die Natur rund um Bad Birnbach vielfältige Eindrücke. Trotz kühler Temperaturen und manchem nebligen Morgen lohnen sich ausgedehnte Spaziergänge: Die Farben des Herbstes lassen das Licht im Spätherbst wärmer erscheinen; selbst an grauen Tagen wirkt Bewegung in der Natur belebend.

In der Rott spiegeln sich jetzt noch malerisch die herbstlichen Farben der Vegetation, während über den Wäldern der Morgennebel steigt.

Vogelwelt im Wandel

Der Vogelzug ist noch nicht ganz abgeschlossen. Mit etwas Glück lassen sich noch verspätete ziehende Kraniche beobachten – ein Schauspiel, das erst seit wenigen Jahren über Ostbayern zu sehen ist. Die Glücksvögel können – je nach Wetter – noch bis Anfang November über das Rottal ziehen. Zugleich treffen die ersten Wintergäste aus dem Norden ein: Gänsesäger, Birkenzeisige und Bergfinken nutzen unsere Region als Überwinterungsgebiet.

In Hecken und Gebüschen sind weiterhin zahlreiche Standvögel aktiv. Rotkehlchen und Zaunkönig suchen nach Beeren und Samen. Besonders auffällig ist der farbenprächtige Stieglitz, der nun in kleinen Schwärmen unterwegs ist. Auch Grünfink und Wacholderdrossel lassen sich regelmäßig beobachten. In lichten Baumgruppen sind Blaumeisen aktiv, und der Turmfalke ist häufig beim Rüttelflug zu beobachten.

Auch der Kleiber ist im Winter bei uns zu sehen. Im Kurpark klettert der kleine Akrobat kopfüber an den Stämmen. Er kündigt sich meist durch seine lauten, pfeifenden Rufe an, die manchmal fast wie menschliches Pfeifen klingen. Hört man ihn, ist es in der Regel nicht schwer, ihn zu entdecken. Auch Eichelhäher und Buntspechte machen sich durch ihre Rufe bemerkbar.

Landschaft und Wildtiere

Das Herbstlaub fällt, und viele Wildtiere bereiten sich auf den Winter vor. Rehe haben ihr Sommerfell abgelegt und erscheinen nun in graubrauner Wintertracht. Sie schließen sich zu kleinen Gruppen zusammen und bewegen sich gemächlich durch die Landschaft. Fasane sind ebenfalls häufiger zu sehen, meist in kleinen Trupps auf Feldern und Wiesen. Entlang der Rott lassen sich Reiher und Krickenten beobachten, die hier überwintern. Die Wasserflächen spiegeln die herbstlichen Farben der Ufervegetation.

Bewegung in der Natur

Gerade jetzt, wenn das Herbstlaub die Schritte dämpft und die Landschaft in gedeckten Tönen leuchtet, entfaltet die Natur eine besondere Kraft. Sie lädt uns ein zum Innehalten, zum Beobachten, zum Staunen. Wer sich darauf einlässt, wird keinen Novemberblues verspüren, sondern eine tiefe Verbundenheit mit dem Rhythmus der Jahreszeiten erfahren.

Ein Erpel schwimmt im Wasser, umgeben von Ästen und reflektierenden herbstlichen Farben.
Krickente – Anas crecca – Im Winter sieht und hört man sie an der Rott

EN: In November, the quiet landscapes around Bad Birnbach in Bavaria glow with autumn colors and mist, inviting peaceful walks and vivid nature experiences. Migrating cranes, arriving winter birds, and active wildlife offer rich opportunities for observation and connection with the rhythm of the seasons.

Ein Kaffeebecher steht neben einer Broschüre mit dem Titel 'Bad Birnbacher Kulturspatz' auf einem kleinen Tisch im Freien, umgeben von einer ruhigen Gartenlandschaft.
Die monatliche Bad Birnbacher Kulturspatz-Ausgabe ist kostenlos in der Kurverwaltung erhältlich und online zu finden
Zwei Rehe fressen in einer herbstlich gefärbten Landschaft mit buntem Laub im Hintergrund.
Rehwild im November

Romantische Stimmung an der Rott

Ein weißer Reiher sitzt auf einem Ast, umgeben von grünen Blättern und roten Beeren im Hintergrund.
Der seltene Seidenreiher (Egretta garzetta) heute an der Rott – Aigrette garzette le long de notre rivière en Bavière

Im Frühherbstlicht war der heutige Spaziergang an der Rott besonders romantisch. Die Reiher wirkten wie wilde und gute Geister am Wasser.

FR: Sous la lumière du début d’automne, la promenade d’aujourd’hui le long de la rivière Rott en Bavière était particulièrement romantique. Les hérons semblaient être des esprits sauvages et bienveillants au bord de l’eau.

Ein großer, weißer Reiher steht im ruhigen Wasser der Rott, umgeben von grünem Schilf und Bäumen. Das Licht des frühen Herbstes spiegelt sich im Wasser.
Silberreiher (Ardea alba) Grande Aigrette